Wenn sie weint, schmilzt der strenge Professor

Wenn sie weint, schmilzt der strenge Professor

By:  LinneaUpdated just now
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Lenas Welt brach zusammen! Der Mann, mit dem sie eine Nacht verbracht hatte, war ihr Universitätsprofessor. Und als wäre das nicht schlimm genug – sie war auch noch schwanger. Mit zitternden Händen legte sie ihm den Schwangerschaftstest vor. Professor Strauß gab ihr zwei Möglichkeiten: Erstens: Abtreibung. Zweitens: Heirat. Und so heiratete Lena ihren eigenen Professor – Hals über Kopf. Nach der Hochzeit schliefen sie in getrennten Zimmern. Eines Abends stand Professor Strauß mit einem Kissen vor ihrer Tür. „Die Heizung in meinem Zimmer ist kaputt. Kann ich heute bei dir übernachten?“ Lena, noch ganz naiv, ließ ihn herein. Am nächsten Abend stand er wieder da. „Immer noch nicht repariert. Nur noch eine Nacht.“ Am Ende zog Professor Strauß schließlich bei ihr ein. Seine Begründung: „Wir sparen Heizkosten. So bleibt mehr Geld für das Baby.“ —————————————————— Die Medizinische Fakultät des Waldmeer-Vereins war eine Elite-Universität. Professor Tobias Strauß war dort eine Legende – der jüngste Professor in der Geschichte der Fakultät. Er trug immer einen Ehering, aber niemand hatte je eine Frau an seiner Seite gesehen. Eines Tages konnte ein Student seine Neugier nicht mehr zurückhalten und fragte im Seminar: „Professor Strauß, Sie sind verheiratet, nicht wahr? Wann stellen Sie uns Ihre Frau vor?“ Professor Strauß rief plötzlich einen Namen: „Lena Schmidt.“ Reflexartig stand eine junge Frau im Saal auf. „Hier!“ Unter den Blicken aller Studenten lächelte Professor Strauß sanft: „Darf ich vorstellen: Das ist meine Frau, Lena Schmidt. Sie ist eine sehr angehende Herzchirurgin.“

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Chapter 1

Kapitel 1

„Mmh.“

Die Zimmertür ging auf. Zwei Gestalten stolperten herein.

Beide hatten glasige Augen. Kaum drinnen, küssten sie sich schon im Eingang.

Keuchende Atemzüge und eine knisternde Spannung erfüllten den Raum.

„Ah!“

Lena schrie leise auf, als der Mann sie mühelos hochhob.

Ihr zierlicher Körper schmiegte sich an seinen. Der Größenunterschied ließ ihrer Fantasie freien Lauf.

Er trug sie direkt zum Bett. Lena landete auf der Matratze, sein großer Körper legte sich über sie.

Die Augen des Mannes glühten rot. Die sonst so beherrschten Züge loderten vor Verlangen.

Jede Selbstkontrolle war dahin.

Lenas Finger krallten sich ins Laken, ihre Knöchel wurden weiß. In ihren Augen blitzte es.

Das Licht schwankte. Leises Stöhnen erfüllte den Raum.

——

„Lena.“

„Lena!“

Lena schreckte aus dem Traum hoch. Ihre Stirn war schweißnass.

Schon wieder. Seit einem Monat hatte sie fast jede Nacht davon geträumt.

An jenem Sommerabend hatte Jakob Geburtstag. Voller Vorfreude war sie hingegangen – nur um festzustellen, dass er nicht nur sie, sondern auch andere Kommilitonen eingeladen hatte. Darunter Julia, die für ihre Schönheit bekannt war. Die beiden saßen eng beieinander, vertraut und intim.

Einige Blicke wanderten zu ihr, als warteten alle auf ihre Reaktion.

Sie und Jakob studierten dasselbe Fach, nur in verschiedenen Kursen. Jeder wusste, dass sie ihn seit zwei Jahren mochte – sogar Jakob selbst. Aber er hatte sie nie abgewiesen.

An den Blicken der anderen erkannte sie: Alle wussten von Julia. Nur sie, die Dumme, hatte keine Ahnung.

Er hatte sie hingehalten und gleichzeitig mit Julia geflirtet.

Die schadenfreudigen Blicke ihrer Kommilitonen stachen in ihr Herz. Innerlich schwor sie sich, diese lächerliche Schwärmerei zu beenden.

An dem Abend trank sie viel. Der Frust staute sich in ihr.

Auf dem Weg zur Toilette taumelte sie gegen jemanden. Sie sah in tiefe, dunkle Augen.

Attraktiver als Jakob. Männlicher.

Woher sie den Mut nahm, wusste sie nicht. Sie packte ihn am Kragen und hauchte: „Willst du mit mir schlafen?“

Was folgte, war nicht mehr aufzuhalten. Sie landeten in einem Zimmer und verbrachten eine unbeschreibliche Nacht.

Als die vom Alkohol beflügelte Lena am nächsten Morgen aufwachte und sich nackt neben einem Mann wiederfand, erstarrte sie. In Windeseile zog sie sich an und floh aus dem Zimmer.

Sie wusste, dass sie einen Fehler gemacht hatte. Sie traute sich nicht, es irgendjemandem zu erzählen oder herauszufinden, wer der Mann war.

Aber weil sie ständig daran dachte, träumte sie selbst nach einem Monat noch fast jede Nacht davon.

Nackte, verschlungene Körper, schweres Atmen, diese tiefen, dunklen Augen...

„Lena! Steh endlich auf! Was träumst du vor dich hin? Willst du am ersten Uni-Tag zu spät kommen?“

Sophias Stimme riss sie zurück. Hastig verbannte sie die wirren Bilder aus ihrem Kopf und kletterte aus dem Bett.

Nach dem Waschen nahm sie ihre Bücher und eilte mit Sophia zum Hörsaal.

„Warum rennst du so?“ Lena konnte kaum mithalten.

„Heute ist Anatomie, hast du das vergessen?“ Sophia verdrehte die Augen. „Du bist in letzter Zeit total neben der Spur. Kriegst gar nichts mehr mit.“

Da fiel es Lena wieder ein.

Die Uni hatte einen hochkarätigen Anatomie-Professor angeworben. Frisch promoviert an der Johannes Hubert Universität, direkt zum Professor befördert – der jüngste in der Geschichte der medizinischen Fakultät.

Weil er verhindert gewesen war, hatte die Uni den Anatomiekurs um über einen Monat verschoben. Jetzt, nach den Herbstferien, stand die erste Vorlesung an.

„Lena, weißt du was? Heute Morgen haben Studenten ihn schon gesehen.“

Sophias Stimme vibrierte vor Aufregung.

„Angeblich sieht er umwerfend aus. Die Uni-Gruppen laufen gerade heiß. Alle bereuen, seinen Kurs nicht gewählt zu haben.“ Sophia zerrte an Lenas Hand. „Beeil dich! Sonst kriegen wir keinen Platz mehr!“

So übertrieben konnte es doch nicht sein. Sie waren im dritten Jahr, erste Vorlesung – viele Langschläfer ließen sich von ihren Mitbewohnern eintragen. Normalerweise war der Saal halb leer, aber die Anwesenheitsliste voll.

Doch als Lena an der Tür ankam und die Menschenmenge sah, klappte ihr die Kinnlade herunter.

Das war wie Rentner, die sich um Gratis-Eier prügelten.

Sophia schien das erwartet zu haben.

„Ein attraktiver Typ mit Elite-Uni-Stempel – das ist wie ein Fantreff.“

Sie zog Lena hinein. „Platz machen! Platz machen! Gasthörer sollen nicht die Plätze der regulären Studenten blockieren!“

Endlich ergatterten sie zwei Sitze. Kaum saßen sie, verzog Sophia angewidert das Gesicht.

„Na toll.“

Lena folgte ihrem Blick: Jakob und Julia saßen in den vorderen Reihen.

Manche Vorlesungen fanden für mehrere Kurse gleichzeitig statt. Ausgerechnet heute.

Die beiden turtelten miteinander. Jakob flüsterte Julia etwas ins Ohr, sie kicherte hinter vorgehaltener Hand.

Als Sophia bemerkte, dass Lena die beiden anstarrte, seufzte sie. „Kein Wunder, dass du so fertig bist. Zwei Jahre in jemanden verliebt, und dann ist er mit einer anderen zusammen. Das tut weh.“

Lena sah sie überrascht an. „Die sind zusammen?“

„Ja, seit Jakobs Geburtstag. Warum guckst du, als hättest du’s nicht gewusst?“

„Hab ich auch nicht“, murmelte Lena.

„Weswegen bist du dann so neben der Spur?“

Seit Semesterbeginn waren fast vier Wochen vergangen. Sophia hatte Lenas Zustand bemerkt.

„...“

Lena wagte nicht zu sagen, dass sie betrunken mit einem Fremden geschlafen hatte.

Als sie schwieg, hielt Sophia es für Sturheit und tätschelte tröstend ihre Schulter. „Schon gut. Du hast’s gerade erst erfahren, klar.“

„...“

Hatte sie ja wirklich.

„Was ist an Jakob schon so toll? Gut aussehend, gute Noten – na und? Ein Mistkerl. Es gibt so viel Bessere. Wie dieser neue Professor – der wischt mit Jakob den Boden auf. Lena, verlieb dich doch in jemand anderen.“

Lena sah sie ratlos an. „In wen?“

Sophia grinste. „In den neuen Professor.“

Die traute sich was.

Lena tippte ihr gegen die Stirn. „Spinnst du?“

Plötzlich ging ein Raunen durch den Saal.

„Er kommt! Er kommt!“

Aufgeregte Spannung lag in der Luft. Alle reckten die Hälse wie Giraffen.

Lena auch.

Sie wollte einfach sehen, wie jemand aussah, der angeblich „überwältigend“ war.

Hatte er etwa ein drittes Auge wie ein Fabelwesen?

Eine große Gestalt erschien in der Tür.

Schlank und hochgewachsen, ein kultiviertes, attraktives Gesicht mit fließenden Linien. Gerade Nase, perfekte Lippen, tiefe Augen, die alles zu durchschauen schienen. Eine elegante Ausstrahlung, bei der man sich wohlfühlte.

Neben ihr hörte Sophia, wie Lena scharf einatmete.

„Siehst du? Hab ich nicht übertrieben? Echt heiß.“

Lena war kraftlos auf den Tisch gesunken.

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