LOGINSie war eine solche Nervensäge. Er war siebzehn … und sie war dreizehn. Jensen fand heraus, dass sie die lästige Angewohnheit hatte, im denkbar schlechtesten Moment aufzutauchen. In wirklich peinlichen Momenten. Wie damals, als er hinter dem Haus saß und eines der Biere seines Vaters trank. Oder als er sich hinter dem alten Brunnen mit irgendeinem Mädchen knutschte.
Einmal jagte er sie bis zu ihrem Haus hinterher. Er war entschlossen, ihr eine Lektion zu erteilen … ihr beizubringen, sich nicht mit ihm anzulegen. Aber als er sie einholte, konnte er es einfach nicht. Er ließ sie laufen. Dann sah er zu, wie sie versuchte, den Sand von ihrer Kleidung zu klopfen. Ihr Gesicht war rot.
Er lächelte. „Kitty Kat“, sagte er.
Sie antwortete, indem sie ihn einen Idiot nannte.
Einmal stahl sie ihm eine Packung Zigaretten und brach sie alle entzwei. Er rauchte sie nicht einmal, er trug sie nur mit sich herum, um cool auszusehen. Er wusste einfach nicht, was er mit ihr anfangen sollte.
Es war die Hölle. Sie trug jetzt Make-up. Er sagte ihr, es sei hässlich, sie sehe albern aus und versuche viel zu sehr, älter zu wirken.
Sie sagte ihm, er sehe aus wie ein Streber.
Sie ging ihm gehörig auf die Nerven. Und ihr Bruder Jon lachte nur darüber. So war Katherine nun mal. Nervig. Er müsse sich daran gewöhnen, sagte Jonathan.
Aber so nervig sie auch war: Sie buk die besten Kekse, die er je gegessen hatte … und Cupcakes. Und als ihr klar wurde, dass er sie mochte, brachte sie ihm jedes Mal welche mit, wenn sie buk. Sie verpackte sie in einem mit Butterbrotpapier ausgelegten Schuhkarton und brachte sie ihm.
Manchmal brachte sie sie ihm mit in die Schule. Als sie älter wurden, wurde ihm klar, dass sie sich um ihn sorgte … dass sie ihn mochte. Er wusste das. Und er mochte sie auch … aber eben nur wie die kleine Schwester seines besten Freundes, redete er sich damals ein. Sie war nicht seine Freundin. Er würde sich doch nicht mit irgendeinem Kind anfreunden.
Dann hatte er seine Eltern verloren … und es hatte verdammt wehgetan.
Niemand hatte ihn je weinen sehen … aber sie schon.
Alle seine Familienmitglieder, Freunde und Wohlwollenden waren in seinem Haus. Jeder hatte ein paar tröstende Worte für ihn übrig. Worte, durch die er sich nicht ein bisschen besser fühlte.
Manche sagten: „Lass mich wissen, wenn ich irgendetwas für dich tun kann“, und gingen davon, noch bevor sie überhaupt erfuhren, ob es irgendetwas gab, das sie tun konnten.
Einige der Frauen brachten Essen … irgendetwas, um ihn dazu zu bringen, etwas zu sich zu nehmen. Aber er rührte nichts an.
Sein Großvater würde sich von nun an um ihn und seine Geschwister kümmern.
Er hatte keinen Appetit, irgendetwas zu essen. Er hatte sich tief drinnen elend gefühlt. Leer. Tot.
Und dann öffnete er die Tür und fand Katherine mit einer Schachtel Kekse vor sich. Sie hatte kein Wort gesagt. Kein „Mein Beileid zu deinem Verlust“ oder „Lass mich wissen, wenn ich etwas tun kann“. Sie hatte ihn einfach aus ihren großen, hellen Augen angeblinzelt und ihm die Schachtel überreicht.
Sie verließen beide das Haus. Gingen zu einer Stelle auf dem Pfad, der zum Fluss führte, und setzten sich zusammen auf einen Felsen. Sie saß so nah bei ihm, dass er die Wärme spüren konnte, die von ihr ausging, wo sich ihre Schultern fast berührten. Sie sagten nichts. Sie aßen einfach die Kekse.
Die Kekse und ihre Anwesenheit hatten dafür gesorgt, dass er sich besser fühlte – für eine Weile.
Dann erinnerte er sich an seine Eltern. Er würde sie nie wiedersehen. Nichts würde das je ändern. Plötzlich wollte er allein sein … Er wollte wegrennen und sich vor allem verstecken. Vor jedem.
Und so sagte er ihr, sie solle gehen … Sie tat es.
Und dann hatte er da gesessen und sein Gesicht in den Knien vergraben geheult. Er dachte, er sei allein. Dann hörte er eine Bewegung. Sie war zurück … oder sie war nie weggewesen. Er starrte sie an. Er war wütend auf sie, weil sie geblieben war. Er mochte es nicht, dass sie ihn hatte weinen sehen. Aber er hatte nicht die Kraft, sie anzuschreien, obwohl er es so dringend wollte.
Sie verschränkte die Hände und ließ den Kopf hängen. Sie ging direkt auf ihn zu und setzte sich wieder.
Dann tat sie etwas, womit er nie gerechnet hatte.
Sie weinte mit ihm.
Nach diesem Tag kamen sie sich näher. Nah genug, um Jonathan ein wenig eifersüchtig zu machen. Er sagte Katherine oft, sie solle sich gefälligst mit ihren eigenen Freunden treffen. Aber das schien ihr nichts auszumachen.
Sie half ihm, den Tod seiner Eltern zu überwinden. Und er passte in der Schule auf sie auf. So wie er auf seine Schwester aufpasste. Manchmal gingen sie zusammen zur Schule oder fuhren gemeinsam im Bus.
Er erinnerte sich daran, wie er eines Tages mit ihr im Bus gesessen hatte. Ihre Freundin Eva war an diesem Tag nicht zur Schule gekommen. Sie saß alleine da und blickte aus dem Fenster. Ihm gefiel es nicht, wie sie aussah, also hatte er seine Freunde verlassen und sich zu ihr gesetzt. Sie war so glücklich gewesen.
Sie folgte ihm immer noch oft hinterher. Aber es nervte ihn nicht mehr so sehr wie früher – obwohl es das manchmal doch noch tat. Er nannte sie immer noch Kitty Kat. Und sie sagte ihm jedes Mal, er solle das lassen. Aber er tat es trotzdem, weil er es liebte, sie zu necken. Sie sah so drollig aus, wenn sie wütend wurde.
Dieser Felsen am Fluss wurde zu ihrem Stammplatz. Sie gingen zusammen dorthin, mit ein paar ihrer Kekse. Und sie aßen, redeten und stritten über fast alles. Warum der Himmel und der Ozean blau waren, wie Flugzeuge flogen und warum Motoren Öl brauchten. Sie redeten auch über jede Menge albernes Zeug.
Als er fürs Studium wegging, war sie sehr aufgelöst. Sie weinte. Sie wollte nicht, dass er ging. Er würde sie auch vermissen, aber er freute sich gleichzeitig riesig auf das College. Sie hielten eine Weile Kontakt … Aber dann wurden die Anrufe und Nachrichten immer seltener und hörten schließlich ganz auf. Jonathan erzählte ihm, dass sie zu einer ihrer Tanten gezogen war, als sie aufs College kam.
Danach sah er sie jahrelang nicht mehr.
Das nächste Mal, als er sie sah, hatte er seinen College-Abschluss gemacht und war wieder zu Hause. Er sollte eigentlich zusammen mit Dillon in das Unternehmen ihrer Eltern einsteigen. Aber tief im Inneren wusste er, dass er etwas Eigenes erschaffen wollte. Er hatte nicht damit gerechnet, sie zu sehen. Niemand hatte ihm erzählt, dass sie zurück war.
Sie vergrub die Hände in seinem Haar, krallte sich in ihn und drückte sein Gesicht im Rhythmus ihres eigenen Verlangens an sich, um sich auf die nächste Stufe zu befördern —„Oh, Jensen!“, murmelte sie, während sie seine Zunge regelrecht fickte, die sie hart und punktgenau mitten auf ihrer empfindlichsten Stelle leckte. Seine Zunge öffnete sich, heißes Fleisch auf dem ihren, während er ihr eine gezielte und ausgiebige Liebkosung schenkte.Zwei völlig unterschiedliche Empfindungen brachten das Fass endgültig zum Überlaufen: Jeder Muskel in ihr spannte sich an, während ihre triefende Öffnung sich an seinen Finger klammerte und sie sein Gesicht wie eine Stute ritt, während seine Zunge unermüdlich arbeitete, um ihren Rausch aufrechtzuerhalten.„Da! Oh, genau da, Jensen!“, stöhnte sie. Ihre Hände ballten sich im Orgasmus zu Fäusten, ihr Körper bebte, während sie immer wieder murmelte: „Oh Gott! Oh Gott!“ Sie war nicht im Geringsten hemmungsvoll. Er sorgte dafür, dass es ihr vollkommen egal
„Was bleibt mir denn sonst übrig?“, erwiderte Katherine. „Ich kann dich schließlich nicht zwingen zu bleiben.“„Du könntest mich dazu bringen … wenn du nur wolltest“, sagte er.Sie antwortete nicht. Sie legte den Kopf in den Nacken, blickte zu ihm auf und starrte ihn an, und er verspürte einen widerwilligen Anflug von Bewunderung dafür, wie gefasst sie sich nun gab. Ein Anflug von Bewunderung, ja – und noch etwas anderes, etwas, dem er nicht einmal einen Namen geben wollte. Etwas, das ihn dazu veranlasste, plötzlich den Abstand zwischen ihnen zu überbrücken.Die Badewanne befand sich direkt hinter ihrem Rücken; Katherine konnte nirgendwohin ausweichen. Er lächelte innerlich. Wenn er also seine Hand ausstreckte und seine Finger in ihrem Nacken verschränkte, konnte sie nur dastehen und zulassen, dass er auf sie hinabsah – mit einer Mischung aus Erheiterung und Spott in den Augen, wie sie sicher war.„Wie wäre es damit?“, schlug er vor. „Das könntest du tun.“ Seine Stimme klang rauer als
Katherine blickte von seinem kalten Blick weg. Trotz all ihrer Bemühungen zitterte sie, und sie hoffte inständig, dass er es nicht sehen konnte.Eine völlige Überraschung war es für sie natürlich nicht. Auf irgendeine Weise hatte sie gewusst, dass es so kommen würde. Besonders als sie ihm gesagt hatte, dass sie nicht mit ihm zusammen sein könne, weil sie nicht wisse, ob sie ihm vertrauen könne.„Ich habe viel nachgedacht“, fuhr Jensen fort. „Und ich finde, dass ich was Besseres verdiene … von dir. Verdammt noch mal, ich rufe an und schreibe Nachrichten und du ignorierst mich. Ich mag in der Vergangenheit gewaltig Bockmist gebaut haben, und Gott weiß, wie leid mir das tut, und wenn ich könnte, würde ich es rückgängig machen. Aber ich habe alles getan … alles, seit du zurück bist, nur um zu beweisen, wie sehr ich dich will – aber irgendwie kassiere ich ständig nur ein Nein als Antwort. Immer kommt irgendwas dazwischen und …“„Das letzte Mal bist DU dazwischengekommen … Du bist derjenige
Katherine rührte sich nicht. Sie konnte es nicht. Sie fühlte sich wie erstarrt. Das schwache Gefühl der Orientierungslosigkeit, das sie beim Aufwachen verspürt hatte, schien ihre Fähigkeit zu sprechen zu lähmen. Aus irgendeinem Grund hatte sie das Gefühl, Zeit zu brauchen, um sich wieder zu fassen.Nachdem sie sich beim letzten Mal, als sie gesprochen hatten, so lächerlich gemacht hatte, war sie davon ausgegangen, dass das nächste Gespräch zu ihren Bedingungen stattfinden würde – und nicht zu seinen.„Verdammt noch mal, Kat!“, hörte sie ihn fluchen. „Kat, ich weiß, dass du da drin bist. Deine Mutter war so nett mir zu sagen, dass du heute zu Hause sein würdest.“ Seine Stimme wurde immer ungeduldiger. „Komm schon, mach die Tür auf. Willst du etwa, dass ich wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses oder so etwas verhaftet werde?“Jemand anderen, der sich weniger wahrscheinlich wegen so etwas verhaften lassen würde, konnte sich Katherine kaum vorstellen. Jensen Packard war viel zu selbstbe
„Ach, wirklich?“, sagte Katherine. „Dann sag mir bitte wie. Denn offensichtlich mache ich es falsch.“„Es gibt kein Richtig oder Falsch, Kat. Du musst dir einfach erlauben zu heilen.“„Du kannst mir nicht sagen, wie ich heilen soll, Jensen“, sagte Katherine. Und an dem Klang ihrer Stimme erkannte er, dass sie zu weinen begann. All die angestauten Gefühle, die sie zu verbergen und zu unterdrücken versucht hatte, brachen plötzlich mit voller Wucht wieder hervor.„Mein Vater ist tot, Jensen“, fuhr Katherine fort. Die Tränen flossen nun ungehemmt. „Ich werde ihn nie wiedersehen. Habe ich dir eigentlich erzählt, dass ich mich nicht einmal von ihm verabschieden konnte? Nun, das konnte ich nicht. Weil ich nicht wahrhaben wollte, dass er im Sterben lag. Ich konnte mich nicht von meinem Vater verabschieden. Also versuch bitte nicht, mir zu sagen, wie ich trauern soll. Er wollte, dass ich weitermache und glücklich werde, und genau das werde ich tun.“Da er es nicht ertragen konnte, sie so leide
Ein Gefühl wilden Triumphs schoss Katherine durch den Kopf. Sie hatte also doch seine Aufmerksamkeit. Es war ein riesiger Schritt nach vorn, aber was nützte es ihr, wenn er nicht bereit war, danach zu handeln? Und sie wusste, dass sie verdammt egoistisch war, aber aus irgendeinem Grund konnte sie einfach nicht aufhören zu reden.„Du glaubst also, ich brauche jetzt deinen Schutz?“, warf sie ihm entgegen.„Das ist das Letzte, woran ich denke.“ Der nachdrückliche Klang seiner Stimme war wie Donner in ihren Ohren, Donner in ihrem Herzen. „Ich meine, ich denke, du brauchst jemanden, der für dich da ist, besonders jetzt. Aber ich meine nicht Schutz im Sinne eines großen Bruders … Was auch immer du damit meinst.“Katherine rollte mit den Augen. Sie wollte Taten sehen. Und Taten bekam sie reichlich. Er trat näher und wirbelte ihren Körper herum, sodass sie ihm gegenüberstand. Die Hand, die ihren Arm gepackt hatte, hob sich, ihre Finger fuhren durch ihr Haar und zogen ihren Kopf nach hinten, s







