Share

Die Donna ging, der Don verrückt
Die Donna ging, der Don verrückt
Author: lvy

Kapitel 1

Author: lvy
Auf der prestigeträchtigsten Gala der Familie kam mein Mann – der Don, Alexander – mit seiner Sekretärin Elena an seiner Seite.

An ihrer Brust prangte die Rubin-Brosche, die die Position der Donna, der Herrin der Familie, symbolisierte.

Bevor ich überhaupt etwas sagen konnte, warf Alexander mir einen beiläufigen Blick zu. „Ivy, sei nicht so kleinlich.“

Er wischte sich elegant mit einer Serviette den Mund ab, sein Tonfall ließ keinen Zweifel daran, dass er dies für völlig vernünftig hielt.

„Elena hat eine Kugel für mich abgefangen. Sie mochte die Brosche, also habe ich ihr erlaubt, sie eine Weile zu tragen. Trotzdem bist du die einzige Donna hier. Versuch ein bisschen Klasse zu zeigen.“

Elena berührte die Brosche mit einem koketten Lächeln und provozierte mich mit ihrem Blick. „Ja, Ivy. Der Don hat gesagt, dass das Rot mir besser steht. Es ist doch nur eine Brosche, du hast doch nichts dagegen, oder?“

Alexander sah sie mit nachsichtiger Zuneigung an, dann wandte er sich mir zu, mit einem Versprechen in seiner Stimme.

„Wenn es dich stört, werde ich nächste Woche auf einen größeren Diamanten bei der Auktion bieten. Sei einfach ein braves Mädchen und mach keinen Theater vor der Familie.“

Ich sah seinen geheuchelten Zuneigungsbeweis und spürte nichts als Kälte.

Ich war nun seit drei Jahren mit Alexander verheiratet. Jeder fürchtete seine Rücksichtslosigkeit, doch er war immer unglaublich sanft zu mir.

Aber seit Elena vor sechs Monaten während eines Schusswechsels eine Kugel für ihn abgefangen hatte, änderte sich alles.

Es begann mit Fürsorge aus Schuldgefühl, doch es verwandelte sich in grenzenlose Verwöhnung.

Sogar an unserem Hochzeitstag, während eines romantischen Abendessens bei Kerzenlicht, ließ Alexander sich ohne Zögern von einem Anruf von Elena, die wegen der Schmerzen an ihrer Wunde weinte, dazu bringen, den halbgeschnittenen Kuchen stehen zu lassen. Er verließ mich allein mit einem Tisch voller kaltem Essen bis zum Morgengrauen.

Letzten Monat, als ich hohes Fieber hatte und unter den Decken fror, bat ich ihn um ein Glas Wasser. Genau in dem Moment rief Elena an, behauptete, der Donner würde sie ängstigen.

Alexander zog ohne ein Wort seinen Mantel an, warf mir noch ein „Nimm deine Medizin“ zu und stürmte in den Sturm hinaus.

Er sagte immer, sie sei verletzt worden, um ihn zu retten, also musste ich verständnisvoll sein.

Ich legte mein Messer und meine Gabel nieder. „Da sie den Ring so sehr mag, soll sie ihn doch behalten“

Ich schob meinen Ehering von meinem Finger. Zusammen mit einem Scheidungsantrag, den ich längst vorbereitet hatte, schob ich beides über den langen Tisch bis es vor Alexander zum Stehen kam.

„Ebenfalls diesen Platz neben dir. Den gebe ich auch auf.“

Das Lächeln auf Alexanders Gesicht erstarrte. Seine tiefblauen Augen verdunkelten sich augenblicklich und strahlten eine gefährliche Kälte aus. „Ivy, das ist nicht lustig. Drohst du mir hier vor den Capi?“

Ich sah ihn ruhig an. „Ich mache keine Scherze. Unterschreibe es, Alexander.“

Er starrte mich intensiv an, als suchte er nach einem Anzeichen, dass ich nur versuchte, ihn zu reizen.

Nach einer langen Stille schnaubte er verächtlich, griff nach einem Füllfederhalter und unterschrieb den Vertrag.

„Gut. Wenn du die Flucht der Frau spielen willst, nur zu.“

Er schlug das Dokument auf den Tisch, seine Augen voller Verachtung. „Du bist doch nur ein Waisenkind. Ohne den Schutz unserer Familie wirst du keine drei Tage in Sicily überleben. Ich gebe dir eine Woche, um diesen törichten Fehler zu bereuen. Komm nicht weinend zu mir zurück.“

In seinen Augen war ich nur ein Anhängsel, das ohne ihn nicht überleben konnte.

Ich nahm das Dokument und stand auf, um ohne ein weiteres Wort zu gehen.

Alexander warf mir nicht einmal einen Blick zu. Er redete und lachte weiter mit Elena, überzeugt, dass ich nur einen Wutanfall hatte.

Zuhause auf dem Anwesen nahm ich ein verschlüsseltes Satellitentelefon hervor, das ich seit drei Jahren nicht mehr benutzt hatte.

Alexander wusste nicht, dass ich kein Waisenkind war. Ich war die jüngste Tochter der ältesten Mafia-Familie Europas.

Doch meine Familie und die von Alexander waren immer Feinde gewesen. Um ihn zu heiraten, hatte ich meinen Namen geändert und den Kontakt zu meinem Vater und meinen Brüdern abgebrochen.

Der Anruf wurde verbunden. Ich atmete tief ein und flüsterte: „Papa, ich bereue es. Schick jemanden, um mich in zwei Wochen abzuholen.“

Continue to read this book for free
Scan code to download App

Latest chapter

  • Die Donna ging, der Don verrückt    Kapitel 11

    Alexander lag eine Woche lang auf der Intensivstation im Krankenhaus.Seine Träume waren von der Vergangenheit erfüllt. Das erste Treffen mit Ivy, ihre Gelübde bei der Hochzeit und der verzweifelte Blick in ihren Augen, als sie auf dem Operationstisch lag.Als er aufwachte, war der Raum leer. Keine Blumen, keine Früchte und sicherlich nicht diese vertraute Gestalt. Nur der Leibwächter, der ihn hereingebracht hatte, hatte eine Rechnung hinterlassen und war gegangen.Nach seiner Entlassung traute er sich nicht, wieder vor Ivy zu erscheinen.Wie eine Ratte im Abwasser mietete Alexander eine alte Wohnung gegenüber Gabriels Anwesen. Sein einziges Vergnügen war es, jeden Tag mit einem Teleskop ihr Leben zu beobachten.Er sah sie, wie sie im Garten Tulpen pflanzte, Sonnenlicht fiel auf ihr Gesicht, ihr Lächeln war so strahlend. Ein Lächeln, das sie nie während der drei Jahre mit ihm gehabt hatte.Gabriel stand direkt neben ihr, reichte ihr die Schaufel, wischte ihr den Schweiß ab. Dieses Bild

  • Die Donna ging, der Don verrückt    Kapitel 10

    Ivy hielt sich an Gabriels Arm fest und ging durch das Eisentor des Anwesens, ohne seitlich einen Blick zu werfen.Aus ihrem Augenwinkel nahm sie die schwarze Gestalt wahr, die im strömenden Regen wie eine Statue regungslos da stand. Alexander war direkt da, aber sie verschwendete ihm nicht einmal einen Blick.Zurück in der Villa verdrängte die Heizung die Kälte aus ihrem Körper.„Ich mache etwas zu essen.“ Gabriel zog seinen Mantel aus, krempelte die Ärmel hoch und ging zur offenen Küche.Ivy setzte sich an die Bar und beobachtete ihn, wie er geschickt Gemüse schnitt und Steaks anbratete. Das warme gelbe Licht fiel auf ihn und schuf eine häusliche Atmosphäre, die sie schon lange nicht mehr gespürt hatte.Früher hatte sie sich solche Momente mit Alexander erträumt. Aber alles, was er ihr gab, waren kalte Waffenkammern, endloses Warten und ein Rücken, der nach Blut stank.„Woran denkst du?“ Gabriel reichte ihr ein Glas Rotwein, seine Augen sanft.Ivy nahm das Glas und blickte aus dem bo

  • Die Donna ging, der Don verrückt    Kapitel 9

    Als Vincent ins Zimmer zurückkehrte, hatte Ivy bereits fertig gepackt.Er warf einen Blick aus dem Fenster auf Alexander, der weggeschleppt wurde, und fragte sie: „Herzschmerz?“Ivy schloss ihren Koffer, ihre Stimme so ruhig, als spräche sie über das Wetter. „Herzschmerz? Solche Dinge sind längst auf dem Operationstisch gestorben. Ich fühle mich nur abgestoßen. Ich will nicht mehr von einem verrückten Hund belästigt werden.“Vincent nickte zufrieden. „Gut. Sizilien ist momentan zu chaotisch. Dieser Verrückte Alexander wird dich definitiv wieder belästigen, wenn er aufwacht. Fahr nach Schweiz. Die Seen und Berge dort sind gut zur Heilung.“„Ich habe alles arrangiert. Gabriel wird dich in Zürich abholen.“Gabriel?Ein Name tauchte in Ivys Gedanken auf. Gabriel, der jüngste Finanzmagnat Europas und ein wichtiger Partner in den Geldwäscheoperationen der Rainier-Familie. Geboren in alten Adelskreisen, war er ein wahrer Gentleman.Über zehn Stunden später landete das Flugzeug am Flughafen Zü

  • Die Donna ging, der Don verrückt    Kapitel 8

    Die Kriegserklärung der Familie Rainier war wie eine Atombombe, die über Nacht die Hälfte des Einflusses der Familie Alexander zerstörte.Als Rache von der Familie Rainier war dies jedoch nur der Anfang.In jener Nacht hielt ein gepanzerter Rolls-Royce mit einer weißen Flagge an den Toren des Rainier-Schlosses.Alexanders Mutter, die einst so arrogante Donna, trat alleine ein.Sie sah aus, als hätte sie zehn Jahre älter gewirkt, ihr früheres Gefühl der unerschütterlichen Überlegenheit war völlig verschwunden.Ivy traf sie im Wohnzimmer.„Ivy ... Nein, Fräulein Rainier.“ Sie sah Ivy an, ihre Augen waren voller Komplexität und spürbarer Angst. „Ich bin nicht hier, um um Gnade zu flehen. Ich weiß, dass mein undankbarer Sohn unverzeihliche Sünden begangen hat.“Sie zog einen dicken Stapel Dokumente aus ihrer Tasche und schob sie in Ivys Richtung.„Das sind die Urkunden für ein Drittel des Territoriums unserer Familie in Sicily sowie die Kontrollrechte über unsere zwei profitabelsten Schiff

  • Die Donna ging, der Don verrückt    Kapitel 7

    Elena brach auf dem Boden zusammen und kroch rückwärts. „Don, lassen Sie mich erklären … Sie haben mich gezwungen… Sie haben mich bedroht…“Seine Mutter trat mit kaltem Gesicht ein und schlug einen dicken Stapel Dokumente und Fotos in Elenas Gesicht.Die Fotos verstreuten sich überall – Beweise für ihr Treffen mit der rivalisierenden Familie, der Verkauf von Informationen und der forensische Bericht von der Schießerei vor sechs Monaten, der eindeutig zeigte, dass alles inszeniert war, mit Schauspielern und Requisiten.„Erklären?“ Alexander trat auf ihre Hand, als sie versuchte, nach den Fotos zu greifen – die gleiche Hand, mit der sie Klavier spielte, um ihn zu verführen.Er übte Druck aus, hörte das Geräusch von zerbrechenden Mittelhandknochen und fühlte dabei keinerlei Regung.„Ah—! Meine Hand! Don, bitte ... Ich habe einen Fehler gemacht...“, schrie Elena schrill und rollte sich vor Schmerzen auf dem Boden.Er kniete sich nieder, griff nach ihrem Kinn und zwang sie, in seine blutunt

  • Die Donna ging, der Don verrückt    Kapitel 6

    Elena hatte sich gut erholt, aber die Unruhe in Alexanders Herzen ließ einfach nicht nach.Sie bat ihn immer noch, an ihrer Seite zu bleiben, aber seine Geduld war endgültig erschöpft.Er drehte sich um und ging mit schnellen Schritten auf Ivys Krankenzimmer zu.Irgendwie wuchs in ihm ein Gefühl der Unruhe, wie Unkraut, das immer mehr wuchs.Als er an dem Büro von Elenas behandelndem Arzt vorbeikam, war die Tür einen Spalt weit offen. Die Stimmen, die aus dem Raum drangen, ließen ihn wie erstarrt stehen.„Spritz mir noch ein wenig mehr von diesem Mittel. Schaffe den Eindruck, dass sie in einem kritischen Zustand ist, und der Don wird völlig durchdrehen. Dieses Miststück Ivy wird früher oder später ihr ganzes Blut verlieren...“ Es war Elenas Stimme, durchzogen von einer Toxizität, die ihm völlig fremd war.„Aber, Fräulein Elena, wenn wir erwischt werden...“„Wovor hast du Angst? Wenn etwas passiert, übernehme ich die Schuld. Solange dieses Miststück Ivy stirbt, werde ich die einzige Don

  • Die Donna ging, der Don verrückt    Kapitel 5

    Ich sackte auf den Boden, wischte mir das Blut vom Mundwinkel, starrte auf die leere Tür und lachte, bis Tränen über mein Gesicht liefen.Es spielte keine Rolle. Nur noch drei Tage.Ich wusste nicht warum, aber plötzlich schoss wieder ein scharfer Schmerz in meinem Unterbauch auf, und ich fiel benom

  • Die Donna ging, der Don verrückt    Kapitel 4

    Die Zeit verging langsam. Jede Sekunde war eine Qual. Erst in jener regnerischen Nacht kehrte Alexander zurück.Er trug die blutgetränkte Elena. Sie war eigentlich nicht schwer verletzt – nur eine Messerwunde an ihrem Bein.Es sah grausig und erschreckend aus, aber auf den ersten Blick konnte ich er

  • Die Donna ging, der Don verrückt    Kapitel 3

    Nachdem Alexander mit Elena verschwunden war, tauchte er eine ganze Woche lang ab.Während dieser Woche brodelte die Gerüchteküche in Sicilys Unterwelt. Es hieß, der Don habe seine neue Geliebte zu einer jährlichen Yachtausfahrt auf hoher See mitgenommen und sie würde bald die neue Donna werden.Mei

  • Die Donna ging, der Don verrückt    Kapitel 2

    Nachdem ich aufgelegt hatte, zögerte ich nicht. Ich begann sofort zu packen. Da ich beschlossen hatte zu gehen, würde ich nichts zurücklassen.Am nächsten Morgen brachte Alexander Elena zurück zum Anwesen und ging direkt zum privaten unterirdischen Waffenschrank.„Ich nehme Elena mit zum Schießstand

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status