Se connecterAsher Das Wehklagen der Frau hallte noch lange nach, nachdem sie gegangen war, und hallte in meinen Ohren wider wie eine eindringliche Melodie, die ich nicht loswerden konnte. Ihre Schritte verhallten in der kalten Nacht, doch das Bild, das sie hinterlassen hatte – der ausgehöhlte, leblose Körper eines Jungen – brannte sich in mein Gedächtnis ein. Die Klinik des Rudels hatte die Leiche des Jungen übernommen und versprochen, Nachforschungen anzustellen, doch ich wusste bereits, dass sie keine Antworten finden würden. Das war nichts Alltägliches. Es war weder eine Krankheit noch ein Unfall. Am nächsten Morgen war offensichtlich, dass keiner von uns geschlafen hatte. „Das ist nicht normal“, sagte ich und durchbrach damit das Schweigen zwischen uns. Meine Stimme klang fremd, dünn. Axel stand ein paar Fuß entfernt und rieb sich das Kinn, während er auf die nun leere Stelle starrte, an der der Körper des Jungen gelegen hatte. Seine Augen waren schwer, Erschöpfung hatte sich in jede
AsherDie Last der Ungewissheit hatte uns seit Wochen erdrückt. Unser Vater, ein Mann, der mit eiserner Faust regiert hatte und gleichermaßen Respekt wie Furcht einflößte, war spurlos verschwunden. Drei Wochen lang hatten wir nach ihm gesucht. Drei Wochen voller Sackgassen, falscher Fährten und schlafloser Nächte. Ohne seine dominierende Präsenz wirkte das Haus leer und ruhig, doch die Spannung, die er hinterlassen hatte, war greifbar. Heute Abend versammelten wir uns auf dem Dach, einem seltenen Zufluchtsort vor dem Chaos da unten. Die Abendbrise war frisch und durchdrang die noch nachklingende Wärme des Tages. Über uns leuchteten die Sterne wie ferne, gleichgültige Zeugen unseres Kampfes. Aiden lehnte sich in seinem Stuhl zurück und hielt ein Glas Whisky in der Hand. Er sah erschöpft aus, doch seine Stimme klang fest, als er das Schweigen brach. „Wir müssen der Wahrheit ins Auge sehen. Er ist tot.“ Die Worte trafen mich wie ein Schlag in die Brust, doch ich weigerte mich, sie
JasonDie Luft war schwer, fast erstickend, als ich in meinem Auto saß und auf Willows Haus starrte. Die Vorhänge flatterten leicht, und durch den Spalt erhaschte ich einen Blick auf sie, wie sie sich drinnen zügig bewegte. Sie packte ihre Sachen. Wofür? Mir schnürte sich die Brust zusammen. Auch Ruby ging weg, und ich hatte die Dinge mit Willow noch nicht geklärt. Ich war immer für sie da gewesen, immer. Durch jeden Sturm, jeden Herzschmerz, jeden Zweifel. Und jetzt entglitt sie mir, und es war, als wäre ich machtlos gewesen, das zu verhindern. So sollte es eigentlich nicht laufen. Meine Hand schwebte über der Türklinke, was mir wie eine Ewigkeit vorkam, bevor ich mich schließlich dazu durchringen konnte, aus dem Auto zu steigen. Das Knirschen des Kieses unter meinen Stiefeln spiegelte die Last in meiner Brust wider. Ich atmete tief durch, rückte meine Jacke zurecht und klingelte. Einen Moment später öffnete sich die Tür und gab den Blick auf Willow frei, deren Gesichtsausdruc
JasonSeit Tagen versuchte ich, Willow zu erreichen. Jede Nachricht, jeder Anruf – es war, als würde ich für sie gar nicht mehr existieren. Seit ich ihr meine Gefühle gestanden hatte und sie mich zurückgewiesen hatte, hatte sie mich komplett ausgegrenzt. Das Schweigen brannte in mir. Ich konnte nicht aufhören, unser letztes Gespräch immer wieder durchzugehen, und fragte mich, ob ich etwas Falsches gesagt hatte oder ob ich irgendetwas anders hätte machen können. Sie war die Frau, auf die ich mein ganzes Leben lang gewartet hatte. Ich hatte darauf geachtet, ihr in jeder Hinsicht entgegenzukommen. Die Frustration nagte an mir, bis ich es nicht mehr aushalten konnte. Ich beschloss, zu ihrem Haus zu gehen. Vielleicht würde sie mich nicht ignorieren können, wenn ich sie von Angesicht zu Angesicht zur Rede stellte. Als ich dort ankam, war ich nicht auf das vorbereitet, was ich durch das Esszimmerfenster sah. Willow, Kingston, Ruby und ein Mann, den ich nicht kannte, saßen alle um den Tisch
WillowAls die nächste Woche anbrach, befanden sich die Pläne für den Umzug des Projektteams zum Crescent Moon-Rudel bereits in der Endphase. Alles ging schneller, als ich erwartet hatte. Es kam mir so vor, als hätte ich mich nach meiner Rückkehr aus dem Rudel kaum wieder gefasst, und schon war ich auf dem Weg zurück in ihre Welt. Aber dieses Mal würde ich nicht bleiben. Ich hatte ein Projekt zu leiten, und meine Gedanken waren ganz auf die anstehenden Aufgaben gerichtet, nicht auf die Drillinge oder die komplizierten Gefühle, die mit ihnen einhergingen. Ich hatte nur eine Aufgabe zu erledigen: Recherchen anzustellen und alles andere zu vermeiden. Auch Ruby bereitete sich auf die Abreise vor. Sie war mir eine große Stütze gewesen, besonders nach allem, was mit den Drillingen passiert war. Aber jetzt war sie an der Reihe. Sie hatte vor ihrer Abreise ein Treffen zwischen ihrem Partner und mir arrangiert. Sie bestand darauf, und so sehr ich auch versuchte, das Thema zu vermeiden, ließ
WillowDie Last meiner Rückkehr in die Stadt legte sich wie dichter Nebel auf mich. Es war seltsam, wie schnell das Leben wieder seinen normalen Rhythmus annahm. Ich kehrte in mein Büro zurück, zu den Projekten, den endlosen E-Mails, den Telefonaten und dem ständigen Hin und Her mit dem Papierkram. Es war fast so, als wäre ich nie weg gewesen, als wäre die Reise zum Crescent Moon Pack nur ein ferner Traum gewesen. Aber tief in meinem Herzen wusste ich, dass dem nicht so war. Die Drillinge, die Intensität, die Verbindung – diese Gefühle waren echt. Doch jetzt fühlten sie sich wie eine Last an, die ich noch nicht bereit war zu tragen. Also stürzte ich mich in die Arbeit.Auch Jason war in die Stadt zurückgekehrt. Ich hatte ihn nicht gesehen, nichts von ihm gehört, und es war mir auch egal. Ruby war es, die mir von seiner Ankunft erzählte, aber ich hatte nichts dazu gesagt. Er hatte sich von jemandem, den ich einst als Freund bezeichnet hatte, zu jemandem gewandelt, dessen Anwesenheit ic







