MasukAls Laila von Jason Bradshaw schwanger wurde, ihrem Adoptivbruder und dem jungen Alpha ihres Rudels, klammerte sie sich an eine letzte Hoffnung. Vielleicht gab es nun endlich einen Grund, sich ihren Platz in seiner Welt zu erkämpfen. Doch dann kehrte Jason nach Hause zurück. An seiner Seite stand seine Schicksalsgefährtin. In diesem Moment begriff Laila, wie wenig sie ihm bedeutete. Für ihn war sie nichts weiter als ein Schatten, den man aus dem Rudel stoßen konnte. Ausgestoßen und allein verschwand Laila in die Menschenwelt. Alles, was ihr blieb, war ein gebrochenes Herz und das winzige Leben unter ihrem Herzen. Dort wollte sie ihr Kind schützen. Nicht als schwache, verstoßene Wölfin, sondern auf ihre eigene Weise. Sechs Jahre später nannte Laila sich Vanessa Harper. Das zerbrechliche Mädchen ohne eigenen Wolf gab es nicht mehr. Vanessa war stark, angesehen und kaum wiederzuerkennen. Mit ihrer Tochter Ava baute sie sich ein ruhiges Leben auf. Ein Leben fern von Jason, fern vom Rudel und fern von allem, was sie einst zerstört hatte. Doch das Schicksal war nicht mit ihr fertig. Alte Lügen, Rudelpolitik und die Wahrheit über Ava rissen die Vergangenheit wieder auf. Laila wollte fliehen wie damals. Doch diesmal ließ Jason sie nicht noch einmal gehen.
Lihat lebih banyakJasons PerspektiveDie Krankenakte rutschte mir aus der Hand.Meine Finger gehorchten mir nicht.Zitternde Verräter.Diese Mappe hätte genauso gut mit Öl überzogen sein können.Der 15. März schrie mir vom Boden entgegen.Marcus hatte dieses Datum irgendwo tief aus Lailas medizinischen Unterlagen ausgegraben. Der Tag, an dem ihre Wehen eingesetzt hatten. Danach nichts. Aus jedem Krankenhaussystem gelöscht, als hätte sie nie existiert.Ich ging in die Hocke.Ich musste die Akte aufheben.Ich musste es noch einmal lesen.Sicher hatte ich etwas falsch verstanden.Patientin: Ava Harper.Geburtsdatum: 15. März.Vor sechs Jahren.Das Kind lag schlafend in seinem Krankenhausbett. Ihre Brust hob und senkte sich in diesem friedlichen Rhythmus, den nur Kinder beherrschten. Ihre grünen Augen waren hinter Lidern verborgen, die so zart wirkten, als hätte jemand sie dorthin gemalt.Meine Kehle schnürte sich zu.Atmen wurde plötzlich Arbeit.Passierte das wirklich?Vielleicht war ich endgültig durchge
Jasons PerspektiveIch stand vor den Doppeltüren der Herzstation.Meine Hände pressten sich gegen die kalte Glasscheibe, als könnte ich mich hindurchdrücken und ihren Platz einnehmen, wenn ich nur fest genug drückte.Drinnen summten und piepten Maschinen in ihrem gleichmäßigen, gnadenlosen Rhythmus. Sie umgaben eine kleine Gestalt, die unter all den Kabeln und Schläuchen viel zu zerbrechlich wirkte.Ava.Das mutige kleine Mädchen, das vor Wochen an meinem Ärmel gezogen und darauf bestanden hatte, dass ich ihr half, ihren Stoffhasen zu finden.Das Mädchen, das mich mit Augen angesehen hatte, die viel zu klug für ihr Alter waren.Augen, die mir so vertraut vorkamen, dass mein Herz beinahe stehen geblieben wäre.Jetzt waren genau diese Augen geschlossen. Ihre Wimpern lagen dunkel auf den blassen Wangen. Ihre Brust hob sich schwach unter dem Gewicht von Sauerstoff und Monitoren.Etwas Ursprüngliches und Wütendes brüllte in mir.Es verlangte Blut.Brittany hatte das getan.Meine angebliche
„Raus“, sagte ich tödlich leise.„Ich bin noch nicht fertig ...“„Mama!“Ein kleiner, entschlossener Schrei durchschnitt die Spannung.Ava stürmte ins Zimmer, Riley direkt hinter ihr. Ihr Krankenhausarmband baumelte noch an ihrem Handgelenk. Sie rannte geradewegs zu mir, und ich beugte mich vorsichtig hinunter, um sie in die Arme zu schließen.Ich drückte sie fest an mich.Als würde ich sie nie wieder loslassen.Brittanys Gesicht verzerrte sich, als sie Ava sah.„Ach, das ist es also. Deshalb kann Jason dich nicht loslassen. Eine alleinerziehende Mutter mit einem kranken Kind, die versucht, sich auf sein Niveau hochzuarbeiten.“Ihr Mund verzog sich spöttisch.„Erbärmlich.“Ava sah zwischen uns hin und her.Sie spürte die Spannung im Raum.Dann richtete sie sich auf. Sie machte sich so groß, wie ihr kleiner Körper es zuließ, und stellte sich vor mich wie ein Schutzschild.„Du darfst meine Mama nicht ärgern“, sagte sie mit wilder Stimme.Etwas in mir zerbrach.Und schwoll zugleich an.St
Lailas PerspektiveDer scharfe, sterile Geruch von Desinfektionsmittel hing schwer in der Krankenhausluft.Er brannte hinten in meiner Kehle, als ich mich gegen die steifen Laken bewegte. Jeder Muskel in meinem Körper schrie. Der Sturz aus dem Wagen, der Sprint durch die Lagerhallen, die groben Hände der Angst, die mich von einer Sekunde in die nächste gezerrt hatten, steckten noch immer in mir.In meinen Adern pochte noch immer das Gift, das Brittany mir untergemischt hatte.Die Infusionen hatten das meiste herausgespült, doch das Mittel klammerte sich hartnäckig an mich. Ich fühlte mich wund. Brüchig. Als könnte eine einzige falsche Bewegung mich in Stücke reißen.Das Vibrieren meines Handys ließ mich zusammenzucken.Es ratterte auf dem metallenen Nachttisch wie eine Warnglocke.Die Nummer auf dem Display ließ mich erstarren.Ich hatte sie seit Jahren nicht mehr gesehen.Aber ich erkannte sie sofort.Mein Magen zog sich zusammen, als ich abnahm.„Frau Harper?“Die Stimme am anderen E





