Masuk⋅ ⋅ ❦ Blaire Rose ❦ ⋅ ⋅ Ich war den ganzen Tag in unserem Schlafzimmer eingesperrt gewesen. Zayn war mit Sheila zu den Feierlichkeiten aufgebrochen und hatte mich meinem Elend überlassen. Da saß ich nun, ganz allein auf der Matratzenkante wie ein erbärmlicher, verstoßener Einzelgänger, gezwungen, der fröhlichen Musik und dem lauten Gelächter zu lauschen, das vom Hof herüberdrang. Das Dorf feierte, ohne zu ahnen, dass ihre Luna hinter verschlossenen Türen still und leise zusammenbrach. Da ich einen Moment brauchte, um meine rasenden Gedanken zu ordnen, stand ich auf, um auf die Toilette zu gehen. Gerade als ich hineinging, glaubte ich, das leise Geräusch der sich öffnenden Schlafzimmertür zu hören. Sofort loderte Hoffnung in meiner Brust auf. Eine erbärmliche Welle der Erleichterung überkam mich, als ich dachte: Er ist endlich zurück. Er ist nicht die ganze Nacht dort draußen bei ihr geblieben. Doch in dem Moment, als ich fertig war und voller Vorfreude wieder ins Schlafzimme
⋅ ⋅ ❦ Blaire Rose ❦ ⋅ ⋅ „Guten Morgen, Luna“, begrüßte mich Ronan. „Guten Morgen“, krächzte ich. Die raue Heiserkeit in meiner Stimme war so auffällig, dass ich mir schnell den Hals räuspern musste. Zayn sagte kein Wort, schob mir aber eine dampfende Tasse Kräutertee zu. Seine Finger verharrten kurz in der Nähe meiner, als wollte er fast etwas sagen, bevor er seine Hand zurückzog und sagte: „Trink etwas Heißes, Schatz. Das tut deiner Kehle gut.“ Ich nickte steif und emotionslos und schlang meine Hände um die Tasse. Wir tauschten heute nicht einmal unseren morgendlichen Kuss oder sanfte Höflichkeiten aus. Es war nicht so, als hätten wir jeden Morgen eine dramatische Routine, aber heute fühlte sich die eisige Stille zwischen uns angespannt und zerbrechlich an, als könnte sie zerreißen, wenn einer von uns zu ehrlich wäre. Zayn rutschte auf seinem Stuhl hin und her und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf den Tisch. „Wir haben gerade darüber gesprochen, heute Abend hier i
⋅ ⋅ ❦ Blaire Rose ❦ ⋅ ⋅ In dem Moment, als sich die Schlafzimmertür hinter ihm schloss, schreckte ich hoch und setzte mich im Bett auf. Mein Blick fiel sofort auf seine Jacke, die auf der Matratze lag. Schon als Zayn vorhin diesen Raum betreten hatte, hatte meine gesteigerte Nervosität es wahrgenommen – einen schwachen, unverkennbaren Duft einer anderen Frau, der an seiner Kleidung haftete. Mit zitternden Händen griff ich nach dem schweren Leder, zog es an mein Gesicht und schnupperte am Stoff. Mir wurde übel. Ich hatte recht … oder zumindest glaubte ich das. Ein süßes, unbekanntes Parfüm haftete schwach an den Fasern seiner Jacke – kaum wahrnehmbar, aber stark genug, um mir die Brust zusammenziehen zu lassen. Es hätte alles Mögliche sein können. Jemand, der ihn gestreift hatte. Ein überfüllter Raum. Doch der Zweifel ließ mich nicht los. Er grub sich nur noch tiefer ein. Neue Tränen stiegen mir in die Augen und trübten meine Sicht, während mir ein Schluchzen im Hals stecken b
⋅ ⋅ ♔ Alpha Zayn Kai ♔ ⋅ ⋅ „Falls ihr während des Wiederaufbaus noch etwas benötigt, könnt ihr euch direkt an meinen Beta wenden“, brummte ich und deutete auf Ronan, als wir endlich das Ende unserer zermürbenden, stundenlangen Besprechung erreichten. Die Dorfältesten nickten alle wie aus einem Munde und murmelten im Chor ihren respektvollen Dank. „Vielen Dank für Ihre grenzenlose Großzügigkeit, Alpha-König“, sagte der Dorfvorsteher Michael mit einem schmierigen, übertrieben eifrigen Lächeln. „Da wir unsere Angelegenheiten für heute Abend erfolgreich abgeschlossen haben, Alpha, wie wäre es, wenn ich Sie zu einer privaten Kartenspielrunde einlade? Es wäre mir eine Ehre, Sie zu bewirten.“ Sofort schoss mir das Bild meiner wunderschönen Blair durch den Kopf. Ich wollte gerade ablehnen und direkt zu ihr zurückkehren, doch Ronan beugte sich vor und ergriff das Wort, bevor ich auch nur ein Wort herausbringen konnte. „Mish hat gesagt, dass die Luna zu Abend essen und den Abend dam
⋅ ⋅ ❦ Blaire Rose ❦ ⋅ ⋅ Den Rest des Nachmittags verbrachte ich damit, den vertriebenen Familien in der Notunterkunft einen kleinen Imbiss anzubieten und sie zu trösten, um mich von meinen rasenden Gedanken abzulenken. Bevor ich mich auf den Rückweg machte, versuchte ich, Zayn anzurufen, doch niemand nahm ab. Ich nahm an, dass er noch tief in sein Treffen mit den Dorfvorstehern vertieft war, und da ich es hasste, ihn bei seiner Arbeit zu stören, beschloss ich, alleine zur Herberge zurückzukehren. Als ich endlich wieder auf dem Anwesen ankam, war es dort unheimlich still. Das einzige Geräusch waren die schweren Schritte der beiden königlichen Wachen, die Zayn beauftragt hatte, mich den ganzen Tag zu beschatten – einer von ihnen fungierte gerade als unser Fahrer. Ich erstarrte direkt auf der Veranda, während sich ein plötzliches, schweres Zögern um meine Brust legte. Einer der Wachen bemerkte mein Zögern und trat sofort auf mich zu. „Geht es dir gut, Luna?“ Ich nickte gez
⋅ ⋅ ❦ Blaire Rose ❦ ⋅ ⋅ Später am Nachmittag bestätigte Ronan offiziell, dass die schweren Maschinen nicht rechtzeitig eintreffen würden und wir definitiv bis morgen warten müssten, bis der Weg frei wäre. Zayn beschloss, eine dringende, strategische Besprechung hinter verschlossenen Türen mit den Dorfältesten und den Oberhäuptern abzuhalten; er machte sich zusammen mit Ronan auf den Weg zum Dorfgemeinschaftshaus. Da ich weiter produktiv bleiben wollte, beschloss ich, zurück zur provisorischen Krankenstation zu gehen. „Ich bin ehrlich gesagt so froh zu sehen, dass die Patienten so schnell genesen. Die medizinischen Hilfsgüter, die ihr mitgebracht habt, haben den gesamten Genesungsprozess beschleunigt“, murmelte Cora, während wir gemeinsam langsam außerhalb des Bereichs der Behandlungszelte entlangschlenderten. Die Nachmittagsluft war erfüllt vom Duft feuchter Erde und Holzrauch. Um uns herum herrschte im Dorf reges Treiben; Wachen patrouillierten mit scharfen, wachsamen Bli







