LOGINHast du dich jemals unsichtbar gefühlt? Als könntest du einfach verschwinden, ohne dass es jemand bemerken würde? So sah mein Leben aus. Keine gute Fee, kein gläserner Schuh – nur ich, wie ich in dem Haus meiner Stiefmutter die Böden schrubbte und davon träumte, endlich von dort wegzukommen. Dann trat Luca De Luca in mein Leben. Dunkle Augen, die direkt durch dich hindurchzusehen scheinen. Eine Stimme wie die Sünde, gehüllt in Seide. Jeder in Rom kennt seinen Namen, und jeder fürchtet sich zumindest ein wenig davor. Und ausgerechnet mich wählte er aus. „Du wirst genügen“, sagte er, als wäre ich nichts weiter als ein Geschäft. Ein Jahr. Ein Kind. Genug Geld, um endlich frei zu sein. Es hätte einfach sein sollen. War es aber nicht. Mal ist er Eis, im nächsten Moment Feuer – der Teufel in einem perfekt sitzenden Anzug. Er sagt mir immer wieder, dass dies nur ein Vertrag sei und sein Herz bereits einer anderen gehöre. Doch dann finden seine Hände meine Taille. Er zieht mich an sich und spricht meinen Namen – „Mia“ – mit dieser Stimme aus, und ich schwöre, dass ich darunter etwas anderes erkenne. Dieser Mann will keine Leihmutter. Er will eine Königin. Und er würde die ganze Stadt niederbrennen, bevor er mich gehen ließe. Das Beängstigende daran? Ich glaube, ich möchte mit ihm zusammen brennen.
View More„Wisch den Boden, du wertloses Mädchen!“
Die Worte peitschten wie ein Hieb durch die Küche. Clara Ricci zuckte nicht mehr zusammen; drei Jahre hatten ihr diesen Reflex ausgetrieben. Sie drückte die Bürste fester auf den Marmor und beobachtete, wie sich graues Wasser um ihre Knöchel sammelte und in kleinen, dunklen Rinnsalen in die Fugen sickerte.
„Ich bin gleich fertig, Donna Marchesi.“
„Gleich fertig ist nicht fertig.“ Die Absätze ihrer Stiefmutter klackten näher, bis sie nur noch wenige Zentimeter vor Claras gesenktem Kopf stehen blieb. Clara konnte ihr Parfüm riechen – etwas Blumiges, etwas Teures, etwas, das mehr kostete als das, was Clara in einem Monat nicht verdiente, denn Clara verdiente überhaupt nichts. Sie bekam ein Zimmer auf dem Dachboden und zwei Mahlzeiten am Tag, sofern sie sich diese auch wirklich verdient hatte.
„Rosas Verlobungsessen findet heute Abend statt. Ich werde nicht zulassen, dass meine Gäste einen solchen Boden zu Gesicht bekommen. Verstanden?“
„Ja, Donna Marchesi.“
„Sieh mich an, wenn ich mit dir spreche.“
Clara hob langsam das Kinn, vorsichtig, so wie man sich um etwas herumbewegte, das zubeißen konnte. Das Gesicht ihrer Stiefmutter war glatt und kalt, mit Puder zu Porzellan verwandelt. Nur ihre Augen verrieten die Grausamkeit, die darunter lauerte – blassblau, ausdruckslos, prüfend. Clara war zweiundzwanzig Jahre alt und hatte noch immer nicht gelernt, ihren eigenen Augen dieselbe Leere zu verleihen. Sie arbeitete daran. Manchmal übte sie allein auf dem Dachboden, starrte in einen gesprungenen Handspiegel, bis ihr Gesicht keinerlei Regung mehr verriet.
„Du hast Fett auf deinem Kleid“, sagte Donna Marchesi und rümpfte die Nase, als wäre Clara selbst der Fleck. „Zieh dich um, bevor die Gäste eintreffen. Ich werde nicht zulassen, dass du diese Familie mit deinem Aussehen blamierst.“
Clara blickte auf den Schmierfleck an ihrem Saum hinunter – Fett von der Bratenpfanne, die sie eine Stunde zuvor geschrubbt hatte. Fett, das sie sich bei genau der Arbeit eingefangen hatte, die diese Frau ihr aufgetragen hatte. Es hatte keinen Sinn, das zu erwähnen. Das hatte es nie.
„Ja, Donna Marchesi.“
Ihre Stiefmutter drehte sich auf dem Absatz um und rauschte davon. Schon rief sie nach Rosa, und ihre Stimme klang plötzlich hell und warm. Schon spielte sie wieder die glückliche Familie, schon hatte sie Clara in dem Augenblick vergessen, in dem diese außerhalb ihrer unmittelbaren Reichweite war.
Das war das Schlimmste daran, dachte Clara, während sie beobachtete, wie sich das Wasser dort verdunkelte, wo ihre Knie den Boden berührt hatten. Nicht die Grausamkeit. Das Vergessen. Grausamkeit bedeutete wenigstens, dass sie da war, dass sie in den Gedanken eines Menschen Platz einnahm, wenn auch nur für einen kurzen Augenblick, wenn auch auf die schlimmste Weise. Vergessen zu werden bedeutete, überhaupt nichts zu sein.
Sie beendete die Arbeit schweigend, wrang den Lappen ein letztes Mal aus und zitterte, als sie sich schließlich aufrichtete. Nicht vor Kälte, obwohl es in der Küche kalt war, sondern wegen etwas, das viel tiefer saß, etwas, das sich seit vier Jahren in ihrer Brust aufstaute und nun keinen Ausweg mehr fand.
Eine Stunde später klopfte es am Dienstboteneingang. Clara schrubbte gerade Töpfe, die überhaupt nicht geschrubbt werden mussten, nur um einen Grund zu haben, sich vom Esszimmer fernzuhalten, von Rosas Lachen und der Vorstellung einer glücklichen Familie, die ihre Stiefmutter dort aufführte. Sie trocknete ihre Hände an der Schürze ab und öffnete die Tür, in der Erwartung, den Lieferjungen mit der Weinbestellung vorzufinden.
Stattdessen stand ein Mann auf der Schwelle. Er war groß, trug einen Anzug, der wahrscheinlich mehr kostete als das ganze Haus, und sein Gesicht wirkte im Licht der Verandalampe beherrscht und undurchschaubar.
„Clara Ricci?“
Ihr Magen sackte nach unten. Niemand außerhalb dieses Hauses benutzte mehr ihren vollständigen Namen, nicht mehr, seit ihr Vater gestorben war und den Klang dieses Namens mit sich genommen hatte.
„Wer will das wissen?“
„Mein Name ist Marco Vitale. Ich vertrete die Familie De Luca.“
Er sagte es so, wie andere Männer vielleicht sagen würden, sie verträten den Präsidenten – als trügen die Worte selbst ein Gewicht in sich, das jeder, der sie hörte, zu spüren hatte.
Clara spürte tatsächlich etwas. Einen kalten Faden der Angst, der sich durch ihre Brust zog und sich wie eine Faust zusammenzog. In Rom sprach man den Namen De Luca nicht leichtfertig aus. Man mied ihn, wie man eine Wunde mied – vorsichtig und nur dann, wenn es sich nicht vermeiden ließ.
„Ich kenne niemanden namens De Luca.“
„Nein“, stimmte Marco ungerührt zu. „Aber Don Luca De Luca hat ein Angebot für Sie. Darf ich hereinkommen?“
„Auf keinen Fall.“ Clara blickte über die Schulter in Richtung des Lachens und des Gläserklirrens, die aus dem Esszimmer herüberdrangen. Wenn Donna Marchesi einen Mann der Familie De Luca vor ihrer Haustür entdeckte, würde sie Fragen stellen, auf die Clara keine Antworten hatte. Und schlimmer als die Fragen wäre die Bestrafung für irgendeine eingebildete Sünde, die diese Begegnung ihrer Meinung nach darstellte. „Sagen Sie hier draußen, was Sie zu sagen haben.“
Marcos Mundwinkel hoben sich, doch es war kein richtiges Lächeln. Eher etwas Zynisches.
„Direkt. Gut. Das wird dem Don gefallen.“
Er griff in sein Jackett, zog ein gefaltetes Blatt Papier hervor und hielt es zwischen zwei Fingern ausgestreckt.
„Der Don braucht einen Erben. Seine Verlobte kann ihm keinen schenken. Er sucht eine Leihmutter – eine Frau, die bereit ist, unter Vertrag ein Jahr lang sein Kind auszutragen, im Gegenzug für eine entsprechende Entschädigung.“
Clara nahm das Papier nicht entgegen. Ihre Hände waren an ihren Seiten taub geworden.
„Sie machen Witze.“
„Ich versichere Ihnen, das tue ich nicht.“
„Warum ich? Sie könnten jede Frau haben.“
„Sie stammen aus einer angesehenen Familie. Sie sind ungebunden.“ Sein Blick wanderte kurz, aber ganz bewusst, an ihr vorbei in die Küche – über die abgeplatzten Fliesen, die Dienstbotenschürze, die eng um ihre Taille saß, und die Erschöpfung in ihrem Gesicht, die sie heute Abend ebenso wenig hatte wegschrubben können wie alles andere. „Und dem Don wurde gesagt, dass Sie einen Anreiz haben könnten, das Angebot anzunehmen.“
Einen Anreiz. Was für ein sauberes, ordentliches Wort für Verzweiflung.
Claras Puls hämmerte in ihrem Hals. Sie dachte an das Dachbodenzimmer mit seinem einzigen Fenster, das man zugenagelt hatte, damit es im Wind nicht klapperte. Sie dachte an Rosas Lachen, das jede Nacht durch die Wand drang, an die Feiern, zu denen sie kein einziges Mal eingeladen worden war, an die Art, wie der Blick ihrer Stiefmutter über sie hinwegglitt, als wäre Clara ein Möbelstück, das sich an einen unpassenden Ort verirrt hatte.
Sie dachte daran, noch vier Jahre so zu leben. Zehn. Zwanzig. Alt zu werden, während sie auf den Knien fremde Böden schrubbte, bis nichts mehr von ihr übrig war, an das sich irgendjemand zu erinnern lohnte.
„Wie hoch ist die Entschädigung?“
Ihre Stimme klang gefasster, als sie sich fühlte, und darauf war sie beinahe stolz.
Marco nannte ihr eine Summe.
Clara stockte der Atem, und sie konnte nicht ganz verbergen, wie sehr sie die Zahl erschütterte. Es war genug, um zu verschwinden. Genug, um irgendwo neu anzufangen, wo Donna Marchesis Stimme sie niemals wieder erreichen konnte. Genug, um endlich niemandem außer sich selbst zu gehören.
„Und nach dem Jahr? Wenn das Kind geboren ist?“
„Sie gehen. Keine weiteren Verpflichtungen, kein weiterer Kontakt. Das Kind bleibt beim Don.“ Marco hielt ihr das Papier erneut entgegen, nun geduldig, als wüsste er bereits, wie sie sich entscheiden würde. „Denken Sie gut darüber nach, Signorina Ricci. Eine solche Entscheidung sollte man nicht leichtfertig treffen. Der Don ist kein geduldiger Mann und auch kein freundlicher. Aber er begleicht seine Schulden und hält sein Wort. Das kann ich von den meisten Männern in Rom nicht behaupten.“
Clara starrte auf das Papier, das zwischen seinen Fingern im Licht der Verandalampe leicht zitterte.
Sie dachte daran, Böden zu schrubben, bis ihre Knöchel aufplatzten und bluteten. Sie dachte daran, in einem Haus unsichtbar zu sein, das einst, wenn auch nur für kurze Zeit, ihrem eigenen Vater gehört hatte. Sie dachte an das Wort wertlos und daran, wie oft sie es inzwischen jeden Tag hörte, wie es aufgehört hatte, wie eine Beleidigung zu klingen, und stattdessen zu einer Tatsache geworden war, über die man sie schlicht und ruhig in Kenntnis setzte, so wie man einem Kind erklärte, dass der Himmel blau war.
Sie nahm das Papier.
„Ich mache es“, sagte sie.
Marcos Gesichtsausdruck veränderte sich nicht, doch etwas in seinen Augen wurde schärfer – vielleicht Zufriedenheit, vielleicht etwas weitaus Kälteres.
„Don Luca wird am Donnerstagmorgen ein Auto für Sie schicken. Seien Sie um acht Uhr bereit. Nehmen Sie nur mit, was Sie nicht zurücklassen können.“
„Warten Sie.“ Clara schloss die Finger fester um den Vertrag, bis das Papier knitterte. „Wie ist er? Der Don?“
Marco musterte sie lange. Als er schließlich sprach, war seine Stimme leiser geworden. Es war keine richtige Warnung, aber nahe genug daran, dass Clara sie bis in die Wirbelsäule spürte.
„Er wird Sie ansehen, als wären Sie eine geschäftliche Transaktion, Signorina Ricci. Denn genau das sind Sie für ihn, und er wird nicht so tun, als wäre es anders, nur um Ihre Gefühle zu schonen.“
Er trat von der Veranda zurück und wandte sich bereits zum Gehen.
„Verlieben Sie sich nicht in ihn. Das ist das Einzige, was er Ihnen niemals verzeihen wird.“
Er ging in die Dunkelheit davon, auf ein Auto zu, das am Straßenrand mit laufendem Motor wartete. Clara blieb wie erstarrt auf der Schwelle stehen, den Vertrag leicht zitternd in den Händen, das Herz in einem Rhythmus schlagend, der sich viel zu sehr nach Hoffnung und viel zu sehr nach Angst anhörte, als dass sie die beiden noch hätte voneinander unterscheiden können.
Hinter ihr erklang durch das Küchenfenster das helle, sorglose Lachen von Donna Marchesi, die nicht die geringste Ahnung hatte, dass das unsichtbare Mädchen, das ihre Böden schrubbte, gerade seinen Namen unter einen Vertrag gesetzt hatte, der es an den gefährlichsten Mann Roms band.
Clara blickte ein letztes Mal auf das Papier hinunter. Unten wartete eine Unterschriftszeile in scharfer schwarzer Tinte auf ihren Namen, geduldig wie ein angehaltener Atemzug.
Noch wusste sie nicht, dass sie in einer Woche Luca De Luca persönlich gegenüberstehen würde, seinen Augen kalt wie Eis, seiner Stimme wie einer Klinge, die langsam über die Haut gezogen wurde – und dass in dem Augenblick, in dem er sie wirklich ansah, nichts in ihrem Leben jemals wieder einfach sein würde.
Sie faltete den Vertrag zusammen und drückte ihn an ihre Brust, spürte, wie sich das Papier an ihrem Herzschlag knickte, und trat wieder ins Haus, während sie bereits die Tage zählte.
Der Ratssaal war ganz anders, als Clara ihn sich vorgestellt hatte.Sie hatte etwas Prunkvolles und Einschüchterndes erwartet, Marmor und Goldverzierungen, passend zum Rest der De-Luca-Welt, in die sie vor zwei Wochen hineingestolpert war. Doch der Raum war überraschend schlicht: dunkle Holzvertäfelungen, ein langer ovaler Tisch und elf Stühle, die bereits besetzt waren. Die Männer reichten von silberhaarigen Ältesten bis hin zu einigen jüngeren Männern mit scharfen Augen, die ganz offensichtlich darauf vorbereitet wurden, eines Tages die Sitze ihrer Väter zu übernehmen. Die Luft roch schwach nach altem Zigarrenrauch und noch älterem Geld. Jahrzehnte voller Entscheidungen, die genau in diesem Raum getroffen worden waren, hatten sich in den Wänden festgesetzt wie Staub, der sich nie ganz wegwischen ließ. Amalia saß bereits nahe am Kopfende des Tisches. Neben ihr stand ein einzelner leerer Stuhl, der, wie Clara mit einem kleinen Anflug von Dankbarkeit begriff, für sie freigehalten worde
Über Rom brach ein grauer, kalter Morgen an, und Clara hatte kein Auge zugetan.Sie waren kurz nach drei zum Anwesen zurückgekehrt. Marcos Kontakt hatte bestätigt, dass die Bezeugungsunterlagen gesichert waren und direkt an die Kanzlei geliefert würden, sobald diese öffnete. Doch Schlaf war trotzdem unmöglich gewesen, denn Claras Gedanken kreisten unaufhörlich um all die Dinge, die bis zehn Uhr noch schiefgehen konnten. Sie lag im Dunkeln ihres Zimmers, beobachtete, wie die Decke allmählich heller wurde, und gab schließlich gegen sechs Uhr endgültig auf. Sie zog sich schweigend an und ging hinunter in die Küche, wo sie Amalia bereits wach vorfand. Zwei Tassen Espresso standen auf der Arbeitsfläche, als hätte die alte Dame gewusst, dass Clara kommen würde.„Du siehst aus wie eine Frau, die die ganze Nacht mit elf alten Männern gestritten hat“, bemerkte Amalia und schob ihr eine der Tassen hin.„Tatsächlich waren es nur vier. Luca und Marco haben sich um die übrigen gekümmert.“ Clara sc
Bellandi erwies sich als schwieriger umzustimmen, als Cardano versprochen hatte.Er empfing sie in einem formellen Arbeitszimmer statt in einem Salon. Trotz der späten Stunde war er gekleidet, als hätte er geschäftlichen Besuch erwartet und keinen unangekündigten. Während Luca ihm die Situation schilderte, hörte er mit verschränkten Armen zu und hielt seinen Gesichtsausdruck die ganze Zeit über sorgfältig unbewegt.„Dir ist bewusst, was du von mir verlangst“, sagte Bellandi, als Luca geendet hatte. Seine Stimme war knapp und präzise. „Es geht nicht einfach nur um eine gelöste Verlobung. Du weist öffentlich eine verbündete Familie zurück, zugunsten einer Frau, deren eigene Vergangenheit, soweit ich weiß, nicht ganz einwandfrei ist.“„Du hast also bereits etwas gehört.“ Lucas Stimme wurde schärfer. „Von wem?“„Ich habe meine eigenen Quellen, Luca, genauso wie Moretti seine hat. Es wäre töricht von mir, das nicht zu tun.“ Bellandis Blick huschte kurz zu Clara, bevor er sich wieder Luca z
Cardanos Villa lag hinter einer hohen Steinmauer in Parioli. Einige wenige Sicherheitslampen beleuchteten das Anwesen und verliehen ihm eher das Aussehen einer Festung als das eines Zuhauses. Luca kündigte seinen Besuch nicht an. Als Clara beobachtete, wie er sich mit zügiger, geübter Selbstverständlichkeit durch das Tor bewegte, verstand sie, dass dies Absicht war – ein kalkuliertes Risiko, das Dringlichkeit statt Höflichkeit vermitteln sollte.Ein älterer Mann in einer Strickjacke öffnete persönlich die Tür. Sein silbernes Haar und seine scharfen Augen fielen Clara sofort auf. Mit unaufgeregter, prüfender Geduld musterte er zunächst Luca und dann sie.„Luca. Es ist beinahe elf.“ Cardanos Stimme war rau, doch eher unbeeindruckt als verärgert. „Das hier sollte es wert sein, meinen abendlichen Wein zu unterbrechen.“„Das ist es. Dürfen wir hereinkommen?“Cardanos Blick wanderte zu Clara und verweilte mit derselben unaufgeregten Neugier auf ihr, mit der Luca sie eine Woche zuvor in jene





