LOGINPOV: AmbreEin leerer Magen sorgt für unruhigen Schlaf. Ich wälzte mich hin und her, während mein Bauch laut protestierte. Nachdem Nathan mir befohlen hatte, für die Nacht in meinem Zimmer zu bleiben, hatte sich niemand darum gekümmert, mir Abendessen zu bringen.Ich setzte mich auf und wog meine Möglichkeiten ab. Nathan war klar gewesen, dass ich mein Zimmer nicht verlassen sollte, aber etwas zu essen würde sicher keinen Schaden anrichten. Niemand würde es überhaupt bemerken.Ich schlich zur Tür, legte mein Ohr daran und lauschte. Der Flur schien still. Ich holte tief Luft, drehte den Türknauf und trat hinaus, nur in meiner schwarzen Leggings und einem weißen Hemd.Die Flure des Anwesens waren nachts nur schwach beleuchtet. Jedes Knarren der Dielen unter meinen Füßen klang wie ein Schuss in der Stille. Mein Herz hämmerte, als ich mich zur Küche aufmachte.Ein Gefühl der Vorahnung kroch mir den Rücken hinauf. Vielleicht hätte ich mein Zimmer nicht verlassen sollen. Vielleicht hatte Na
POV: AmbreIch kam fünfzehn Minuten zu früh bei Garten Vier an und zupfte nervös am Saum meines übergroßen Pullovers. Der Garten lag in einer abgelegenen Ecke des Falcone-Anwesens, auf der einen Seite ein akribisch geschnittenes Heckenlabyrinth und auf der anderen mehrere uralte Eichen.Die Morgenluft war leicht kühl, und ich war dankbar für mein bequemes Outfit – einen lockeren grauen Pullover und schwarze Sportshorts. Ich hatte Kleidung gewählt, in der ich mich frei bewegen konnte, weil ich annahm, dass „Training“ genau das erforderte.„Was trägst du da?“Ich wirbelte herum und sah Sam, der mich finster anstarrte. Sein muskulöser Körper steckte in schwarzen Sportshorts und einem eng anliegenden schwarzen Trainingsshirt mit hohem Kragen, das sich an jeden definierten Muskel schmiegte.„Ich … das sind meine Trainingssachen“, brachte ich heraus und wurde mir plötzlich bewusst, wie schlampig ich im Vergleich zu seiner Präzision wirken musste.Seine haselnussbraunen Augen verengten sich,
Kapitel 5POV AmbreIch erwachte von dem Gefühl, dass etwas Hartes gegen meinen Rücken drückte und eine warme Hand viel zu tief an meiner Seite lag. Benommen blinzelte ich in das Morgenlicht, bevor mir alles wieder einfiel — Axel. Er lag noch immer in meinem Bett, sein Körper hinter meinem geschmiegt. Sein Atem ging tief und gleichmäßig an meinem Hals; er schlief also noch.Ein lautes Klopfen an der Tür ließ mir das Herz bis zum Halse schlagen.»Ambre? Bist du wach, Schatz?« Valéries Stimme ertönte vor der Tür. Der Türgriff bewegte sich. »Warum ist sie verschlossen?«»Einen Moment, Mama!«, zischte ich und stieß ihm mit dem Ellbogen in die Rippen. »Axel!«, flüsterte ich eindringlich. »Meine Mutter steht vor der Tür!«Seine Augen flogen auf, er war sofort hellwach. Ohne ein Wort rollte er sich aus dem Bett und huschte ins Badezimmer, wo er die Tür leise hinter sich schloss. Ich glättete mein Top und fuhr mir mit den Fingern durch das wirre Haar, bevor ich die Tür öffnete.Valérie stand
POV AmbreIch floh vom Esstisch, verzweifelt bemüht, Hugos bedrohlichem Grinsen und der Last der Blicke aller vier Brüder zu entkommen. Mein Herz pochte, als ich den Flur entlang eilte und mich fragte, ob sie Valérie von Ryan erzählen würden.»Ambre?« Valéries Stimme ließ mich innehalten. Sie kam um die Ecke, ihr Gesicht von Sorgen gezeichnet. »Alles in Ordnung bei dir?«Ich nickte schnell, brachte aber kaum einen Ton heraus.»Komm«, sagte sie und nahm meine Hand. »Giovanni schlug vor, dass ich dir dein neues Zimmer zeige.«Während wir die breite Treppe hinaufstiegen, jagten mir die Gedanken durch den Kopf. Würde Hugo Valérie von Ryan erzählen, um mich in Schwierigkeiten zu bringen?Valérie führte mich einen Flur entlang, an dem teure Kunstwerke hingen. »Dieser Ort ist … beeindruckend, nicht wahr?«, flüsterte sie.»Mama«, brachte ich schließlich hervor, »ich möchte nicht hierbleiben, wenn du weg bist.«Sie blieb stehen. »Es ist nur für eine kleine Weile, Liebling. Das ist wichtig für
POV AmbreGiovanni führte uns nach der Auseinandersetzung mit Hugo zurück ins Wohnzimmer. Ich stand noch immer unter dem Eindruck, dass Giovanni seinen eigenen Sohn geschlagen hatte, und war umso schockierter über die Enthüllung, dass ich ihre Stiefschwester sein sollte. Valérie drückte meine Hand, während wir gingen — ihr Griff war schmerzhaft fest, ihr Gesichtsausdruck unergründlich.Das Wohnzimmer fühlte sich nun kälter an; die makellosen weißen Möbel wirkten plötzlich eher einschüchternd als beeindruckend. Hugo und Axel folgten uns, ihre Gegenwart wie ein Schatten hinter mir. Ich spürte Hugos Blick, der sich in mich bohrte, und widerstand dem Drang, mich umzusehen.Giovanni deutete auf das Ledersofa, damit wir uns wieder setzten. Ich sank neben Valérie, fast an ihre Seite geklebt. Hugo und Axel setzten uns gegenüber; Hugo rieb seine gerötete Wange, seine Augen voller Hass.»Erinnert euch, als ich sagte, ich habe eine geeignete Partnerin gefunden?«, wandte Giovanni sich an seine Sö
POV AmbreSobald er das Zimmer verlassen hatte, drehte ich mich zu Mama um und flüsterte verzweifelt: »Ich habe einen von den Söhnen deines Freundes gesehen … in seinem Zimmer, und er war nicht angezogen.«»Was?« Mamas Augen weiteten sich vor Schreck. »Wie um alles in der Welt bist du —«Bevor sie antworten konnte, hörten wir Stimmen im Eingangsbereich. Mama ergriff meine Hand und drückte sie schmerzhaft fest. »Denk daran, was ich dir im Auto gesagt habe. Lass dich keinem von ihnen zu nahe kommen.«Giovanni kam zurück, gefolgt von einem jungen Mann mit bernsteinfarbenen Augen, die ich sofort wiedererkannte. Mein Blut gefror zu Eis.»Das ist mein jüngster Sohn Hugo«, begann Giovanni.»Genau der ist es!«, platzte ich heraus und deutete anklagend auf ihn. »Er ist derjenige, der mich heute in der Schule gemobbt hat!«Hugos Augen weiteten sich vor Überraschung, dann verengten sie sich voll Verachtung. »Was sucht sie denn hier?«Giovannis Miene wurde hart. »Wovon spricht sie, Hugo?«Ich umk







