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Kapitel 5

Autor: Jasmine Flower
Ich konfrontierte Grant mit den Protokollen des smarten Türschlosses.

Er rief mehrere Aufnahmen der Überwachungskameras auf, die Vanessa mit Projektunterlagen im Arm beim Betreten unseres Hauses zeigten.

„Unser Haus liegt ganz in der Nähe des Büros. Für Besprechungen ist das einfach praktisch.“

„Warum hat mir niemand davon erzählt?“

„Weil es auch mein Haus ist. Ich brauche deine Erlaubnis nicht, um eine Mitarbeiterin für die Arbeit mit nach Hause zu nehmen.“

Er warf mir vor, die Türschlossprotokolle zu überwachen, den Kühlschrank zu durchsuchen und zunehmend paranoid zu werden.

Danach brachte er Vanessa noch häufiger mit nach Hause.

Er wollte mich nicht beruhigen.

Er trieb die Sache absichtlich immer weiter auf die Spitze, als würde er mich geradezu dazu herausfordern, etwas zu sagen, nur damit er mich wieder bestrafen konnte.

Streng genommen hatte ich immer noch keinen Beweis dafür, dass die beiden eine Affäre hatten.

Jeder ihrer Besuche hatte mit irgendwelchen Arbeitsunterlagen zu tun.

Für jede späte Nacht hatte er eine Erklärung.

Eine Zeit lang begann ich, an mir selbst zu zweifeln.

Vielleicht hatte ich mir die Vertrautheit zwischen ihnen nur eingebildet.

Vielleicht war ich tatsächlich das Problem.

Wenn ich nur halb so viel Energie in meine eigene Karriere gesteckt hätte, wie ich damit verschwendet hatte, Grant und Vanessa zu analysieren, hätte ich inzwischen wahrscheinlich weit mehr erreicht.

Am nächsten Morgen verkündete Grant offiziell Vanessas Beförderung zur Entwicklungsleiterin.

Ich wurde nach unten in die Prüfung der Unterlagen versetzt.

Alle warteten darauf, dass ich mich wehrte.

Stattdessen legte ich meine Zugangskarte und die vollständigen Harbor-Point-Unterlagen auf Vanessas Schreibtisch.

Grant beobachtete mich dabei und nickte zufrieden.

Er glaubte, meinen Widerstand endlich gebrochen zu haben.

Während sie einen Cocktailempfang zu Vanessas Beförderung veranstalteten, buchte ich meinen Flug.

Während sie mit Investoren Golf spielten, packte ich meine letzten Sachen.

Während sie am Harbor Point Pressefotos machten, schloss ich die Übergabe endgültig ab.

Ihre Feier begann gerade erst.

Mein Leben dort ging zu Ende.

Zwei Tage später war mein letzter Tag bei Whitmore Development gekommen.

Nachdem ich meine Austrittsformalitäten erledigt hatte, hielt mich die Personalleiterin Rachel Foster auf.

„Bevor Sie gehen, gehen Sie bitte noch einmal nach oben ins Büro des CEO. Mr. Whitmore möchte Sie sehen.“

Ich wollte beinahe ablehnen.

Aber nach heute Abend würden Grant und ich uns vielleicht nie wiedersehen.

Drei Jahre Ehe verdienten wenigstens einen offiziellen Abschied.

Die Tür zu seinem Büro stand einen Spalt offen.

Durch den Spalt sah ich Vanessa vor dem bodenlangen Spiegel stehen. Sie trug ein champagnerfarbenes Abendkleid.

Ihr Haar war über eine Schulter gelegt und gab den Nacken frei.

Grant stand hinter ihr und befestigte ihr gerade eine Halskette.

Seine Finger berührten ihre Haut.

Sie standen viel zu dicht beieinander für einen CEO und seine Assistentin.

Ich ging nicht hinein.

Ich wollte mich gerade umdrehen und gehen, als Vanessa mich im Spiegel bemerkte.

„Evelyn?“

Grant sah über die Schulter.

Die Sanftheit in seinem Gesicht verschwand augenblicklich.

„Wer hat dir erlaubt, hier hereinzukommen?“

Ich blieb stehen.

Einen Monat zuvor hatte er die Regel eingeführt, dass niemand das Büro des CEO ohne Termin betreten durfte.

Ich hatte angenommen, dass diese Regel für seine Ehefrau nicht galt.

Offenbar hatte ich mich geirrt.

„Rachel hat gesagt, dass du mich sehen willst.“

Grant drückte auf die Sprechanlage und befahl Rachel, nach oben zu kommen.

„Hast du Evelyn gesagt, sie soll hierherkommen?“

Rachel hatte meine Austrittsunterlagen erst vor weniger als einer Stunde bearbeitet.

Sie wusste genau, warum ich hier war.

Aber sie wusste auch, dass Vanessa unter Grants Schutz stand.

Sie sah Grant an, dann Vanessa.

„Ich … ich erinnere mich nicht.“

Die ganze Firma hatte dieselbe Lektion gelernt.

Die Wahrheit zu sagen, wenn es um mich ging, hatte Konsequenzen.

Für Vanessa zu lügen nicht.

Grant lachte kalt auf.

„Benutzt du jetzt schon die Personalabteilung, um Vanessa und mich auszuspionieren?“

„Das habe ich nicht.“

„Du lügst immer noch?“

Er kam auf mich zu. Sein Gesicht war voller Abscheu.

„Weil du mir so wenig vertraust, soll ich dir dann jede einzelne Minute der Überwachungsaufnahmen aus meinem Büro schicken?“

„Oder soll ich die Sicherheitsleute anweisen, dir über jeden Menschen zu berichten, den ich treffe, und über jedes Gespräch, das ich führe?“

Wieder hatte Grant eine Grenze überschritten.

Und wieder stellte er sich auf die moralisch überlegene Seite und machte mich zur Schuldigen.

Hinter ihm senkte Vanessa den Kopf.

Doch ich konnte das Lächeln in ihrem Mundwinkel sehen.

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