LOGINSeit sieben Jahren war Livia Ahlborn mit Julian Hartmann verheiratet – doch nicht ein einziges Mal hatte er sich mit ihr in der Öffentlichkeit gezeigt. Mit seiner eigenen Studentin dagegen feierte er plötzlich Hochzeit. Seine Mutter und sein Sohn erschienen nicht nur gemeinsam zur Feier, sie vertrieben Livia auch noch erbarmungslos vom Fest. Julian verlangte von ihr eine Entschuldigung, seine Mutter schämte sich für sie, und ihr eigener Sohn wollte sie nicht mehr als Mutter. Nachdem sie erneut von ihrer eigenen Familie verstoßen worden war, begriff Livia endlich: Es war Zeit, sich selbst zu lieben. Sie wollte keine Frau Hartmann mehr sein. Und auch ihren Sohn gab sie auf. Für Julian stand fest: Livia hatte sich damals schamlos in sein Bett geschlichen, nur um ihn zur Heirat zu bringen. Ohne den Titel „Frau Hartmann“ kam sie unmöglich zurecht. Was er nicht ahnte: Die Frau, auf die er immer herabgesehen hatte, war in Wahrheit eine geniale Wissenschaftlerin, die mit ihrem Fachwissen seine gesamte Familie in die Knie zwingen konnte. Und auch an herausragenden Männern, die um sie warben, mangelte es ihr nicht – ganz im Gegenteil. Als sich das Missverständnis endlich auflöste und Julian die Wahrheit erfuhr, geriet er in Panik. Doch da hatte einer der mächtigsten Männer, der keinen Widerspruch duldete, Livia längst fest für sich beansprucht. Schicht für Schicht kam Livias wahre Identität ans Licht – und weckte erneut den Argwohn der leiblichen Erbin einer der mächtigsten Familien des Landes. Was niemand ahnte: Die vermeintlich falsche Erbin Livia war in Wahrheit die einzige rechtmäßige Erbin dieser Familie. Später flehte ihr von Reue zerfressener, jämmerlicher Ex-Mann: „Livi, es tut mir leid. Lass uns wieder heiraten.“ Livia: „Verschwinde, du dreckiger Hund.“ Der Sohn: „Mama, willst du mich nicht mehr?“ Livia: „Tut mir leid, du bist gar nicht mein Sohn.“ Damian: „Schatz, wie wäre es, wenn wir eins bekommen?“ Livia: „Tja, du bist noch in der Probezeit.“
View MoreDer Zugangscode war noch derselbe. Livia gab ihn ein und trat ohne zu zögern ein.Unten im Wohnzimmer tobten Lina, die noch immer ihren Schlafanzug trug, und Elias ausgelassen auf dem Sofa herum.„Hahaha! Tante Lina, das kitzelt so ... Es tut mir leid! Es tut mir leid! Ich erschreck dich nie wieder, nur um dich aus dem Bett zu kriegen, hahaha ...“„Elias, du kleiner Frechdachs! Du hast dich doch tatsächlich als Gespenst verkleidet, um mich zu erschrecken! Jetzt bekommst du deine Strafe!“ Mit beiden Händen kitzelte Lina Elias sanft an seinen kitzligsten Stellen. Der Kleine kugelte sich vor Lachen auf dem Sofa, ohne auch nur im Geringsten verärgert zu wirken. Im Gegenteil: Er hatte sichtlich Spaß.Livia stand im Flur und sah sich die Szene schweigend an. In ihrer Brust schien sich Sand festgesetzt zu haben, der schmerzhaft scheuerte.Livia konnte sich nicht mehr erinnern, wann Elias zuletzt kuschelnd in ihren Armen gelegen und mit ihr gemeinsam gelacht hatte.Livia war davon ausgegangen,
Dann fiel Julian noch etwas ein. Er fuhr fort: „Was deine Familie angeht ... Sobald ich wieder etwas Zeit habe, fahre ich selbst hin und erkläre alles.“Derzeit war er wirklich völlig ausgelastet. Er musste sich auf das für nächste Woche angesetzte Treffen mit der neu ernannten Leiterin des Forschungszentrums am Institut von Professor Ahlborn vorbereiten und gleichzeitig die Angelegenheiten des Unternehmens regeln. Ausgerechnet jetzt stand außerdem seine Beförderung zum ordentlichen Professor an. Nebenbei sollte er seinem Vater auch noch bei der Suche nach jenem spurlos verschwundenen Go-Genie helfen.Kurzum, eine komplizierte Angelegenheit jagte die nächste, und Julian fand einfach keine freie Minute.Doch Livia blieb in dieser Frage äußerst unnachgiebig, und Julian wollte sich deswegen nicht länger mit ihr streiten. Also beschloss er, erst dann selbst hinzufahren und alles zu erklären, wenn er endlich Zeit dafür fand.Bei der Erwähnung ihrer Familie senkte Lina den Blick. „Nicht nöti
Elias rannte in die Küche. Als Erstes fiel sein Blick auf eine Gestalt in Livias Schlafanzug, die mit dem Rücken zu ihm geschäftig am Herd hantierte.„Mama!“, rief Elias laut. Er wollte gerade fragen, was Mama ihm zum Frühstück gemacht hatte, als sich die Frau am Herd umdrehte.„Guten Morgen, kleiner Elias.“ Lina lächelte und begrüßte ihn freundlich.Elias erstarrte.Nicht Mama. Tante Lina ...In diesem Moment kam auch Julian dazu. Als er Lina in Livias Schlafanzug sah, stutzte er kurz.Als Lina bemerkte, dass Julians Blick auf dem Schlafanzug ruhte, erklärte sie hastig: „Oh, ich hab gestern Abend zu lange mit Elias gespielt, und Petra war da schon längst im Bett. Ich wollte sie nicht extra wecken, nur um mir einen Schlafanzug auszuleihen, also hab ich einfach ... na ja ... ohne zu fragen einen von Ihrer Frau genommen. Entschuldigen Sie, Herr Professor. Ich wasche ihn natürlich, bevor ich ihn zurückgebe.“Julian nahm den Blick von ihr und maß der Sache keine weitere Bedeutung bei. „Kei
Im Schein des Handydisplays verdunkelte sich Linas Blick kurz, und sie presste leicht die Lippen aufeinander.Als Lina wieder aufsah, zeigte sie wieder ihre verständnisvolle Miene. „Herr Professor, es ist schon spät. Jetzt, wo Sie wieder da sind, brauche ich mir um Elias keine Sorgen mehr zu machen. Ich ...“ Lina setzte Elias ab, der sich noch immer fest an sie klammerte. „... gehe dann mal.“Julian hob den Arm und sah mit leicht gerunzelter Stirn auf seine Armbanduhr. „Willst du zurück ins Krankenhaus oder in deine Wohnung?“Lina lächelte, doch darin lag etwas Bitteres. „Auf meiner Station ist inzwischen Nachtruhe. Jetzt komme ich dort nicht mehr rein. Und was meine Wohnung angeht ... Ich komme schon zurecht und suche mir einfach ein kleines Hotel.“„Nein.“ Julian widersprach sofort, ein Anflug von schlechtem Gewissen in seinen Augen. „Du bist doch nur wegen Elias von so weit hergekommen. Bleib einfach heute Nacht hier. Morgen früh bringe ich dich dann selbst zurück.“„Äh ...“ Lina zö











