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Kapitel 4

Penulis: Wandelpfirsich
Sobald sie zu Hause ankamen, ließ Felix sich auf die Couch fallen. Kaum sagte er, dass er Hunger hatte, eilte Ashley begeistert in die Küche. Sie wollte unbedingt ihre neu erlernten Kochkünste zeigen.

Normalerweise war sie viel zu verwöhnt, um selbst zu kochen. Jetzt aber suchte sie auf ihrem Handy nach nahrhaften Rezepten, aus Angst, Felix könnte Magenprobleme bekommen.

Papa schenkte ihm die neueste Luxus-Spielkonsole. Er sagte, es sei ein Willkommensgeschenk, um zu feiern, dass Felix dem Tod entkommen war.

Mama putzte Felix’ Zimmer bereits gründlich und stellte überall luftreinigende Pflanzen auf. Sie sagte, frische Luft sei gut für seine Genesung.

Felix lag nur auf der Couch und spielte. Doch selbst das reichte, um der ganzen Familie das Herz weich werden zu lassen.

Meine Seele folgte ihnen derweil still. Dieses Haus, das mir früher so vertraut war, fühlte sich nun eiskalt an.

Plötzlich klingelte es an der Tür. Vor der Tür stand jemand, den ich nur allzu gut kannte. Meine Freundin, Caitlyn Winter.

Sie trat ein und erkundigte sich sofort voller Sorge nach Felix’ Zustand. „Herr und Frau Goodman, ich habe gehört, dass Felix heute entlassen wurde. Ich habe ein paar Nahrungsergänzungsmittel für ihn mitgebracht.“

Felix legte sofort den Controller weg und setzte ein schüchternes Lächeln auf. „Caitlyn, das wäre doch nicht nötig gewesen. Mir geht es schon viel besser.“

Caitlyn schenkte ihm ein süßes Lächeln. Zu mir war sie sonst immer kalt und distanziert. Bei Felix aber war sie sanft und fürsorglich.

Ich sah sie an. In meiner Brust stieg ein ungewohntes Gefühl auf.

Plötzlich fragte sie: „Wo ist Sean?“

Wenn sie mich nicht erwähnt hätte, hätte sich wohl niemand daran erinnert, dass ich überhaupt existierte.

Als mein Name fiel, verdüsterte sich Mamas Gesicht. „Warum sprichst du von diesem undankbaren Bengel? Nachdem ich ihn neulich ausgeschimpft habe, hielt er es nicht einmal für nötig, nach Hause zu kommen.

Ist auch besser so. Wenn er so gern draußen bleibt, soll er für immer wegbleiben. Ohne ihn ist es hier endlich friedlich. Er macht sonst jeden Tag nur Ärger.“

Caitlyn nickte sofort. „Es ist besser, wenn er nicht zurückkommt. Wir wollen nicht, dass er Felix bei seiner Erholung stört.“

Ashley kam mit ein paar Nahrungsergänzungsmitteln heraus und sagte scherzhaft: „Und? Hast du schon entschieden, wann du mit Sean Schluss machst? Wenn du dich nicht beeilst, schnappt dir noch jemand Felix weg.“

Caitlyn senkte schüchtern den Kopf. „Eigentlich wollte ich heute mit Felix darüber sprechen.“

Ein stechender Schmerz stieg mir in die Kehle. Ich lachte leise über mich selbst und wandte den Blick ab. Ich wollte nicht länger zusehen.

An das Gefühl, nicht geliebt zu werden, gewöhnte ich mich schließlich längst.

Nach dem Abendessen wurde Mama aus irgendeinem Grund unruhig. Sie ging allein in ihr Zimmer und begann, auf ihrem Handy zu suchen.

Ich trat näher und sah hin. Sie suchte meine Nummer und rief mich immer wieder an. Natürlich nahm niemand ab.

Schließlich warf sie das Handy frustriert aufs Bett. „Jetzt gehst du nicht einmal mehr an meine Anrufe? Glaubst du wirklich, irgendjemand interessiert sich für dich?“

Ich wollte ihr sagen: „Ich bin tot. Ich kann deinen Anruf gar nicht annehmen.“

Doch dann rief sie die Krankenschwester aus dem Krankenhaus an. „Hat Sean dir gesagt, welche Nummer er diesmal abziehen will? Sag ihm, er soll endlich aufhören, so schamlos zu sein, und zurückkommen, um sich bei seinem Bruder zu entschuldigen. Dann überlege ich vielleicht, ob ich ihn wieder nach Hause lasse.“

Am anderen Ende herrschte kurz Stille. Dann kam die Antwort.

„Frau Goodman, Sean ist vor einer Woche gestorben. Sein Herz wurde bei dem Autounfall schwer verletzt. Aber Sie hatten alle Ärzte in Felix’ Zimmer gerufen. Deshalb war niemand mehr da, der ihn operieren konnte...“

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