Mag-log inLeider …Enzo war nicht in der Stimmung für Überraschungen.„Holt mir sofort mein Telefon!“, brüllte Enzo plötzlich.Alle im Raum erstarrten – zum zehnten Mal an diesem Tag. Der Arzt trat sofort einen Schritt näher und versuchte, ihn zu beruhigen: „Herr Moretti, bitte. Sie müssen sich beruhigen.“„Beruhigen?“, schnauzte Enzo. „Ich habe nach meinem Telefon gefragt. Wo ist es?“Enzo wollte ernsthaft sein Telefon, um Nina anzurufen und sich nach ihrem Wohlbefinden zu erkundigen – ob ihre verbundene Wunde inzwischen vollständig verheilt war.Seine Erinnerungen kehrten nach und nach zurück. Plötzlich fiel ihm ein, dass ihr Telefon und das von Efany im Haus auf dem Friedhof verbrannt waren.„Dann rufe ich den Anstaltsleiter an!“, flüsterte er, während die anderen sich fragten, was er da murmelte.Der Arzt erklärte weiter:„Ihr Telefon sollte im Moment das Letzte sein, was Sie beschäftigt. Sie haben gerade einen schweren Unfall überlebt. Sie brauchen Zeit zur Erholung – und Stress könnte Ihre
Außerdem …Es war schon eine Weile her, dass sie ihren Körper einer solchen Belastung ausgesetzt hatte. Besonders einer, die mit einem Kampf verbunden war.Sie dehnte sich leicht, bevor sie aufstand.„Okay“, murmelte sie verschlafen.Die beiden gingen langsam den Flur entlang in Richtung Besucherraum. Ihre Schritte waren ungewöhnlich schleppend. Kelly spürte noch immer den Schmerz seiner Verletzungen, während Calissas Körper von dem Kampf, den sie gerade hinter sich hatte, schmerzte. Keiner von beiden sah auch nur annähernd topfit aus – aber sie erholten sich.Als sie den Flur entlanggingen, konnten einige Leute nicht anders, als zu starren. Manche blickten neugierig, andere tauschten Blicke und beugten sich zueinander, um zu flüstern.Calissa bemerkte die Aufmerksamkeit sofort. Sie runzelte die Stirn und schaute sich um. „Was reden die überhaupt?“, murmelte sie vor sich hin.Kelly hörte sie, drehte sich aber nicht um. „Lass sie reden“, sagte er ruhig und ging weiter.Calissa seufzte
„Wie geht’s dir jetzt?“„Geht’s dir schon besser?“, fragte sie, die Stimme voller echter Sorge.Kelly nickte langsam.„Ja. Mir geht’s schon viel besser.“Calissa seufzte erleichtert auf.Der Schmerz, der Kelly zuvor so gequält hatte, war beinahe vollständig verschwunden. Die Besserung war so plötzlich gekommen, dass es fast unglaubwürdig wirkte. Für einen Moment schien es, als hätte der Apotheker eine Art Zauber an ihm vollbracht. Doch es war kein Zauber gewesen.Er hatte einfach nur seinen Job perfekt gemacht. Kelly lehnte sich zurück und konnte endlich wieder atmen, ohne den unerträglichen Schmerz, der ihn noch vor Kurzem fast umgebracht hatte.Chante indessen blickte zur Tür.Sie hatte erwartet, dass Kelly viel früher zurückkommen würde, doch inzwischen waren schon mehr als zwei Stunden vergangen. „Was hält Kelly da draußen so lange auf?“, flüsterte sie.Sie drehte sich zu Master Jay um und erwartete eine Antwort. Doch Master Jay schlief bereits fest, bequem an die Couch gelehnt, di
„Ich will dich sehen! Wo bist du?“Eine Nachricht erschien auf ihrem Bildschirm.Eine unbekannte Nummer.Calissas Blick huschte unruhig durch den Flur, während sie suchte, wer da wohl schreiben könnte. Sie dachte zuerst an Kelly und richtete ihren Blick in Richtung Besucherraum.Als sie den Besucherraum erreichte, hatte sie erwartet, dass Kelly wenigstens ein Wort zu ihr sagen würde – doch aus seinem Mund kam nichts.„Er hat sich ein wenig bewegt“, sagte Calissa, das Herz vor Aufregung rasend.Chante sprang sofort von ihrem Platz auf.„Ist er jetzt wach?“, platzte es aus ihr heraus.Calissa sah, wie überdreht Chante war, und musste sie beruhigen: „Er erholt sich, mehr kann ich nicht sagen. Lass ihn erst richtig zu Kräften kommen, bevor du reingehst.“Chante zögerte noch, wollte beinahe widersprechen. Sie wollte einfach nur ihren Jungen sehen. Egal, wie erwachsen, kühl und stur Enzo inzwischen war – er blieb immer ihr Lieblingsmensch. Sie wusste, dass sie ihn in letzter Zeit mit Nina un
Er versuchte verzweifelt, sich zu erinnern, wo er dieses Gesicht schon einmal gesehen hatte.Da war etwas seltsam Vertrautes an ihr, etwas, das sich einfach nicht aus seinem Kopf verbannen ließ. Als die Frau ins Sprechzimmer des Arztes trat, folgten ihr Kellys Blicke sofort. Er musterte ihr Gesicht genau, studierte jedes Detail, als suche er in seinen Erinnerungen nach einer Antwort.Calissa tat dasselbe.Die mollige Krankenschwester kam ihm bekannt vor.Sehr bekannt.Und doch konnte keiner von beiden sofort sagen, woher. Früher, als Kelly und Calissa auf Enzos Station gewesen waren, hatten sie dieselbe Schwester gesehen – nur hatten sie ihr kaum Beachtung geschenkt. Sie hatten einfach angenommen, sie sei eine ganz normale Pflegekraft, die sich um die Patienten kümmerte.Aber sie hatte sie erkannt. Sie hatte Kelly und Calissa ganz klar gesehen. Und seltsamerweise hatte sie kein Wort gesagt. Das Überraschendste war, dass sie still geblieben war und so getan hatte, als kenne sie die bei
Das Gespräch brach ab.Gerade als der Arzt abheben wollte, war die Verbindung schon wieder weg. Er wusste nicht, was er gedrückt hatte.„Auuaaah … wieder mal das Netz“, murmelte er und ließ sich in seinen Bürostuhl fallen.Sein Telefon vibrierte erneut.Master Jay rief an. Chante hatte gedacht, der Fehler liege bei ihr, und bat Master Jay, den behandelnden Arzt anzurufen. Überall kursierten bereits Nachrichten, dass der Milliardärs-CEO Enzo in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt worden sei.Einer der Polizisten hatte Enzos Gesicht sofort erkannt, als sie ihn retteten. Er hatte ein Foto gemacht und den Namen weitergegeben, damit die Nachrichtenagenturen die Familie Moretti alarmieren konnten.Kelly machte sich auf den Weg zum Krankenhaus.Calissa ebenfalls.Plötzlich nahm der Arzt ab.Er hatte Master Jays Nummer gespeichert, daher war es leicht, die Stimme zu erkennen.„Guten Tag, Master. Hier ist der behandelnde Arzt von Enzo im National Hospital“, sagte er ruhig.„Ja, ich weiß. W
,,Kennst du sie?“, fragte Calissa.Enzo brachte kein Wort heraus. Der Schock stand ihm so tief ins Gesicht geschrieben, dass er wie gelähmt war. Calissa hatte nicht den blassesten Schimmer, dass er verheiratet war. Blitzschnell packte er Nina am Arm und zog sie unsanft in eine abgelegene Ecke neben
„Es ist allerhöchste Zeit, dass ich gehe“, sagte sie zu sich selbst.Nina nahm all ihren Mut zusammen, um Enzo in seinem Büro die Stirn zu bieten. Als sie den langen Korridor zu seinem Heiligtum hinunterschritt, spürte sie die Blicke der Angestellten und der anderen hochrangigen Persönlichkeiten im
„Herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit. Und zur Sicherung Ihres Postens als CEO.“Die Aktionäre von Knight Holdings stießen an und feierten Enzo Moretti während der Vorstandssitzung für seine neuesten Erfolge. Auch Master Jay Moretti, Enzos Vater, war anwesend. Die große feierliche Gala sollte erst s
„Sie haben kläglich versagt, Nina Whyte! Warum??? Nina?????“, hallte die Stimme des Dekans nach.Ninas Augen schnellten herauf. Nackte Angst spiegelte sich in ihrem Blick, als sie schweißgebadet aus dem Schlaf hochschreckte.Der Albtraum saß ihr noch tief in den Knochen, als sie sich aus dem Bett q







