LOGINOLIVIA
Aidens Arm, der um meine Taille gelegen hatte, löst sich plötzlich. Ich stolpere beinahe, als ich von ihm wegtrete. Meine Schwester hat mich gerade dabei erwischt, wie ich beinahe ihren besten Freund geküsst hätte – und das in unserem verdammten Haus. „Olivia, geh auf dein Zimmer!“ Sarahs hohe Stimme hallt im Wohnzimmer wider. Sie steht immer noch an der Treppe. Ich nicke. Ich weiche dem Blick meiner Schwester aus, während ich an ihr vorbeigehe, den Kopf vor Scham gesenkt. Ich weiß, wie sie reagiert, wenn sie wütend ist. Sarah kann jede verdammte Zeit zerstören, wenn sie sauer ist. Sie ist eine Macht, mit der man rechnen muss, wenn sie verärgert ist. Aiden muss das auch wissen, er hat sie schon vorher explodieren sehen. „Was glaubst du eigentlich, was du da tust, Blacksmith? Wie kannst du es wagen, auch nur daran zu denken, mit meiner Schwester rumzumachen! Sie ist meine Schwester, um Himmels willen!“ Sarahs Stimme klingt in meinen Ohren nach. Ich betrete mein Zimmer und setze mich aufs Bett. „Sie ist erst achtzehn, du sollst keinen Scheiß mit ihr machen“, fährt Sarah fort, ihre Stimme immer noch schrill und wütend. Ich rolle mit den Augen. Mein Alter zu erwähnen ist unnötig. Als ob sie mich nicht ständig damit aufzieht, dass ich meinen ersten Kuss noch nicht hatte. Wann immer sie genervt von mir ist oder ich ihr auf die Nerven gehe, wirft sie mir oft ins Gesicht, dass ich noch nie geküsst wurde oder in einer Beziehung war. Aber deshalb habe ich Aiden nicht geküsst! Ich war einfach im Moment gefangen. Ich weiß selbst nicht, was gerade mit mir los ist. Einen Moment lang höre ich nichts von Sarah, nur Stille. Ich schaue aus dem Fenster und sehe, wie Aidens Auto die Auffahrt verlässt. Ich schlucke schwer. Ich will nicht glauben, dass das, was passiert ist, ein Missverständnis zwischen ihnen verursacht haben könnte. Auch wenn ich vielleicht die Ursache bin, will ich nicht darüber nachdenken. Die Tür zu meinem Zimmer knarrt mit einem unheilvollen Geräusch auf, und ich weiß, ohne hinzusehen, dass es Sarah ist. Wer sonst würde einfach in mein Zimmer platzen, ohne anzuklopfen? Ich stütze mich am Kopfende des Bettes auf und bereite mich auf das vor, was jetzt kommt. „Wenn ich dich nicht unterbrochen hätte, hättest du Aiden Blacksmith geküsst“, zischt Sarah neben meinem Nachttisch. Ich hole tief Luft. „Ich weiß“, murmle ich. Sie wirbelt herum und starrt mich an, ihre Stimme scharf: „Was hast du dir dabei gedacht? Wie konntest du überhaupt auf so etwas kommen?“ faucht sie mich an. Ich schlucke. Ich kenne diesen Moment – den Moment, in dem es am besten ist, still zu bleiben und sie ausreden zu lassen. Sarahs Tirade geht weiter, als ich nicht antworte. „Es wäre mir egal, wenn du dich für irgendeinen anderen Typen interessieren würdest. Aber Aiden? Ernsthaft? Er ist mein bester Freund, er ist für dich tabu.“ Ich kann nicht anders, als sie anzustarren. Also ist es ihr egal, wenn ich mit irgendeinem zufälligen Typen ende, aber Aiden kommt wegen ihrer Freundschaft nicht infrage? Was für eine Logik ist das bitte? „Hör auf, mich so anzustarren“, faucht sie. „Ich habe das schon immer gesagt und ich sage es noch einmal: Ich will nicht, dass du in Aidens Nähe bist. Halt dich von ihm fern.“ Damit verlässt sie mein Zimmer. Meine Augen blinzeln rasch, als würde mein Körper versuchen, mit meinen rasenden Gedanken Schritt zu halten. Sarah hat gesagt, ich soll mich von ihrem besten Freund fernhalten. Mache ich das nicht schon die ganze Zeit? Ist das nicht der Grund, warum ich vor heute nie die Chance hatte, mit Aiden zu sprechen? Verdammt, das ist Mist. Ich lege mich ins Bett und schließe die Augen, will mich zwingen einzuschlafen und den verwirrenden Gedanken in meinem Kopf zu entkommen. Ich habe mich immer an Bücher gewandt, um schwere Zeiten durchzustehen, aber im Moment bin ich zu aufgewühlt zum Lesen. Gerade als ich einschlafen will, vibriert mein Handy auf dem Nachttisch. Ich greife danach, weil ich weiß, dass es eine Nachricht von meiner Freundin ist. Außer Ashley habe ich heutzutage nicht viele Freunde. Ich habe den Kontakt zu meinen Highschool-Freunden nicht gehalten. Ashleys Nachricht lautet: „Die Party ist morgen Abend, Bitch. Was denkst du?“ Morgen Abend ist Freitag. Vielleicht ist eine Party doch keine schlechte Idee. Vielleicht ist sie eine gute Ablenkung. Ich antworte mit „okay“ und lege das Handy zurück auf den Nachttisch. Ich hatte einen langen Tag und will einfach nur schlafen und alles vergessen, was passiert ist. ~ Ich stehe vor dem Ganzkörperspiegel in Ashleys Zimmer und zupfe am Saum meines Rocks. Er rutscht wieder hoch, und ich ziehe ihn herunter. Es fühlt sich an wie ein endloser Kampf. „Mach dir nicht mal die Mühe“, sagt Ashley und unterbricht das Schminken ihres Gesichts. „Siehst du nicht, dass das ein Minirock ist und der Stoff dehnbar?“ Ich drehe mich um und sehe sie verwirrt an. „Vielleicht sollte ich einfach meine Boyfriend-Jeans anziehen“, murmele ich. „Auf keinen Fall, Bitch!“ faucht sie mich an und wirft mir einen tödlichen Blick zu. „Siehst du nicht, wie heiß du darin aussiehst?“ Ich drehe mich wieder zum Spiegel und betrachte mein Spiegelbild. Ich sehe wirklich anders aus – meine Haut ist freier, und meine Kurven werden durch das eng anliegende Outfit betont. Ich trage ein Crop-Top und einen Minirock, den meine Freundin Ashley für mich ausgesucht hat. Sie hat darauf bestanden, dass ich nicht die Kleidung anziehe, die ich ursprünglich geplant hatte. Sie sagte, ich würde aussehen wie ein Musterknabe. Ich mag ein bisschen ein „Musterknabe“ sein, wie man so sagt, aber das heißt nicht, dass ich mich die ganze Zeit so anziehen muss. Tatsächlich gibt mir dieses neue Outfit ein bisschen Selbstvertrauen. Ich habe das Gefühl, dass ich auf der Party dazugehören könnte, statt mich fehl am Platz zu fühlen. Wenn ich schon bereit bin, etwas Neues auszuprobieren, indem ich zur Party gehe, kann ich genauso gut auch etwas Neues mit meinem Outfit ausprobieren. „Vielleicht solltest du auch etwas Make-up auflegen“, reißt Ashleys Stimme mich aus meinen Gedanken. Ich zucke mit der Schulter. „Mir reicht ein bisschen Lipgloss“, antworte ich. Ich war noch nie ein großer Fan von Make-up. Ich mag meinen natürlichen Look und habe schon immer Komplimente für mein Aussehen bekommen. Ich mag ein bisschen introvertiert sein, aber ich weiß, dass ich schön bin. Sarah und ich haben beide unser Aussehen von unserer Mutter. Innerhalb weniger Minuten sind wir fertig und fahren in Ashleys Auto zur Party. Mein Auto ist immer noch in der Werkstatt. ~ Lautes Musikgedröhne aus den Lautsprechern. Verschiedene Parfümgerüche vermischt mit dem betäubenden Duft von Schweiß. Ein Hauch von Alkohol und Zigarettenrauch. Pärchen, die sich in der Ecke knutschen. Also, das macht eine College-Party aus. Werde ich diese Nacht überstehen? Was soll ich tun? Ich entdecke ein paar vertraute Gesichter – Leute, die ich vom Campus kenne, mit denen ich aber normalerweise nicht spreche. Meistens sind es Erstsemester, aber es sind auch ein paar aus dem zweiten Jahr dabei. Ich sehe sogar ein paar Freunde meiner Schwester. Trotz der wenigen Leute, die ich hier kenne, weiß ich, dass meine Schwester nicht darunter ist. Sie ist heute Abend zu Hause. „Oh verdammt, hier sind ein paar heiße Typen“, schnurrt Ashley mir ins Ohr und kichert danach. Ich stoße einen erleichterten Seufzer aus. Mit Ashley an meiner Seite bin ich sicher, dass ich diese Party überstehe. Sie ist definitiv mehr an diese Szene gewöhnt als ich. „Ich sehe hier keine süßen Typen“, sage ich, obwohl ich genau weiß, dass das nicht stimmt. Die Bad Boys vom Campus sind alle an einem Ort versammelt, und sie sind sogar heißer als sonst. „Du hast immer so andere Geschmäcker“, platzt sie heraus. „Komm, lass uns was trinken.“ Ashley greift nach meiner Hand und zieht mich zur Bar. Sie ist voll bestückt mit einer großen Auswahl an alkoholischen Getränken. Es ist nicht so, dass ich noch nie Alkohol getrunken hätte, und heute Abend ist ein besonderer Anlass. Es ist besonders – mein erster Besuch auf einer College-Party. Vielleicht nur ein oder zwei Drinks, um mich zu lockern. Ich bin normalerweise kein Partymensch, also bin ich mir nicht sicher, was der Rest der Nacht bringen wird. „Hey, Mädels,“ Eine männliche Stimme unterbricht meine Gedanken. Ich schaue hoch und sehe einen gutaussehenden Typen, der auf uns herablächelt. „Was geht?“ fragt Ashley und schenkt ihm ein Lächeln. „Wollt ihr Mädels ein Spiel spielen?“ fragt er nach, sein Lächeln wird noch breiter. „Welches Spiel?“ Die Frage rutscht mir heraus, bevor ich mich zurückhalten kann. „Sieben Minuten im Himmel!“ antwortet der Typ mir. „Klar!“ quietscht Ashley. Ich merke schon, dass sie mich mitreißen wird. Bevor ich etwas einwenden kann, hält sie bereits mein Handgelenk fest. Der Typ führt uns in einen kleinen Raum, in dem die einzigen Möbel Couches sind. Ich spüre, wie die Blicke aller im Raum auf mir brennen, und ich ziehe mich auf meinem Platz zusammen, wünschte, ich könnte mich verstecken. Ich bin so dankbar, dass Ashley an meiner Seite ist, und sie drückt mir die Schulter. Wir setzen uns auf die Couch, und ich schaue auf den Boden, will niemandem in die Augen sehen. Sieben Minuten im Himmel. Ich kenne das Spiel. Jeder schreibt seinen Namen auf Zettel, und die Zettel kommen in eine Schüssel. Eine Person zieht einen Namen aus der Schüssel und verbringt sieben Minuten allein in einem privaten Raum mit der Person, deren Name gezogen wurde. Es ist ein albernes Spiel, aber es scheint viel Spaß zu machen. Ashley schreibt bereits unsere Namen auf, ohne sich irgendwelche Sorgen zu machen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich nervös oder aufgeregt bin. Das Spiel beginnt, und ich beobachte, wie eine Person nach der anderen aus dem privaten Raum kommt, die Lippen geschwollen und die Kleidung zerknittert. Es ist ziemlich klar, was in diesem Raum vor sich geht. Was erwarte ich auch anderes in einem Raum voller geiler Teenager, die ein albernes Partyspiel spielen? „Aiden ist hier“, flüstert Ashley mir ins Ohr. Mein Herz flattert. Ich habe ihn nicht mehr gesehen seit der Nacht, in der wir uns beinahe geküsst hätten. Ich schaue hoch, und da ist er. Er lacht mit seinen Freunden, und ein hübsches blondes Mädchen sitzt auf seinem Schoß. Ich balle die Hände zu Fäusten und schieße Giftpfeile mit den Augen auf sie. Ernsthaft, holt euch ein Zimmer, Leute. „Aiden, komm und zieh einen Namen“, sagt der Typ, der das Spiel leitet. Aiden steht auf und geht zur Schüssel. Er greift hinein, während seine Augen den Raum absuchen. Ich beobachte, wie er einen Zettel aus der Schüssel nimmt. Plötzlich treffen sich unsere Blicke für einen kurzen Moment, und ich spüre, wie mein Herz in der Brust pocht. Er schenkt mir ein kleines Lächeln, bevor er auf den Zettel in seiner Hand schaut. Aidens Brauen ziehen sich zusammen. Seine Augen treffen erneut die meinen, und sein Blick verweilt lange auf mir. Seine braunen Augen sind intensiv, und ich fühle, als könnte ich nicht wegschauen. Er bricht den Blickkontakt ab und gibt den Zettel dem Moderator. Der Moderator liest den Namen laut vor. „Aiden und Olivia!“AIDENIch lehne an der Wand und beobachte, wie Marcel vor mir auf und ab geht. Wir sind in einem schwach beleuchteten Raum, der Geruch von Rauch liegt dick in der Luft.Ich ziehe lange an meiner Zigarette und spüre das vertraute Brennen in den Lungen. „Wann bist du aus Italien zurückgekommen?“ frage ich.„Vor zwei Tagen“, antwortet er.Ich war mit meinen Freunden im Hauptbereich der Party, als ich Marcel entdeckt habe. Ich erinnere mich, dass ich dachte, es sei der richtige Zeitpunkt, ihm von meiner Entscheidung zu erzählen, aus dem Drogengeschäft auszusteigen. Marcel ist still, seit ich ihm die News gebracht habe – ich frage mich, was ihm durch den Kopf geht.„Aiden“, ruft er und reißt mich aus den Gedanken. „Bist du dir damit wirklich sicher? Du willst einfach von allem weglaufen?“Ich atme langsam aus und beobachte, wie der Rauch zur Decke hochkringelt. „Ja, ich bin mir sicher“, sage ich.Ich weiß, dass diese News ihn schockiert haben. Ich hätte nie gedacht, dass ich den Punkt erre
OLIVIASarah kneift die Augen zu und öffnet sie dann langsam wieder. „Ich weiß, dass ich keine gute Schwester für dich war. Ich habe dich nie so behandelt, wie eine ältere Schwester es sollte“, gibt sie zu.Meine Augen weiten sich. Wo kommt das her? Verarscht sie mich wieder? „Warum sagst du das alles?“ frage ich. „Das ist nicht wie du. Dir war immer egal, wie du mich behandelst – ob es mir gefällt oder nicht.“Sarah holt tief Luft. „Du lässt mich mich noch schlechter fühlen, als ich mich schon fühle. Ich weiß, dass ich schrecklich war. Tief drinnen wusste ich, dass es falsch war, aber ich konnte einfach nicht aufhören.“ Sie fährt fort: „Als sich unsere Eltern scheiden ließen, habe ich mich komplett verloren. Ich wusste nicht, wie ich mit dem Schmerz umgehen sollte – geschweige denn, für dich da zu sein. Also habe ich angefangen, mit meinen Freunden abzuhängen, und ich habe dich im Stich gelassen. Das weiß ich auch.“„Ich war auch verloren“, sage ich, die Lippen zittern. „Wir hä
~ ZWEI WOCHEN SPÄTER ~OLIVIAVerrückt.Das ist das einzige Wort, das mir in den Sinn kommt, während ich mitten im überfüllten Raum stehe und der Lärm und das Chaos um mich herum lauter werden.Meine Augen streifen den Raum. Rauch erfüllt die Luft von unzähligen Zigaretten. Die Musik dröhnt. Flaschen liegen verstreut auf dem Boden. Leute reiben sich aneinander, betrunken und rücksichtslos. Wenn sie nicht rauchen oder knutschen, sind sie definitiv betrunken. Manche machen alles drei gleichzeitig. Ich war schon auf ein paar Partys, aber keine war so wild wie diese. Das ist Wahnsinn. Was soll ich das nennen? Aidens Welt?Und wo zum Teufel ist Aiden? Er ist immer noch nicht vom Auto zurück. Aiden und ich sind vor ein paar Minuten auf der Party angekommen, und er musste sein Handy holen, das er im Auto vergessen hatte, während ich hiergeblieben bin und auf ihn gewartet habe. Ich bereue diese Entscheidung jetzt. Ich hätte ihm einfach zurück zum Auto folgen sollen.Aiden hat mich zu dies
AIDENDer warme Wind streicht über mich und schickt Schauer über die Haut, als ich den See erreiche. Der See ist unser Lieblingsplatz – immer ruhig am Nachmittag, mit einem abgelegenen Spot, den wir uns als unseren eigenen beansprucht haben. Wir waren schon unzählige Male hier, bevor Sarah beschlossen hat, ihn unseren besonderen Ort zu nennen. Es ist zur Routine geworden, zwei- oder dreimal die Woche hierherzukommen. Aber jetzt bin ich mir nicht sicher, wie lange das noch so weitergeht. Ich habe eine Freundin, und sie ist Sarahs Schwester. Wie viel komplizierter kann es noch werden?Ich erblicke Sarah, den Rücken zu mir gewandt. Der Plan ist, die Dinge mit ihr zu klären. Egal was – ich sollte nicht zu viel mit ihr streiten oder sie an meine Nerven gehen lassen. Ich gehe näher und setze mich neben sie. Sarah bläst den Rauch der Zigarette aus, die sie hält, und reicht sie mir. Ich ziehe daran, atme tief ein und blase den Rauch aus.„Also, du wirst jetzt meine Schwester heiraten, huh
OLIVIAIch steige aus dem Auto und gehe zu Aidens Türschwelle. Ich hole tief Luft und klingle. Nach einem Moment Warten ohne Antwort will ich erneut drücken. Doch bevor ich das tun kann, schwingt die Tür auf, und mein braunäugiger Junge steht vor mir.„Hazel“, sagt Aiden und öffnet die Tür weiter, um mich hereinzulassen.„Hey“, murmele ich.„Du bist wunderschön“, flüstert Aiden und zieht mich in eine Umarmung, die Hand streichelt sanft mein Haar.„Wunderschön?“ platzt es aus mir heraus. „Versuch nicht, mir zu schmeicheln, nur um mich besser zu fühlen – ich bin sicher, ich sehe gerade aus wie ein Chaos.“„Du siehst gestresst aus, aber so schön wie immer. Du siehst nie aus wie ein Chaos, und das wirst du auch nie.“„Aiden –“„Du siehst dich nicht so, wie ich dich sehe“, murmelt er, der Atem kitzelt mein Ohr.Ich schließe die Augen und lege den Kopf auf seine Brust. Wenn ich nicht so gestresst wäre, würde ich ihn küssen wollen, als hinge meine ganze Welt davon ab. Er ist so süß.Wir höre
OLIVIAMeine Augen öffnen sich, und ich werde vom warmen Morgenlicht begrüßt, das in mein Zimmer sickert. Ich hole langsam Luft und genieße den ruhigen Moment. Ich setze mich aufs Bett, greife nach meinem Handy auf dem Nachttisch und reibe mir den Schlaf aus den Augen.„Oh shit“, platzt es aus mir heraus, als ich die Menge an Benachrichtigungen auf meinem Handy sehe. Ich spüre ein Flattern in der Brust. Die Anrufe und Nachrichten sind von einer Person: Aiden. Ich erinnere mich, dass ich gestern Abend den Nicht-stören-Modus eingeschaltet und mich direkt ins Bett gelegt habe, weil ich versucht habe, vor einer Menge Emotionen zu fliehen, die ich empfunden habe.Ich will die Nachrichten jetzt nicht checken. Ich will nicht. Ich will nichts, was meine Stimmung ruiniert – ich will meinen friedlichen Morgen bewahren. Ich will keinen scheißigen Tag haben. Ich weiß nicht warum, aber die Neugier siegt. Ich öffne die Nachrichten von ihm. Ich schaue über den Bildschirm, die Augen scannen die N







