INICIAR SESIÓNEr drückt mich gegen die Wand, als würde er mich hassen, aber wenn niemand hinsieht, ist der Blick, mit dem er mich ansieht, noch schlimmer. Zavian Falkner ist der goldene Junge der Stadt—charmant, kontrolliert, unantastbar—bis in ihm etwas zerbricht. Sein Vater hat ihm beigebracht, wie man Dinge bricht, und nicht nur Gegenstände, sondern auch Menschen. Ich bin Naima, seine Stiefschwester, die, die er nie hätte berühren dürfen. Er sagt, er beschützt mich. Er schwört, dass er jeden verbrennen wird, der mir zu nahe kommt, dass niemand jemals Hand an mich legen wird, solange er hier ist. Aber seine Hände fühlen sich nicht wie Sicherheit an. Sie fühlen sich wie Besitz an, wie ein Anspruch, dem ich nie zugestimmt habe, dem ich aber nicht entkommen kann. Jetzt sind unsere Eltern weg, und die Elfenbein Elite beobachtet nicht mehr nur—sie jagen uns. Jeder Schritt, den ich mache, fühlt sich wie ein Countdown an, jeder Schatten wie eine Warnung, und das Einzige, was zwischen mir und ihnen steht, ist der Junge, der mich zerstören könnte, bevor sie es überhaupt tun. „Ich liebe dich, Naima“, flüstert er, und es sollte wie ein Versprechen klingen, etwas Sanftes, etwas Sicheres. Aber das tut es nicht. Es klingt wie eine Drohung. Denn was passiert, wenn Liebe dich nicht mehr rettet, sondern dich ganz verschlingt?
Ver másNAIMAWie zum Teufel konnte ich ihn nach all dem, was er mir in den letzten zwei Jahren angetan hatte, immer noch so sehr wollen?Ich rutschte hastig zurück, bis meine Schultern gegen das Kopfteil des Bettes stießen, und zog die Knie eng an meine Brust, als wäre das ein Schutzschild. Es war so falsch – widerlich falsch, unverzeihlich falsch –, dass es mich selbst erschreckte, wie sehr ich mich trotzdem zu ihm hingezogen fühlte. Dass ich überhaupt wieder so nah an ihn herangelassen hatte.Er war ein Arschloch. Ein Player. Und das Schlimmste von allem… mein Stiefbruder.Zaivan packte mich an der Taille, beide Hände fest, seine Finger schoben sich unter den Saum meines Pullovers. Sein Blick glitt zwischen meine Beine, und ein dunkles, zufriedenes Lächeln legte sich auf seine Lippen, als er den schwarzen Seidenslip sah – den ich ganz sicher nicht zufällig gewählt hatte, weil ich wusste, dass ich heute Nacht allein mit ihm sein würde.„Meine kleine Stiefschwester ist ja völlig nass für mic
NAIMA„Das wollt ihr doch nicht wirklich tun.“Meine eigene Mutter wollte mich tatsächlich zwei ganze Wochen lang mit ihm allein lassen.„Ihr lasst mich ernsthaft mit Zaivan hier, während du und Alaric euch auf eine Kreuzfahrt verpisst?“, meine Stimme überschlug sich vor Empörung. „Warum habt ihr mir das nicht früher gesagt? Ich hätte Pläne machen können – irgendetwas, nur um nicht mit ihm eingesperrt zu sein.“Mama warf mir kaum einen Blick zu, während sie neben ihren Koffern stand. „Weil wir wollen, dass ihr zwei euch endlich mal vertragt, Schatz.“ Sie tätschelte meine Wange, als wäre ich noch ein kleines Kind, und wirbelte dann herum. „Oh, ich habe fast meine Sonnenbrille vergessen.“„Mama, bitte.“ Ich folgte ihr den Flur entlang, die Arme fest vor der Brust verschränkt. „Er wird jeden Abend Partys schmeißen. Da werden Mädels sein, laute Musik, Gras – alles. Du weißt doch, wie er ist.“„Das wird schon alles gut gehen“, rief sie über die Schulter, griff nach ihrer Sonnenbrille und h
NAIMA„Ich kann das nicht mehr ertragen.“Der Bass der Party im Erdgeschoss dröhnte durch die Wände, als würde er sie gleich sprengen wollen. Der süßlich-kratzige Geruch von Gras kroch unter meiner Tür hindurch und legte sich mir wie ein Film auf die Zunge. Morgen hatte ich einen Biologie-Test, den ich eigentlich zerlegen musste – aber Zaivan hatte das Haus in eine verdammte Kriegszone verwandelt.Zariah lag ausgestreckt auf meinem Bett, auf dem Bauch, und scrollte durch ihre PowerPoint-Folien. Mein eigener Laptop war letzte Woche im Regen kaputtgegangen, also musste ich mich mit verschwommenen Ausdrucken und einem schweren Lehrbuch herumschlagen.„Warum lassen wir’s nicht einfach gut sein?“ fragte sie mit müder Stimme. „Sechs Stunden reichen doch, Naima.“Sie klappte schon ein paar Tabs zu. „Oder du pennst einfach bei mir.“„Nein, passt schon.“ Ich knallte die Blätter auf meinen Schreibtisch. „Dann falle ich halt durch und bin damit durch.“„Mädchen, hör auf.“ Zariah verdrehte ihre w
ZAIVANIch konnte Naima Nachtwald absolut nicht ausstehen.„Noch einmal so eine Petzerei, und ich schwöre dir, du wirst jeden Atemzug, den du in diesem Haus machst, bereuen.“Das war die Drohung, die ich ihr gestern Abend zugespeit hatte, genau in dem Moment, bevor Dad komplett ausgeflippt war und mich zur Strafe dazu verdonnert hatte, mich zwei Wochen lang um sie zu kümmern, während er und seine Trophäenfrau sich auf ihre Kreuzfahrt zum Hochzeitstag verdrückten.Jetzt saß sie da auf der Tribüne, als gehörte ihr der verdammte Laden. Ihr Gesicht war hinter einem Biologiebuch vergraben, und die dicke schwarze Brille rutschte ihr ständig von der Nase. Sie schob sie mit einem Finger wieder hoch und tippte mit dem Stift gegen ihr Kinn, als ob der Rest der Welt für sie nicht existierte.Ich umklammerte den Football so fest, dass sich die Schnürsenkel in meine Handfläche gruben. Sobald morgen Abend das Auto meiner Eltern vom Hof fuhr, war es vorbei mit der Zurückhaltung. Diese verzogene klei





