LOGINKapitel 60„Warum sind die Überwachungskameras plötzlich ausgefallen?!“, Elenas Stimme hallte durch das stille Lehrerzimmer.Ein IT-Mitarbeiter der Schule blickte nervös zu Boden. „Ich weiß es auch nicht, Frau Elena. Heute Morgen hat noch alles ganz normal funktioniert. Aber heute Nachmittag war das Material vom Schultor plötzlich nicht mehr lesbar. Es scheint ein Systemfehler zu sein.“„Ein Systemfehler?“, Elena seufzte frustriert. „Die einzige Spur dazu, wer mein Kind mitgenommen hat, ist also weg?“Alvas Lehrerin versuchte Elena zu beruhigen: „Es tut uns wirklich aufrichtig leid, Frau Elena. Aber wir dachten, der Mann sei von Ihnen geschickt worden, um Alva abzuholen.“„Vergessen Sie das!“, schnauzte Elena sie an, während ihre Augen rot anzulaufen begannen. „Tun Sie das nie wieder! Ich bin sicher, dass das eine Entführung ist! EINE ENTFÜHRUNG!“Mit blassem Gesicht rannte Elena aus dem Lehrerzimmer. Ihre Hände zitterten, als sie ihr Handy aus der Tasche zog. Elena wählte sofort Tama
Kapitel 59Elenas Auto bahnte sich langsam seinen Weg durch den Abendverkehr. Ein klassisches Lied erklang leise aus den Autolautsprechern und beruhigte ihren Verstand, während sie sich Alvas Gesicht vorstellte. Heute hatte Elena versprochen, ihren Sohn persönlich abzuholen – etwas, das sie in letzter Zeit wegen ihres vollen Terminkalenders in der Boutique nur noch selten tat.„Alva wird sich so freuen, von mir abgeholt zu werden“, flüsterte Elena mit einem Lächeln.Elena warf einen Blick auf die Uhr auf dem Armaturenbrett. Es verblieben noch zehn Minuten, bis die Schulglocke läutete. Elena beschleunigte das Auto leicht und versuchte, nicht zu spät zu kommen.Plötzlich überquerte von der Seite des Bürgersteigs eine alte Frau mit Plastikeinkaufstüten die Straße, ohne nach links oder rechts zu schauen. Elena trat reflexartig voll auf die Bremse.Quieeetsch!Das Auto kam nur wenige Zentimeter vor dem Körper der alten Frau zum Stehen.„Um Himmels willen!“, Elena öffnete die Tür und stieg
Kapitel 58Isabella warf ihre Sonnenbrille auf den Boden des Zimmers, woraufhin das Glas zersprang. Ihr Atem ging unregelmäßig, ihr Gesicht war rot vor Zorn, der noch immer nicht verflogen war.„Wie kann Damian es wagen, mich zu ohrfeigen! Noch dazu vor dieser Schlampe!“, murmelte sie durch zusammengebissene Zähne.Sie ging im Zimmer auf und ab und zerzauste ihr halb fertig gestyltes Haar. Scham, Zorn und Verletztheit vermischten sich in ihrer Brust. Damians Stimme hallte in ihrem Kopf nach, wie er sie verteidigt hatte ... aber nicht für sie. Für Elena.„Er zieht diese Frau vor ... nur weil Elena den Lancaster-Erben geboren hat?!“Isabella hielt die Tränen zurück, die aufzusteigen drohten, als ihr Blick plötzlich auf den Bildschirm ihres Handys auf dem Tisch fiel. Sie hob es rasch auf, öffnete die Kontakte und drückte auf einen Namen, den sie schon lange nicht mehr angerufen hatte.Die Verbindung stand.„Ja?“, antwortete die schwere Stimme am anderen Ende.„Ich habe einen Auftrag für
Kapitel 57„Nathan, bist du vorhin nicht nach Hause gefahren?“, fragte Elena leise, immer noch in den Armen des Mannes. Ihre Stimme war kaum hörbar, geborgen zwischen den Schlägen eines Herzens, das viel zu schnell schlug.Nathan seufzte, löste langsam seine Umarmung und sah Elena sanft an. „Doch. Aber du hast dein Handy in meinem Auto vergessen“, sagte er und deutete auf das Mobiltelefon, das Elena auf dem Beifahrersitz liegen gelassen hatte. „Und irgendwie hatte ich kein gutes Gefühl.“Elena nickte leicht und griff dann mit zitternden Händen nach ihrem Handy. „Ich danke dir.“Sie sahen sich an. Ein Augenblick fühlte sich wie eine Ewigkeit an. Die Zeit fror ein.Nathan saß neben ihr und hielt immer noch Abstand. Doch da war etwas in der Luft, das immer dichter wurde – Anspannung, unerträgliche Emotionen und Gefühle, die sie so lange verschwiegen hatten.„Elena ...“, rief Nathan mit tiefer Stimme, fast ein Flüstern. „Weißt du was? Ich kann einfach nicht aufhören, an dich zu denken.“E
Kapitel 56Der Himmel verdunkelte sich bereits, als die Uhr sieben Uhr abends schlug. Die Lichter der Stadt gingen langsam an, und die kühle Nachtluft kroch durch die Fensterspalten herein. Elena hatte gerade Alva gefüttert, während Delya geschäftig mit einem Spielzeug auf dem Boden spielte. Die Türbell klingelte.Elena runzelte die Stirn; sie erwartete um diese Zeit der Nacht keinen Besuch mehr. Sie ging schnell zur Tür und öffnete sie. Nathans Gestalt stand dort – ordentlich, schneidig in einem dunklen Anzug, der seinen Körper perfekt umrahmte.„Hallo“, begrüßte Nathan sie mit jenem charakteristischen Lächeln, das es irgendwie immer schaffte, Elenas Herz schneller schlagen zu lassen.„Nathan?“, Elena war ein wenig überrascht. „Was ist los? Du hast gar nicht gesagt, dass du vorbeikommst.“Nathan hob eine kleine Schachtel hinter seinem Rücken hervor – zusammen mit einem Strauß Lilien und weißer Rosen.„Ich wollte dich zum Abendessen ausführen“, sagte er hoffnungsvoll. „Ich habe bereit
Kapitel 55Elena schwieg noch immer. Ihr Gesicht war tiefrot angelaufen – nicht nur von dem Kuss auf ihre Lippen, sondern auch von dem darauffolgenden Kuss, den Nathan soeben auf ihren Hals gesetzt hatte; heiß, tief und überraschend.„Aahh ...“, der Seufzer entfloh ihren Lippen und entlockte Nathan ein leises Lächeln. Es war das Lächeln eines Mannes, der genau wusste, dass er etwas berührt hatte, das sich nicht mehr leugnen ließ.„Elena“, Nathans Stimme klang heiser, fast wie ein Flüstern. „Ich habe dir ein Liebesmal am Hals hinterlassen. Du gehörst mir, Elena.“Elena drehte rasch den Kopf herum, ihre Augen weiteten sich leicht. „Nathan ...“„Du musst jetzt nicht antworten“, sagte Nathan sanft. „Aber sag mir nicht, dass du es nicht fühlst.“In Elenas Körper stieg eine plötzliche Hitze auf. Ihr Herz schlug so schnell, und ihre Gedanken gerieten völlig in Aufruhr. Die eine Hälfte von ihr wollte erwidern, wollte Nathans Gesicht berühren und mit ihren Lippen seinen Hals nachfahren.Doch E







