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Author: Whendhie
last update publish date: 2026-08-06 04:35:55

Sie war eine solche Nervensäge. Er war siebzehn … und sie war dreizehn. Jensen fand heraus, dass sie die lästige Angewohnheit hatte, im denkbar schlechtesten Moment aufzutauchen. In wirklich peinlichen Momenten. Wie damals, als er hinter dem Haus saß und eines der Biere seines Vaters trank. Oder als er sich hinter dem alten Brunnen mit irgendeinem Mädchen knutschte.

Einmal jagte er sie bis zu ihrem Haus hinterher. Er war entschlossen, ihr eine Lektion zu erteilen … ihr beizubringen, sich nicht mit ihm anzulegen. Aber als er sie einholte, konnte er es einfach nicht. Er ließ sie laufen. Dann sah er zu, wie sie versuchte, den Sand von ihrer Kleidung zu klopfen. Ihr Gesicht war rot.

Er lächelte. „Kitty Kat“, sagte er.

Sie antwortete, indem sie ihn einen Idiot nannte.

Einmal stahl sie ihm eine Packung Zigaretten und brach sie alle entzwei. Er rauchte sie nicht einmal, er trug sie nur mit sich herum, um cool auszusehen. Er wusste einfach nicht, was er mit ihr anfangen sollte.

Es war die Hölle. Sie trug jetzt Make-up. Er sagte ihr, es sei hässlich, sie sehe albern aus und versuche viel zu sehr, älter zu wirken.

Sie sagte ihm, er sehe aus wie ein Streber.

Sie ging ihm gehörig auf die Nerven. Und ihr Bruder Jon lachte nur darüber. So war Katherine nun mal. Nervig. Er müsse sich daran gewöhnen, sagte Jonathan.

Aber so nervig sie auch war: Sie buk die besten Kekse, die er je gegessen hatte … und Cupcakes. Und als ihr klar wurde, dass er sie mochte, brachte sie ihm jedes Mal welche mit, wenn sie buk. Sie verpackte sie in einem mit Butterbrotpapier ausgelegten Schuhkarton und brachte sie ihm.

Manchmal brachte sie sie ihm mit in die Schule. Als sie älter wurden, wurde ihm klar, dass sie sich um ihn sorgte … dass sie ihn mochte. Er wusste das. Und er mochte sie auch … aber eben nur wie die kleine Schwester seines besten Freundes, redete er sich damals ein. Sie war nicht seine Freundin. Er würde sich doch nicht mit irgendeinem Kind anfreunden.

Dann hatte er seine Eltern verloren … und es hatte verdammt wehgetan.

Niemand hatte ihn je weinen sehen … aber sie schon.

Alle seine Familienmitglieder, Freunde und Wohlwollenden waren in seinem Haus. Jeder hatte ein paar tröstende Worte für ihn übrig. Worte, durch die er sich nicht ein bisschen besser fühlte.

Manche sagten: „Lass mich wissen, wenn ich irgendetwas für dich tun kann“, und gingen davon, noch bevor sie überhaupt erfuhren, ob es irgendetwas gab, das sie tun konnten.

Einige der Frauen brachten Essen … irgendetwas, um ihn dazu zu bringen, etwas zu sich zu nehmen. Aber er rührte nichts an.

Sein Großvater würde sich von nun an um ihn und seine Geschwister kümmern.

Er hatte keinen Appetit, irgendetwas zu essen. Er hatte sich tief drinnen elend gefühlt. Leer. Tot.

Und dann öffnete er die Tür und fand Katherine mit einer Schachtel Kekse vor sich. Sie hatte kein Wort gesagt. Kein „Mein Beileid zu deinem Verlust“ oder „Lass mich wissen, wenn ich etwas tun kann“. Sie hatte ihn einfach aus ihren großen, hellen Augen angeblinzelt und ihm die Schachtel überreicht.

Sie verließen beide das Haus. Gingen zu einer Stelle auf dem Pfad, der zum Fluss führte, und setzten sich zusammen auf einen Felsen. Sie saß so nah bei ihm, dass er die Wärme spüren konnte, die von ihr ausging, wo sich ihre Schultern fast berührten. Sie sagten nichts. Sie aßen einfach die Kekse.

Die Kekse und ihre Anwesenheit hatten dafür gesorgt, dass er sich besser fühlte – für eine Weile.

Dann erinnerte er sich an seine Eltern. Er würde sie nie wiedersehen. Nichts würde das je ändern. Plötzlich wollte er allein sein … Er wollte wegrennen und sich vor allem verstecken. Vor jedem.

Und so sagte er ihr, sie solle gehen … Sie tat es.

Und dann hatte er da gesessen und sein Gesicht in den Knien vergraben geheult. Er dachte, er sei allein. Dann hörte er eine Bewegung. Sie war zurück … oder sie war nie weggewesen. Er starrte sie an. Er war wütend auf sie, weil sie geblieben war. Er mochte es nicht, dass sie ihn hatte weinen sehen. Aber er hatte nicht die Kraft, sie anzuschreien, obwohl er es so dringend wollte.

Sie verschränkte die Hände und ließ den Kopf hängen. Sie ging direkt auf ihn zu und setzte sich wieder.

Dann tat sie etwas, womit er nie gerechnet hatte.

Sie weinte mit ihm.

Nach diesem Tag kamen sie sich näher. Nah genug, um Jonathan ein wenig eifersüchtig zu machen. Er sagte Katherine oft, sie solle sich gefälligst mit ihren eigenen Freunden treffen. Aber das schien ihr nichts auszumachen.

Sie half ihm, den Tod seiner Eltern zu überwinden. Und er passte in der Schule auf sie auf. So wie er auf seine Schwester aufpasste. Manchmal gingen sie zusammen zur Schule oder fuhren gemeinsam im Bus.

Er erinnerte sich daran, wie er eines Tages mit ihr im Bus gesessen hatte. Ihre Freundin Eva war an diesem Tag nicht zur Schule gekommen. Sie saß alleine da und blickte aus dem Fenster. Ihm gefiel es nicht, wie sie aussah, also hatte er seine Freunde verlassen und sich zu ihr gesetzt. Sie war so glücklich gewesen.

Sie folgte ihm immer noch oft hinterher. Aber es nervte ihn nicht mehr so sehr wie früher – obwohl es das manchmal doch noch tat. Er nannte sie immer noch Kitty Kat. Und sie sagte ihm jedes Mal, er solle das lassen. Aber er tat es trotzdem, weil er es liebte, sie zu necken. Sie sah so drollig aus, wenn sie wütend wurde.

Dieser Felsen am Fluss wurde zu ihrem Stammplatz. Sie gingen zusammen dorthin, mit ein paar ihrer Kekse. Und sie aßen, redeten und stritten über fast alles. Warum der Himmel und der Ozean blau waren, wie Flugzeuge flogen und warum Motoren Öl brauchten. Sie redeten auch über jede Menge albernes Zeug.

Als er fürs Studium wegging, war sie sehr aufgelöst. Sie weinte. Sie wollte nicht, dass er ging. Er würde sie auch vermissen, aber er freute sich gleichzeitig riesig auf das College. Sie hielten eine Weile Kontakt … Aber dann wurden die Anrufe und Nachrichten immer seltener und hörten schließlich ganz auf. Jonathan erzählte ihm, dass sie zu einer ihrer Tanten gezogen war, als sie aufs College kam.

Danach sah er sie jahrelang nicht mehr.

Das nächste Mal, als er sie sah, hatte er seinen College-Abschluss gemacht und war wieder zu Hause. Er sollte eigentlich zusammen mit Dillon in das Unternehmen ihrer Eltern einsteigen. Aber tief im Inneren wusste er, dass er etwas Eigenes erschaffen wollte. Er hatte nicht damit gerechnet, sie zu sehen. Niemand hatte ihm erzählt, dass sie zurück war.

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