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Die Lüge meiner Jugendliebe

Die Lüge meiner Jugendliebe

By:  Unsettled WavesCompleted
Language: Deutsch
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Ich hatte zugesagt, mit meiner Jugendfreundin die Schule zu wechseln, weil sie ständig schikaniert wurde – doch am letzten Tag machte sie einen Rückzieher. Eine ihrer Freundinnen stichelte: „Nicht zu fassen. Du hast die ganze Zeit nur vorgespielt, gemobbt zu werden, um Harry loszuwerden. Er ist dein Jugendfreund. Bist du wirklich bereit, ihn ganz allein an eine andere Schule gehen zu lassen?“ Lena erwiderte gleichgültig: „Es ist nur eine andere Schule in derselben Stadt. Wie weit kann das schon sein? Ich habe es satt, dass er mir ständig auf den Fersen klebt. Ein bisschen Abstand zwischen uns – genau das wollte ich.“ An jenem Tag stand ich lange vor der Tür, bevor ich mich umdrehte und ging. Auf dem Antrag für den Schulwechsel trug ich allerdings nicht die Haleswood High School ein, sondern jene Schule, die meine Eltern sich für mich gewünscht hatten – eine Schule im Ausland. Anscheinend hatten alle vergessen, dass zwischen Lena und mir von Anfang an Welten lagen.

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Chapter 1

Kapitel 1

Als ich die Wahrheit hörte, krampfte sich mein Herz schmerzhaft zusammen.

Im vergangenen Monat war Lena Shaw unzählige Male verprügelt oder zu Unrecht beschuldigt worden.

Ich hatte alles getan, um sie davor zu bewahren, doch immer wieder hatte ich versagt.

Als ich es nicht länger ertragen konnte, schlug ich vor, gemeinsam die Schule zu wechseln.

Lena war an dem Tag gerade mit Eiswasser übergossen worden. Ihr feines Gesicht war blass und mitleiderregend, und sie griff hilflos nach meiner Hand.

„Harry, ich will nicht allein an einen fremden Ort gehen.“

Lena und ich kannten uns seit der Kindheit. Schon im Kindergarten gingen wir gemeinsam zur Schule, und daran änderte sich über zehn Jahre lang nichts.

Außerdem hegte ich heimlich Gefühle für sie.

Aus einer plötzlichen Regung heraus versprach ich ihr: „Hab keine Angst. Wohin du auch gehst – ich gehe mit dir.“

Doch jetzt erfuhr ich endlich, dass alles nur ein sorgsam inszeniertes Schauspiel gewesen war, um mich zu vertreiben.

Ich konnte nicht anders, als mich zu fragen – hasste Lena mich wirklich so sehr?

Im Separee gingen die Stimmen weiter: „Harry hängt ja wirklich an dir. Du schickst ihn jetzt an eine andere Schule – hast du keine Angst, dass er sich in eine andere verliebt?“

„Er?“

Lena lachte spöttisch auf, als hätte sie den besten Witz seit Langem gehört.

„Für mich hat er sich sogar dazwischengeworfen, als eine ganze Gruppe mich verprügeln wollte. Selbst grün und blau geschlagen ist er keinen einzigen Schritt zurückgewichen. Glaubst du wirklich, dass er aufhört, mich zu lieben?“

Jemand murmelte leise: „Aber was, wenn doch? Harry sieht nicht aus wie einer, mit dem nicht zu spaßen ist.“

Lena klang lässig: „An der First High School gibt es genug hübsche Mädchen. Hast du je gesehen, dass er auch nur einer von ihnen einen Blick gegönnt hätte?“

In ihrer Stimme schwang unweigerlich Verachtung mit.

„Er ist mir doch nur immer hinterhergetrottet. Selbst ein Schoßhund hängt einem nicht so an den Fersen.“

Schrilles, schneidendes Gelächter brach im Separee aus – wie eine Ohrfeige mitten ins Gesicht.

Ich wollte gehen, doch meine Füße waren wie am Boden festgewachsen. Sie zwangen mich, weiter zuzuhören und zu leiden.

Jemand schnalzte beeindruckt mit der Zunge.

„Das ist das erste Mal, dass ich erlebe, wie jemand einen Mann, der sie liebt, mit eigenen Händen wegstößt. Respekt, Mädel.“

„Aber wenn dich Harrys Anhänglichkeit so genervt hat – warum hast du es ihm nicht einfach gesagt? Er sieht nicht aus wie einer, der einem ständig hinterherrennt.“

Lena schnalzte genervt: „Harry ist zu stur. Hätte ich es ihm direkt gesagt, wäre er nicht so leicht loszuwerden gewesen.“

Dann schlug ihr Ton um: „Außerdem fühlt Michael sich immer minderwertig und niedergeschlagen, sobald er Harry sieht. Erst wenn ich an seiner Seite bin, geht es ihm besser. Für Michael ist das nun mal das Einzige, was ich tun kann. Harry muss da eben eine Weile durch.“

Bei diesen Worten verstanden alle sofort.

Lena hatte genau eine Woche, nachdem Michael an die First High School gewechselt war, beschlossen, sich als Mobbingopfer auszugeben.

Jemand lachte und schalt Lena: „Du kleine Hexe – er ist doch gerade erst an unsere Schule gekommen, und du hast schon ein Auge auf ihn geworfen?“

„Aber Michael ist wirklich gutaussehend, und er hat ein so sanftes Wesen. Es ist nur natürlich, dass ein Mädchen sich zu ihm hingezogen fühlt. Anders als Harry, der kalt und streng ist und jeden auf Distanz hält. Egal, wie gut er aussieht – das nützt ihm gar nichts.“

Ihr hemmungsloses Gerede über mich prasselte unaufhörlich auf mich ein.

Und Lena, die ich jahrelang heimlich geliebt hatte, hielt sie nicht auf, widersprach nicht – ja, hin und wieder stimmte sie ihnen sogar zu.

Ich stand vor der Tür, und mein Herz versank in einem bodenlosen Abgrund. Eine Leere, eine bleierne Schwere, ein Gefühl zu ersticken.

Am liebsten hätte ich die Tür aufgerissen und Lena zur Rede gestellt.

Sie fragen, warum sie mich angelogen hatte.

Sie fragen, ob sie auch nur einen Augenblick lang Schuld oder Mitgefühl empfunden hatte, während sie zusah, wie ich für sie Schläge einsteckte.

Sie fragen, ob sie auch nur einmal an unsere zehn Jahre Freundschaft gedacht hatte, bevor sie das alles tat.

Doch am Ende hörte ich die Stimme meiner Mutter im Ohr: „Tu nichts Unnötiges.“

Ein Mensch ändert sich nicht über Nacht.

Ich drehte mich um und verließ das Separee.

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