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Aleena

Author: STEAMY WRIITE
last update publish date: 2026-09-21 21:57:33

Molly meinte, ich solle ihn anzeigen oder verklagen, aber ich wusste nicht, wo ich anfangen sollte.

Hat er mich etwa angeschaut?

Er hat doch jeden angeschaut.

Er hat immer finster dreingeschaut.

Immer wenn er an mir vorbeiging, redete ich mir ein, es könnte ein Unfall gewesen sein – ich hatte das ja auch schon gemacht. Sowas kann ja mal passieren.

Wenn ich ihn anzeigen würde, würde ich meinen Job verlieren. Alle reden immer von Gerechtigkeit und Chancengleichheit, aber wenn man pleite ist und kaum die Miete bezahlen kann, hilft das Gerede nicht viel. Man tut, was man tun muss, um über die Runden zu kommen.

Molly war der Grund, warum ich den Job überhaupt bekommen hatte, und ehrlich gesagt, jeder Tag mit ihr war ein guter Tag. Ich musste unwillkürlich an sie und diesen Geburtstagscupcake denken, als ich mich umdrehte.

Eine ältere Frau marschierte neben ihrer Freundin her und fuchtelte mit den Händen, während sie rief: „In diesem Land geht alles den Bach runter, siehst du das denn nicht?“ „Die Frau wandte sich an ihre Freundin und schlug mir mit voller Wucht ins Gesicht!“, rief sie.

Ein stechender Schmerz durchfuhr meine Wange, und als ich stolperte, wanderte er zu meinem Knöchel. Einen Herzschlag lang spürte ich, wie viel stärker meine Wange pochte als mein Knöchel. Dann schlug die Schwerkraft zu: Ich stürzte, und das Geschirr würde gleich überall herumfliegen.

Starke Hände fingen mich auf, bevor ich auf dem Boden aufschlug, und ich taumelte gegen eine feste Brust. Ein Schwall würzigen Parfüms umwehte mich.

Ein Gefühl von Dankbarkeit und Panik durchfuhr mich – Dankbarkeit für denjenigen, der mich gerade aufgefangen hatte, und Panik um das Geschirr, das ich gleich verlieren würde.

„Ich hab dich“, sagte er.

Ja … wirklich, dachte ich, noch etwas benommen. Einen kurzen Moment lang glaubte ich, er könnte die Teller tatsächlich auffangen. Sie wackelten gefährlich, bevor sie zu Boden fielen. Stille breitete sich im Restaurant aus – diese peinliche Stille, die einem öffentlichen Desaster folgt. Einen Herzschlag lang stand ich wie erstarrt da. Ein starker, fester Körper fing mich auf und hielt mich fest. Ich spürte den gleichmäßigen Rhythmus seiner Brust durch den dünnen Stoff meines Hemdes. Langsam löste ich mich und blickte auf – direkt in die blausten Augen, die ich je gesehen hatte.

Mein Herz setzte einen Schlag aus.

„Oh … mein Gott.“ Er war fast zu schön für sein eigenes Wohl; nur sein markantes Kinn bewahrte ihn davor, unwirklich zu wirken. Als sich seine Lippen zu einem Lächeln verzogen und sich unsere Blicke trafen, breitete sich eine langsame, glühende Wärme in mir aus. Sein sanftes Lächeln ließ meinen Puls stocken. Die Fältchen um seine Mundwinkel machten ihn nur noch unwiderstehlicher. Vor ein paar Jahren wären das vielleicht tiefe, jungenhafte Grübchen gewesen. Jetzt verliehen sie seinem Lächeln einen Charme, der jede Frau überraschen konnte.

„Hallo.“

„Danke“, sagte ich, und meine Stimme wurde wärmer. Die Leute vertieften sich wieder in ihre Gespräche, die kurze Neugier war verflogen.

Ein paar Teller gingen zu Bruch, aber niemand regte sich auf. Sowas passiert eben; schon okay.

Oder … vielleicht doch nicht.

Einen Herzschlag später hallte das schwere Klappern dicker Sohlen hinter mir wider. Mir zog sich der Magen zusammen, als ich aufblickte und einen kleinen, breitschultrigen Mann auf mich zukommen sah.

Mein Chef.

Der Typ, der glaubt, mein Hintern sei öffentliches Eigentum.

Gary war vielleicht fünfunddreißig, aber zwischen seinen Klamotten und seiner Art wirkte er mindestens zehn Jahre älter. Sein Haar wurde immer dünner, aber anstatt es kurz zu schneiden, kämmte er es mit so einem glänzenden, nach Kokosnuss duftenden Zeug nach hinten.

Er hatte etwas Nagerhaftes an sich; zu rote Wangen, zu schnelle Augen, als ob er jederzeit zur Flucht bereit wäre.

Heute war kein Tag für Gnade. Sein Gesicht glühte vor Wut, so lebhaft, dass sie mich hätte erschrecken können; wenn ich nicht schon mein eigenes Verhängnis vor mir gesehen hätte.

Aus dem Augenwinkel sah ich, wie sich neugierige Gesichter zu uns umdrehten. Mir wurde heiß im Nacken, während ich mit zitternden Händen meinen Rock glattstrich und mir wünschte, ich könnte im Boden versinken.

Als er näher kam, verkrampfte sich mein Magen. Ich wusste nicht, was schlimmer war: das hier mitzuerleben oder in der Stille seines Büros. Allein mit Gary zu sein, war nie meine erste Wahl gewesen, aber in diesem Moment hätte ich es vorgezogen, all diese Blicke auf mir zu spüren; besonders, wenn dieser unglaublich gutaussehende Mann so nah stand, dass sein Parfüm mir den Verstand raubte.

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