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Zwischen uns ist es aus, Dr. Frank

Zwischen uns ist es aus, Dr. Frank

By:  Washing WheatCompleted
Language: Deutsch
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Tony begriff schließlich, dass ich aufgehört hatte, ihm alles zu erzählen. Als meine Firma mich auf Geschäftsreise schickte, unterschrieb ich die Unterlagen sofort, ohne ihn um Rat zu fragen. Als meine beste Freundin Paare zu ihrer Hochzeit einlud, erschien ich allein und überreichte ihr ein großzügiges Hochzeitsgeschenk. Selbst als ich krank wurde und operiert werden musste, vereinbarte ich den Termin ohne seine Zustimmung. Als Arzt runzelte Tony die Stirn, sobald er von der Operation erfuhr. „Warum hast du mir nicht gesagt, dass du krank bist? Gib mir deine Krankenakte. Ich kümmere mich um alles.“ Ohne nachzudenken antwortete ich: „Nicht nötig. Ich komme allein zurecht und möchte dich nicht belästigen. Danke.“ Kaum waren die Worte ausgesprochen, erstarrten wir beide. Noch vor weniger als einem Monat ... war ich vollkommen von ihm abhängig gewesen. Damals konnte ich nicht einmal ein Outfit für ein Date auswählen oder entscheiden, was ich zu Mittag essen sollte, ohne ihm vorher zu schreiben.

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Chapter 1

Kapitel 1

„Die Operation ist schon morgen? Warum so plötzlich?“

Mein behandelnder Arzt reichte mir meine Patientenakte. Seine Stimme klang verwundert.

„Herr Dr. Frank kehrt bald von seiner Geschäftsreise zurück. Warum warten Sie nicht, bis er wieder da ist und Sie begleiten kann?“

„Das ist meine persönliche Angelegenheit“, unterbrach ich ihn leise. „Ich komme allein zurecht.“

Der Arzt sah mich überrascht an.

Schließlich galt ich hier als ausgesprochen zerbrechlich.

Selbst bei Kleinigkeiten wie Kopfschmerzen oder leichtem Fieber klammerte ich mich hartnäckig an Tony und bestand darauf, dass er bei mir blieb.

Kaum verließ ich das Sprechzimmer, lief ich einer vertrauten Gestalt über den Weg.

Tony zog mit einer Hand einen Rollkoffer hinter sich her.

Es sah aus, als wäre er nach der Landung direkt vom Flughafen ins Krankenhaus geeilt.

Wie immer war Yvonne an seiner Seite.

Über ihren Schultern lag ein schwarzer Kaschmirmantel – derselbe, den ich Tony zu unserem dritten Jahrestag geschenkt hatte.

Als Tony mich sah, runzelte er sofort die Stirn.

„Was machst du hier? Bist du schon wieder krank?“

Schon wieder?

In seinem Ton lag die vertraute, tief sitzende Ungeduld.

Ich kam mir vor wie eine lästige Pflicht, die ständig dringend erledigt werden musste.

Er riss mir die Patientenakte aus der Hand und überflog sie.

Dann befahl er:

„Morgen habe ich etwas zu erledigen. Verschiebe die Operation auf nächste Woche, damit ich dich begleiten kann.“

Ohne nachzudenken platzte es aus mir heraus:

„Nicht nötig. Ich komme allein zurecht und möchte dich nicht belästigen. Danke.“

Die übertriebene Höflichkeit und plötzliche Distanz ließen Tony sichtbar erstarren.

Früher hätte ich schon wegen eines kleinen Schnitts im Finger geweint und ihn um Trost angefleht.

Jeden Tag bombardierte ich sein Handy mit Nachrichten und zwang ihn sogar, meine Kleidung auszuwählen.

Von meinen drei Mahlzeiten bis zu den wichtigsten Entscheidungen meines Lebens – ich fragte immer zuerst Tony.

Nun stand ich jedoch vor einer Operation und zuckte nicht einmal mit der Wimper, obwohl ich sie allein durchstehen würde.

Wären wir uns nicht zufällig begegnet, hätte nicht einmal mein eigener Freund davon gewusst.

Ich nahm ihm meine Akte wieder ab.

Dabei stieß ich versehentlich eine Medikamentenschachtel aus Tonys Hand.

Der Name des Präparats war deutlich zu erkennen.

Es waren ... Antibabypillen.

„Versteh das nicht falsch“, sagte Tony und bückte sich nach der Schachtel.

Seine Stimme klang wieder so professionell und distanziert wie immer.

„Yvonne leidet unter starken Menstruationsschmerzen. Dieses Medikament wird häufig zur Linderung verschrieben.“

Yvonne zog den viel zu großen Mantel enger um sich.

Mit sanfter, verlegener Stimme erklärte sie:

„Es tut mir wirklich leid, Mary. Herr Dr. Frank wollte eigentlich nach Hause fahren. Es ist ganz allein meine Schuld, weil ich so nutzlos bin. Die Schmerzen waren so schlimm, dass ich kaum stehen konnte. Deshalb musste ich ihn bitten, mich zu begleiten und das Rezept zu besorgen.“

Sie hielt kurz inne. Dann klang sie aufrichtig neidisch.

„Ich wünschte, ich wäre so selbstständig wie du, Mary. Dann müsste Herr Dr. Frank nicht ständig meinetwegen herumfahren.“

Ich erinnerte mich an einen Tag, an dem ich unerträgliche Bauchschmerzen gehabt und Tony gefragt hatte, bei welcher Fachabteilung ich einen Termin vereinbaren sollte.

Seine Antwort hatte mich verblüfft. Dabei war Tony der jüngste stellvertretende Leiter der Neurologie an einem Spitzenkrankenhaus.

Er hatte behauptet, es nicht zu wissen.

Wann immer ich mich über seine Gleichgültigkeit beschwerte, kniff er erschöpft den Nasenrücken zusammen.

Dann sah er mich an wie ein Kind, das einen Wutanfall bekam.

„Kannst du solche Kleinigkeiten nicht selbst nachschlagen? Du bist erwachsen. Kannst du nicht ein bisschen selbstständiger sein? Hör auf, dich ständig wie ein riesiges Baby an mich zu klammern. Ich bin nicht dein Vater. Es ist nicht meine Aufgabe, dir grundlegende Dinge des Alltags beizubringen.“

Wie lächerlich.

Wenn es um mich, seine Freundin, ging, war Tony ein Mann weniger Worte.

Seine junge Protegée konnte er jedoch persönlich zu einem Arzttermin begleiten und ihr die Medikamente besorgen.

Für Außenstehende sah Yvonne viel eher wie seine Freundin aus als ich.

Früher hätte ich mein Temperament bei einer solchen Szene nicht im Zaum halten können.

Ich hätte auf der Stelle einen gewaltigen Streit angefangen.

Jetzt erwiderte ich nur ruhig und gleichgültig:

„Aha.“

Nicht die geringste Gefühlsregung war in meiner Stimme zu hören.

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