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last update publish date: 2026-10-08 08:12:36

Scott trank seinen Tee. Es war sehr gemütlich hier am Kamin – warm und einladend. Wenn er nur nicht das Gefühl gehabt hätte, als hätte jemand seinen Kopf in eine riesige Nussknacker-Zange geklemmt und dabei auch noch einige der Gedanken, Assoziationen und Vertrautheiten mitgehen lassen, die ihn normalerweise ausmachten.

Aber woher wusste er überhaupt, wie er normalerweise war? Er wusste nicht, was er glauben sollte. Er hatte zwar noch Kindheitserinnerungen; er kannte seine Familie und seinen Jo
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  • EIN GRUND ZU HEIRATEN   163

    Er nickte. „Ich war so fest entschlossen, Bruce zu ruinieren, indem ich seine Schwester Jennifer benutzte, aber dann habe ich dich getroffen. Und ohne es überhaupt zu versuchen, hast du irgendetwas in mir berührt. Du hast dafür gesorgt, dass es mir nicht mehr egal war. Du hast mich davor bewahrt, ein Monster zu werden, und mich dazu gebracht, mich um wichtigere Dinge als Rache zu kümmern. Verdammt, ich habe mich sogar mit Jennifer angefreundet. Sie hat nach dem Unfall versucht, mich zu erreichen, aber meine Mutter und meine Schwester waren in so einer Zeit einfach noch nicht bereit, sie um sich zu haben.“„Oh, Scott …“„Als ich diesen Unfall hatte, war ich auf dem Weg zu dir. Ich wollte dir sagen, dass ich dich vermisst habe. Ich bin immer noch vor meinen Gefühlen für dich weggelaufen und war nicht bereit, mir meine Gefühle selbst einzugestehen, aber ich habe dich vermisst … unglaublich sehr. Und ich war auf dem Weg zu dir … um es dir zu sagen … Und genau da habe ich … ich … Was ich d

  • EIN GRUND ZU HEIRATEN   162

    „Du siehst gut aus. Ich meine, du siehst gesund aus – vollkommen erholt“, sagte Vivian.„So fühle ich mich auch.“ Er zog eine dunkle Augenbraue hoch. „Lädst du mich gar nicht erst hinein?“„Natürlich!“ Sie öffnete die Tür weit, und als er in den Flur trat, dachte sie, dass die Tatsache, dass er überhaupt hatte fragen müssen, Bände über die Distanz sprach, die zwischen ihnen gewachsen war. Genau wie die Tatsache, dass er sie nicht berührt hatte – und der kühl-distanzierte Ausdruck auf seinem dunklen Gesicht, der keinerlei Anstalten dazu machte. Sie trat ihm verlegen gegenüber.„Wo wollen wir uns hinsetzen?“Er fragte sich, wie sie reagieren würde, wenn er das Schlafzimmer vorschlüge; doch obwohl das nicht gerade der letzte Gedanke in seinem Kopf war, war das nicht der Grund, warum er heute hierhergekommen war. „Ist es warm genug, um draußen zu sitzen?“„Ich denke schon. Soll ich uns einen Kaffee machen und ihn auf den Balkon bringen?“Aber ihm stand der Sinn nicht nach einem gesellscha

  • EIN GRUND ZU HEIRATEN   161

    Vivian konnte nichts weiter tun als nicken. Sie konnte Scotts Mutter nichts von ihren Problemen erzählen, also umarmte sie sie einfach und wünschte ihr alles Gute. „Bitte sagen Sie Sara, dass es mir sehr leidtut, dass ich sie vor meiner Abreise nicht mehr sehen konnte“, sagte sie und verließ daraufhin das Haus. Erst als sie in ihrem Auto saß und davonfuhr, ließ sie ihren Tränen freien Lauf.Vivian verbrachte den Abend damit, wie eine verlorene Seele in ihrem Haus herumzuwandern, unfähig, sich auf irgendetwas zu konzentrieren, und ihr Herz sprang ihr beinahe aus der Brust, als ihr Telefon zu klingeln begann.Sie riss es an sich, als sie den Anrufer sah. „Hallo?“„Vivian.“„Oh, Scott!“ Sie stieß einen leisen Seufzer der Erleichterung aus, entsetzt über die Erkenntnis, dass sie halb damit gerechnet hatte, nie wieder von ihm zu hören. Aber das hätte einen Mangel an Mut seinerseits bedeutet, und an Mut fehlte es ihm ganz sicher nicht. „Geht es dir gut?“, fragte sie.Gut? Scott sah sich um,

  • EIN GRUND ZU HEIRATEN   160

    Sie hatte das Gefühl, als späche er das Wort wie ein Fremdwort aus. „Ja, wir.“Er lächelte, aber Vivian empfand es als ein kühles Lächeln, obwohl er die Spitze ihrer Nase mit seinen Lippen berührte.„Ich weiß, dass wir eine Beziehung hatten und dass es eine sehr angenehme Beziehung ist.“Sehr angenehme? Er ließ es klingen wie ein Stück klassischer Musik, das im Radio lief!„Ich verstehe“, sagte Vivian.Er fragte sich, ob sie das wirklich tat, aber im süßen Nachglühen des Liebesspiels war sein Geist nicht untätig gewesen. „Wollen wir uns anziehen und uns etwas zu trinken holen?“Wäre es jemand anderes gewesen, hätte sie vielleicht gedacht, er suche nach flüssigem Mut, aber Scott war nicht der Typ Mann, der Alkohol brauchte, um sich zu einer Äußerung durchzuringen, egal wie unangenehm sie sein mochte.Sie spürte, dass das Ende nahte, und dass sie ihm, wenn es so weit war, ruhig und mit Würde entgegensehen würde. „Gegen einen Drink hätte ich nichts einzuwenden“, sagte sie beiläufig.Er m

  • EIN GRUND ZU HEIRATEN   159

    Er hatte sich verändert. Die dunklen Augen waren nicht mehr so unruhig. Der blitzende, raubtierhafte Blick des Hais war verschwunden.Aber ein Stoß für sein Gedächtnis könnte ihn doch sicher zurückbringen, oder? Und der kaltblütig ehrgeizige Scott McCall könnte wieder aus dem Kokon seines Komas hervortreten.„Bereit?“, fragte sie.Er ließ seine Hand über ihr Haar gleiten und folgte ihr mit der schmetterlingsleichten Berührung seiner Lippen auf ihrem Nacken. „Vielleicht sollten wir noch eine Weile zurück ins Bett gehen?“, murmelte er.Vivian schloss die Augen, versucht. Wenn es eine Sache gab, die Scott schnell zurückgewonnen hatte, dann war es seine Qualität als Liebhaber. „Aber wir sind doch gerade erst aufgestanden!“, wandte sie ein.„Der Arzt hat gesagt, ich soll mich so viel wie möglich ausruhen.“„Ich glaube, deine Vorstellung von Ausruhen und die des Arztes sind nicht ganz dieselbe“, erwiderte Vivian. Widerstrebend zog sie ihren Nacken zurück. „Sollen wir fahren oder ein Stück z

  • EIN GRUND ZU HEIRATEN   158

    Er holte leise tief Luft, um seine Bewunderung zu bekunden, als sie vor ihm stand – gehüllt in nichts als hauchzarte Unterwäsche aus weicher, grüner Spitze, während ihre Haut wie Seide schimmerte. Ihre Brüst quollen über den tief geschnittenen BH, und das passende Höschen ließ ihre Beine endlos lang wirken.Er musste sie schon früher so gesehen haben, und doch schien es ihm, als hätte er sie nie wirklich betrachtet. Als hätte er nie den seidigen Fall des dunklen Haares geschätzt, das kaskadenartig über ihre Schultern fiel.„Herrgott“, murmelte er. „Du bist unglaublich. Einfach unglaublich.“„Nein, ich bin echt.“ Sie begann, sein Hemd aufzuknöpfen.„Du trägst all das, während ich fast gar nichts anhabe“, beschwerte sie sich.Er lachte leise auf und hielt den Atem an, als ihre Handflächen leichte, sinnliche Kreise über seine Brustwarzen zogen. „Du trägst viel zu viel, oh, Vivian –“Dies, als sie seine Hose öffnete und mit den Fingerspitzen seine pralle Härte neckte. Er schob seine Hand

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