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Kapitel 5

Author: lvy
Ich sackte auf den Boden, wischte mir das Blut vom Mundwinkel, starrte auf die leere Tür und lachte, bis Tränen über mein Gesicht liefen.

Es spielte keine Rolle. Nur noch drei Tage.

Ich wusste nicht warum, aber plötzlich schoss wieder ein scharfer Schmerz in meinem Unterbauch auf, und ich fiel benommen in Ohnmacht.

Um 3:00 Uhr morgens wurde die Haustür der Villa wieder aufgetreten.

Alexander stürmte herein, brachte die Kälte der Nacht und den Geruch von Blut mit sich, gefolgt von zwei Familienärzten in weißen Kitteln.

Seine Augen waren blutunterlaufen, wie die eines in die Enge getriebenen Tieres. Wütend stürmte er auf mich zu und riss mich aus dem Bett.

„Komm mit.“

Mein ganzer Körper schmerzte, und ich nahm kaum wahr, was geschah. „Wohin? Lass mich los!“

„Elena hat zu viel Blut verloren und ist in einen Schock gefallen. Die Blutbank hat kein Rhesus-negatives Blut mehr. Du hast denselben Bluttyp. Nur du kannst sie retten.“

Seine Stimme war kalt, und er erteilte den Befehl, als ob es sein gutes Recht wäre.

Ich sah ihn ungläubig an, kämpfte verzweifelt, meine Nägel bohrten sich tief in seinen Arm.

„Ich gehe nicht! Warum sollte ich meine Feindin retten? Alexander, bist du ein Teufel?“

„Außerdem fühle ich mich nicht gut ... Mein Bauch tut weh, ich kann kein Blut spenden...“

Ich weinte und schrie, versuchte den letzten Rest von Menschlichkeit in ihm zu wecken. Mein Unterbauch schmerzte schon seit Tagen, und mein Instinkt sagte mir, dass mit meinem Körper etwas nicht stimmte. Ich konnte keinen weiteren Schmerz ertragen.

Alexander ignorierte meine Bitten. Er griff kalt nach meinem Kinn.

„Elena hat nur ein paar Mal deinen Rücken getroffen. Sie kann dein Bauch wehtun? Ivy, du erfindest doch solche Ausreden nur, um einem Leben zu entkommen?“

„Ein bisschen Blut zu verlieren, wird dich nicht töten! Elena hat alte Verletzungen, weil sie mich gerettet hat. Wenn sie heute Nacht stirbt, bist du ein Mörder!“

Er drückte mich gewaltsam auf das Einzelsofa im Schlafzimmer und gab den Ärzten hinter ihm ein Zeichen.

„Tut es. Entnehmt so viel, wie ihr braucht.“

„Nein! Nein! Alexander, bitte ... Du wirst es bereuen...“

Ich schrie verzweifelt, als der Arzt mit einer dicken Nadel auf mich zukam.

Zwei Leibwächter hielten meine Schultern fest, sodass ich mich nicht bewegen konnte.

Die kalte Nadel durchbohrte meine Vene.

Alexander stand zur Seite, zündete sich eine Zigarette an und sah ungeduldig zu, wie der Blutbeutel langsam sich füllte. Seine Augen waren auf den Vitalzeichenmonitor seines Handys gerichtet. Er schenkte mir nicht einmal einen Blick.

Ich sah zu, wie das scharlachrote Blut durch den Schlauch floss. Der ziehende Schmerz in meinem Unterbauch wurde stärker und verwandelte sich allmählich in einen zerreißenden Schmerz.

Als ich wieder erwachte, lag ich in einem VIP-Zimmer im Krankenhaus.

Der stechende Geruch von Desinfektionsmittel ließ mich ein wenig benommen zurück.

Alexander saß am Bett. Als er sah, dass ich die Augen öffnete, blitzte eine komplexe Emotion über sein Gesicht – vielleicht Schuld, vielleicht Erleichterung.

„Du bist wach? Die Krankenschwester sagte, du bist nur ein wenig anämisch. Nach ein paar Tagen Ruhe wirst du wieder fit sein.“

Er streckte sich aus, um die Decke an der Ecke zu richten, seine Bewegungen waren steif. „Letzte Nacht ... Es war ein Notfall. Mein Verhalten war schlecht. Ich schulde dir etwas. Ich werde es wieder gutmachen.“

Wieder gutmachen?

Ich wollte schon spöttisch lachen, als sein Handy klingelte.

Es war Elenas individuelle Klingelton.

Sein Gesicht veränderte sich sofort. Er nahm den Anruf entgegen, seine Stimme wurde sanft, als wäre er eine völlig andere Person. „Hab keine Angst, ich bin gleich nebenan ... Okay, ich komme sofort.“

Er legte auf und sah mich nicht einmal an, hastig verließ er den Raum mit den Worten: „Ich habe dringende Geschäfte.“

In dem Moment, in dem die Tür ins Schloss fiel, betrat mein behandelnder Arzt das Zimmer.

Er zog seine Maske ab und sah mich ernst an. „Fräulein Ivy, leider muss ich Ihnen etwas mitteilen.“

„Sie waren schwanger, ungefähr fünf Wochen.“

„Aber durch den übermäßigen Blutverlust letzte Nacht, kombiniert mit den vorherigen körperlichen Traumata und der schweren emotionalen Belastung ... konnte das Kind nicht gerettet werden.“

„Dies ist das Formular für die Einverständniserklärung zur Kürettage. Es erfordert die Unterschrift eines Familienmitglieds.“

Boom—

Mein Verstand setzte aus.

Obwohl ich es geahnt hatte, fühlte es sich an, als wäre ein Stück meines Herzens herausgerissen worden, als ich die endgültige Nachricht hörte.

Unbewusst legte ich meine Hand auf meinen flachen Bauch.

Ein kleines Leben hatte dort einmal gewachsen. Es war Alexanders Kind.

Aber dieser Mann hatte es mit eigenen Händen getötet.

Tränen liefen still über mein Gesicht, doch ich lachte laut—ein schriller, verzweifelter Lachanfall.

„Es ist in Ordnung, Herr Doktor.“ Ich nahm das Formular, unterschrieb mit zitternder Hand meinen Namen, meine Stimme war seltsam ruhig. „Kein Familienmitglied muss unterschreiben.“

„Dieses Kind ... Es ist gut, dass es nicht gekommen ist. Es sollte keinen Vater wie diesen haben.“

Ich nahm eine schwarze Centurion-Karte aus meiner Tasche und schob sie dem Arzt zu.

„Tun Sie mir einen Gefallen. Verschließen Sie diese Information.“

„Sagen Sie allen, dass ich wegen stressbedingter Magenblutungen ins Krankenhaus kam. Ich möchte nicht, dass jemand von der Existenz dieses Kindes erfährt, besonders dieser Mann.“

Ich blieb drei Tage im Krankenhaus.

Während dieser drei Tage besuchte mich Alexander kein einziges Mal. Ich hörte, dass er die ganze Zeit bei Elena war.

Es hieß, wegen dieser „Verletzung“ und ihrer vorherigen „Leistungen“ hätte Alexander ihr sogar Unternehmensanteile angeboten, um sie zu trösten.

Wie ironisch.

Mein Handy vibrierte. Es war eine verschlüsselte Nachricht:

[Prinzessin, alles, was Sie verlangt haben, ist hier. Die private Flugroute wurde genehmigt. Das Flugzeug der Familie Rainier wartet auf Sie auf dem Rollfeld.]

Kurz darauf wurde eine verschlüsselte Datei übertragen.

Es war der unwiderlegbare Beweis, den das Geheimdienstnetzwerk der Familie Rainier aufgedeckt hatte—Details darüber, wie Elena mit rivalisierenden Familien zusammengearbeitet hatte, sowie alle Planungsgespräche und Banküberweisungsaufzeichnungen für das Attentat vor sechs Monaten, das sie zur „Retterin“ machte.

Ausdruckslos klickte ich weiter. Der Empfänger war Alexanders Mutter, die wahre Bossin, die keinerlei Verrat duldete.

Elena wollte also die Frau des Don werden, nicht wahr? Ich wollte sehen, ob sie morgen noch überleben konnte, wenn sie mit wasserdichten Beweisen ihrer Verräterei konfrontiert wird.

Nachdem ich all dies getan hatte, zögerte ich nicht, die Infusionsnadel aus meinem Handrücken zu ziehen. Blut floß heraus, aber ich spürte keinen Schmerz.

Ich zog meinen schwarzen Mantel an und kehrte ein letztes Mal zurück in das Arbeitszimmer, den Ort, den ich einst „Zuhause“ genannt hatte.

Ich legte die unterschriebene „Erklärung zum Austritt aus der Familie“ und die Scheidungsunterlagen direkt in die Mitte von Alexanders Schreibtisch.

Dann, mit zitternden Händen, holte ich den zerknitterten Ultraschallzettel aus meiner Tasche.

Der Arzt hatte ihn mir vor der Operation gegeben. Er zeigte nur einen verschwommenen kleinen schwarzen Punkt.

Ich riss ihn in zwei Hälften und legte die Stücke unter die Scheidungsunterlagen.

Alexander, das Spiel ist vorbei.

Ich zog meine Kapuze hoch, um mein blasses Gesicht zu verbergen, drehte mich um und bestieg das Privatflugzeug.

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