تسجيل الدخولSerenas Sicht„Jemand ist eingebrochen.“Für einen Moment bewegte sich niemand.Ich war mir nicht einmal sicher, ob ich richtig gehört hatte.Der Raum war plötzlich still geworden.Nicht die normale Stille von Ashford Manor.Diese Stille war anders.Schwerer.Gefährlicher.Mein Blick wanderte zu Adrian.Er hielt sein Telefon immer noch in der Hand.Sein Gesicht war angespannt.Valentina stand langsam auf.„Wann?“Ihre Stimme war ruhig, aber ich bemerkte die Veränderung.Die leichte Schärfe darunter.Adrian blickte erneut auf den Bildschirm.„Vor etwa zwanzig Minuten.“„Wurde etwas gestohlen?“„Das wissen wir noch nicht.“Celeste sagte kein Wort.Zum ersten Mal seit ich sie gesehen hatte, wirkte sie nicht vollkommen entspannt.Es war nur ein kleiner Unterschied.Aber ich bemerkte ihn.Sie dachte nach.Schnell.Als würde sie Informationen sortieren.Möglichkeiten berechnen.Mein Herz schlug schneller.Familienarchiv.Das gleiche Archiv, das Lucien in seinen Notizen erwähnt hatte.Das gl
Serenas SichtIch konnte die Nachricht nicht aus den Augen lassen.Du solltest nicht in Luciens Arbeitszimmer sein.Nur acht Worte.Acht einfache Worte.Und trotzdem schafften sie es, mir mehr Angst einzujagen als jede offene Drohung.Vielleicht gerade deshalb.Weil die Nachricht nicht wütend klang.Nicht aggressiv.Nicht verzweifelt.Sie klang ruhig.Als hätte die Person genau gewusst, was sie tat.Als hätte sie alle Zeit der Welt.Ich saß auf der Kante meines Bettes und starrte auf mein Handy.Neben mir stand Isolde am Fenster.Sie hatte die Vorhänge nur leicht geöffnet und beobachtete den Innenhof.Nach mehreren Minuten sprach sie endlich.„Hat die Nummer noch einmal geschrieben?“„Nein.“„Angerufen?“„Nein.“Sie nickte langsam.Das gefiel ihr offenbar genauso wenig wie mir.„Das bedeutet, sie wollten nur eine Sache erreichen.“„Welche?“Isolde sah mich an.„Dass du weißt, dass sie dich beobachten.“Ein unangenehmes Gefühl breitete sich in meiner Brust aus.Weil ich genau dasselbe
Serenas SichtIch schlief keine Minute.Nachdem jemand versucht hatte, meine Tür zu öffnen, war Schlaf ohnehin keine Option mehr.Ich saß auf dem Sofa am Fenster und starrte in die Dunkelheit.Die Mappe lag vor mir.Daneben das Foto von Celeste.Das Notizbuch.Die Liste mit den Namen.Alles, was ich in Luciens Safe gefunden hatte.Es war inzwischen fast vier Uhr morgens.Der Sturm hatte sich etwas beruhigt.Doch in meinem Kopf wurde es immer lauter.Wer hatte vor meiner Tür gestanden?War es ein Mitarbeiter?Ein Sicherheitsmann?Adrian?Valentina?Oder jemand anderes?Jemand, den ich noch gar nicht kannte?Ich zog die Decke enger um meine Schultern.Zum ersten Mal seit Luciens Verschwinden fühlte ich mich wirklich allein.Nicht einsam.Gefährdet.Das war etwas anderes.Irgendwann begann draußen langsam der Morgen.Graues Licht drang durch die Vorhänge.Die Nacht wich.Doch die Anspannung blieb.Kurz nach sieben Uhr klopfte es an der Tür.Ich erstarrte sofort.Mein Herz setzte einen Sc
Serenas SichtIch starrte das Foto an.Immer wieder.Als würde es sich verändern, wenn ich lange genug hinsah.Doch das tat es nicht.Lucien.Valentina.Adrian.Und Celeste.Vier Menschen.Ein Bild.Drei Worte auf der Rückseite.Vertraue ihr nicht.Mein Herz schlug so laut, dass ich es hören konnte.Celeste.Ich erinnerte mich jetzt deutlicher.Nicht viel.Aber genug.Sie war auf der Gedenkfeier gewesen.Elegant gekleidet. Ruhig. Selbstsicher.Damals hatte ich angenommen, sie sei eine Geschäftspartnerin oder eine entfernte Verwandte.Jemand Unwichtiges.Jemand, den ich wahrscheinlich nie wiedersehen würde.Offensichtlich hatte ich mich geirrt.Langsam legte ich das Foto auf den Schreibtisch.Dann griff ich nach dem schwarzen Notizbuch.Wenn Lucien etwas versteckt hatte, dann aus einem Grund.Und wenn er mich vor Celeste warnte, musste irgendwo eine Erklärung sein.Das Notizbuch fühlte sich schwer an.Nicht körperlich.Sondern wegen dessen, was möglicherweise darin stand.Ich öffnete d
Serenas SichtIch las den Brief ein zweites Mal.Dann ein drittes Mal.Jedes Mal blieb ich an denselben Stellen hängen.Wer verschwindet.Sie werden versuchen, dich aufzuhalten.Der Safe.Folge dem Namen auf der letzten Seite der Mappe.Es fühlte sich an, als hätte Lucien mir ein Rätsel hinterlassen.Und ich hasste Rätsel.Vor allem dann, wenn mein Leben möglicherweise davon abhing.Draußen tobte der Sturm weiter.Der Regen schlug gegen die Fenster.Doch meine Aufmerksamkeit lag längst nicht mehr dort.Sie lag auf einer einzigen Frage.Wo war Luciens Arbeitszimmer?Natürlich wusste ich, wo es war.Ich war dort gewesen.Mehrmals sogar.Aber plötzlich erschien mir der Raum anders.Nicht als Büro.Sondern als Ort voller Geheimnisse.Ein Ort, den ich vielleicht nie wirklich gekannt hatte.Langsam stand ich auf.Der Brief lag noch auf dem Schreibtisch.Daneben die geöffnete Mappe.Die restlichen Dokumente hatte ich noch nicht einmal angesehen.Ein Teil von mir wollte alles sofort durchgehe
Serenas SichtFür einen Moment konnte ich nicht weiterlesen.Ich starrte einfach nur auf den ersten Satz.Wenn du das liest, bin ich entweder verschwunden oder jemand hat dafür gesorgt, dass ich es bin.Der Donner draußen rollte über die Klippen.Das Fenster vibrierte leicht.Doch ich hörte kaum etwas davon.Mein Blick blieb auf dem Brief.Auf Luciens Handschrift.Auf Worten, die er geschrieben hatte, bevor alles passiert war.Bevor die Suchtrupps.Bevor die Schlagzeilen.Bevor die Beileidsbekundungen.Bevor ich gelernt hatte, wie es sich anfühlt, jeden Morgen aufzuwachen und sofort wieder zu verlieren, was man bereits verloren hat.Meine Hände zitterten.Langsam las ich weiter.Serena,wenn dieser Brief in deinen Händen ist, dann bedeutet das, dass ich mich geirrt habe.Oder dass ich recht hatte.Ehrlich gesagt hoffe ich auf Ersteres.Falls nicht, wirst du wahrscheinlich wütend auf mich sein. Das wäre verständlich.Ich habe dir Dinge verschwiegen. Viele Dinge.Nicht weil ich dir nich







