MasukEr war fünfundzwanzig und sie war einundzwanzig.
Er war gerade für seinen Großvater unterwegs, um irgendeine Besorgung zu machen – worum es ging, wusste er schon gar nicht mehr. Denn in dem Moment, als er sie über den Strand auf den Steg zugehen sah, hatte er vergessen, was er eigentlich hatte tun sollen.
Er war zwischen einer Gruppe von Bäumen versteckt gewesen. Oh ja – jetzt erinnerte er sich wieder –, er hatte gerade Holz von einem umgestürzten Baum gehackt, als er das Quietschen von Scharnieren und das Schlagen einer Fliegengittertür hörte. Er warf einen kurzen Blick hinüber zum Haus, wo ein Mädchen in einem leuchtend blauen Bikini die Stufen der Veranda hinunterstieg und über den Rasen ging.
Er lehnte sich mit der Schulter gegen einen Baum und beobachtete sie einfach. Sie hat einen umwerfenden Körper, hatte er gedacht.
Dann erkannte er ihr Gesicht. Er konnte es nicht glauben. Es war Katherine Kavell – Kitty Kat.
Er starrte sie an, der Mund stand ihm offen.
Verschwunden war der ungeschickte Teenie, der zu viel Make-up trug, ihm überallhin folgte und ihm gehörig auf die Nerven ging. Sie war jetzt größer. und ihre Figur – die haute ihn einfach um.
Er schüttelte ungläubig den Kopf. Die nervige kleine Katherine Kavell – die lästige Plage, die dachte, sie wüsste alles, die ihn ausspioniert hatte, die ihn hatte weinen sehen und seine beste Freundin geworden war. Nun, so klein war sie nicht mehr. Er war verblüfft, wie sehr sie sich verändert hatte.
Er spürte, wie ein urwüchsiger, reiner körperlicher Trieb mitten durch seinen Körper fuhr. Die Axt, die er hielt, entglitt seiner Hand und schlug mit einem dumpfen Poltern auf dem Boden auf. Er fluchte leise und rückte sich leicht zurecht.
Er konnte seinen Blick nicht von ihr wenden. Und er wollte es auch gar nicht. Also weidete er einfach seine Augen an ihr aus.
Ihr Haar war länger und glatter … Es streifte ihre Schultern, als sie bis zum Ende des Stegs ging, wo ein rot-blaues Strandtuch ausgebreitet lag und Musik aus einem Radio drang.
Er lehnte sich an den Baum, verschränkte die Arme und atmete langsam aus – mit einer Art halbem Pfiff des Staunens darüber, wie ein Mädchen nur so gebaut sein konnte. Sie war so verdammt heiß.
Sie beugte sich vor und warf etwas auf das Handtuch. Er stöhnte auf und schloss die Augen. Er hörte die Musik durch die Luft pulsieren, im selben Takt, wie sein Herz pochte. Er schlug die Augen wieder auf, weil er sich nicht länger verstecken konnte. Er musste sie sehen. Er konnte sich den Anblick von etwas so Schönem – so wunderbar Gewachsenem – nicht verwehren. Also starrte er.
Sie stand da, die Zehen über die Kante des Stegs gekrümmt, die Haltung steif und gerade, die Arme hochgestreckt, bereit zum Kopfsprung.
Er stieß sich vom Baum ab und ging auf sie zu. Diesmal hatten sich die Vorzeichen verkehrt – er folgte ihr. Das war irgendwie komisch, dachte er, als er daran dachte, wie oft er ihr gesagt hatte, sie solle verschwinden und ihn verdammt noch mal in Ruhe lassen. Oder wie oft er sie hatte verjagen müssen. Jetzt war er derjenige, der ihr hinterherging. Er grinsten.
Sie sprang kopfüber hinein.
Als sie auf das Wasser traf, stockte ihm der Atem, als müsste er zusammen mit ihr die Luft anhalten. Er ging schneller, den Steg hinunter aufs Wasser zu. Aber als er das Handtuch erreichte, blieb er stehen. Er stand da und starrte auf die Wasserringe, die sie hinterlassen hatte, während die Musik aus dem Radio über die Bucht dröhnte.
Ihr Kopf durchbrach die Oberfläche, glatt und nass. Er beugte sich hinunter und drehte die Lautstärke am Radio leiser, dann richtete er sich auf und wartete, bis sie sich im Wasser umdrehte.
Sie erstarrte in dem Moment, als sie ihn sah. Ihre Augen weiteten sich. Sie sah überrascht aus.
„Jensen“, sagte sie.
Ihre Stimme klang reifer und rauchig. Sie ließ ihn an Dinge wie samtweiche Haut und heiße, tiefe Küsse denken.
Er machte zwei Schritte an den Rand des Stegs, ging in die Hocke und stützte eine Hand auf seinem Oberschenkel ab. Er sagte nichts … Er sah sie einfach nur an und genoss die Aussicht. So etwas bekam er nicht jeden Tag zu sehen. Verdammt – so hatte er sie noch nie gesehen. Die Luft wurde heißer, engmaschiger und fühlte sich schwer an.
Sie schwamm auf ihn zu.
Er streckte ihr eine Hand entgegen.
„Na du, Kitty Kat“, sagte er lächelnd.
Sie legte ihre Hand in seine und er richtete sich auf, zog sie mit sich hoch, während er zusah, wie das Wasser an ihrem Körper herablief. Sie hatte sich so sehr verändert. Genau die richtigen Kurven an den genau richtigen Stellen entwickelt. Das Sonnenlicht überflutete sie und hob ihre zierliche Figur in dem knallblauen Bikini hervor.
Verdammt. Das war eine wahrhaftig umwerfende Figur, die sie da hatte. Die Rundungen und Wölbungen reichten aus, um ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen zu lassen. Und das Wasser lief ihm im Mund zusammen.
Er war überrascht. So hatte er vorher noch nie über sie gedacht. Bis dahin war sie die kleine Kitty Kat gewesen. Die Schwester seines besten Freundes, die ihm überallhin folgte und ihm gehörig auf den Zeiger ging. Seine Freundin, die auf ihre eigene Art für ihn da gewesen war, als er seine Eltern verloren hatte. Seine persönliche Nervensäge.
Und wo wir gerade bei Rundungen waren …
Sein Blick verfing sich an ihrem Körper. Er war sich sicher, dass dieser knackige Hintern ausreichen würde, um seinen Magen aufschreien zu lassen. Für einen Bruchteil einer Sekunde stellte er sich vor, wie er sie überbeugte, diesen Bikini herunterzog und etwas – einen Teil von sich – in sie versenkte. Und seine Lenden pochten in voller Zustimmung.
Er leckte sich über die Lippen und ihre Augen folgten der Bewegung.
Sie stand so nah bei ihm, so nah, dass er sich nur nach vorne lehnen musste und ihre Körper würden sich berühren.
Brust an Brust. Hüfte an Hüfte. Mund an Mund. Er hatte eine seltsame und absurd-heiße Vorstellung davon, wie sie sich berührten und plötzlich Dampf die Luft um sie herum beschlug. Er grinsten.
Sie war jetzt viel größer. Nicht mehr die kleine Kitty Kat. Aber es war egal, wie groß sie war, denn er war immer noch größer und sie musste immer noch zu ihm aufsehen.
Sie entzog ihre Hand seinem Griff, drehte sich um und schnappte sich das Handtuch.
Sie benutzte es, um sich zu bedecken, während sie umständlich so tat, als würde sie sich abtrocknen. Sie ließ sich Zeit. Er konnte ihr Gehirn förmlich arbeiten sehen. Er wollte wissen, was sie dachte. Sie sah verunsichert aus … Gut zu wissen, dass er nicht der Einzige war.
Sie kuschelte sich tiefer in seine Umarmung. Sie hatte bezüglich des Kuschelns nicht gelogen. Sie hatte ihn so sehr vermisst. Und sie war einfach so froh, in den Armen des Mannes zu liegen, den sie liebte. Sie liebte diesen Mann. Sie liebte ihren Ehemann. Und sie wollte, dass er nach Hause kam. Sie schüttelte den Kopf, als ihr klar wurde, dass er sprach und sie gar nicht zugehört hatte.„Wir haben Optionen“, sagte Jensen.Sie blinzelte und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf das Hier und Jetzt und auf die Tatsache, dass sie nach leidenschaftlichem Sex mit dem Mann, den sie liebte, im Bett lag.Sie konnte sich ein Stöhnen verkneifen.„Welche Optionen?“, fragte sie heiser.„Ich kann dich füttern. Ich kann mich wieder wild und leidenschaftlich mit dir lieben. Oder wir können ein kurzes Nickerchen machen und dann entweder Option eins oder zwei wählen. Oder beide. Siehst du? Ich bin pflegeleicht“, sagte er.Sie lächelte und drückte ihn an sich. Sie liebte ihn wirklich. Es machte ihr ei
„Reit auf mir“, sagte er mit angestrengter Stimme. Seine Pupillen weiteten sich, und seine Stirn zog sich zusammen. Tiefe Falten zeichneten sich auf seiner Stirn ab, und seine Hände umklammerten ihre Hüften so fest, dass sie nichts anderes tun konnte, als ihre inneren Muskeln um seine Erektion zusammenzuziehen.„Heiliger Himmel“, stöhnte er.Sie würde es nicht mehr lange aushalten, und sie konnte nichts dagegen tun. Sie musste sich bewegen. Sie musste es einfach tun.Sie legte die Handflächen flach auf seine Brust, wand sich aus seinem Griff und begann, sich auf und ab zu bewegen. Sie nahm ihn in sich auf, ließ ihn wieder frei und nahm ihn erneut auf. Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn. Seine Augen waren zu schmalen Schlitzen verengt, und er ließ ihren Blick keine Sekunde los. Er zog sie näher zu sich, damit er ihre Brüste umfassen konnte. Sie füllten seine beiden Handflächen aus, und er strich mit dem Daumen über die schmerzhaft aufgerichteten Brustwarzen.„Ich kann mich ni
Sein Atem strich heiß über ihr Kinn und wanderte dann zu ihrem Kiefer. Er küsste sich bis zu ihrem Ohr, bevor er ihr Ohrläppchen zwischen die Zähne nahm und sanft daran saugte. Ein Schauer durchlief sie. Winzige Gänsehautperlen überzogen ihre Haut, bis sie unkontrolliert zu zittern begann.Er trat einen Schritt zurück und ließ seine Hände zu ihrem Hosenbund gleiten. Seine Finger verharrten am Druckknopf, während er reglos dastand und auf ihre sich heftig hebende Brust blickte.„Du bist so wunderschön“, sagte er. „Ich habe dich so sehr vermisst.“Er hob einen Finger und hakte ihn in den Träger ihres BHs ein. Langsam ließ er ihn daran hinauf- und wieder hinabgleiten, bevor seine Fingerspitze sanft die Rundung ihrer Brust streifte.„Ich liebe diese Dessous“, sagte er.Sie lehnte sich gegen die Kommode und stützte ihre Handflächen auf der Oberfläche ab, um ihm einen besseren Blick auf ihr Dekolleté zu ermöglichen.„Du bist wirklich gnadenlos, nicht wahr?“, murmelte er.Sie lächelte und re
„Reiß dich zusammen, Katherine“, murmelte sie. Herrgott, wenn es um Jensen ging, verlor sie aber auch sämtliche Gehirnzellen.Sie lachte unvermittelt laut auf, und das hatte die Wirkung, als stäche jemand ihre Gedankenblase mit einer scharfen Nadel auf. Der Fahrer blickte im Rückspiegel hoch, und sie versuchte tapfer, mit einer ernsthaften Miene zurückzublicken. Wenn er nur wüsste, was für absurde Gedanken sie gerade verarbeitete.Wenn sie wirklich das unartige Mädchen aus ihren Fantasien wäre, wäre sie mit nichts als einem Trenchcoat über ihrer sexy Lingerie hergefahren. Wenn sie dann in Jensens Zimmer träte, könnte sie den Mantel ablegen und seine Reaktion beobachten.Die Idee hatte durchaus etwas für sich, und falls sie je wieder eine solche Einladung wie heute Abend von ihm erhalten sollte, würde sie sie ernsthaft in Erwägung ziehen. Nur um ihn zu necken. Aber für den Moment würde sie sich auf den Augenblick konzentrieren.Einige Minuten später hielt der Fahrer vor dem luxuriösen
„Sie brauchten nur ein wenig Überzeugungsarbeit. Ich bin gerade dabei, die Dokumente für die Auflösung der Partnerschaft fertigzustellen. Ich weiß, dass es dir vielleicht schwerfällt, mir zu verzeihen, aber ich möchte nicht, dass wir uns deswegen voneinander entfernen. Niemand ist das wert. Also bitte sag mir, dass du mich auch wieder zu Hause haben willst, Kat. Und vielleicht kommt das jetzt ein bisschen zu schnell, aber das ist mir egal: Ich möchte heute Nacht bei dir sein. Es ist schon so lange her. Lass mich dich heute Nacht festhalten.“Katherine seufzte. Oh, der Mann wusste wirklich, wie er sie herumkriegen konnte – mit seinen Worten, seinen Berührungen, seinen Küssen. Mit einfach allem. „Jensen“, begann sie erneut und verstummte sogleich wieder, als es eher wie ein klagendes Wimmern als ein Protest klang.„Ich werde dir einen Wagen schicken, Katherine“, sagte er. „Du bist meine Frau. Aber ich möchte, dass das etwas Besonderes wird – irgendwie wie ein erstes Date, wie du schon s
Er sah sie an, als sei das Letzte eine Herausforderung. Sie schob ihr Kinn nach oben und starrte ihn kühl an. Sie hoffte, dass sie so gelassen wirkte, wie sie sich zu geben versuchte.„Warum bist du heute in mein Büro gekommen, Jensen?“, fragte sie.Sein Mund verengte sich kurz, bevor er sich entspannte und sie mit leise verhülltem Amüsement musternde Blicke zuzuwerfen schien. „Wir sind verheiratet, Kat“, sagte er. „Darf ich meine Frau nicht zum Mittagessen ausführen?“Sie ballte ihre Finger zu festen Fäusten. „Jensen“, sagte sie. Sie hielt inne, als ihre Stimme brach. Sie fühlte sich wie die schlimmste Art von Idiotin. Im Moment kam sie sich lächerlich auf den Mund gefallen vor.„Ja?“, forderte er sie auf. Er trug ein neugieriges Lächeln, fast so, als fände er sie und die Situation amüsant. Es machte sie wütend.„Schau, Jensen, ich werde nicht so tun, als hätte ich dich nicht vermisst. Das habe ich. Aber ich weiß nicht, was du vorhast, und wenn du denkst, dass…“Sie beendete ihren Sa







