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Author: Kayla Sango
Aus Christians Sicht

„Christian, ich …“ Zoey richtete sich langsam auf und stützte sich an der Ablage im Badezimmer ab. Ihr Blick huschte zu dem Schwangerschaftstest und dann wieder zu mir. „Es ist nicht so, wie du denkst.“

Ich zwang mich, den Blick von der Schachtel abzuwenden und mich auf sie zu konzentrieren. Das kalte Licht im Badezimmer ließ ihr Gesicht noch blasser erscheinen und vertiefte die Schatten unter ihren Augen.

„Was denke ich denn?“ Meine Stimme klang überraschend ruhig, wenn
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    „Ist dir eigentlich klar, was für ein Chaos du angerichtet hast?“ Marcus stand mitten im Wohnzimmer und gestikulierte so heftig, wie es wohl nur ein wirklich entnervter Valentianer konnte. „Ich musste mir irgendeine lächerliche Geschichte ausdenken, nach der Anthony angeblich die Treppe hinuntergefallen war, um seine gebrochene Nase und das ganze Blut in seinem Gesicht zu erklären!“Christian trug inzwischen ein sauberes dunkelblaues Baumwollhemd und zeigte eine unbewegte Miene, obwohl der Bluterguss auf seiner Wange und die Platzwunde über seiner Augenbraue eine andere Geschichte erzählten.„Hat Joseph dir geglaubt?“, fragte er und ignorierte die theatralische Empörung seines Cousins.„Keine Sekunde.“ Marcus ließ sich neben Annabelle auf das Sofa fallen. „Aber er hat so getan, als würde er es glauben, was vielleicht sogar noch schlimmer ist. Und diese beiden …“ Er schüttelte den Kopf. „Victoria hat ihre Sachen regelrecht in die Koffer geworfen. Sie sind abgereist, als würde das Hau

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    Die Schlafzimmertür fiel leise hinter uns ins Schloss. Christian ging direkt ins Badezimmer und knöpfte mit schroffen, ungeduldigen Bewegungen sein blutbeflecktes Hemd auf. Ich folgte ihm und versuchte noch immer zu verarbeiten, was im Garten geschehen war.„Zieh dein Hemd aus“, sagte ich, als ich das geräumige Badezimmer betrat, in dem er bereits den Erste-Hilfe-Schrank geöffnet hatte. „Ich muss sehen, wie schwer er dich verletzt hat.“Christian warf mir einen Blick zu, in dem sich Erschöpfung und ein beinahe kindlicher Trotz mischten.„Mir geht es gut. Das meiste davon ist sein Blut.“„Hemd aus.“ Meine Stimme klang bestimmt. „Sofort.“Etwas in meinem Tonfall musste ihm verraten haben, dass ich nicht darüber diskutieren würde. Mit einem ergebenen Seufzer zog er schließlich das ruinierte Hemd aus und entblößte einen Oberkörper, dessen Anblick selbst unter diesen Umständen kaum zu ignorieren war. Doch meine Aufmerksamkeit richtete sich sofort auf den dunkelvioletten Bluterguss, der

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    Christians Stimme schnitt wie eine Klinge durch die Luft. Er stand am Eingang des kleinen Heckenlabyrinths, und ich hatte noch nie einen solchen Ausdruck auf seinem Gesicht gesehen. Es war nicht nur Wut. Es war ungezügelter Zorn, das Versprechen von Gewalt, nur noch von einem letzten Rest Selbstbeherrschung zurückgehalten.„Christian.“ Anthony gewann rasch seine Fassung zurück und strich sein Jackett glatt. „Ich habe mich nur freundlich mit deiner … Frau unterhalten.“„Geh von ihr weg. Sofort.“ Christian kam einige Schritte näher. Jeder Muskel seines Körpers war sichtbar angespannt.„Bis vor ein paar Sekunden schien sie nichts dagegen zu haben.“ Anthony warf mir einen Blick zu, in dem Bosheit funkelte.„Er hat versucht, mich festzuhalten“, sagte ich. Meine Stimme zitterte leicht vom Adrenalin. „Er weiß von …“„Von dieser interessanten Vereinbarung zwischen euch beiden?“, unterbrach Anthony mich, während sich ein grausames Lächeln auf seinen Lippen ausbreitete. „Eine faszinierende

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    Langsam senkte sich der Nachmittag über das Anwesen der Kensingtons und tauchte die Weinberge in Gold- und Orangetöne. Nachdem ich einen ganzen Tag lang zu strenger Ruhe gezwungen gewesen war und Christian mit beinahe komischer Ernsthaftigkeit persönlich darüber gewacht hatte, dass ich genug trank und meine Medikamente nahm, fühlte ich mich endlich stark genug, das Schlafzimmer zu verlassen.Ich ging durch die Gärten und atmete die frische Luft ein, die ich so sehr vermisst hatte. Die Virusinfektion hatte nachgelassen und nur eine anhaltende Müdigkeit zurückgelassen. Nach der Flüssigkost kehrte nun endlich auch mein Hunger zurück.Christian hatte darauf bestanden, mich zu begleiten, doch ein dringender Anruf von Marcus wegen der niharischen Investoren hatte seine Aufmerksamkeit verlangt.„Zehn Minuten“, versprach er, küsste mich auf die Stirn und ging zurück ins Herrenhaus. „Geh nicht zu weit weg.“Der Garten war ein kunstvoll angelegtes Labyrinth aus sorgfältig gestutzten Hecken u

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    Die beiden Männer starrten einander in einem Schweigen an, das sich endlos hinzuziehen schien. Erst da bemerkte ich, dass ich den Atem anhielt und meine Finger das Treppengeländer unnötig fest umklammerten.Schließlich breitete sich ein langsames, berechnendes Lächeln auf Anthonys Gesicht aus.„Vollkommen klar.“ Er trat einen halben Schritt zurück und gab damit etwas Raum, ohne sich geschlagen zu geben. „Ich frage mich nur, ob Joseph diese … Neuordnung der Prioritäten ebenfalls gutheißt.“„Warum fragst du mich nicht direkt?“ Josephs Stimme ertönte aus der Eingangshalle und ließ uns alle zusammenzucken.Das Familienoberhaupt stand am Fuß der Treppe und stützte sich auf seinen Gehstock. Carmen befand sich an seiner Seite. Seine Miene war streng, doch seinen scharfen Augen entging nichts von der Szene vor ihm.„Opa.“ Anthony fing sich rasch wieder. „Wir sollten dich nicht mit betrieblichen Angelegenheiten belasten.“„Das ist mein Haus und mein Unternehmen.“ Joseph begann langsam die

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    Die große Eingangshalle des Anwesens der Kensingtons empfing uns mit ihrem stillen Luxus. In den Marmorplatten spiegelten sich unsere Gestalten wie in dezenten Spiegeln. Christian ließ seine Hand auf meinem Rücken ruhen, eine unterstützende Geste, die ihm in den vergangenen Stunden beinahe zur Gewohnheit geworden war.„Eine Virusinfektion“, sagte er und wiederholte Dr. Mendes’ Diagnose, als müsste er sie noch verarbeiten. „Wenigstens wissen wir jetzt, woher die Übelkeit kommt.“„Es ist immer ein Virus“, erwiderte ich mit einem schwachen Lächeln und zog meine Schuhe aus, um den kühlen Marmor unter meinen Füßen zu spüren. „Fieber? Virus. Kopfschmerzen? Virus. Zombie-Apokalypse? Wahrscheinlich nur ein besonders aggressives Virus.“Christian lachte. Das Geräusch hallte durch die leere Halle und erfüllte den Raum mit einer unerwarteten Leichtigkeit. Sein Gesicht wurde weicher, und jenes seltene, aufrichtige Lächeln erschien, das mich jedes Mal unvorbereitet traf – als wäre für einen Auge

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