Se connecterKapitel 16Lian versank in einem seltsamen Traum. Zwei riesige Schlangen hatten sich um ihren Körper gewunden und hielten sie fest, als würden sie ein unausweichliches Bündnis auf ihre Haut schreiben. Ihr Atem stockte, während sie gegen die Dunkelheit ankämpfte. Dann erschien in der Ferne ein warmer Lichtstrahl.Sie streckte die Finger danach aus, klammerte sich daran wie eine Ertrinkende, die endlich das Ufer vor sich sah.Wünschte sie nur, sie hätte es nicht getan …Im nächsten Moment fuhr Lian hoch.Sie rang nach Atem, als hätte sie gerade einen erbitterten Kampf hinter sich. Ihre Augen öffneten sich – und blickten direkt in das Gesicht eines Mannes, der vor ihr stand.Seine Züge wirkten streng, doch in seinen Augen lag ein Hauch von Spott. Sein Gürtel war nur locker geschlossen, sein Haar zerzaust, als wäre er gerade erst aus einem tiefen Schlaf erwacht. Und trotzdem sah er aus, als wäre er einer griechischen Sage entsprungen.Lian schrie erschrocken auf.Sie sprang vom Sofa und z
# Kapitel 15Lian wusste nur zu gut, dass der Moment der Konfrontation nicht länger hinauszuzögern war. Es fühlte sich an, als würde das Schicksal selbst sie unerbittlich auf das Zentrum des Sturms zutreiben.Sie ging weiter, während die Angst in ihrer Brust flatterte wie ein verängstigter Vogel in einem verschlossenen Käfig. Vor ihrem inneren Auge blitzten Erinnerungen an Jakobs Gewalt gegen sie auf – schnell, scharf und erbarmungslos wie Blitze in einer dunklen Nacht.Für einen Augenblick schloss sie die Augen. Vergeblich versuchte sie, irgendwo unter dem Zittern, das tief in ihrem Körper saß, ein wenig Mut hervorzuholen.Sie holte tief Luft.Ein Atemzug, als müsste sie bis auf den Grund des Meeres tauchen.Dann setzte sie sich mit großen Schritten in Bewegung, direkt auf das Anwesen zu – wie jemand, der freiwillig in eine Schlacht ging, von der er genau wusste, dass es kein Entkommen gab.Als sie die Tür öffnete, umfing sie sofort der vertraute Geruch des Hauses.Poliertes Holz. Da
Kapitel 14Adam war sich in Wahrheit selbst über nichts sicher. Er wirkte verwirrt, als wäre er auf eine Wunde gestoßen, ohne zu wissen, wem sie gehörte. Niemals hätte er damit gerechnet, Lian und Zachary beim Mittagessen so vertraut miteinander reden und lachen zu sehen.Die Nachricht wäre Jacob wohl nie zu Ohren gekommen, wenn das Schicksal Adam nicht ausgerechnet in dieses Restaurant geführt hätte – als hätte es ihn absichtlich vor eine Szene gestellt, die sich nicht so leicht aus seinem Gedächtnis löschen ließ.Zögernd sagte Adam:„Sollen wir Doktor Zachary anrufen und ihn fragen?“Jacobs Antwort kam kalt und eisig, als wäre sie aus einem fensterlosen Raum gedrungen:„Ja.“Mit einer knappen Handbewegung beendete er das Gespräch.Adam ging.Er wirkte wie ein Mann, der eine Warnung überbringen musste, auf die er selbst lieber verzichtet hätte.Er wählte Zacharys Nummer.Nur zwanzig Minuten später öffnete Zachary die Tür zu Jacobs Büro und trat ruhig ein. Ein schwer zu deutender Ausd
Kapitel 13„Was?!“Lians Stimme zitterte. Für einen Moment wirkte sie wie erstarrt, als hätte eine unsichtbare Hand ihr den Boden unter den Füßen weggezogen. Dann fing sie sich mühsam und fragte mit einer Unsicherheit, die sie vergeblich zu verbergen versuchte:„Warum fragen Sie das, Doktor?“Der Direktor hob den Blick. Seine Augen verrieten, was er nicht auszusprechen wagte. Er seufzte, als läge das Gewicht einer Nachricht auf seiner Brust, die sich nur schwer über die Lippen bringen ließ.Langsam sagte er:„Du musst verstehen, was es bedeutet, wenn dein Name auf einer schwarzen Liste steht.“Er machte eine kurze Pause, damit die Worte ihre Wirkung entfalten konnten.Dann fuhr er mit schneidender Stimme fort:„Alles, was du dir aufgebaut hast, wird ausgelöscht. Deine Abschlüsse. Deine Leistungen. All die Jahre, die du dafür gearbeitet hast. Alles wird verschwinden, als hätte es nie existiert. Kein Krankenhaus wird dir danach noch seine Türen öffnen.“Die Worte trafen Lian wie ein Sch
## Kapitel 12Henry hatte seinen Plan längst geschmiedet.Geduldig hatte er die einzelnen Schritte miteinander verknüpft, als würde er Faden für Faden an einem Schicksal weben, dessen Ende niemand außer ihm kannte. Nun fehlte nur noch Mony. Sie musste seine Anweisungen präzise ausführen. Ein einziger Fehler konnte alles zunichtemachen.Mony senkte die Stimme.„Deshalb wolltest du, dass ich nach einem Herzspender suche …“Weiter kam sie nicht.Die Badezimmertür öffnete sich.Layan trat heraus, die Erste-Hilfe-Tasche in der Hand.Das Gespräch verstummte augenblicklich.Die Worte blieben unausgesprochen im Raum hängen, während sich eine schwere Stille über alles legte.Henry stützte sich auf seinen Stock und erhob sich langsam.In seinen Augen lag eine Traurigkeit, die dort schon seit vielen Jahren zu wohnen schien.Er sah Layan an.„Komm mit mir.“Er führte sie in sein altes Arbeitszimmer.Der Raum war erfüllt vom Geruch alter Bücher und poliertem Holz. Auf seinem Schreibtisch schienen
## Kapitel 11Sein Brüllen erschütterte den Raum wie ein plötzlicher Donnerschlag.Layan zuckte so heftig zusammen, dass sie beinahe das Gleichgewicht verlor. Die Truhe glitt ihr aus den Händen und schlug mit voller Wucht auf den Boden.Der dumpfe Aufprall hallte durch das stille Zimmer. Ein Echo jagte durch die grauen Wände, hart und kalt wie das Grollen eines heraufziehenden Gewitters.Yaqub stand noch immer in der Tür.Sein Gesicht war von finsterem Zorn gezeichnet.In seinen Augen brannte eine solche Wut, dass Layan unwillkürlich den Atem anhielt. Für einen Moment wirkte er wie ein verletztes Raubtier, das jeden Augenblick losspringen konnte.Ihre Stimme zitterte.„Ich … ich wollte das nicht. Es war ein Unfall …“Sie ging hastig in die Hocke und streckte die Hand nach der Truhe aus.Doch bevor ihre Finger sie berühren konnten, schloss sich eine eiserne Hand um ihr Handgelenk.Der Griff war so hart, dass sie einen scharfen Schmerz bis in die Fingerspitzen spürte.„Nimm deine drecki







