LOGINKurz vor der Machtübergabe im Syndikat flog ich nach New York zurück – nach einem Jahr Studium in Bereich Schmuckdesign in Europa. Doch am Abend vor der Zeremonie schrieb mir mein heimlicher Freund, der frisch ernannte Underboss der Familie Rossi, mit dem ich seit drei Jahren zusammen war: „Sorry, Chloe. Ich habe beim Kartenspiel verloren, und du warst mein Einsatz. Ab jetzt bist du sein Problem.“ Ich konnte kaum Luft holen, da wurde ich schon im verschlüsselten Darknet-Chat der Familie markiert. Der Thread ganz oben ging steil: „Mafiaboss gewinnt fettes Schwein als Freundin!“ Ganz oben angepinnt war ein Foto von mir, aufgenommen vor ein paar Jahren. Damals wog ich noch zweiundachtzig Kilo. Die Kommentare waren gnadenlos: „Wenn der Boss wüsste, was er da gewonnen hat, würde er die Wette sofort bereuen.“ „Ich wette tausend Dollar, dass sie sich zu Hause versteckt. Wer ist dabei?“ Alle waren sich todsicher, dass ich nicht auftauchen würde. Schließlich kannte mich jeder nur als das hässliche fette Mädchen. Früher hätte ich mich in meinem Zimmer eingeschlossen und geweint – und mein Freund hätte weiter auf mir herumgetrampelt. Aber nach einem Jahr ohne jeden Kontakt zu mir hatte mein Freund keine Ahnung, welche Überraschung auf ihn wartete. Ich hatte von zweiundachtzig auf achtundvierzig Kilo abgespeckt – und meine Figur war jetzt makellos und kurvenreich. Auf der Straße sprachen mich sogar Modelscouts an und fragten, ob ich bei der Fashion Week über den Laufsteg gehen möchte. Also sah ich mir die Wettliste an, setzte fünfzigtausend Dollar darauf, dass ich pünktlich auftauche, und schrieb zurück: „Schön. Dann spiele ich euer kleines Spiel mit.“
View More„Chloe! Warte auf mich!“Quietschende Reifen zerrissen den stillen Moment. Julian rannte aus dem Club, den Schlüssel seines Sportwagens umklammert, schweißgebadet. Seine Kleidung saß völlig schief, sein Blick war voller Flehen und Verzweiflung.„Chloe! Bitte gib mir eine Chance! Lass mich dich nach Hause fahren! Wir können das klären –“Bevor ich etwas sagen konnte, trat Lucian zwischen Julian und mich. Seine große, breite Gestalt versperrte die Wagentür wie eine unüberwindbare Wand.Lucian sah mit stahlkaltem Blick auf Julian herab:„Nicht nötig. Ab heute Nacht ist sie der wahre Boss der Familie Rossi. Und was dich angeht ...“Lucian hielt inne und versetzte ihm mit einem kalten Grinsen den letzten Schlag:„Erbärmlicher Abschaum wie du hat es nicht verdient, an ihrer Seite zu stehen.“„Chloe! Bitte geh ran! Es tut mir leid, ich schwöre es!“Mein Handy klingelte den ganzen Morgen schrill und ohne Unterlass.Seit Mitternacht verbreitete sich das Gerücht wie ein Lauffeuer in der New York
„N-nein ... Das ist nicht echt! Gefälscht! Das haben Sie gefälscht!“ Die Papiere zitterten in Julians Händen wie verrückt. Seine Augen traten fast aus den Höhlen.„Ein offizieller Nachtrag, unterzeichnet vom alten Don, beglaubigt mit dem Siegel eines internationalen Notariats und den Siegeln aller Fünf Familien.“ Lucians Stimme klang hart wie Stahl und dröhnte durch den stillen VIP-Saal. „Der alte Don hat deine Gier und deine Nutzlosigkeit durchschaut. Sämtliches Vermögen der Rossis, die Waffenkammer und die wichtigsten Geschäftsanteile gehen an Chloe. Wer versucht, sie ihr zu stehlen, verliert seinen Titel und wird aus der Familie verstoßen!“Der ganze Saal verstummte fassungslos.„Scheiße ... Der eigentliche Boss war die ganze Zeit Chloe?!“„Der alte Don hat seine privaten Geschäfte und seine Waffen der Familie Valenti anvertraut ... Er hat nur darauf gewartet, dass Chloe volljährig wird!“„Dann war Julian bloß ein Strohmann, der für die Erbin gearbeitet hat?! Er ist nicht mal ein Bo
„Fünfzehn, vierzehn, dreizehn ...“Die Menge zählte lautstark mit, während Lucian mich sicher im Arm hielt. Mein Gesicht lag dicht an seiner Brust. Ich hörte seinen ruhigen, gleichmäßigen Herzschlag.Wie ein Wahnsinniger stürzte Julian vor, um mich zurückzureißen. „Gib sie mir zurück!“Lucian würdigte ihn keines Blickes. Er drehte sich weg und schirmte mich mit seinem breiten Rücken vollständig vor Julian ab. In seinen Armen blieb ich sicher und unberührt.„Lass sie los! Sie ist seit drei Jahren mein Mädchen!“, brüllte Julian hysterisch, die Augen blutunterlaufen wie die eines Dämons.„Drei Jahre zusammen, und trotzdem hast du sie bei einer Wette als Pfand eingesetzt?“ Lucians Stimme sank, kalt wie eine vergiftete Klinge. „Drei Jahre, Julian. Mehr waren sie dir nicht wert?“Die Worte trafen Julian wie ein Vorschlaghammer ins Gesicht. Mit offenem Mund stand er da, kreidebleich, und brachte kein einziges Wort heraus.„Drei, zwei, eins! Die Zeit ist um!“, rief ein Leibwächter.Fünfzehn Se
Ich prallte direkt gegen Lucians Brust – hart wie Stahl. Sein kühler Zedernduft hüllte mich augenblicklich ein.„Willst du wirklich keinen Rückzieher machen?“ Lucians Hand an meiner Taille legte sich fester um mich. Seine tiefe Stimme streifte mein Ohr, gedämpft und rau. „Ein Wort von dir, und die Wette ist vom Tisch.“„Soll das ein Witz sein, Don?“ Ich legte den Kopf leicht in den Nacken, meine roten Lippen streiften sein Kinn. „Ich halte immer mein Wort. Die Show fängt gerade erst an.“Der ganze Saal hielt den Atem an.In Lucians Augen flackerte Hitze auf. Er nahm eine silberne Gabel vom Tisch, stach ein Stück der saftigen Schokoladentorte ab und führte es direkt an meine Lippen.Ohne zu zögern, öffnete ich die Lippen und biss ab. Meine Zungenspitze streifte wie zufällig Lucians Fingerspitzen. Sein ganzer Körper erstarrte. Seine Augen verdunkelten sich augenblicklich.Ich nahm Lucian die silberne Gabel aus der Hand, stach ein weiteres kleines Stück ab und hielt es ihm an die Lippen.





