登入„Es ist allerhöchste Zeit, dass ich gehe“, sagte sie zu sich selbst.
Nina nahm all ihren Mut zusammen, um Enzo in seinem Büro die Stirn zu bieten. Als sie den langen Korridor zu seinem Heiligtum hinunterschritt, spürte sie die Blicke der Angestellten und der anderen hochrangigen Persönlichkeiten im Gebäude auf sich ziehen. Sie tuschelten hinter vorgehaltener Hand. Die Worte waren unverständlich und leise, doch mit jedem Schritt, den Nina tat, schwoll das unruhige Geflüster um sie herum an.
Gerade als sie die Klinke herabdrücken wollte, schnappte sie Enzos Stimme auf. Er sprach mit Kelly. Sie hörte, wie er verlangte, dass der Vertrag vorzeitig beendet werden müsse, damit er seine langjährige Ex-Freundin Calissa Smith heiraten könne.
,,Sie würde wirklich eine großartige Ehefrau abgeben, nicht wahr, Kelly?“, fragte Enzo.
Es war offensichtlich, dass Enzo nach Bestätigung suchte. Kelly hingegen kannte seinen Chef nur zu gut; Enzo würde niemals den Rat eines anderen annehmen – nicht einmal den seines Vaters Jay Moretti. Er hielt sich selbst schlichtweg für unfehlbar und sakrosankt.
,,Ja……aaa, das würde sie wohl“, antwortete Kelly zögerlich, nur um seinem Boss nach dem Mund zu reden.
Calissa Smith leitete derzeit ein Multi-Billionen-Dollar-Imperium in Zuchin Top City. Es war das Unternehmen mit den meisten Aktionären und den höchsten Marktanteilen, was Investoren aus der ganzen Welt anzog. Seit Enzo davon wusste, sah er darin die perfekte Gelegenheit, um Knight Holdings international expandieren zu lassen. Er strebte eine strategische Fusion der beiden Firmen an. Eine Ehe mit ihr würde ihn und sein Unternehmen an die absolute Spitze katapultieren.
Nina stand noch immer wie erstarrt an der Türschwelle. Sie trug die wunderschöne Reizwäsche, die Efany ihr am Tag ihres Einzugs in Enzos Villa gesenkt hatte. Die Tränen waren versiegt; sie hatte sich geschworen, nie wieder wegen ihm zu weinen. Schließlich hatte sie die vertragliche Teilzahlung von Enzo bereits erhalten. Mit dieser immensen Summe konnte sie problemlos ihre Studienschulden tilgen, ihrem Onkel das beste Leben bieten und ganz nach ihren eigenen Vorstellungen leben. Auf den Rest des Geldes pfiff sie – ihre Freiheit war ihr wichtiger.
Sie stieß die Tür auf.
Als Enzo sie erblickte, verschlug es ihm den Atem. Er hatte ihr unmissverständlich verboten, jemals einen Fuß in seine Firma zu setzen. Sie war in seinen Augen nicht standesgemäß genug, um auch nur für eine Sekunde an seiner Seite gesehen zu werden.
,,Verdammt noch mal! Was zum Teufel tust du hier?“, fuhr er sie wütend an.
Sie schleuderte ihm das Dokument direkt gegen die Brust: die Papiere für die vorzeitige Auflösung ihrer Vertragsehe.
,,Unterschreib das. Jetzt“, forderte sie, während ihr Herz wie wild gegen die Rippen schlug. ,,Ich will endlich wieder nach meinen eigenen Regeln leben. Ich habe es satt, mich deinen zu beugen.“
Eine eisige, fassungslose Stille legte sich über den Raum. Kelly starrte Enzo an, und Enzo starrte zurück. Beiden fehlten die Worte. Sie versuchten aneinander vorbeizusehen, doch die Luft war wie elektrisiert.
Der Vertrag würde in wenigen Tagen offiziell auslaufen, doch Enzo hatte bereits beschlossen, ihn zu verlängern. Er wollte sie so lange an sich binden, bis die Hochzeit mit Calissa in trockenen Teilen war. Denn ein solches Arrangement mit der Elite erforderte endlose bürokratische Hürden.
Dass Nina seine Villa so einfach verlassen würde, war absolut ausgeschlossen. Dafür, dass sie den Mut besessen hatte, sich dem skrupellosen CEO in den Weg zu stellen, verdiente sie eigentlich einen Orden. Sie wartete ungeduldig darauf, dass er die Aufhebung der Ehe besiegelte. Doch das war unmöglich, da sein Anwalt nicht im Lande war. Laut Enzo war er für ein Mandat ins Ausland gereist und würde so schnell nicht wiederkommen. Oder vielleicht war das auch nur Enzos perfider Plan, um Nina weiter an sich zu binden.
Endlich fand er seine Sprache wieder.
,,Du gehst hier nicht weg, bevor ich es erlaube. Ich habe die Musik bestellt, also bestimme ich auch, wer danach tanzt“, sagte er ohne den Funken eines schlechten Gewissens.
,,Dann erwarte ab jetzt keine Loyalität mehr von mir. Du hast gerade die Hand gebissen, die dich erst in diese Position gebracht hat. Mach dich auf das gefasst, was als Nächstes kommt“, konterte Nina mit absoluter Entschlossenheit, obwohl ihre Hände vor Wut zitterten.
In seinen Augen waren das nur leere Drohungen, die ihn einschüchtern sollten. Für Nina hingegen waren seine Worte wie ein laues Lüftchen, das sofort wieder verflog. Die Situation drohte komplett zu eskalieren, sodass Kelly sich leise entschuldigte, um endlich wieder atmen zu können.
Plötzlich leuchtete das Display von Enzos Telefon auf. Es war eine Nachricht von Calissa.
„Können wir uns heute Nacht treffen?“
Ninas Blick wanderte zu dem Smartphone. Ihr Herz krampfte sich schmerzhaft zusammen.
Enzo glaubte ernsthaft, Nina hätte nicht den blassesten Schimmer, wer Calissa Smith war. Doch da hatte er sich gewaltig geschnitten. Sie hatte längst Nachforschungen angestellt; alles, was es über diese Frau zu wissen gab, wusste Nina haargenau.
,,Du gehst zu ihr, nicht wahr? Zu Calissa“, sprach sie es offen aus. Ihre Stimme zitterte ganz leicht.
Zum ersten Mal verlor Enzo die Fassung. Er wusste, dass Nina klug war, aber wie um alles in der Welt war sie an Informationen über die Frau gekommen, mit der er anbandelte? Dass sie sogar ihren Namen kannte, brachte das Fass zum Überlaufen. Er schrie sie voller Zorn an:
,,Ich bin dir keinerlei Rechenschaft schuldig! Misch dich verdammt noch mal nicht in mein Privatleben ein!“ Er funkelte sie an, als stünde er seinem schlimmsten Erzfeind gegenüber.
,,Du bist mir alles schuldig“, entgegnete sie und trat einen Schritt näher an ihn heran. ,,Ich bin deine Ehefrau, solange dieser Vertrag Gültigkeit besitzt. Wir gehören zusammen – vielleicht nicht emotional, aber auf dem Papier tun wir es definitiv.“
,,Du wirst nirgendwo hingehen.“
,,Und was, wenn ich es doch tue?“, forderte sie ihn heraus, ohne dass er überhaupt nachgehakt hatte.
,,Dann zieh dich warm an und pass gut auf dich auf“, entgegnete er düster. Ninas Herz raste in einer wilden Mischung aus Erregung und purem Überlebenswillen.
Als Enzo Anstalten machte, das Büro zu verlassen, rempelte er sie im Vorbeigehen mit seinem massiven Arm an der Seite an. Nina verlor das Gleichgewicht und drohte zu stürzen. Blitzschnell wirbelte er herum und packte ihre Hände, um sie im letzten Moment aufzufangen.
Ninas Blick verfing sich direkt in seinem. Sie konnte das Gefühl, das sie in diesem Moment durchströmte, beim besten Willen nicht erklären. Es war ein bittersüßer, elektrisierender Augenblick. Sie raunzte ihn an, er solle gefälligst hinsehen, wo er hinlaufe, um so etwas in Zukunft zu vermeiden.
Enzo war zutiefst verärgert über ihre abweisende Reaktion, doch in seinen Augen blitzten für einen Sekundenbruchteil auch Trauer und Bedauern auf. Er schritt wortlos auf die Tür zu, hielt vor einer großen Metallpforte inne, tippte einen Code ein und die Tür glitt mit einem leisen Zischen auf.
Er fuhr ab, um Calissa in einem eleganten Restaurant im exklusiven Bereich Win 9 zu treffen – einem Trakt, der ausschließlich der obersten Elite vorbehalten war und den normale Sterbliche niemals betreten durften. Doch Ninas Worte wollten ihm einfach nicht aus dem Kopf gehen. „Dann zieh dich warm an.“ Auch der verletzliche, zärtliche Blick, den sie ihm kurz vor seinem Aufbruch zugeworfen hatte, ließ ihn nicht los. Er war so in Gedanken versunken, dass er Calissa nicht einmal bemerkte, als sie bereits neben seinem Wagen stand. Erst als sie das Wort an ihn richtete, schreckte er hoch.
,,Hey! Ist alles okay bei dir? Du wirkst völlig abwesend“, fragte sie mit ehrlicher Besorgnis.
Enzo zwang sich zu einem Lächeln und führte sie hinein ins Win 9, zu dem gemütlichen, intimen Tisch, der für Menschen ihres Standes reserviert war. Kaum hatten sie Platz genommen, begannen sie zu plaudern. Enzo fragte sie nach ihren vergangenen Beziehungen, und sie tat dasselbe. Sie redeten und lachten über alte Zeiten, während sie darauf warteten, dass die Kellnerin ihr exquisites Menü servierte.
Schließlich trat die Kellnerin an ihren Tisch und stellte die edlen Speisen auf der gläsernen Kristallplatte ab. Enzo hob den Kopf, um noch eine weitere Bestellung aufzugeben. Doch in diesem Moment blieb ihm fast das Herz stehen.
Direkt vor ihm stand seine Ehefrau: Nina.
Die Nachrichten verbreiteten sich wie ein Lauffeuer.Noch bevor sie Legion City erreichten, vibrierten die Handys von Enzo, Kelly und dem Fahrer ununterbrochen. Meldungen von sämtlichen großen Nachrichtenagenturen der Stadt prasselten auf sie ein.Sie starrten einander an.Kelly blickte zu Enzo. Enzo erwiderte den Blick, während sein Herz vor Überlebensangst und dem bitteren Gefühl des Verrats rasend schlug.Dann sah er zu Nina hinüber. Sie schlief noch, doch nicht mehr tief.„Gott sei Dank“, flüsterte er. Sein Herz beruhigte sich ein wenig. Er wusste, dass er die Verräter entlarven würde.„Ist alles in Ordnung?“, fragte Efany mit ernstem Gesicht.Sie hatte den Schock in Enzos und Kellys Mienen gesehen – und wie Enzo sich zu der schlafenden Nina umwandte.Calissa rief an.Master Jay rief an.Chante rief an.Wen sollte er zuerst annehmen?Die Schlagzeile lautete:„NINA, DIE VERTRAGSEHEFRAU VON ENZO MORETTI, IST ERNEUT AUS DEM GEFÄNGNIS ENTFLOHEN. WIR SUCHEN WEITER NACH IHR UND BITTEN D
Weiter nachzuhaken war eine Untertreibung.In diesen Tagen begann Enzo, Angst vor seinen Eltern und sogar vor seinem Assistenten Kelly zu bekommen.Womit verfolgten sie ihn?Enzo erinnerte sich noch lebhaft daran, dass er Kelly nicht über seinen Aufenthaltsort informiert hatte.„Ich wollte dich überraschen und spürte, dass du in Gefahr sein könntest“, sprach Kelly sanft, mit einem selbstzufriedenen Lächeln im Gesicht.Er wusste, dass Enzo ihm trotzdem nicht glauben würde.Manchmal dachte Kelly, Enzo wäre besser als FBI-Agent geeignet als als CEO – so sehr liebte er es, Leute zu verhören.Enzo schüttelte ungläubig den Kopf.Sofort winkte er Nina, den Fahrer und ihre Freundin heran, damit sie zu ihm in Kellys Wagen stiegen. Zuerst zögerte Nina, doch schließlich kamen sie alle zu Enzo.Der Fahrer würde sich um das Auto mit den technischen Problemen kümmern.Nina erblickte endlich die mysteriöse Person, die hinter dem Lenkrad die ganze Zeit gehupt hatte. Doch Nina wusste, dass Kelly etwas
Er konnte die Anrufe nicht mehr zählen.Sie kamen aus allen Richtungen.Calissa rief an. Chante und Master Jay riefen an.Enzo wusste in diesem Moment nicht, wessen Anruf er annehmen sollte. Gerade als er aus dem Wagen steigen wollte, vibrierte sein Handy zum neunten Mal an diesem Tag.Nina streckte den Kopf vor, um zu sehen, wer sein Telefon mit Anrufen bombardierte. Sie versuchte alles, sah aber nichts. Außerdem war das nicht ihr Problem. In Ninas Kopf kreiste nur der eine Gedanke: wie sie dem Gefängnis und Enzos Leben für immer entkommen konnte.Calissa ruft an …………Er wusste nicht, warum sie anrief, aber er vertraute darauf, dass es ihr gut ging. Schließlich hatte er ihr Anwesen vor wenigen Tagen verlassen, nachdem er nach dem Rechten gesehen hatte.Enzo wusste selbst nicht mehr, auf welcher Seite er stand. Auf Calissas oder auf Ninas.Offensichtlich wählte er Nina – zumindest bis sein Vertrag auslief.Abrupt nahm er ab, als er ausstieg.Das Auto hörte nicht auf zu hupen, der Ton
Ein pechschwarzes Multi-Milliarden-Dollar-Auto stand direkt vor Enzos Wagen und blockierte ihnen den Weg vollständig.Enzos Fahrer versuchte sofort alles, was in seiner Macht stand, um das Auto wieder in Bewegung zu bringen. Er drückte wiederholt den Startknopf, prüfte das Lenkrad und trat aufs Gaspedal. Er probierte jede nur erdenkliche Methode, den Motor neu zu starten.Nichts geschah. Das Auto blieb vollkommen stumm.Dabei war mit Enzos Wagen absolut nichts nicht in Ordnung. Hätte es auch nur den geringsten technischen Defekt gegeben, hätte Enzo dieses Fahrzeug niemals für die Fahrt gewählt.„Was zum Teufel ist hier los?“ fragte Enzo, die Stimme voller Misstrauen, während sein Blick zwischen Nina, Efany und dem Fahrer hin und her wanderte.Nina antwortete nicht.Efany hingegen war bereits tief eingeschlafen. Sie hatte keine Ahnung, was um sie herum vorging.Der Fahrer hatte keine Antwort. Er starrte nur auf das Armaturenbrett und versuchte verzweifelt herauszufinden, was da passiert
Sie waren von Enzo Moretti erstochen worden.Efany kannte Enzo nicht persönlich – Nina schon.Nachdem Nina Efany Wasser zu trinken gegeben hatte und sich aufrichtete, wandte sie sich den maskierten Männern zu. Da sah sie jemanden, der die Männer durchsuchte, um sicherzustellen, dass sie schwer verwundet waren.„Uhhhhhggggg!“, stöhnte einer von ihnen und verstummte jäh.Als Nina nähertrat, stieß sie hastig ein Gebet aus …„Liebes Universum, bitte behüte uns.“Sie betete immer zu dem, was sie für richtig hielt. Während sie noch einen Schritt näher kam, begann Efany wieder zu sich zu kommen.Schließlich erreichte Nina die Stelle, an der die maskierten Männer reglos lagen. Beide waren tot. Was auch immer die Person benutzt hatte, um sie zu erstechen – es war tief eingedrungen. Aus dem Nichts nahm Nina all ihren Mut zusammen und tippte dem Durchsuchenden auf die Schulter. Siehe da – die Person drehte sich um.„Enzo!“, schrie sie.Enzo wäre ihr als Letzter in den Sinn gekommen, wenn so etwas
„Efany Coker!“Der Name entkam Ninas Lippen in einer Mischung aus Schock, Unglauben und Erleichterung.In dem Moment, als die Maske von Efanys Gesicht gerissen wurde, veränderte sich etwas in ihr. Sie wurde noch aggressiver.Die Angst und Unsicherheit, die sie anfangs gebremst hatten, schienen vollständig zu verschwinden. Mit entlarvter Identität kämpfte Efany mit allem, was sie hatte. Sie wand sich, trat, stieß mit den Ellbogen und rang gegen die beiden maskierten Männer mit einer so unerwarteten Kraft, dass sie beinahe die Kontrolle über sie verloren. Sie waren zutiefst überrascht, wie stark und mutig Efany war.Einer von ihnen drehte sich um, um sicherzustellen, dass Nina in Sicherheit war.Danach warfen die beiden Männer sich frustrierte Blicke zu.„Halt sie ordentlich fest!“, knurrte einer.„Ich versuche es doch!“, fauchte der andere.Doch Efany machte es ihnen nicht leicht. Tausend Gedanken rassten durch ihren Kopf. Wer waren diese Männer? Warum hatten sie sie entführt?Und wahrs
,,Kennst du sie?“, fragte Calissa.Enzo brachte kein Wort heraus. Der Schock stand ihm so tief ins Gesicht geschrieben, dass er wie gelähmt war. Calissa hatte nicht den blassesten Schimmer, dass er verheiratet war. Blitzschnell packte er Nina am Arm und zog sie unsanft in eine abgelegene Ecke neben
„Herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit. Und zur Sicherung Ihres Postens als CEO.“Die Aktionäre von Knight Holdings stießen an und feierten Enzo Moretti während der Vorstandssitzung für seine neuesten Erfolge. Auch Master Jay Moretti, Enzos Vater, war anwesend. Die große feierliche Gala sollte erst s
„Sie haben kläglich versagt, Nina Whyte! Warum??? Nina?????“, hallte die Stimme des Dekans nach.Ninas Augen schnellten herauf. Nackte Angst spiegelte sich in ihrem Blick, als sie schweißgebadet aus dem Schlaf hochschreckte.Der Albtraum saß ihr noch tief in den Knochen, als sie sich aus dem Bett q
„Fassen Sie mich gefälligst vorsichtiger an, Kumpel.“Die Polizisten schleppten Nina zu der Zelle, in der sie ihre Strafe absitzen sollte. Sie stießen sie ohne jedes menschliche Mitgefühl vorwärts. „Ihre Tat ist wirklich absolut abscheulich. Ich kann nur hoffen, dass die Person, die Sie vergiftet h







