Sieben Jahre Kälte, dann vom Boss verwöhnt

Sieben Jahre Kälte, dann vom Boss verwöhnt

By:  SternentascheUpdated just now
Language: Deutsch
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Seit sieben Jahren war Livia Ahlborn mit Julian Hartmann verheiratet – doch nicht ein einziges Mal hatte er sich mit ihr in der Öffentlichkeit gezeigt. Mit seiner eigenen Studentin dagegen feierte er plötzlich Hochzeit. Seine Mutter und sein Sohn erschienen nicht nur gemeinsam zur Feier, sie vertrieben Livia auch noch erbarmungslos vom Fest. Julian verlangte von ihr eine Entschuldigung, seine Mutter schämte sich für sie, und ihr eigener Sohn wollte sie nicht mehr als Mutter. Nachdem sie erneut von ihrer eigenen Familie verstoßen worden war, begriff Livia endlich: Es war Zeit, sich selbst zu lieben. Sie wollte keine Frau Hartmann mehr sein. Und auch ihren Sohn gab sie auf. Für Julian stand fest: Livia hatte sich damals schamlos in sein Bett geschlichen, nur um ihn zur Heirat zu bringen. Ohne den Titel „Frau Hartmann“ kam sie unmöglich zurecht. Was er nicht ahnte: Die Frau, auf die er immer herabgesehen hatte, war in Wahrheit eine geniale Wissenschaftlerin, die mit ihrem Fachwissen seine gesamte Familie in die Knie zwingen konnte. Und auch an herausragenden Männern, die um sie warben, mangelte es ihr nicht – ganz im Gegenteil. Als sich das Missverständnis endlich auflöste und Julian die Wahrheit erfuhr, geriet er in Panik. Doch da hatte einer der mächtigsten Männer, der keinen Widerspruch duldete, Livia längst fest für sich beansprucht. Schicht für Schicht kam Livias wahre Identität ans Licht – und weckte erneut den Argwohn der leiblichen Erbin einer der mächtigsten Familien des Landes. Was niemand ahnte: Die vermeintlich falsche Erbin Livia war in Wahrheit die einzige rechtmäßige Erbin dieser Familie. Später flehte ihr von Reue zerfressener, jämmerlicher Ex-Mann: „Livi, es tut mir leid. Lass uns wieder heiraten.“ Livia: „Verschwinde, du dreckiger Hund.“ Der Sohn: „Mama, willst du mich nicht mehr?“ Livia: „Tut mir leid, du bist gar nicht mein Sohn.“ Damian: „Schatz, wie wäre es, wenn wir eins bekommen?“ Livia: „Tja, du bist noch in der Probezeit.“

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Chapter 1

Kapitel 1

„Guten Tag, spreche ich mit Frau Hartmann? Hier ist Nele von der Hochzeitsagentur. Ich hätte noch ein paar Details zum Hochzeitsablauf, die ich mit Ihnen abstimmen müsste.“

Livias Hand, die gerade die Suppe umrührte, hielt plötzlich inne. Sie war heute guter Laune und antwortete lächelnd: „Ja, ich bin Frau Hartmann. Allerdings bin ich mit Herrn Hartmann bereits seit sieben Jahren verheiratet – wir planen im Moment keine Hochzeit.“

Die Frau am anderen Ende zögerte kurz, dann fragte sie nach: „Habe ich mich verwählt? Sind Sie nicht Frau Lina Berger, die Ehefrau von Herrn Julian Hartmann?“

Klirr ...

Der Löffel fiel Livia aus der Hand und schlug auf den Boden. Bei diesen Worten begann es in ihren Ohren zu rauschen.

„Hallo? Sind Sie noch dran? Sind Sie Frau Lina Berger?“

Livia wurde bleich. „Ich ... ich bin es nicht ...“

„Entschuldigung, dann habe ich mich wohl verwählt.“ Nach der Entschuldigung legte die Frau sofort auf.

Doch Livia konnte sich nicht beruhigen – denn ihr Mann hieß Julian Hartmann.

Sie hatte Julian mit einundzwanzig geheiratet, war seit sieben Jahren standesamtlich mit ihm verbunden und hatte einen sechsjährigen Sohn.

Auch der Name Lina Berger war ihr nicht fremd – sie war früher Julians Studentin gewesen und arbeitete inzwischen im Labor seiner Firma.

Immer wieder hatte sie diesen Namen aus Julians Mund gehört, und jedes Mal hatte er nur lobende Worte für Lina gefunden.

Livia glaubte nicht, dass dieser Anruf grundlos bei ihr gelandet war – zumal die Frau von Anfang an sowohl Julians als auch Linas Namen ganz genau gekannt hatte.

Um zehn Uhr abends saß Livia allein im weitläufigen Wohnzimmer auf dem Sofa und wartete auf Julian. Mehrmals hatte sie versucht, ihn zu erreichen, doch er war nicht ans Telefon gegangen.

Kurz vor elf rief er schließlich zurück.

Noch bevor Livia etwas sagen konnte, drang seine kühle, tiefe Stimme durch den Hörer, deutlich gereizt: „Ich hab zu tun. Kannst du nicht einmal vernünftig sein?“

Livias Brust schnürte sich zusammen. Sie wusste nicht mehr, seit wann sie in seinen Augen zu dieser „unvernünftigen“ Ehefrau geworden war.

„Kommst du heute Nacht noch nach Hause?“, fragte sie leise.

„Nein. Am Wochenende muss ich auf Geschäftsreise, deshalb schlafe ich heute im Büro.“

„Soll ich ...“

Livia wollte gerade fragen, ob sie ihm etwas Gepäck zusammenpacken und vorbeibringen sollte, als im Hörer plötzlich eine Frauenstimme zu hören war – nicht laut, aber deutlich genug.

„Herr Professor, schnell, die Hochzeitsagentur ...“

„Gut, reden wir später. Ich hab die nächsten Tage viel zu tun, nerv mich nicht mit Sachen von zu Hause.“

Bevor Livia den Satz der Frau zu Ende hören konnte, hatte Julian bereits aufgelegt.

Trotzdem hatte sie das Wort „Hochzeitsagentur“ deutlich gehört.

Eine tiefe Kälte breitete sich von ihrem Herzen bis in jeden Winkel ihres Körpers aus.

Als es hell wurde, saß Livia bereits im Auto auf dem Weg in die Nachbarstadt.

Sie hatte die ganze Nacht kein Auge zugetan; ihre Augen waren gerötet und geschwollen, ihr Gesicht bleich vor Erschöpfung. Unruhig starrte sie aus dem Fenster.

Nach einer Nacht voller quälender Gedanken hatte sie beschlossen, sich mit eigenen Augen davon zu überzeugen, ob diese Hochzeit echt war.

Die Adresse hatte sie sich mit einer anderen Nummer besorgt, indem sie bei der Hochzeitsagentur angerufen und sich als Interessentin ausgegeben hatte. Die Mitarbeiterin hatte sich nichts dabei gedacht und ihr die Adresse anstandslos genannt.

Während sie noch in Gedanken versunken war, kam ein Anruf von jemandem herein, der sich schon lange nicht mehr bei ihr gemeldet hatte.

Livia sah auf den Namen auf dem Display, zögerte einen Moment, dann nahm sie ab.

„Leon.“ Ihre Stimme war rau, ihr Hals wie ausgetrocknet.

„Livi, wie schön, dass du rangehst!“ Er klang eindeutig erfreut. „Du weißt ja, warum ich dich anrufe, also mach ich es kurz. Das Institut braucht dich wirklich dringend. Wenn du zurückkommst, übernimmst du die Leitung des Forschungszentrums. Was hältst du davon?“

Livia war nicht in bester Stimmung, ihre Stimme klang gedämpft. „Leon, mit dir und Professor Ahlborn am Institut macht es doch kaum einen Unterschied, ob ich zurückkomme oder nicht.“

„Wie kannst du das sagen“, drängte er, „das Quantenoszillator-Labor hast du doch ganz allein aufgebaut, du weißt genau, was diese Forschung für das ganze Feld bedeutet. Außerdem gehört dir die Leitung sowieso – wenn du vor sieben Jahren nicht ... ach, ich vertrete dich doch nur. Soll ich das etwa mein Leben lang tun?“

Livia war innerlich viel zu aufgewühlt, ihre Gedanken ein einziges Durcheinander. Nach der durchwachten Nacht konnte sie weder klar denken noch irgendetwas beantworten.

„Leon, lass mich darüber nachdenken. Ich melde mich.“

Die Kleinstadt war überschaubar, und Livia fand das Hotel, in dem die Hochzeit stattfand, schnell – es war das einzige gehobene Hotel am Ort.

In der Lobby stand unübersehbar ein großformatiges Hochzeitsfoto von Braut und Bräutigam.

Die Braut auf dem Foto war süß und strahlte über das ganze Gesicht – man sah ihr an, wie glücklich sie war und wie sehr sie ihren Bräutigam liebte.

Livias Blick wanderte von der Braut zum Bräutigam. Das attraktive Gesicht des Bräutigams – unverkennbar das ihres Mannes Julian – stach ihr schmerzhaft ins Auge.

„Wer sind Sie?“ Ein Ehepaar mittleren Alters kam auf sie zu, der Mann musterte Livia misstrauisch. „Sie stehen schon eine ganze Weile vor dem Hochzeitsfoto meiner Tochter und meines Schwiegersohns. Sind Sie zur Hochzeit gekommen?“

Tochter? Schwiegersohn?

Es waren also Linas Eltern.

„Ich suche Julian Hartmann, ich bin seine ...“

„Ach, Sie gehören zur Familie des Bräutigams!“

Herr Berger unterbrach sie, überzeugt, sie gehöre zur Familie des Bräutigams.

Ganz falsch lag er damit nicht – sie gehörte tatsächlich dazu. Nur war sie keine entfernte Verwandte, sondern Julians rechtmäßige Ehefrau.

„Mhm.“ Livia nickte.

Sofort strahlte das Ehepaar Berger vor Freude. Frau Berger hakte sich vertraulich bei Livia ein. „Warum kommen Sie denn so spät? Kommen Sie schnell, die Zeremonie fängt gleich an.“

Livia ließ sich widerstandslos von dem Ehepaar Berger zum Festsaal führen.

Unterwegs redete Frau Berger ohne Punkt und Komma: „Wissen Sie, wir mögen unseren Schwiegersohn Julian wirklich sehr. Gutaussehend, hochgebildet, aus guter Familie – an ihm gibt es einfach nichts auszusetzen. Dass unsere Lina ihn heiratet, damit bin ich absolut zufrieden.“

Livia starrte wie betäubt auf Frau Bergers faltiges, glückliches Gesicht – ihre Freude war unverkennbar echt. „Ist Julian denn gut zu Lina?“

„Und ob!“, mischte sich diesmal Herr Berger ein, unverhohlen stolz. „Nicht nur zu Lina, auch zu unserer ganzen Familie war er großartig. Er hat erst vor Kurzem Linas jüngerem Bruder eine Arbeitsstelle besorgt, und beim Bau unseres Hauses hat er uns ebenfalls geholfen. Die ganzen Möbel darin hat er auch gekauft – alles Importware.“

„Letzten Monat hatte ich Magenschmerzen, und Lina hat dem Krankenhaus hier nicht getraut. Also stellte Julian den Kontakt zu einem großen Krankenhaus in der Provinzhauptstadt her. Er begleitete Lina bei allem, besorgte mir ein VIP-Zimmer und sorgte sogar dafür, dass der Chefarzt und der Klinikdirektor mich persönlich untersuchten“, fuhr Frau Berger fort.

„Dabei war es am Ende nur verdorbenes Essen, und du hast getan, als läge dein letztes Stündlein bevor“, brummte Herr Berger missmutig über seine Frau – sein Gesicht verriet trotzdem unverkennbaren Stolz.

Livias Arm, den Frau Berger noch immer festhielt, verkrampfte sich kurz.

Sie dachte an ihre eigene Operation im letzten Monat zurück, bei der ihr ein Schilddrüsentumor entfernt worden war. Für den Eingriff und die ersten Tage danach hätte sie die Unterstützung und Begleitung eines nahen Angehörigen gebraucht. Sie hatte Julian rechtzeitig Bescheid gegeben, und er hatte versprochen, sich die Zeit dafür zu nehmen.

Doch am Tag der Operation war er einfach nicht erschienen – Anrufe hatte er entweder abgelehnt oder gar nicht erst angenommen.

Am Ende hatte Livia sämtliche Formalitäten allein erledigt, und für die drei Tage nach der Operation hatte sie sich mit einer kurzfristig vom Krankenhaus organisierten Pflegekraft behelfen müssen.

Als sie ihn später zur Rede stellte und wissen wollte, warum er nicht gekommen war, hatte Julian geantwortet, dass er an diesem Tag einen ihm sehr wichtigen älteren Menschen zum Arzt begleitet hatte.

Als sie weiter nachhakte, war er ungeduldig geworden: „Livia, kannst du nicht einmal vernünftig sein? Es war doch nur eine Schilddrüsen-OP, davon stirbt man nicht! Weißt du überhaupt, wie viel ich zu tun habe? Ich hab dir doch Geld für eine Pflegekraft gegeben!“

Beim Anblick der überglücklichen Bergers breitete sich in Livias Brust ein feiner, stechender Schmerz aus.

Die „ihm sehr wichtige ältere Person“, von der Julian damals gesprochen hatte – das war also Linas Mutter gewesen ...

Die Bergers wollten noch mehr erzählen, doch in diesem Moment kam eine Mitarbeiterin der Hochzeitsagentur und drängte sie, sich zu beeilen – die Zeremonie begann gleich.

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