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2: Auf der Flucht

Author: Dark Gold
last update Petsa ng paglalathala: 2026-09-07 00:45:06

Willow

Entsetzt sah ich zu, wie sich die Menge über mich lustig machte; ihr Lachen und Kichern durchbohrte mein Herz wie tausend Messer. Ich konnte nicht glauben, dass ich meine Wachsamkeit hatte nachlassen lassen, dass ich so dumm gewesen war zu glauben, die Drillinge würden mich tatsächlich wollen.

Sie gaben mir das Gefühl, begehrt zu sein … sie ließen mich so schön fühlen, dass ich zum ersten Mal Farben statt nur Schwarz und Weiß sah. Mein Herz war unermesslich zerbrochen, ich konnte nicht erklären, wie sehr mich das verletzt hatte – es war schlimmer … schlimmer als alles, was ich bisher durchgemacht hatte.

„Wie konnten sie mir das antun?“, dachte ich, während mir die Tränen über das Gesicht liefen. „Nach allem, was wir gemeinsam erlebt haben, nachdem sie mir das Gefühl gegeben hatten, gesehen und gewollt zu sein … so danken sie es mir?“

„Was hast du denn erwartet? Glaubst du etwa, die Drillinge wollen irgendetwas mit dir zu tun haben? Sei doch mal realistisch, Willow!“, sagte Sophia, eine Möchtegern-Freundin der Drillinge, und ich hielt den Atem an.

Ich spürte ihre Hand auf meiner Schulter, schüttelte sie aber ab. „Lass mich in Ruhe, Sophia“, sagte ich mit zitternder Stimme.

„Ich muss hier raus“, murmelte ich vor mich hin.

Sophia sah mich mit einem spöttischen Lächeln an, aber ich wandte den Blick ab, schob mich an ihr vorbei und rannte los. Ich hielt erst an, als ich die Sicherheit des Kellers erreicht hatte, den ich als mein Zuhause kannte. Dort sank ich auf die zerrissene Matratze und schluchzte unkontrolliert.

„Warum habe ich geglaubt, sie wollten mich?“, weinte ich und hämmerte mit den Fäusten auf das Kissen. „Ich bin so eine Idiotin. Ich hätte es besser wissen müssen. Niemand will jemanden wie mich. Ich bin eine Schande.“

„Wie konnte ich mir nur erlauben, so zu träumen? Was habe ich mir nur gedacht? Wie konnte ich nur so dumm sein? So verdammt dumm!“ Ich heulte noch lauter, es tat so weh, keine Worte reichten aus, um zu beschreiben, wie ich mich wirklich fühlte.

Ich dachte an die Nacht zurück, die wir gemeinsam verbracht hatten, und daran, wie sie mir das Gefühl gegeben hatten, ich sei der einzige Mensch auf der Welt. Doch jetzt wurde mir klar, dass alles eine Lüge gewesen war.

„Sie haben mich ausgenutzt“, flüsterte ich, das Herz schwer vor Kummer. „Sie haben mich zu ihrem eigenen Vergnügen benutzt, und jetzt werfen sie mich weg wie Müll.“

Ich erinnerte mich daran, wie Asher mich angelächelt hatte, wie Aiden mein Haar gestreichelt hatte, wie Axel mir süße Nichtigkeiten ins Ohr geflüstert hatte. Es war alles nur eine List gewesen, ein Trick, um mich dazu zu bringen, meine Wachsamkeit aufzugeben.

„Ich bin so dumm“, weinte ich, während mein Körper vor Schluchzen zitterte. „Ich hätte es besser wissen müssen, als ihnen zu vertrauen.“

Ich weinte, bis ich müde war, bis ich nicht mehr weinen konnte, und lag dann auf dem Rücken und starrte an die Decke. Etwas in mir begann sich zu regen. Es war ein Funke der Wut – statt Selbstmitleid zu empfinden, war ich wütend, ich war zornig und ich konnte nicht zulassen, dass sie mich immer wieder beiseite schoben – sie hatten schon mehr als genug getan!

„Ich werde nicht zulassen, dass sie mir das antun“, sagte ich laut und wischte mir die Tränen ab. „Ich werde nicht zulassen, dass sie mich brechen.“

Ich atmete tief durch und überlegte, was ich tun würde: Ich würde meine wenigen Habseligkeiten zusammenpacken, dieses Rudel verlassen und neu anfangen. Ich würde ihnen zeigen, dass ich mehr war als nur eine Witzfigur, mehr als nur eine abgelehnte Partnerin.

Ich wischte mir die Tränen ab und setzte mich auf das Bett. Es war schon lange nach Mitternacht, und alle waren gerade beschäftigt – das war der perfekte Zeitpunkt für mich, um wegzulaufen, weg von diesem Rudel und allem, was damit zusammenhängt.

Ich stand auf und sah mich nach meinen Habseligkeiten um, nach etwas, das ich mitnehmen konnte, und stellte fest, dass ich so gut wie nichts hatte. Ich ließ mich davon nicht abschrecken und schlich mich leise aus dem Keller.

Langsam verließ ich das Rudelhaus. Ich achtete darauf, die Wachen nicht auf mich aufmerksam zu machen, und sobald ich weit genug vom Rudelhaus entfernt war, rannte ich so schnell ich konnte, während mein Herz in meiner Brust hämmerte. Ich musste aus dem Rudel herauskommen, weg von den Drillingen und ihrem spöttischen Gelächter. Ich wagte es nicht, zurückzuschauen, aus Angst vor dem, was ich sehen könnte.

Ich schaffte es bis an den Rand des Rudelgebiets, wurde langsamer und atmete keuchend. Ich warf Steine auf die andere Seite, um die Aufmerksamkeit der Wachen auf mich zu lenken, und als ich bemerkte, dass ihre Blicke von mir abgewandt waren, gelang es mir, die Grenze zu überqueren.

Ich rannte weiter, hinaus in die Wildnis, voller Angst vor Streunern, doch das hielt mich nicht auf, und kein einziges Mal blickte ich zurück. Ich war noch nie so weit von zu Hause entfernt gewesen, und die Wildnis erstreckte sich vor mir wie ein endloses Meer.

Ich lief stundenlang, und die Dunkelheit schien mich gänzlich zu verschlingen. Ich stolperte über Wurzeln und umgestürzte Äste, meine Füße schmerzten bei jedem Schritt.

Endlich, nach einer Zeit, die mir wie eine Ewigkeit vorkam, sah ich in der Ferne die Lichter einer Stadt. Ich taumelte auf sie zu, meine Beine zitterten vor Erschöpfung.

Als ich die Stadt betrat, überkam mich ein Gefühl der Erleichterung. Ich hatte es geschafft. Ich war in Sicherheit.

Doch meine Erleichterung währte nur kurz. Als ich die Straße überquerte, sah ich das herannahende Auto nicht. Es traf mich mit einem widerlichen dumpfen Schlag, und ich spürte, wie ich durch die Luft flog.

Ich landete hart auf dem Asphalt, mir schwindelte. Ich versuchte, mich aufzusetzen, doch eine Welle von Schwindel überkam mich, und ich fiel wieder hin.

Eine Frauenstimme schrie, und ich sah, wie ein Auto neben mir quietschend zum Stehen kam. Zwei Gestalten sprangen heraus, ein Junge und ein Mädchen, und eilten zu mir.

„Geht es dir gut?“, fragte der Junge mit besorgter Stimme.

Ich versuchte zu sprechen, doch meine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Ich spürte, wie ich in Ohnmacht sank, mein Blick verschwamm.

Das Gesicht des Mädchens tauchte über mir auf, ihre Augen waren vor Sorge weit aufgerissen. „Oh meine Göttin, sie ist verletzt! Wir müssen einen Krankenwagen rufen!“

Ich versuchte zu nicken, doch mein Kopf fühlte sich an wie Blei. Ich konnte weder sprechen noch mich bewegen.

Alles wurde schwarz.

*

Ich schnappte nach Luft und öffnete langsam die Augen, während ich benommen meine Umgebung wahrnahm. Mir fiel eine mir unbekannte Decke ins Auge und der Geruch von Desinfektionsmittel, wodurch mir schnell klar wurde, dass ich in einem Krankenhaus war.

Eine sanfte Stimme sprach neben mir: „Oh, Gott sei Dank, du bist wach!“

Ich drehte den Kopf und sah ein Mädchen mit freundlichem Gesicht und einem warmen Lächeln. Sie ergriff schnell meine Hand und rückte näher an mich heran.

„Ich heiße Ruby“, sagte sie, ihre Augen voller Sorge. „Es tut mir so leid, dir sagen zu müssen, dass ich diejenige war, die das Auto gefahren hat, das dich angefahren hat. Ich fühle mich deswegen absolut schrecklich. Ich habe auf der Straße nicht richtig aufgepasst und das hätte dich fast das Leben gekostet – ich komme mir gerade so dumm vor.“

Ich versuchte zu sprechen, aber meine Stimme war heiser. Ruby reichte mir schnell ein Glas Wasser, das ich dankbar annahm.

Ein junger Mann mit freundlichem Gesicht trat näher zu uns. „Hey, ich bin Jason. Ich war mit Ruby unterwegs, als der Unfall passierte. Ich hoffe, es geht dir gut. Wir haben dafür gesorgt, dass du sofort ins Krankenhaus gebracht wurdest, als du zusammengebrochen bist. Es tut uns so leid, was wir angerichtet haben.“

Ich nickte und versuchte immer noch, alles zu verarbeiten.

„Wir sollten dem Arzt Bescheid geben, dass sie wieder zu sich gekommen ist“, sagte Ruby, und Jason nickte. Sie drückte einen Knopf an der Seite des Bettes, und ein paar Minuten später kam der Arzt herein und untersuchte mich.

„Ist alles in Ordnung, Herr Doktor?“, fragte Ruby, und der Arzt nickte.

„Natürlich, es geht ihr gut, sie ist nur ein bisschen mitgenommen und hat ein paar blaue Flecken. Sie ist vor Erschöpfung ohnmächtig geworden, und mit ausreichend Ruhe wird sie im Handumdrehen wieder auf den Beinen sein“, antwortete er, und die beiden atmeten tief auf.

„Das ist schön zu hören!“, lächelte Ruby, und der Arzt nickte.

„Ich werde ihr ein paar Medikamente verschreiben, sie wird bald entlassen werden.“

„Danke, Herr Doktor“, sagten sie beide im Chor.

Sobald der Arzt gegangen war, wandte sich Jason mir zu: „Also, wo wohnst du? Wir können dich nach Hause fahren, wenn du möchtest.“

Ich zögerte, unsicher, was ich sagen sollte. Ich hatte keinen Ort, an den ich gehen konnte, kein Zuhause, in das ich zurückkehren konnte.

„Du solltest sie nach ihrem Namen fragen“, murmelte Ruby und trat einen Schritt vor.

„Ich heiße Willow“, sagte ich mit kaum mehr als einem Flüstern. „Und ich weiß nicht, wohin ich gehen soll. Ich habe mich gefragt, ob ihr mir vielleicht … für eine Weile aushelfen könntet. Ich verspreche euch, dass ich euch innerhalb einer Woche nicht mehr auf die Nerven gehen werde.“ Es war mir so peinlich, diese Worte auszusprechen, aber ich hatte keine Wahl.

Rubys Gesicht hellte sich mit einem warmen Lächeln auf. „Natürlich, Willow! Du bist herzlich eingeladen, bei uns zu wohnen. Das ist das Mindeste, was wir tun können, nach dem, was passiert ist.“

Eine Welle der Dankbarkeit überkam mich. „Vielen Dank, Ruby. Das ist unglaublich nett von dir.“

Ruby winkte ab. „Das ist überhaupt kein Problem. Wir sorgen dafür, dass du dich einleben und wohlfühlen kannst. Und vielleicht, nur vielleicht, ist das meine Art, mich dafür zu entschuldigen, dass ich dich mit meinem Auto angefahren habe! Mach dir also keine allzu großen Vorwürfe, und wir können über dich reden, wenn wir zu Hause sind, okay?“

„Okay“, murmelte ich, und sie lächelte.

„Das ist toll, ich gehe jetzt zum Arzt, damit du entlassen werden kannst“, sagte Ruby, und ich nickte. Ich lag einfach nur da und sah zu, wie sie aus dem Zimmer gingen.

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