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Kapitel 3

작가: Wandelpfirsich
Ein paar Tage später wurde Felix aus dem Krankenhaus entlassen. Die Familie hatte sich in diesen Tagen mit größter Sorgfalt um ihn gekümmert.

Mama packte seine Sachen zusammen. Papa hatte den Wagen bereits direkt vor dem Krankenhauseingang geparkt, weil er Angst hatte, Felix müsste auch nur einen Schritt zu viel laufen. Und Ashley ließ ihn nicht einmal seine Schuhe selbst anziehen.

Auf dem Heimweg murmelte Mama gereizt: „Sean ist wirklich unglaublich. Er hat seinen Bruder kein einziges Mal im Krankenhaus besucht, geschweige denn sich entschuldigt. Sobald wir zu Hause sind, werde ich ihm eine Lektion erteilen.“

Papa warf ihr einen Blick zu und sagte kalt: „Ich habe dir doch gesagt, dass es nur Ärger bringt, ihn zu Hause zu behalten. Früher oder später musste etwas passieren.“

Als ich die Worte „eine Lektion erteilen“ hörte, stiegen komplizierte Gefühle in mir auf.

Lange vergrabene Erinnerungen strömten plötzlich zurück.

Seit meiner Kindheit bevorzugte Mama immer Felix. Von mir wurde erwartet, dass ich ihm in allem nachgab.

Alles nur, weil ich an dem Tag, an dem Felix geboren wurde, versehentlich Wasser verschüttete. Mama rutschte darauf aus und bekam vorzeitige Wehen.

Als meine Familie ihn im Brutkasten liegen sah, brach es ihnen allen das Herz.

Papa schlug mich damals so heftig, dass mein Trommelfell platzte. „Du bist ein Unglücksbringer! Dein Bruder wäre am Tag seiner Geburt deinetwegen fast gestorben.“

Mama lag schwach im Krankenhausbett und sah mich mit Augen voller Enttäuschung an.

Später, in der Grundschule, prügelte Papa mich so schlimm, dass ich drei Tage lang nicht aus dem Bett kam. Nur, weil Felix und ich uns um ein Spielzeugauto stritten.

Es war mein Lieblingsspielzeug.

Dabei war es nur eine kostenlose Beigabe zu einem Geschenk, das Papa Felix von einer Geschäftsreise mitgebracht hatte. Trotzdem wurde es mein größter Schatz.

Aber Felix, der schon ganze Kisten voller Spielzeugautos hatte, bestand darauf, mir genau dieses eine wegzunehmen. Während wir daran zerrten, schrie er plötzlich auf und brach in Tränen aus.

Mama rannte völlig aufgelöst zu ihm. Sie nahm ihn in die Arme, weinte und schrie mich an: „Sean Goodman, dein Bruder hat deinetwegen schon so viel durchgemacht! Was willst du ihm noch antun?“

„Ich war das nicht...“

Bevor ich überhaupt etwas erklären konnte, presste Felix ein paar Tränen hervor und sagte: „Mama, sei nicht wütend. Es war meine Schuld. Ich hätte Sean nicht wegen eines Spielzeugautos Ärger machen sollen.“

Als Papa nach Hause kam und diese Szene sah, zog er mich sofort zur Seite und schlug auf mich ein. „Ein kaltherziges Kind wie du verdient es nicht, in diesem Haus zu bleiben. Wenn wir dich hierbehalten, warten wir nur darauf, dass noch größeres Unglück passiert.“

Ich weinte und flehte ihn an aufzuhören. Doch je mehr ich weinte, desto fester glaubte Papa, dass ich nur Theater spielte. Also schlug er noch härter zu.

Mama und Ashley standen nur ein Stück entfernt und sahen kalt zu. Es war, als wäre ich ihr Feind. Als wären sie erst zufrieden, wenn Papa mich totprügelte.

Von diesem Tag an bedeutete jedes Mal, wenn Felix wegen mir weinte, dass ich von meinen Eltern beschimpft oder geschlagen wurde.

Irgendwann hörte ich auf, mit Felix um ihre Liebe zu kämpfen. Ich hörte auf, mich zu erklären. Und ich hörte auf, ihre Nähe zu suchen.

Und jetzt ließen sie mich kalt und leblos auf dem Operationstisch zurück.

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