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Der Geheimnisvolle Mann (2)

Penulis: Rose D' Arc
last update Tanggal publikasi: 2026-01-23 21:59:55

Lily

Malina saß auf meinem Sofa. Ihre Augen richteten sich sofort auf mich. In ihnen lag ein ganzer Cocktail aus Gefühlen: Schock, Unglaube und Freude.

Kaum hatte ich die Tür geschlossen, sprang sie auf und schloss mich in eine herzliche Umarmung. Ich ließ mich in ihre tröstende Nähe fallen.

„Gott sei Dank, dir geht’s gut“, sagte Malina und drückte mich fest an sich, ihre Stimme wie ein heilender Balsam.

„Ich bin fast durchgedreht. Ich konnte dich in der Bar nirgends finden und hab überall nach dir gesucht. Was ist passiert? Egal. Hauptsache, du bist sicher.“

Ihr Redeschwall ließ mich sie noch fester halten. Sie musste Todesängste ausgestanden haben. Wie hatte ich sie in meinem Rausch der letzten Nacht nur vergessen können?

„Letzte Nacht…“ Die Erinnerungen und Fragen hallten weiter in mir wider.

Ich löste mich aus ihrer Umarmung und sah ihr direkt ins Gesicht.

„Du wirst es nicht glauben“, sagte ich, Unglaube färbte meine Worte, während ich sie anstarrte.

Malina legte ihre Hände fest auf meine Schultern, gab mir Halt, während sie mich ansah.

„Erzähl“, sagte sie besorgt.

Auf dem Sofa sitzend berichtete ich vom Wirbelsturm aus Geheimnis und Verlangen der letzten Nacht. Sie schwieg die ganze Zeit, doch ihr Gesicht sprach Bände – von Sorge und Neugier wandelte es sich zu unverhohlener Wut.

Malinas Hand glitt in meine, ihre Berührung ein stiller Trost gegen das Chaos in meinem Inneren. Ihre Finger verschränkten sich mit meinen und boten mir eine stumme Rettungsleine, die direkt in mein Herz reichte.

„Vielleicht ist es ein Segen im Unglück“, sagte sie entschieden und drückte meine Hand fester.

Ihre Augen, voller Verständnis, trafen meine aufrichtig, bevor sie schnaubte.

„Dieser Mistkerl hatte nicht mal den Anstand, mit dir zu reden, bevor er abgehauen ist. Das war bestimmt irgendein reicher Arsch auf der Suche nach einem schnellen Fick. Du bist besser dran, wenn du den vergisst.“ Malina spie die Worte voller Abscheu aus.

Einen Moment lang herrschte Schweigen zwischen uns, bevor Malina wieder sprach.

„Aber ernsthaft, Lily. Es tut mir so leid. Ich hätte besser auf dich aufpassen müssen.“ Sie sah mich an, Schuld schimmerte in ihrem Blick.

Ich schüttelte den Kopf und drückte ihre Hand, um sie zu beruhigen. Es war nicht ihre Schuld, dass ich mich entfernt hatte.

„Und überhaupt – wirklich? Mit einem wildfremden Typen abhauen, ohne mir zu sagen, wo du hingehst? Was hast du dir dabei gedacht?“ rief sie und wechselte abrupt zu berechtigter Empörung.

Auch wenn ich wusste, dass sie so reagierte, weil sie sich schuldig und besorgt fühlte – eine wütende Malina blieb eine wütende Malina. Ich schluckte leise und nickte zustimmend.

„Du hast recht, Malina“, sagte ich und schenkte ihr einen schuldbewussten Blick.

„Ich war betrunken und total im Moment versunken. Es tut mir wirklich leid, dass ich dir solche Sorgen gemacht habe.“ Ich sprach ehrlich und endete mit einem Seufzer.

Sie antwortete nicht sofort, woraufhin ich sie leicht anstupste.

„Komm schon“, zog ich flehend in die Länge. „Sei bitte nicht sauer?“

Endlich seufzte sie tief.

„Weißt du was? Ich zwinge dich nie wieder in einen Club. Nicht, wenn ich dabei fast einen Herzinfarkt kriege.“ Sie seufzte erschöpft.

Ein leises Lachen entwich mir bei ihren Worten. Die Stimmung hellte sich sofort auf, als sie lächelte.

Wir redeten ganz normal weiter, als hätten wir die Ereignisse von gestern einfach hinter uns gelassen.

Doch innerlich trug ich eine andere Wahrheit. Trotz all der Verwirrung bereute ich die leidenschaftliche Begegnung der vergangenen Nacht nicht. Auch wenn ich mich nicht an ihn erinnerte – die Erinnerung an seine Berührung, die Intensität unserer Verbindung, hing noch immer berauschend in mir nach. Was mich quälte, war, dass ich weder seinen Namen noch sein Gesicht behalten hatte. Ich hatte ihn einfach in die Nacht entgleiten lassen – als Rätsel.

Mein Herz flüsterte mir zu, dass da mehr gewesen war. Mein Verstand hinterfragte weiterhin die Zufälle dieses Tages. Egal wie sehr ich mich anstrengte, ich bekam es nicht zu fassen. Unter Malinas Vorwürfen schluckte ich diese Gedanken hinunter.

Vielleicht sollten manche Dinge einfach ein Geheimnis bleiben.

Lange nachdem sie gegangen war, zog ich still die eleganten Kleidungsstücke aus, die ich bekommen hatte.

Meine Gedanken wirbelten, die Ereignisse der letzten Tage hallten noch immer in meinem Kopf wider. Die chaotische Trennung, der brennende Schmerz über den Verrat meines Ex, die Begegnung der letzten Nacht und der erdrückende Hinweis auf meine anhaltende Arbeitslosigkeit lasteten schwer auf mir.

Die Kleidung, die ich nun faltete, stand in krassem Gegensatz zu meiner derzeitigen Lage. Vornehm und elegant. Ein kleiner Einblick in eine Welt, die ich kaum gestreift hatte.

Trotz meines Leugnens und Malinas Worten konnte ich nicht aufhören, an die Person zu denken, die sie mir geschickt hatte. Jemand, der in nur einer Nacht so viel über mich zu wissen schien.

Während ich weiter faltete, streiften meine Finger etwas, das zwischen den Stofflagen versteckt war.

Ich runzelte die Stirn, verwirrt. Was zur Hölle? Ich grub tiefer in die Kleidung und fand eine kaum sichtbare Tasche, so geschickt verborgen, dass sie einem leicht entging. Wie hatte ich das nicht gespürt?

Vorsichtig zog ich den geheimnisvollen Gegenstand heraus. Meine Augen weiteten sich, als er vollständig zum Vorschein kam.

Was?

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