Mag-log inDer Himmel färbte sich blutrot. Jasmine stand auf dem Opferstein. Ihr Herz schlug hart gegen ihre Rippen. Lucian hielt ihre Hand fest. Das Band pulsierte wie ein zweites Herz zwischen ihnen. Der Vollmond stieg höher. Riesig. Silbern. Gnadenlos."Sie kommen." Lucians Stimme war tief und ruhig. Doch seine Augen glühten silbern. "Ich rieche Viktor. Und das gesamte Rudel."Jasmine nickte. Der Wind trug Stimmen zu ihnen. Viele Stimmen. Viele Wölfe. "Wie viele sind es?""Alle." Er drückte ihre Hand. "Der Rat. Die Garde. Sogar Seraphina spüre ich. Sie ist bei ihnen. Aber sie riecht nicht nach Angst."Schritte knirschten im Schnee. Fackeln erschienen am Rand der Hochebene. Viktor führte sie an. Groß. Grauhaarig. Mit einer Aura aus reiner Grausamkeit. Hinter ihm marschierten Dutzende Krieger. Ihre Augen leuchteten gelb im Mondlicht.Viktor blieb stehen. Zwanzig Schritte entfernt. Er lächelte kalt. "Da seid ihr also. Die Bastardin und der Verräter. Bereit für euren lächerlichen Ritus."Lucian t
Der Wind schnitt wie Klingen aus Eis. Jasmine zog den Umhang enger um ihren Körper. Jeder Atemzug schmerzte in ihrer Brust. Lucian ging voran. Seine Silhouette verschmolz fast mit der Dunkelheit. Das Band zog sie vorwärts. Es brannte heller als je zuvor. Es flüsterte von Nähe. Von Gefahr. Von dem was kommen musste.Sie erreichten den Fuß der verbotenen Klippen. Der Schwarzfels ragte über ihnen auf. Riesig. Bedrohlich. Wie ein Altar der Götter selbst. Nur noch eine Nacht bis Vollmond. Der Himmel zeigte bereits einen fast vollen Kreis. Silbern. Unheilverkündend."Wir sind fast da." Lucians Stimme war tief. Er blieb stehen und drehte sich zu ihr um. "Aber der letzte Aufstieg ist der gefährlichste."Jasmine nickte. Schnee klebte an ihren Wimpern. "Ich spüre es. Das Band wird unruhig. Als wüsste es was morgen passiert."Er trat nah an sie heran. Seine Hände umfassten ihr Gesicht. Warm. Stark. "Morgen schneiden wir uns. Morgen mischt sich unser Blut. Morgen gehörst du mir vor den Augen der
Der Wind heulte durch die Bäume. Jasmine keuchte. Jeder Schritt brannte in ihren Beinen. Lucian zog sie weiter. Seine Hand hielt ihre fest. Das Band pulsierte wild. Es warnte vor Gefahr. Es gab Kraft. Doch die Erschöpfung kroch heran.Sie erreichten eine enge Schlucht. Felsen ragten steil auf. Schnee bedeckte die Pfade. Lucian blieb stehen. Er lauschte. Sein Körper war angespannt wie eine Bogensehne."Sie sind nah." Seine Stimme klang rau. "Diesmal mehr als vorher. Viktor hat die gesamte Garde geschickt."Jasmine drückte seine Hand. "Wie viele?""Zu viele." Er sah sie an. Seine silbernen Augen glühten. "Aber wir sind schneller. Das Band macht uns eins."Sie kletterten den Hang hinauf. Hände gruben sich in kalten Stein. Füße rutschten auf Eis. Einmal glitt Jasmine ab. Lucian fing sie. Er presste sie gegen den Fels. Sein Atem streifte ihr Ohr."Du schaffst das." Er flüsterte es eindringlich. "Ich lasse dich nicht fallen. Niemals.""Ich weiß." Sie nickte. Schweiß lief trotz der Kälte übe
Der Schnee knirschte unter ihren Stiefeln. Jasmine rannte. Ihre Lunge brannte. Lucian zog sie mit sich. Seine Hand umklammerte ihre fest. Unnachgiebig. Das Band pulsierte zwischen ihnen wie ein lebendiges Wesen. Es flüsterte. Es drängte. Es warnte.Sie erreichten den Rand des Waldes. Die Bäume standen dicht. Ihre Äste bogen sich unter der Last des Schnees. Lucian blieb stehen. Er lauschte. Sein Körper spannte sich an."Sie kommen." Seine Stimme war tief. Gefährlich ruhig. "Vier. Vielleicht fünf. Viktor hat seine besten Wachen geschickt."Jasmine rang nach Atem. "Wie nah?""Nah genug. Wir müssen tiefer hinein. In die alten Höhlen."Sie nickte. Keine Zeit für Fragen. Das Band leitete sie. Es zeigte ihr den Weg. Als wäre Lucians Wolf bereits in ihrem Blut.Sie tauchten ein in die Schwärze des Waldes. Zweige peitschten ihr Gesicht. Der Schnee drang in ihre Stiefel. Kälte biss sich in ihre Haut. Doch die Hitze des Bandes hielt sie aufrecht. Es brannte in ihrer Brust. Es verlangte nach ihm.
Der Morgen brach an wie ein Messer aus kaltem Licht. Der Schnee reflektierte die ersten Strahlen der Sonne so grell, dass Jasmine die Augen zusammenkneifen musste, als sie aus der Hütte trat. Ihr Atem stand in weißen Wolken vor ihrem Gesicht. Die Welt wirkte rein und still, doch unter dieser Reinheit lauerte die Gewissheit, dass Blut fließen würde, bevor der Tag zu Ende ging.Sie hatte nicht geschlafen. Keine Minute. Stattdessen hatte sie die ganze Nacht damit verbracht, das Band in sich zu spüren, es zu analysieren, es zu hassen und es gleichzeitig zu lieben. Es war wie ein zweiter Herzschlag, der nicht ihr eigener war und doch vollkommen mit ihrem verschmolz. Lucian war überall. In jedem Atemzug. In jedem Gedanken. In jedem pochenden Schlag ihres Pulses.Seraphina kam pünktlich, wie versprochen. Sie trug einen schweren Umhang aus dunklem Wolltuch über ihrem Kleid und einen Korb mit Brot, Käse, getrocknetem Fleisch und einer Thermoskanne mit heißem Kräutertee. Ihre Wangen waren geröt
Jasmine rannte, bis ihre Lungen brannten und ihre Beine zitterten. Der Schnee knirschte unter ihren nackten Füßen, denn in ihrer Panik hatte sie die Schuhe im Garten zurückgelassen. Die Kälte biss in ihre Haut, doch sie spürte sie kaum. Alles in ihr schrie nur eines: weg, weg, weg von ihm.Von Lucian Blackwood.Von dem Mann, dessen bloßer Blick ein Feuer in ihrem Inneren entfacht hatte, das sie nicht löschen konnte.Der Wald um das Anwesen des Schattenmondrudels war dicht und alt. Die Bäume standen wie stumme Wächter, ihre Äste schwer von Schnee und Eis. Jasmine tauchte zwischen ihnen unter, folgte keinem Pfad, nur dem Instinkt, der sie tiefer in die Dunkelheit trieb. Ihr Wolf winselte ununterbrochen, ein klagendes, sehnsüchtiges Geräusch, das sie fast in den Wahnsinn trieb. Er wollte zurück. Er wollte zu ihm. Er wollte berührt, beansprucht, markiert werden.„Nein“, flüsterte sie keuchend. „Nein, nein, nein.“Sie stolperte über eine Wurzel, fiel hart auf die Knie. Der Schnee dämpfte d







