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Kapitel 2

Penulis: Stella
Am nächsten Morgen sagte ich zu Sam: „Lass uns zusammen zum Weißrosen-Rudel gehen.“

Sein Gesichtsausdruck erstarrte für einen Moment, doch schnell fasste er sich wieder.

„Gut, aber wir gehen sofort nach der Geschenkübergabe.“

Ich wusste, er wollte mich nicht dort haben. Er fürchtete, ich würde Lilys Fest verderben.

Doch ich wollte nur ein letztes Mal meine Familie sehen. Schließlich würde ich nach dem morgigen Tag für immer fort sein.

Im Weißrosen-Rudel umringten die Gäste die festlich gekleidete Lily. Sie gratulierten ihr zur Schwangerschaft und zur Nominierung für die Position der Oberheilerin.

Die Rudelältesten blickten anerkennend zu ihr.

„Lily hat die Rezeptur für ein Gegengift gegen Wolfsgift entwickelt. Die Oberheilerin-Würde gebührt einzig und allein ihr.“

„Unglaublich! Neue Elixier-Durchbrüche kommen normalerweise aus dem Forschungslabor der Alchemistengilde.“

„Die Gilde hat ihr sogar ein Zertifikat ausgestellt. Sie ist so talentiert!“

Ich erstarrte und blieb am Eingang zum Festsaal stehen.

Erst vor kurzem hatte ich mit Hilfe meines Lehrmeisters ein Gegengift gegen Wolfsgift entwickelt.

War das ein Zufall?

Schnell wurde mir klar, dass es keiner war.

Mein Blick fiel auf das Zertifikat der Gilde in der Mitte des Saals.

Die dort erwähnte Rezeptur und die Forschungsdaten kamen mir schmerzhaft bekannt vor.

Das war mein Elixier, an dem ich zwei Jahre lang gearbeitet hatte. Wie nur konnte es zu ihrem Forschungsergebnis werden?

Lily bemerkte mich. Ihr Gesicht umzog sich kurz, dann setzte sie ein perfekt gesittetes Lächeln auf. Sie trat näher, ihre Stimme war sanft, doch voller Hohn.

„Any, gefällt dir diese Elixier-Rezeptur? Sie gehört nun mir. Was wirst du nur tun?“

Ich starrte sie wütend an und wollte gerade etwas sagen.

Da stieß sie plötzlich einen Schrei aus, taumelte zurück, hielt sich den Bauch und ihr Gesicht verzerrte sich schmerzentstellt.

Der Festsaal versank im Chaos.

„Was ist passiert?“

„Lily ist schwanger! Wie konntest du sie stoßen?“

Im Tumult hörte ich einen besorgten Ruf.

„Lily!“

Andere mochten es nicht erkennen, doch ich wusste sofort: Es war Sams Stimme.

Der Schmerz in seinem Ton war so deutlich. Er zerschmetterte meinen letzten Funken Hoffnung.

Als er meinen Blick bemerkte, wurde Sam schnell wieder ruhig.

Er sah mich an, in seiner gelassenen Stimme schwang Vorwurf mit.

„Egal was passiert ist, Lily ist schwanger. Du hättest sie nicht stoßen sollen.“

Ich starrte den Mann an, mit dem ich fünf Jahre gelebt hatte. Seine Sorge wirkte so echt – so ganz anders als all die Zuneigung, die er mir gegenüber nur heuchelte.

Dann kam eine neue Nachricht. Lily besiegte mit ihrer neuen Rezeptur vier Konkurrenten und erhielt die Position der Oberheilerin.

In Sams Augen blitzte unverhüllte Freude auf. Eine Freude, die ich in fünf Jahren nie gesehen hatte.

Plötzlich fragte ich ihn leise:

„Warum ist Lilys Elixier-Rezeptur identisch mit meinem Forschungsergebnis?“

Sam erstarrte kurz, fasste sich aber schnell wieder. Er tat unwissend.

„Vielleicht ein Zufall. Ihre Forschung geht in eine ähnliche Richtung wie deine...“

Ich lachte kalt und schwieg.

Außer mir wusste nur Sam von meiner Arbeit an diesem Gegengift.

Die Rezeptur lag in unserem Arbeitszimmer zu Hause. Wer sie weitergab und wer dahintersteckte, war offensichtlich.

Die Forschung zu diesem Elixier galt eigentlich Sam. Vor einem Jahr hatte er versehentlich Wolfsgift zu sich genommen, was vorübergehende Raserei auslöste.

Die Rezeptur neutralisierte das Wolfsgift zwar, doch je nach Schwere der Vergiftung musste ihre Zusammensetzung angepasst werden.

Doch jetzt bestand kein Anlass mehr, diese Forschung fortzusetzen.

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