LOGINDer eine Bruder brach ihr das Herz. Der andere schloss sie in sein Herz. Doch keiner von ihnen geahnte, welch gefährliches Spiel sie begonnen hatten. Um die Erdrückenden Schulden ihrer Familie zu begleichen, wird Katherine Hayford wie eine Ware verkauft. Von da an ist sie der Willkür und Grausamkeit des wohlhabenden Damian Blackwood ausgeliefert. Verzweifelt plant Katherine ihre Flucht, um ihr altes Leben für immer hinter sich zu lassen. Doch ihr Plan wird vereitelt – ausgerechnet von dem einen Mann, der ihr die Freiheit schenken könnte. Derek, Damians Zwillingsbruder, ist nach Jahren aus dem Schatten zurückgekehrt. Er hat Katherine nie vergessen – das Mädchen, das ihn als Kind gerettet hat. Doch er hütet ein Geheimnis, das sie beide zerstören könnte. Indem er sich als ihr grausamer Ehemann ausgibt, schleicht er sich in Katherines Leben und schenkt ihr jene Mitgefühl und Liebe, die sie für immer verloren geglaubt hatte. Was passiert, wenn Damian von dieser verbotenen Beziehung erfährt? Und was geschieht, wenn Katherine erkennt, dass der Mann, in den sie sich verliebt, nicht an ihrer Seite sein darf?
View MoreIch hatte nicht geschlafen. Die ganze Nacht hatte ich zusammengekauert auf dem harten Boden am Bettrand verbracht, die Knie fest an die Brust gezogen, und blind in die Dunkelheit gestarrt.Als endlich der Morgen graute, war das Licht, das in die Hauptsuite fiel, blendend hell, zu rein für einen Raum, der sich so schmutzig anfühlte. Die Satinlaken auf dem Bett waren makellos weiß.Bis auf die Mitte.Ein großer, gezackter Fleck aus bräunlichem Rot färbte den Stoff.Getrocknetes Blut.Eine körperliche Erinnerung an das, was mir gestohlen worden war. Mein Haar war verfilzt von Schweiß, meine Augen vom Weinen geschwollen und schwer, mein ganzer Körper schmerzte in einer tiefen, hohlen Wundheit, die mich wünschen ließ, zu schrumpfen, bis ich aufhörte zu existieren.Ich wollte einfach nur sterben.Ein scharfes Klopfen an der Schlafzimmertür ließ mich vom Boden hochfahren, mein Herz hämmerte gegen die Rippen.„Junge Herrin? Ich bin Rosa, die Haushälterin", rief eine sanfte Stimme durch das Ho
Als ich aus dem Bad kam, war das Schlafzimmer leer.Ich hielt inne und umklammerte den Kragen des flauschigen Seidenbademantels, den ich hinter der Tür gefunden hatte. Vielleicht ist er gegangen.Ein kleiner, verzweifelter Atemzug der Erleichterung entwich meiner Brust. Ich wusste, was an einer Hochzeitsnacht traditionell erwartet wurde, aber die Wirklichkeit, es mit einem Mann zu vollziehen, der mich ansah wie einen Gegenstand, war grauenhaft.Während ich nach etwas Passendem zum Anziehen suchte, bemerkte ich eine Tür, die mir zuvor nicht aufgefallen war. Die Neugier war stärker, ich ging hinüber und drehte den Griff.Ich schnappte leise nach Luft.Es war ein riesiger begehbarer Kleiderschrank, hell erleuchtet und mit maßgefertigten Regalen ausgestattet. Die linke Seite war gefüllt mit maßgeschneiderten Herrenanzügen und Mänteln; die rechte Seite war ganz mit Designerkleidung für Frauen bestückt, alles exakt auf meine Größe geschneidert.Ich ging den Gang entlang, gesäumt von Nachtwä
Drei Wochen.Mehr brauchte es nicht, um eine Hochzeit von solchem Prunk auf die Beine zu stellen, dass sie mehr kostete, als die meisten Menschen in fünf Leben verdienen würden.Während der leise Klang der Vorspielmusik aus den Gärten unten heraufhallte, stand ich vor dem bodentiefen Spiegel und betrachtete mein Spiegelbild in einem atemberaubenden Designerkleid.An dem Tag, der der glücklichste im Leben einer Frau sein sollte, brachte ich nicht einmal ein schwaches Lächeln zustande. Ich bekam das Märchen, von dem jedes Mädchen träumt: ein extravaganter Veranstaltungsort, ein unbezahlbares Seidenkleid, ein Saal voller Größen der Nation, alles war perfekt, bis auf den Bräutigam.Die Tür klickte auf, und meine Mutter trat ein. Sie sah sich im Zimmer um, seufzte leise und nahm meinen Spitzenschleier von der Frisierkommode.„Lächle, Liebling! Heute ist dein Hochzeitstag", sagte sie und trat hinter mich. „Du willst doch in Jahren nicht in dein Hochzeitsalbum schauen und dich schmollend seh
Im vierzigsten Stock von Hayford Corp. war die Luft dick und die Stimmung zum Ersticken.Ich stand hinter der Glaswand und beobachtete still das Geschehen. Mein Bruder Marcus Hayford konnte keinem der Aktionäre in die Augen sehen. Das konnte er nie, wenn die Zahlen schlecht waren.Ich kniff die Augen zusammen. Es war offensichtlich, dass diese Sitzung wegen ihm einberufen worden war.„Meine Damen und Herren des Vorstands", sagte mein Dad, seine Stimme fest, obwohl ihm der Schweiß auf der Stirn glänzte. „Wir haben zweiundsiebzig Stunden, bevor die Gläubiger die Kredite fällig stellen."Im Raum brach ein Tumult los.Mein Dad schlug mit der flachen Hand auf den Mahagonitisch.„Genug! Wir müssen uns auf eine Lösung konzentrieren. Wir stehen kurz vor dem Abschluss eines großen Vertrags mit den Blackwoods, und ich muss wohl nicht betonen, was das für unseren Aktienkurs bedeutet."„Und was sollen wir Ihrer Meinung nach tun? Wir haben Sie davor gewarnt, Ihrem Sohn einen derart riesigen Auftra

















