Mag-log inKapitel 55Elena schwieg noch immer. Ihr Gesicht war tiefrot angelaufen – nicht nur von dem Kuss auf ihre Lippen, sondern auch von dem darauffolgenden Kuss, den Nathan soeben auf ihren Hals gesetzt hatte; heiß, tief und überraschend.„Aahh ...“, der Seufzer entfloh ihren Lippen und entlockte Nathan ein leises Lächeln. Es war das Lächeln eines Mannes, der genau wusste, dass er etwas berührt hatte, das sich nicht mehr leugnen ließ.„Elena“, Nathans Stimme klang heiser, fast wie ein Flüstern. „Ich habe dir ein Liebesmal am Hals hinterlassen. Du gehörst mir, Elena.“Elena drehte rasch den Kopf herum, ihre Augen weiteten sich leicht. „Nathan ...“„Du musst jetzt nicht antworten“, sagte Nathan sanft. „Aber sag mir nicht, dass du es nicht fühlst.“In Elenas Körper stieg eine plötzliche Hitze auf. Ihr Herz schlug so schnell, und ihre Gedanken gerieten völlig in Aufruhr. Die eine Hälfte von ihr wollte erwidern, wollte Nathans Gesicht berühren und mit ihren Lippen seinen Hals nachfahren.Doch E
Kapitel 54„Elena, ich –“ Nathans Stimme wurde vom lärmenden Stimmengewirr im Inneren des Restaurants fast verschluckt, doch seine Augen strahlten etwas aus, das Elena unmöglich ignorieren konnte.Elena runzelte die Stirn, verwirrt über den Gesichtsausdruck des Mannes. „Was ist los, Herr Nathan?“Ohne zu antworten, ergriff Nathan Elenas Handgelenk und zog sie sanft, aber bestimmt aus dem Restaurant. Elena war von dem plötzlichen Handeln leicht überrumpelt.„Nathan, was willst du? Ich muss noch –“„Nur für eine Minute“, fiel Nathan ihr ins Wort. „Ich ertrage es einfach nicht, dich mit diesem Kerl dasitzen zu sehen.“Sie traten hinaus auf den nassen Bürgersteig. Nathan öffnete seine Autotür und blickte Elena mit einem ungewohnter Blick in den Augen an. „Steig bitte ein.“Elena zögerte einen Moment. Doch schließlich stieg sie ein und ließ zu, dass Nathan die Tür schloss und auf der Fahrerseite Platz nahm. Für ein paar Sekunden herrschte Stille zwischen ihnen. Der Regen prasselte in einem
Kapitel 53Der Regen fiel immer noch, als ein Mann in einem dunkelgrauen Anzug aus seinem schwarzen Wagen stieg. Nathan betrat das Restaurant, in dem er versprochen hatte, seine Mutter, Frau Sonia, abzuholen, die sich dort mit einer alten Bekannten traf. Er hatte gerade eine Vorstandssitzung in seiner Firma hinter sich gebracht, doch seine Gedanken waren nicht völlig bei der Sache – aus irgendeinem Grund kreisten sie in letzter Zeit immer wieder um einen einzigen Namen: Elena Whitmore.Sobald sich die Restauranttür öffnete, erblickte Nathan eine vertraute Gestalt am Fenster. Nicht seine Mutter. Es war Elena. Zusammen mit einem Mann; die Frau lachte leise, ihre Schultern berührten sich beinahe. Ihre Hand umklammerte die Tasse, doch ihre Augen waren fest auf den Mann vor ihr gerichtet.Nathans Stirn legte sich in Falten. Sein Herz schlug schneller – nicht aus blinder Eifersucht, sondern weil irgendetwas in seinem Inneren sich weigerte, diesen Anblick einfach so hinzunehmen.„Sie meinte
Kapitel 52Nach dem Treffen mit Frau Shera, das trotz Damians Chaos reibungslos verlaufen war, beschloss Elena, noch eine Weile in einem kleinen Restaurant unweit des vorherigen Cafés zu sitzen. Der Ort war ruhig, die Musik sanft, und das Aroma von Kaffee gemischt mit Vanille beruhigte ihren verschleierten Verstand.Sie saß in der Ecke und starrte geistesabwesend aus dem Fenster. Ihre Hand rührte im Jasmintee, ohne dass sie wirklich die Absicht hatte, ihn zu trinken. Ihre Gedanken kehrten immer wieder zu Damians flehendem Gesicht zurück – dem Gesicht, in das sie sich einst verliebt hatte und das nun nur noch Abscheu und Wut hervorrief.Selbst wenn er vor der ganzen Welt auf die Knie geht, dachte Elena scharf, werde ich diesem Bastard nicht verzeihen. Alles, was er zerstört hat... lässt sich nicht mit einem Ring und einem süßen Versprechen wiederaufbauen.Sie holte tief Luft und versuchte, die Beklemmung in ihrer Brust zu vertreiben. Eines war sicher: Ihr Leben war ohne Damian viel bes
Kapitel 51Das Café füllte sich langsam. In der Ecke saß Elena einer eleganten jungen Frau namens Shera gegenüber, ihrer neuen Partnerin bei einem exklusiven Schmuckdesign-Projekt für die Sommerkollektion.„Wenn wir mit einem klassischen Konzept spielen, ihm aber einen Hauch lokaler Motive verleihen, wird es meiner Meinung nach den europäischen Markt ansprechen“, sagte Elena und zeigte auf eine Skizze auf ihrem Laptop.Shera nickte. „Die Linienführung gefällt mir. Clean, aber dennoch mit Charakter. Und wir können je nach Jahreszeit mit der Farbe der Natursteine spielen.“Beide wirkten konzentriert, ganz vertieft in ihr professionelles Gespräch. Bis plötzlich das Geräusch schwerer, schneller Schritte näher kam.„Elena!“Elena drehte langsam den Kopf, und ihr Körper erstarrte augenblicklich, als sie Damian unweit ihres Tisches stehen sah. Der Mann sah müde aus, sein Gesicht war nicht so gepflegt wie sonst, doch der Blick in seinen Augen war voller Entschlossenheit.Shera, die von alled
Kapitel 50Der Himmel war an diesem Nachmittag bewölkt, als würde er Elenas Stimmung widerspiegeln. Sie saß in der Ecke eines kleinen, rustikalen Cafés, ihre Hände umklammten einen Becher warmen Kaffee, der einen beruhigenden Duft verströmte. Der Tisch vor ihr war ordentlich, darauf lagen ein kleiner Terminplaner, ein Stift und eine dunkelbraune Tragetasche. Sie wartete auf ihren neuen Partner für ein Innenarchitekturprojekt für eine Kinderschule. Fokus. Das war es, was sie brauchte.Die Türglocke des Cafés erklang. Elena kümmerte es nicht weiter, bis sich das Geräusch von Absatzschuhen und den festen Schritten eines Mannes näherte. Sie drehte kurz den Kopf … und hätte fast ungläubig gelacht.„Oh mein Gott … Elena?“ Die Stimme war geschmeidig, geübt und falsch. Margaret Lancaster, gekleidet in einen teuren Mantel und mit einer Perlenbrosche am Revers, stand da zusammen mit ihrem Ehemann Charles, der älter aussah, aber immer noch genauso hochmütig wie eh und je.Elena blickte langsam a







