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Autor: Major_Canis
last update Fecha de publicación: 2026-10-17 12:00:39

Die Tür des Raumes, in dem Adrian und Tara miteinander gesprochen hatten, öffnete sich schließlich.

Tara trat mit demselben ruhigen Gesichtsausdruck heraus, den sie auch gehabt hatte, als sie einige Minuten zuvor den Raum betreten hatte. Keine Tränen, keine nennenswerte Veränderung in ihrer Miene. Als hätte das kurze Gespräch ihre Entscheidung, die sie lange vor dem Betreten diese

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  • Du hast sie gewählt. Ich nahm mir alles.   [147]

    Einige Tage bevor die Nachricht des Ermittlungsteams einging, war die Berichterstattung über die weitere Entwicklung des Verfahrens gegen Adrian, in das die Namen von Kara und Helena verwickelt waren, tatsächlich wieder aufgeflammt. Diesmal richtete sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit jedoch nicht mehr auf Adrians Urteil.Der Fokus verlagerte sich allmählich auf die beiden Namen, gegen die noch immer ein Gerichtsverfahren lief, insbesondere auf Kara und Helena. Fast jede Verhandlung war von Journalisten überfüllt, doch für Tara war all das inzwischen nur noch Hintergrundrauschen, das ihre Aufmerksamkeit nicht mehr fesselte.Gelegentlich sah sie auf ihrem Handy Ausschnitte aus den Nachrichten. Kara, die sich früher gegen jeden Kommentar gewehrt hatte, ging nun häufiger mit gesenktem Kopf. Wenn jemand sie außerhalb des Gerichtssaals provozierte, erwiderte sie nichts mehr. Wenn Journalisten mit scharfem Ton Fragen stellten, schwieg sie nur.Selbst als einige Leute spotteten, währe

  • Du hast sie gewählt. Ich nahm mir alles.   [146]

    Einige Wochen nachdem die großen Schlagzeilen abgeklungen waren, fand Taras Leben langsam wieder seinen Rhythmus. Es gab keine hektischen Morgen mehr, kein ständig klingelndes Telefon wegen Neuigkeiten über den Prozess und auch nicht mehr das Gefühl, dass jeder ihrer Schritte von anderen beobachtet wurde.Jetzt musste Tara sich an den meisten Morgen nur noch um eine einfache Sache kümmern: sicherzustellen, dass Liora frühstückte, bevor sie zur Schule ging.„Trink die Milch aus“, sagte Tara und stellte ein Glas Milch vor Liora auf den Tisch.Liora nickte gehorsam. „Ja, Mommy.“Tara lächelte leicht, als sie sie ansah. Früher hatte das gemeinsame Frühstück mit Liora sie oft unter Druck gesetzt. Das lag daran, dass das kleine Mädchen sich manchmal anstrengend und egoistisch verhielt und das Gefühl hatte, dass sich alles nach ihren Wünschen richten musste.Doch jetzt begann Tara, gerade solche kleinen Momente zu genießen. Liora hatte sich verändert. Tara konnte diese Veränderung wirklich s

  • Du hast sie gewählt. Ich nahm mir alles.   [145]

    An diesem Morgen kehrten Kara und Helena erneut zum Büro der Ermittler zurück, um der Vorladung zur weiteren Vernehmung nachzukommen. Kein Luxuswagen brachte sie mehr dorthin. Kein berühmter Anwalt ging an ihrer Seite. Nur ein Rechtsbeistand einer gemeinnützigen Hilfsorganisation war ihnen zugewiesen worden, um sicherzustellen, dass ihre Rechte während der Vernehmung gewahrt blieben.Für Kara fühlte sich die Situation wie eine neue Demütigung an. Früher war sie es gewohnt, überall mit den besten Leuten aufzutauchen, die bereitstanden, um sie zu verteidigen. Jetzt musste sie die Hilfe einer Organisation annehmen, von der sie zuvor nicht einmal etwas gehört hatte.Sie wurden in denselben Vernehmungsraum geführt. Ein langer Tisch, zwei Stühle für sie und mehrere Ermittler, die bereits mit dicken Akten vor sich auf sie warteten. Kara saß mit geradem Rücken da und versuchte, ihre Ruhe zu bewahren. Doch schon nach der ersten Frage begann sie zu erkennen, dass diese Vernehmung anders war.„W

  • Du hast sie gewählt. Ich nahm mir alles.   [144]

    Bei diesem Ruf drehte Adrian sich um, noch immer schwer atmend. Dünn rann Blut aus seiner Schläfe, seine Lippe war aufgeplatzt, und sein ganzer Körper schmerzte von den Schlägen, die er eingesteckt hatte. Doch dieser Schmerz war beinahe nichts im Vergleich zu der Demütigung, die er gerade erlebt hatte.Zwei Wärter packten ihn fest an den Armen, während mehrere andere Beamte die Häftlinge zurück auf ihre Plätze scheuchten.„Ich habe nicht angefangen“, sagte Adrian mit schwerer Stimme.Einer der Wärter sah ihn scharf an. „Wir haben es gesehen.“Adrian schwieg. Er wollte widersprechen und sagen, dass der Mann ihn tagelang beleidigt hatte. Fast alle in diesem Raum hatten immer wieder

  • Du hast sie gewählt. Ich nahm mir alles.   [143]

    Der Gefangenentransporter kam schließlich vor dem Haupttor der Justizvollzugsanstalt zum Stehen. Das hoch aufragende Eisentor öffnete sich langsam und gab den Blick auf ein altes Gebäude mit schmutzig-grauen Mauern frei, das von Stacheldraht umgeben war. Adrian hob langsam den Kopf.Zum ersten Mal, seit das Urteil verkündet worden war, traf ihn die Realität mit voller Wucht. Dies war keine vorübergehende Untersuchungshaft. Auch kein Gerichtssaal, in dem ihm noch Hoffnung geblieben war. Hier würde er zwanzig Jahre seines Lebens verbringen.„Aussteigen“, befahl der Beamte mit tonloser Stimme.Adrian und Leonard stiegen nacheinander aus. Die Handschellen um ihre Handgelenke klirrten leise bei jedem Schritt. Mehrere Justizvollzugsbeamte warteten bereits am Ei

  • Du hast sie gewählt. Ich nahm mir alles.   [142]

    An diesem Morgen verließ Kara die Wohnung früh. Sie trug den schlichtesten Arbeitsanzug, der noch in ihrem Koffer lag. Keine Markenkostüme mehr und keine teuren Taschen, die sie gewöhnlich zu den verschiedensten Geschäftsterminen begleiteten. All dieser Luxus war Kleidung gewichen, die nicht einmal ein wenig von ihrer Würde zurückbringen konnte.Bevor sie ging, sah Helena sie eine Weile an. „Bist du dir sicher, dass du heute Arbeit suchen willst?“Kara nickte kurz. „Ich habe keine andere Wahl.“Sie schloss die Tür, ohne auf eine Antwort zu warten. Während der Fahrt öffnete sie die Jobbörsen-App und kontaktierte mehrere Unternehmen, die noch Bewerber suchten. Doch immer wieder erhielt sie dieselben Antworten.

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