INICIAR SESIÓNDas Heiligtum reagierte auf Lena.Die Wände begannen zu leuchten.Ein silberner Kreis erschien.Lena trat hinein.Sie sah ihre Kindheit.Alle Demütigungen.Alle Nächte, in denen sie geweint hatte.Alle Momente, in denen sie geglaubt hatte, nicht gut genug zu sein.Dann sah sie Cassian.Adrian.Selene.Mara.Ayla.Und schließlich sich selbst.Sie verstand:Ihre größte Schwäche war nie ihre fehlende Kraft gewesen.Es war die Überzeugung gewesen, dass sie keine Kraft besaß.Der Kreis erlosch.Lena öffnete die Augen.Sie war frei.Ayla war weg.Niemand wusste wann.Nur ein Stück Stoff lag auf ihrem Bett.Darauf stand:Vertrau niemandem.Lena spürte Panik.„Wir müssen sie suchen.“Cassian nickte.Doch Rowan sagte:„Es ist eine Falle.“„Woher weißt du das?“Rowan schwieg.Lena trat auf ihn zu.„Was weißt du?“„Sie haben sie genommen.“„Wer?“„Die Schatten.“Ayla erwachte in einem dunklen Raum.Vor ihr stand ein Mann.„Du bist stärker geworden.“Ayla erkannte ihn.„Du.“Marcus.Er lebte.Ayl
Mara kam eines Morgens zu Lena.„Kann ich mit dir reden?“Lena nickte.Mara setzte sich.„Ich habe Angst.“„Wovor?“„Dass ich dich wieder verliere.“Lena sah ihre Schwester an.„Du hast mich schon einmal verraten.“Mara senkte den Kopf.„Ich weiß.“„Und ich kann nicht einfach so tun, als wäre nichts passiert.“„Das verlange ich nicht.“Lena schwieg.Dann sagte Mara:„Ich möchte nur eine Chance.“Lena dachte lange nach.„Eine Chance bekommst du.“Mara sah auf.„Wirklich?“„Vertrauen musst du dir selbst zurückholen.“Mara nickte.„Das werde ich.“**********************************Am nächsten Morgen fehlten drei Wächter.Keine Spuren.Kein Kampf.Nur schwarze Augenabdrücke im Schnee.Ayla kniete sich hin.„Sie waren hier.“Cassian fragte:„Wer?“Ayla antwortete:„Die Schattenwölfe.“Lena spürte plötzlich etwas.Eine fremde Emotion.Hunger.Wut.Angst.„Sie kommen.“Cassian zog sein Schwert.„Wie viele?“Lena schloss die Augen.„Zu viele.“Dann hörte sie eine Stimme.Lena.Diesmal kam si
Adrian stand noch immer am Eingang der Höhle.Lena hielt Cassians Hand.„Warum wurde ich wirklich geboren?“Adrian sah zu Ayla.„Weil deine Mutter und ich glaubten, dass du diejenige sein könntest, die unsere Welt verändert.“Lena runzelte die Stirn.„Das klingt nicht nach einer Erklärung.“„Du wurdest nicht erschaffen, um Alpha zu werden.“Adrian trat näher.„Du wurdest geboren, um die Verbindung zwischen den Rudeln wiederherzustellen.“Lena schwieg.Ayla sagte leise:„Und genau deshalb hatte Marcus Angst vor dir.“Adrian nickte.„Aber Marcus war nicht der Einzige.“„Wer noch?“, fragte Cassian.Adrian sah zu den dunklen Tunneln.„Die Schatten.“Plötzlich ertönte ein Knurren.Lena drehte sich um.Am Ende des Tunnels bewegten sich zwei schwarze Augen.Dann waren sie verschwunden.Adrian wurde blass.„Sie haben uns gefunden.“Die Höhle begann zu beben.„Wir müssen raus!“, rief Cassian.Ayla versuchte aufzustehen, doch ihre Fesseln hielten sie fest.Lena kniete sich zu ihr.„Wie lösen wi
Lena hörte das Beben noch lange, nachdem die Erde wieder still geworden war.Staub rieselte von den Dächern.Die Fackeln auf dem Platz flackerten im Wind.Niemand sagte ein Wort.Alle blickten auf den schwarzen Spalt im Boden.Cassian stand direkt neben Lena.Seine Hand lag an ihrem Rücken.Nicht, um sie zurückzuhalten.Nur um ihr zu zeigen, dass er da war.„Hat sie wirklich gesagt, sie sei eine Mondwölfin?“, fragte Mara schließlich.Lena nickte.„Ja.“Mara schluckte.„Aber … das kann nicht sein.“„Warum nicht?“, fragte Jaro.„Weil Lena die letzte war.“Alle sahen zu Lena.Sie wusste selbst nicht, was sie sagen sollte.Denn genau das hatte man ihr immer erzählt.Die letzte Mondwölfin.Das letzte Kind einer Blutlinie, die längst ausgestorben sein sollte.Und nun gab es plötzlich Ayla.Eine zweite.Oder vielleicht …Lena ging wieder zum Spalt.Cassian hielt sie diesmal nicht auf.„Lena.“Sie sah hinunter.„Ich muss wissen, wer sie ist.“„Dann gehen wir gemeinsam.“Lena drehte sich zu ih
Drei Monate waren vergangen, seit Marcus das Rudel verlassen hatte.Drei Monate, seit Lena zum ersten Mal wirklich verstanden hatte, dass ihr Leben ihr gehörte.Und drei Monate, seit sie Cassian geheiratet hatte.Es hätte die glücklichste Zeit ihres Lebens sein müssen.Und an den meisten Tagen war sie es auch.Doch in manchen Nächten wachte Lena auf und wusste nicht, warum.So wie in dieser Nacht.Sie schreckte hoch.Ihr Atem ging schnell.Für einen Moment wusste sie nicht, wo sie war.Dann spürte sie die warme Hand neben sich.Cassian.Er schlief noch.Sein dunkles Haar lag zerzaust auf dem Kissen, und sein Gesicht wirkte im Schlaf ungewöhnlich friedlich. Lena musste unwillkürlich lächeln.Sie strich ihm vorsichtig eine Haarsträhne aus der Stirn.„Du bist wirklich hier“, flüsterte sie.Cassian bewegte sich kaum.„Mhm.“Lena hielt inne.„Du schläfst gar nicht.“„Jetzt nicht mehr.“Seine Stimme war verschlafen.Er öffnete die Augen und sah sie an.„Albtraum?“Lena schwieg.Sie wusste s
Cassian kam in der Nacht.Er öffnete die Tür.„Komm.“Lena sah ihn an.„Warum?“„Weil ich dich hier heraushole.“„Du bist verletzt.“Seine Lippe war aufgeplatzt.An seiner Seite war Blut.„Das ist egal.“„Cassian.“„Lena.“Sie sahen sich an.„Ich hatte Angst, dich zu verlieren.“Es war das erste Mal, dass er es sagte.Lena trat näher.„Ich hatte auch Angst.“„Vor mir?“„Nein.“Sie legte ihre Hand an seine Wange.„Vor dem, was ich für dich empfinde.“Cassian schloss die Augen.Dann küsste er sie.Nicht stürmisch.Nicht besitzergreifend.Nur vorsichtig.Als würde er ihr zeigen wollen, dass sie jederzeit zurückweichen konnte.Lena tat es nicht.Gemeinsam flohen sie.Doch Marcus wartete bereits.„Du kannst nicht weglaufen“, sagte er.Lena trat vor.„Ich laufe nicht mehr.“Ihre Augen leuchteten silbern.„Ich komme zurück.“Marcus lachte.„Du glaubst wirklich, du kannst mich besiegen?“„Nein.“Lena sah ihn ruhig an.„Ich glaube, dass du dich selbst besiegst.“Dann hörte sie die Stimmen.Hun







