ANMELDENMaya Lindberg führt ein bescheidenes Leben in der Unterstadt, bis die Schulden ihres Vaters sie in die Hände des einflussreichen Unternehmers Silas Vane treiben. Silas, ein Mann aus der Oberstadt mit weitreichender Macht und undurchsichtigen Motiven, bietet ihr einen Ausweg aus der finanziellen Katastrophe – zu Bedingungen, die Maya in eine gefährliche Abhängigkeit bringen. Während sie in seine Welt aus Luxus, Kontrolle und politischer Einflussnahme gezogen wird, erkennt sie, dass Silas sie nicht nur als Begleitung, sondern als strategisches Werkzeug in einem Machtkampf gegen seinen Rivalen Sterling benutzt. Als Maya im verlassenen Blumenladen ihrer Familie einen USB‑Stick und eine Warnung ihres Vaters findet, stößt sie auf Hinweise zu „Projekt Ikarus“, einem geheimen Großprojekt, das weit mehr bedeutet als ein Bauvorhaben. Die Informationen deuten auf ein Netz aus Korruption, Verrat und tödlichen Interessen hin, in das sowohl Silas als auch Sterling verwickelt sind. Maya beginnt zu begreifen, dass sie sich inmitten eines Konflikts befindet, der über ihr eigenes Schicksal hinausreicht. Zwischen Loyalität, Angst und wachsendem Widerstand versucht Maya, ihre eigene Position zu stärken. Während Silas sie zunehmend in seine Pläne einbindet, entwickelt sie eine gefährliche Mischung aus Misstrauen und Faszination für ihn. Doch je tiefer sie in die Intrigen der Oberstadt gerät, desto klarer wird ihr, dass sie nur überleben kann, wenn sie lernt, selbst zu spielen – und die Machtfragmente, die ihr in die Hände fallen, zu ihrem Vorteil zu nutzen.
Mehr anzeigenDer Aufzug glitt lautlos in die Tiefe. Es war eine beängstigende Geschmeidigkeit, als würde er uns direkt in den Schlund der Erde befördern. Es gab keine Fenster mehr, keine Verbindung nach draußen, nur das matte Leuchten der digitalen Anzeige und das verzerrte Spiegelbild von uns beiden in den kühlen Stahlwänden. Silas stand wie eine Mauer hinter mir. Seine Hand war fest um meine Taille geschlossen, aber der Griff hatte nichts Beschützendes mehr. Er war rein besitzergreifend, fast krampfhaft, als hätte er Angst, ich könnte mich zwischen den Stockwerken einfach auflösen. Ich spürte das Zittern seiner Muskeln und diese unnatürliche, fiebrige Hitze, die von ihm ausging. Er war wie ein Kessel kurz vor der Explosion. Die Türen öffneten sich schließlich zu einem Bereich, der nichts mit der sterilen Kälte eines gewöhnlichen Bunkers zu tun hatte. Es war ein Refugium aus tiefschwarzem Marmor, schwerem Samt und einem bernsteinfarbenen Licht, das die Schatten an den Wänden tanzen ließ. Es ro
Die brennende Hitze unseres Ausbruchs auf dem Schieferboden war kaum verflogen, da wirkte das grelle Licht der Alpen schon wie ein Verhörscheinwerfer. Es fiel unerbittlich durch die Glasfronten und machte jede Spur des Morgens – den verschütteten Wein, die zerknitterte Kleidung – schmerzhaft sichtbar. Silas lag schwer über mir, sein Atem ging stoßweise. Ich spürte das Pochen seines Herzens, ein wilder, unregelmäßiger Rhythmus. Aber sein Blick war nicht mehr bei mir. Er starrte am Frühstückstisch vorbei auf den Master-Monitor in der Ecke.„Silas?“, flüsterte ich und strich über seinen Rücken, versuchte, ihn zurückzuholen.Er antwortete nicht. Er stieß sich ab, so abrupt, dass mir schlagartig eiskalt wurde. Er griff nach seinem Sakko, schlüpfte hinein und ließ mich nackt und schutzlos auf dem Stein zurück. In Sekunden war er wieder der eiskalte Herrscher von Le Sommet.„Bleib hier“, befahl er. Seine Stimme klang wie gefrorenes Metall.Er trat zum Terminal. Das blaue Leuchten des Bil
Die Tage in Le Sommet verschwammen zu einer einzigen, zähen Ewigkeit aus Schnee, Seide und dem schweren Geruch von Sandelholz. Hier oben, über der Welt, gab es keine normale Zeit mehr. Es gab nur noch das unnatürliche Licht der Sonne, das sich an den messerscharfen Gipfeln brach, und Silas’ ständige, dunkle Präsenz. Er hatte die Welt da draußen mit einer beängstigenden Gründlichkeit einfach ausgeknipst. Es gab kein Internet, keine Nachrichten, kein Telefon. Nur das ständige, fast unhörbare Surren der Belüftung und das rhythmische Blinken der Ikarus-Kameras, die wie rote Insektenaugen über jede unserer Bewegungen wachten.Ich erwachte an diesem Morgen in dem riesigen Bett aus schwarzer Seide. Der Stoff fühlte sich kühl und fast klebrig auf meiner Haut an. Silas war bereits auf, wie immer. Er saß am Fußende des Bettes, und der bloße Anblick raubte mir die Luft. Er trug ein schwarzes Sakko direkt auf der nackten Haut – ein provokanter Anblick, der seine Tätowierungen wie dunkle Narben
Die Landung auf der schmalen Asphaltpiste war hart. Das Fahrwerk schlug gegen den gefrorenen Boden, ein mechanischer Schock, der durch meine Wirbelsäule bis in den Kopf schoss. Es passte zu der bleiernen Stille, die darauf folgte. Als die hydraulische Tür mit einem Zischen aufschwang, peitschte uns die Bergluft entgegen. Sie war dünn, eiskalt und so scharf, dass sie beim ersten Einatmen wie flüssiges Glas in der Lunge brannte. Vor uns, eingebettet in die Finsternis der Gipfel, ragte das Chalet auf. Es war kein gemütlicher Ort für einen Winterurlaub. Es war ein Monolith aus dunklem Holz, Stahl und Panzerglas, der sich wie eine mechanische Festung in den schroffen Fels krallte. Hier oben gab es nichts als den Schnee und das Schweigen der Berge. Silas wartete nicht auf das Personal, das im Hintergrund wie Schatten bereitstand. Er packte meine Hand mit einem Griff, der mir fast die Knochen stauchte, und zog mich schweigend über den glitzernden Asphalt. Er trug noch immer keinen Mante
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