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KAPITEL 55

Author: Pandax
last update publish date: 2026-06-09 06:10:52

***TRICIA***

Eine Hand tippte scharf gegen meine Schulter—einmal, zweimal—und riss mich aus dem dünnen, ruhelosen Schlaf, den ich geschafft hatte. Meine Augen flatterten auf—zuerst unfokussiert, noch schwer vor Müdigkeit, bis seine Gestalt sich über mir schärfte.

„Steh auf. Wir brechen in einer Stunde auf.“ Seine Stimme war kalt und tief. So, wie er in letzter Zeit alles sagte.

Langsam richtete er sich auf und hob eine Braue. Er trug eine schwarze Lederjacke, eng über seine breiten Schultern ge
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    ***TRICIA***Ich hasste es, wie dankbar ich mich fühlte. Wirklich. Aber in dem Moment, als Blake die hölzerne Tür des verlassenen Schuppens aufstieß, in den er uns gezerrt hatte — direkt bevor der Blizzard den ganzen Berg verschluckte — löste sich etwas in mir auf eine Weise, mit der ich nicht gerechnet hatte.„Guter Instinkt“, murmelte ich und rieb mir die Arme, während draußen der letzte eisige Wind schrillte. „Du hast uns da draußen tatsächlich gerettet.“Blake sah mich mit diesem dummen, unschuldigen Lächeln an. Sanft. Einfach. Fast jungenhaft. Es traf mich härter, als es sollte, lockerte etwas in meiner Brust. Ich hasste mich fast dafür, dass ich es bemerkte, dass ich zuließ, dass es überhaupt etwas in mir verschob.„Glücklicher Zufall“, sagte er.War es nicht. Er hatte den Sturm Minuten gespürt, bevor er über den Berg hereinbrach. Wölfe spürten so etwas nicht einmal so schnell. Aber Blake schon. Und für einen einzigen Moment schätzte ich ihn. Wirklich schätzte ich ihn.Widerlich

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    ***VERA***Ich blieb lange genug in dieser Zelle, bis die Zeit ihre Form verlor. Stunden … Tage … ich konnte es nicht sagen. Nur der kalte Stein unter meinen Beinen erinnerte mich daran, dass ich noch hier war. Noch atmete. Noch gefangen war.Sie schoben mir ein paar Mal Essen hinein. Metall, das über den Boden schabte. Ein Stück Brot. Eine Schüssel mit etwas Grauem.Ich rührte nichts davon an.Kein einziges Mal.Ich hielt nur die Augen geschlossen und klammerte mich an die einzige Wärme, die mir noch geblieben war—Conry. Seine Stimme. Seine Hände. Die Art, wie er mich ansah, als wäre ich nicht nur ein Titel oder eine Rolle. Als wäre ich etwas Echtes. Etwas, das zu ihm gehörte.Diese Erinnerungen waren das Einzige, was verhinderte, dass die Dunkelheit hier mich ganz verschluckte.Ein leises Husten kam aus der Zelle mir gegenüber.„Du isst schon wieder nicht“, sagte eine dünne Stimme. Rau. Schwach. Als wäre sie über Kies geschleift worden.Ich öffnete die Augen. Langsam.In der gegenüb

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