LOGINZwei Herzen, gezeichnet von einem Verrat, der von einem Monster orchestriert wurde. Tristan Delyon, der stürmische Erbe, kehrte aus der Armee zurück, verwandelt in eine Waffe der Rache. Er glaubte den Lügen seines Vaters, Cassius, und verließ die große Liebe seines Lebens, Aurora, und ließ sie vollkommen der Gnade des Schurken ausgeliefert. Aurora Dupont Delyon, eine talentierte Goldschmiedin, überlebt als Trophäenfrau und Gefangene des Mannes, der sie zwang zu heiraten, um die Schulden der Familie zu begleichen. Unter einer Maske aus Kälte und Eleganz verbirgt sie ein explosives Geheimnis: Der Sohn, den Cassius für seinen Erben hält, ist in Wahrheit Tristans Sohn. Als die beiden sich wiederbegegnen, ist die Anziehung ein Sturm, doch das Misstrauen eine Mauer. Tristan muss seine Loyalität beweisen, und Aurora muss entscheiden, ob sie dem Mann vertrauen kann, der sie einst zerstört hat. Doch in einem Spiel, in dem der Feind der eigene Architekt ihrer Leben ist, ist jeder Schritt ein Risiko. Bis zu welchem Punkt kann man einem ehemaligen Liebhaber vertrauen, der sich in ein Monster verwandelt hat? Und wie viel muss man opfern, um den Sohn zu schützen, der der lebende Beweis ihrer verbotenen Liebe ist?
View MoreDie Sonne am frühen Nachmittag, gefiltert durch die Magnolien, malte den Garten mit Flecken aus Licht und Schatten. Es war einer der wenigen Orte in der Villa, an denen ich Luft atmen konnte, die nicht nach Unterdrückung roch.Ich saß auf einer Eisenbank, mein Skizzenbuch offen auf dem Schoß, und versuchte, die Kurve eines Astes einzufangen, die Textur eines Blattes. Irgendetwas, das nicht das Gesicht war, das beharrlich unter meinem Kohlestift entstand: die starke Linie des Kiefers, die vollen Lippen und die Augen, die wie Eis brannten.Meine Finger waren schwarz von Grafit, doch das Bild, das sich formte, waren nicht die Bäume. Es war er. Immer er.Eine Bewegung vor mir holte mich zurück. August, mein kleiner grünäugiger Geheimnis, rannte einer Schmetterling hinterher, seine Schritte noch etwas unbeholfen. Sein Lachen, ein seltener und kostbarer Klang, hallte in der stillen Luft wider. Es war die einzige echte Musik an diesem Ort orchestrierter Stille.Er stolperte im Gras und fiel
Die Fotosession endete mit einem bitteren Geschmack in meinem Mund. Jedes erzwungene Lächeln von Aurora, jeder Blick, den sie von mir abwandte, jeder Zentimeter ihrer Haut, den ich unter dem Deckmantel der familiären Pose berührt hatte, nährte eine stille Wut in mir.Löwe war unruhig, unzufrieden. Die Farce war notwendig, doch jede Minute in diesem goldenen Käfig, in dem sie so nah und doch so fern war, war eine Form der Folter.Und dann war da noch der Junge. August.Als ich mich neben ihm für das Foto hinhockte, geschah etwas Seltsames. Seine grünen Augen, einen Ton heller als meine, betrachteten mich mit einer Neugier, die mehr als kindlich war.Es lag eine merkwürdige Vertrautheit darin, die meine Brust zusammendrückte. Eine Mischung aus Wut und Ohnmacht brannte in meinem Blut.Er war der Sohn meines Vaters, das endgültige Symbol von Cassius’ Macht über Aurora. Eine weitere Falle, die er geschaffen hatte, um sie für mich unerreichbar zu machen.Cassius fand mich im Flur, sein Blic
Noch bevor das erste Tageslicht den Himmel ritzte, war ich bereits auf den Beinen. Mein Körper schmerzte mit einem dumpfen, vertrauten Schmerz, ein Überbleibsel von Cassius’ „Bekräftigung“. Doch der physische Schmerz war nur eine Unannehmlichkeit im Vergleich zu dem Paniksturm, der mein Blut gefrieren ließ.Mit mechanischen Bewegungen ging ich ins Badezimmer. Aus meinem Necessaire, versteckt hinter teuren Kosmetikflakons, holte ich einen kleinen Umschlag. Darin eine einzige Pille, heimlich von Thaïs besorgt, meine einzige Rettungsleine. Die Pille danach.Ich steckte sie in den Mund und versuchte, sie ohne Wasser zu schlucken. Sie blieb an meinem trockenen Hals kleben, bitter und zäh, ein Geschmack von Verzweiflung und Erleichterung. Ich schluckte trocken und spürte, wie sie sich einen brennenden Weg in meinen Magen bahnte. Es war ein widerliches Ritual, eine kleine, stille Rebellion. Mein größter Stolz, mein größtes Glück und mein tiefstes Geheimnis war, dass August, der Junge, den Ca
Die Party war vorbei. Der letzte Gast war gegangen und hatte das futile Geplapper mitgenommen, sodass nur die schwere Stille der Villa zurückblieb. Eine Stille, die gefüllt werden musste.Tristans Vorstellung im Garten, diese ohnmächtige Wut angesichts ihrer Verachtung, war ein köstliches Schauspiel gewesen. Aber jetzt war es an der Zeit, den Sieg zu festigen. Die Machtlinien zu bekräftigen, die mein Sohn mit seiner bloßen Anwesenheit zu herauszufordern gewagt hatte.Ich stieg die Treppe ohne Eile hinauf. Der Flur zu ihren Gemächern war lang und still. Die Tür war nicht verschlossen. Sie schloss nie ab. Wohin sollte sie auch gehen?Ich öffnete die Tür, ohne anzuklopfen. Das Zimmer lag in Halbdunkel, nur das Licht aus dem Badezimmer warf ein goldenes Rechteck auf den Teppich. Und dann trat sie heraus.Aurora. Nur in einen weißen Seidenmantel gehüllt, das Haar noch feucht und in dunklen Strähnen über ihre Schultern fallend. Das Wasser tropfte von den Spitzen, durchtränkte den Stoff und





