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Kapitel 8

Author: Warmwort
Timo kümmerte sich nicht um ihre Gefühle und riss ihr grob das Nachthemd vom Leib.

Als seine ekelhaft kalte Hand ihre Taille berührte, schrie Zoe vor Schock auf.

„Timo Schwarz!“

Der ohrenbetäubende Laut unterbrach seine tastenden Hände.

Doch er zögerte nur kurz, bevor er sich daranmachte, ihr die Unterwäsche herunterzureißen.

Zoe hätte ihn am liebsten erstochen. „Timo, wenn du es wagst, mich zu vergewaltigen, zeige ich dich morgen an!“

Seine Hände stockten erneut, doch dann schnaubte er verächtlich: „Ich habe doch keine Angst vor der Polizei – glaubst du ernsthaft, ich fürchte mich vor deiner Anzeige?“

Mit geballten Fäusten zischte Zoe: „Ich weiß, die Schwarz-Familie ist mächtig, aber wir leben im Zeitalter der Medien. Wenn du deinen Einfluss spielen lässt, werde ich mich mit vollem Namen an die Öffentlichkeit wenden!“

Timo zuckte gleichgültig mit den Schultern. „Gut, dann geh zu den Medien. Von mir aus können die Schlagzeilen über mich schreiben.“

Seine Reaktion machte Zoe deutlich, dass er keine Furcht kannte. Eine lähmende Hilflosigkeit überkam sie – bei diesem Gegner handelte es sich nicht um einen gewöhnlichen Strolch, sondern um einen skrupellosen Playboy aus reichem Hause. Sich mit ihm anzulegen, wäre, als wollte sie einen Kampf gegen Windmühlen führen.

Allmählich kam Zoe zur Besinnung. Gegen jemanden wie Timo kam sie nicht an. Sie war ihm körperlich unterlegen und hatte keinen gesellschaftlichen Rückhalt. Wenn sie sich retten wollte, musste sie lernen, ihm geschickt auszuweichen und ihn hinzuhalten.

Mit plötzlich sanfter Stimme sagte sie: „Herr Schwarz, ich möchte Sie nicht anzeigen oder erpressen. Aber ich kann mich nun einmal nicht einem Menschen hingeben, den ich nicht liebe.“

Timos Miene hellte sich leicht auf, doch das hieß nicht, dass er bereit war, seine Beute gehen zu lassen.

Er beugte sich herab und presste seine Lippen auf ihr Schlüsselbein. „Und was, wenn ich dich einfach nehmen will?“

Übelkeit stieg in Zoe auf, doch sie zwang sich zur Fassung: „Dann gib mir bitte Zeit, mich daran zu gewöhnen. Wenn ich Sie erst liebe, wird alles von selbst geschehen. Wenn Sie mich zwingen, werde ich nur Abneigung empfinden.“

„Ist mir egal“, meinte er unbekümmert, „Hauptsache, mir gefällt’s.“

Seine Unverfrorenheit ließ ihr mühsam aufrechterhaltenes Pokerface für einen Moment erlahmen.

Sie unterdrückte den Impuls, ihm eine zu schlagen, und verhandelte weiter: „Herr Schwarz, man sagt, die Liebe zwischen zwei Menschen mache alles intensiver. Wollen Sie das nicht auch erleben?“

Timo durchschaute sie natürlich. Er hatte Zoe stets für eine hübsche, aber einfältige Frau gehalten – doch ihre Wendung von Drohungen zu schmeichelnder Überredung verblüffte ihn. Das war ja ganz interessant.

Er musterte sie mit geneigtem Kopf, ohne ihr Spiel zu entlarven: „Ob mit Liebe oder ohne – im Bett landet es doch eh auf dasselbe hinaus.“

Solche Worte gehörten sich eigentlich nicht, aber Zoe blieb geduldig: „Da liegt ein großer Unterschied. Nur zwei Liebende können dieses besondere Glück erfahren.“

Timo beugte sich näher zu ihr herab: „Hast du etwa schon Erfahrung?“

Zoe erstarrte. Bilder von Leo, wie er sie in den Armen hielt, schossen ihr durch den Kopf, und ein stechender Schmerz durchfuhr ihr Herz.

Wie würde Leo nur reagieren, wenn er wüsste, dass sie von diesem Widerling belästigt wurde?

Würde er wütend sein? Eifersüchtig? Würde er...?

Sie malte sich tausend Reaktionen aus, doch eine innere Stimme sagte ihr: Er würde nichts empfinden.

Sein spöttisches Lachen riss sie aus ihren Gedanken: „Du erwartest wohl, dass ich warte, bis du mich liebst, bevor ich mit dir schlafe? Was für eine naive Fantasie.“

Wenn er eine Frau jagte, dann ging es um Triebbefriedigung – da hatte er keine Geduld für sentimentale Spielchen. Langweilig und mühsam.

Zoe war niedergeschlagen, doch als sie sah, dass die Begierde in seinen Augen etwas nachgelassen hatte, raffte sie ihren Mut:

„Herr Schwarz, geben Sie mir drei Monate. Sobald ich Sie liebe, komme ich freiwillig zu Ihnen, geht es?“

„Nein.“

Timo lehnte sofort ab: „Drei Monate sind zu lang. So lange halte ich nicht durch.“

Die Ablehnung klang nicht endgültig – also bot Zoe Kompromisse an: „Dann vielleicht zwei Monate?“

Ihre plötzlich hoffnungsvollen Augen ließen ihn schmunzeln. Er kniff ihr in die Wange: „Drei Tage. Länger warte ich nicht.“

Eigentlich wollte er sie einfach nehmen, aber sie hatte recht: Zwang war reizvoll, aber auf Dauer ermüdend. Wenn er sie zu neuen Spielen überreden wollte, brauchte er etwas Geduld.

Ein paar Tage würden nichts ausmachen – er konnte die Zeit nutzen, um ein paar Spielzeuge vorzubereiten.

Eine kluge, schöne Frau wie Zoe gehörte ans Bett gefesselt, um sie nach Belieben ausgiebig zu brechen – das erst würde ihm den ultimativen Kick verschaffen.

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