LOGINLenas Welt brach zusammen! Der Mann, mit dem sie eine Nacht verbracht hatte, war ihr Universitätsprofessor. Und als wäre das nicht schlimm genug – sie war auch noch schwanger. Mit zitternden Händen legte sie ihm den Schwangerschaftstest vor. Professor Strauß gab ihr zwei Möglichkeiten: Erstens: Abtreibung. Zweitens: Heirat. Und so heiratete Lena ihren eigenen Professor – Hals über Kopf. Nach der Hochzeit schliefen sie in getrennten Zimmern. Eines Abends stand Professor Strauß mit einem Kissen vor ihrer Tür. „Die Heizung in meinem Zimmer ist kaputt. Kann ich heute bei dir übernachten?“ Lena, noch ganz naiv, ließ ihn herein. Am nächsten Abend stand er wieder da. „Immer noch nicht repariert. Nur noch eine Nacht.“ Am Ende zog Professor Strauß schließlich bei ihr ein. Seine Begründung: „Wir sparen Heizkosten. So bleibt mehr Geld für das Baby.“ —————————————————— Die Medizinische Fakultät des Waldmeer-Vereins war eine Elite-Universität. Professor Tobias Strauß war dort eine Legende – der jüngste Professor in der Geschichte der Fakultät. Er trug immer einen Ehering, aber niemand hatte je eine Frau an seiner Seite gesehen. Eines Tages konnte ein Student seine Neugier nicht mehr zurückhalten und fragte im Seminar: „Professor Strauß, Sie sind verheiratet, nicht wahr? Wann stellen Sie uns Ihre Frau vor?“ Professor Strauß rief plötzlich einen Namen: „Lena Schmidt.“ Reflexartig stand eine junge Frau im Saal auf. „Hier!“ Unter den Blicken aller Studenten lächelte Professor Strauß sanft: „Darf ich vorstellen: Das ist meine Frau, Lena Schmidt. Sie ist eine sehr angehende Herzchirurgin.“
View MoreDie nächsten Tage verliefen wie gewohnt. Tagsüber besuchte sie Vorlesungen oder ging in die Bibliothek, abends arbeitete sie im Bubble-Tea-Laden. Um zehn holte Tobias sie ab. Abgesehen von der ständigen Angst, erwischt zu werden, war ihr Leben eigentlich ganz erfüllt und angenehm.„Du lebst doch ständig auf heißen Kohlen. Sag’s ihm einfach.“ Sophia konnte es nicht mehr mit ansehen.„Wenn ich’s ihm sage, verbietet er mir den Job.“ Lena verzog das Gesicht.„Na und? Du hast jetzt einen Mann, der für dich sorgt. Hat Professor Strauß dir nicht eine Karte gegeben?“„Schon, aber die kann ich nicht benutzen.“Sophia tippte ihr gegen die Stirn. „Du Dickkopf.“„Sophia, du bist in einer liebevollen Familie aufgewachsen. Du verstehst das nicht.“ Lenas Stimme wurde leiser. „Dieses Gefühl, sich ewig einen Ruck geben zu müssen, bevor man jemanden um Geld bittet – das ist unerträglich.“Sophia sah sie sofort mitleidig an.Sie kannte dieses Gefühl nicht, aber wenn Lena lieber jeden Tag schuftet
Lena wollte im Erdboden versinken. Beschämt murmelte sie: „Professor Strauß, es tut mir leid.“Tobias’ Ton wurde strenger. „Erklär mir, warum du abgeschweift bist.“Lenas Hals wurde sichtbar rot. Sie hielt die Luft an und wollte sich eine Ausrede ausdenken, aber sein Blick war zu durchdringend – wie der ihres Klassenlehrers in der Oberstufe.Mit letzter Hoffnung sah sie ihn flehend an. „Muss ich das wirklich sagen?“Tobias hob eine Augenbraue. „Was meinst du?“Lena wusste, dass es kein Entkommen gab. Stotternd, leise und hastig sagte sie: „Weil du zu gut aussiehst.“Entweder war sie zu leise, oder Tobias traute seinen Ohren nicht. „Was?“Lena warf alle Vorsicht über Bord. Mit rotem Kopf rief sie: „Weil du zu gut aussiehst, Professor Strauß!“Stille.Das ganze Arbeitszimmer versank in Stille.Lena schloss ergeben die Augen. Ihr Herz hämmerte.Als lange nichts passierte, blinzelte sie vorsichtig.Tobias sah sie mit einem seltsamen Ausdruck an.Als wollte er sagen: Ich gebe m
Zu Hause duschte Lena in Rekordzeit und verkroch sich dann ins Arbeitszimmer. Die Zeit für das Abendstudium hatte sie für den Nebenjob verwendet – jetzt musste sie den Stoff von heute nachholen.Die Zeit verging unbemerkt. Dann klopfte es.„Ich komme rein.“ Tobias’ Stimme.Er öffnete die Tür und sah das Mädchen am Schreibtisch sitzen. Vor ihr lagen aufgeschlagene Bücher, in der Hand ein Stift, mit dem sie etwas schrieb.Sanftes Licht umhüllte sie. Ihr Blick war konzentriert und aufmerksam, völlig auf das Lehrbuch gerichtet.Tobias stellte die warme Milch auf ihren Tisch. „Vergiss nicht, die Milch zu trinken.“Lena war gerade tief in Gedanken. Bei seinen Worten nickte sie zerstreut. „Mhm, okay.“Tobias senkte den Blick. Auf der aufgeschlagenen Seite war eine Herzzeichnung, das Thema: Lungen- und Körperkreislauf.Als er ihre gerunzelte Stirn sah, fragte er: „Brauchst du Hilfe?“Lena sah auf. Dann leuchteten ihre Augen.Stimmt ja! Sie hatte einen brillanten Professor neben sich
„Was ist runtergefallen? Steig aus, ich schau nach.“ Tobias wollte schon zu ihrer Seite kommen.„Nicht nötig!“ Lena richtete sich hastig auf und lächelte verlegen. „Ich dachte, mein Ohrring wäre runtergefallen. Dann ist mir eingefallen, dass ich heute gar keine trage.“Was für eine miserable Ausrede. So lange er sie kannte, hatte Tobias sie noch nie mit Ohrringen gesehen.Sein Blick verdunkelte sich kurz, aber er sagte nichts weiter. Mit der Tüte Popcorn-Hühnchen stieg er ein.„Nur eine Portion. Es ist spät – nicht zu viel essen.“„Danke.“ Lena nahm brav die Tüte entgegen.Tobias startete den Wagen.Erst als der Bubble-Tea-Laden in der Ferne verschwand, konnte Lena endlich aufatmen.Also doch nur Zufall. Unmöglich, dass Tobias so allwissend war – nach nur einem Tag hatte er ihren heimlichen Nebenjob bestimmt nicht entdeckt.Neben ihm raschelte es leise. Im Auto breitete sich der zarte Duft von frittiertem Hühnchen aus.An einer roten Ampel sah Tobias zu Lena hinüber.Sie hie