Partager

Ultimatum

Auteur: WHITE ANGEL
last update Date de publication: 2026-07-01 19:53:18

Das Gute war, dass ich nicht mit Asher zusammenwohnte. So musste ich wenigstens nicht in eine angespannte Atmosphäre nach Hause zurückkehren.

Kaum hatte ich mich aufs Bett fallen lassen, war ich auch schon eingeschlafen – noch bevor ich überhaupt daran gedacht hatte, mich frisch zu machen.

Etwa eine Stunde später weckte mich mein Handy. Ich warf einen Blick aufs Display.

Mama.

„Hallo, Mama“, murmelte ich verschlafen.

Sie bemerkte es sofort.

„Oh, tut mir leid. Habe ich dich geweckt?“

„Ja, Mama. Aber schon gut. Ich habe einfach weitergeschlafen.“

„Ich war den ganzen Tag gespannt, wie es gelaufen ist. Du hast mir doch von dem Gespräch erzählt und dass es heute stattfinden sollte.“

Ich lächelte.

Also hatte sie es tatsächlich nicht vergessen.

„Ja, Mama. Und ich habe den Auftrag bekommen.“

„Das sind ja wunderbare Neuigkeiten!“

„Ja. Und mein Chef hat mich außerdem praktisch befördert.“

Elaina Monro schnappte hörbar nach Luft.

„Oh mein Gott! Das muss gefeiert werden. Was habt ihr beide denn geplant?“

„Wir beide?“, fragte ich verwirrt.

„Na du und Asher.“

Ich seufzte.

„Noch gar nichts, Mama.“

„Ach? Warum denn nicht?“

Ich zuckte mit den Schultern, obwohl sie das natürlich nicht sehen konnte.

„Seit Feierabend haben wir kaum miteinander gesprochen.“

„Vielleicht will er dich überraschen. Darauf würde ich wetten.“

Ich glaubte zwar selbst nicht daran, wollte ihr aber auch nicht widersprechen.

„Hast du heute alles bekommen, was du brauchst, Mama?“

Elaina seufzte am anderen Ende der Leitung.

„Ja. Der Mann hat zwar erst ein bisschen Schwierigkeiten gemacht, aber am Ende hat er den Namen deines Vaters respektiert und mir gegeben, was mir zusteht. Der Name deines Vaters öffnet eben immer noch Türen, Liebling.“

„Sag das doch nicht so, Mama.“

„Wie denn sonst?“

„Nicht so, als wäre sein Name bloß ein Mittel zum Zweck.“

„Ich hatte keine Wahl, Cherise. Entweder so oder gar nichts. Also blieb mir nichts anderes übrig.“

Sie machte eine kurze Pause.

„Mach dir darüber keine Gedanken. Jetzt, wo wir den Hafen endlich haben, wird alles besser werden. Darauf haben wir lange gewartet, und ich bin einfach froh, dass ich ihn übernehmen konnte.“

Sie schnaubte.

„Die Männer dort haben sich jahrelang die Taschen vollgestopft, und ich konnte nichts dagegen tun. Aber das ist jetzt vorbei. Von nun an haben wir das Sagen. Du kümmerst dich um deine Arbeit, ich kümmere mich um meine.“

Genau das bewunderte ich an meiner Mutter.

Wenn sie wollte, konnte sie sich wie eine echte Dame benehmen.

Nur gehörte Selbstbeherrschung normalerweise nicht zu ihren Stärken.

Eigentlich war das das erste Mal, dass ich sie so erlebt hatte.

Ich hoffte nur, dass diese neue Verantwortung ihr mehr Gutes als Schlechtes bringen würde.

Wir verabschiedeten uns gut gelaunt.

Danach zog ich mich aus und ging unter die Dusche.

Gerade als ich, nur in ein weißes Handtuch gehüllt, wieder aus dem Badezimmer kam, klingelte mein Handy.

Asher.

Ich blinzelte zweimal und nahm den Anruf an.

„Ich bin vor deiner Tür.“

„Vor meiner Wohnung?“

„Ja.“

„Warum kommst du nicht einfach rein?“

„Ich klopfe schon seit einer ganzen Weile.“

„Die Tür ist nicht abgeschlossen, Ash. Ich war unter der Dusche.“

„Na schön. Jetzt bist du ja wieder draußen. Komm und mach mir auf.“

Damit legte er auf.

Ich war mir nicht sicher, ob das derselbe Asher war, den ich früher kannte. Er benahm sich sehr seltsam und anders als sonst.

Asher kam immer gerne zu mir nach Hause, wenn ich es gar nicht erwartet hatte – nur, um mich zu überraschen.

Es gab eine Zeit, in der ich ihm gesagt hatte, er solle das etwas einschränken. Manchmal jagte es mir einfach eine Heidenangst ein.

Aber er war eigensinnig und wollte einfach nicht damit aufhören.

Umso merkwürdiger war es, dass er nun vor meiner Tür stand und darauf wartete, dass ich sie ihm öffnete.

Ich legte mein Handy weg und ging zur Tür.

Kaum hatte ich sie geöffnet, trat er wortlos an mir vorbei.

Ich fand ihn schließlich in der Küche, wo er sich gerade eine Tasse Kaffee einschenkte.

„Willst du heute Nacht gar nicht schlafen?“, fragte ich.

„Schlaf ist mir im Moment völlig egal“, antwortete er hinter seiner Kaffeetasse.

„Musst du noch einen Bericht fertigstellen?“

Unwillkürlich dachte ich an den Bericht, den Henry von mir verlangt hatte. Ich fragte mich, ob jetzt der richtige Moment war, das anzusprechen.

Asher schüttelte den Kopf.

„Ich möchte mit dir über etwas reden.“

Er verschränkte die Hände um seine Tasse.

Zum Glück hatte ich vorher noch eine Stunde geschlafen.

Irgendetwas sagte mir, dass dieses Gespräch länger dauern würde.

Trotzdem fühlte ich mich überhaupt nicht darauf vorbereitet.

„Du hättest mich auch einfach anrufen können, Ash. Dann hättest du mir sagen können, dass du mit mir reden willst.“

„Daran habe ich gedacht“, sagte er. „Aber irgendwie ist es mir wieder entfallen. Du weißt doch selbst, wie es im Moment auf der Arbeit zugeht.“

Ich nickte.

„Ja, das verstehe ich. Also?“

„Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Erfolg heute, Schatz. Das habe ich dir bisher noch gar nicht gesagt. Tut mir leid. Du hast es verdient.“

„Danke, Ash.“

„Aber es gibt noch etwas, das du wissen solltest. Und glaub mir, das wird dir helfen. Vielleicht rettet es sogar deine Karriere.“

Ich verstand nicht, worauf er hinauswollte.

„Meine Karriere?“

„Ja. Im Moment steht jeder Blick auf dich. Nicht nur wegen deiner schnellen Beförderung, sondern auch, weil du neu bist. Die alten Hasen mögen es nicht, wenn ihnen Neulinge die Show stehlen.“

Ich schwieg.

Er trat einen Schritt näher.

„Das ist nun einmal die Rangordnung, Schatz. Und im Moment stehst du ganz unten. Die da oben werden dich niemals wirklich in ihren Kreis aufnehmen – ganz egal, wie sehr Henry Ford dich auch fördern mag.“

Mir stockte der Atem.

Mein Herz begann schneller zu schlagen.

„Das ist doch nicht dein Ernst?“

„Doch. Das meine ich vollkommen ernst, Cherise.“

„Aber ... du wirst mich doch beschützen, oder? Du lässt doch nicht zu, dass mir etwas passiert.“

Er schenkte mir ein sanftes Lächeln.

„Natürlich werde ich dich beschützen. Aber dafür müssen wir uns in einer Sache einig sein.“

„Was immer du möchtest, Ash.“

Ich hatte keine Ahnung, was jetzt kommen würde.

Doch ich war überzeugt, dass es nichts allzu Schlimmes sein konnte.

Er hob einen Finger, ging noch einmal zur Kaffeemaschine und schenkte sich nach.

Dann kam er zurück, nahm einen Schluck und sagte:

„Du musst aufhören mit dem, was du im Moment so gut machst, Cherise.“

Ich brauchte einen Moment, um seine Worte zu begreifen.

„Du willst, dass ich meine Ambitionen aufgebe?“

Er zuckte gelassen mit den Schultern.

„Wenn du es so nennen willst – ja.“

„Was?“

„Hör zu. Ich würde dich niemals darum bitten, wenn es nicht zu deinem eigenen Besten wäre.“

„Ash, wir haben jahrelang gemeinsam an deiner Karriere gearbeitet. Jetzt bin endlich ich an der Reihe, und du verlangst von mir, mich selbst kleinzumachen?“

„Hey, hey. Versteh das nicht falsch. Es ist ganz einfach. Wenn du eine Beurteilung abgeben sollst, mach sie schlecht. Wenn du einen guten Job machen könntest, dann tu es eben nicht. Wenn der Vorstand einen brillanten Bericht von dir erwartet, dann liefere etwas Mittelmäßiges ab.“

„Du willst also, dass ich mich wie eine Idiotin anstelle? Warum sollte die Firma mich dann überhaupt behalten? Henry wird mich feuern.“

„Ich werde dafür sorgen, dass es nicht so weit kommt, Schatz. Er wird dich nur nicht mehr ernst nehmen. Du behältst deinen Job, deine Karriere – und außerdem hast du ja immer noch mich.“

Das traf mich härter als alles andere.

„Nein ... bitte. Sag das nicht.“

„Was soll ich nicht sagen?“

„Sag mir nicht, dass unsere Beziehung vorbei ist, wenn ich nicht tue, was du verlangst. Das ist doch völlig absurd!“

Er zuckte nur mit den Schultern, leerte seine Tasse in einem Zug und stellte sie ab.

„Das ist der einzige Weg, wie du in dieser Firma überleben kannst. Das ist deine neue Realität, Baby. Die schwersten Entscheidungen sind immer die besten.“

Er sah mir direkt in die Augen.

„Du hast bis morgen Zeit, dich zu entscheiden.“

Continuez à lire ce livre gratuitement
Scanner le code pour télécharger l'application

Dernier chapitre

  • Liebe im falschen Büro    DER ANRUF, DER IHREN ABEND VERÄNDERT HAT

    CHERISES SICHTIch starrte einige Sekunden lang auf die E-Mail auf meinem Bildschirm, bevor die Bedeutung schließlich eindrang.Mein Projekt wurde genehmigt.Der Vorstand hatte es nicht nur genehmigt, sondern ich war ausgewählt worden, um es zu leiten.Ein Lächeln breitete sich langsam über mein Gesicht aus, als ich mich in meinem Stuhl zurücklehnte.Nach allem, was passiert war, fühlte sich das anders an.Ich hatte es verdient.Nicht, weil ich Henrys Freundin war.Nicht, weil der Vorsitzende meine Beziehung zu ihm kannte.Weil ich dafür gearbeitet hatte.Ich nahm mein Telefon ab und schickte Henry sofort eine Nachricht.Cherise: Es ist offiziell. Das Projekt wurde genehmigt.Seine Antwort kam fast sofort.Henry: Ich wusste, dass du es schaffen kannst.Ich lächelte auf den Bildschirm.Cherise: Du klingst, als hättest du das erwartet.Henry: Weil ich es war.Ich lachte leise, bevor eine weitere Nachricht erschien.Henry: Du feierst heute Abend mit mir. Keine Argumente.Ich hob eine Aug

  • Liebe im falschen Büro    DER MOMENT, IN DEM SIE ALLEIN STAND

    CHERISES SICHTIch stand vor dem Konferenzraum und hielt meinen Laptop fest an meine Brust.Meine Präsentation stand kurz vor dem Beginn, und trotz all meiner Vorbereitungen schlug mein Herz schneller als sonst.Dieses Projekt war wichtig.Ich wollte nicht, dass jemand denkt, ich hätte es erhalten, weil ich Henrys Freundin war.Mein Telefon vibrierte.Ich warf einen Blick auf den Bildschirm.Henry: Du hast das.Ein kleines Lächeln berührte meine Lippen.Ich schloss mein Telefon ab und ging in den Konferenzraum.Henry saß bereits unter den Führungskräften, aber er gab mir nicht mehr als ein kurzes Ninken.Genau so, wie wir es vereinbart hatten.Ich habe meinen Laptop angeschlossen und angefangen.Die Fragen waren schwierig, aber ich habe jede mit Zuversicht beantwortet. Als einer der Führungskräfte endlich meine Fähigkeit herausforderte, ein so großes Projekt zu leiten, hielt ich seinen Blick fest."Ich hätte die Verantwortung nicht übernommen, wenn ich nicht geglaubt hätte, dass ich d

  • Liebe im falschen Büro    IHRE EIGENE ENTSCHEIDUNG

    CHERISES SICHTIch habe die Nachricht noch einmal gelesen, in der Hoffnung, dass sie beim zweiten Mal irgendwie mehr Sinn ergeben würde.Das tat es nicht.Ich senkte Henrys Telefon und starrte ihn an."Also gehe ich nicht mehr weg?"Henry schüttelte den Kopf."Offenbar nicht.""Und ich werde direkt dem Vorsitzenden Bericht erstatten?""Ja."Ich runzelte die Stirn."Das klingt wie eine Beförderung und eine Strafe zugleich."Henry lachte leise."Ich habe das Gleiche gedacht."Ich warm ihm einen misstrauischen Blick zu."Warum bist du nicht wütend?""Weil du bleibst."Ich rollte mit den Augen.„Henry.“Er hob beide Hände unschuldig."Ich darf mich darüber freuen."Ich ging auf das Sofa zu und setzte mich."Aber das ändert alles."Er saß neben mir."Wie?""Ich war bereit zu gehen, weil ich dachte, dass es der einzige Weg war, uns zu schützen. Jetzt haben sie die Vereinbarung geändert, und ich weiß nicht, ob der Aufenthalt tatsächlich die richtige Entscheidung ist.“Henry drehte sich zu mi

  • Liebe im falschen Büro    DIE ENTFERNUNG ZWISCHEN UNS

    CHERISES SICHTIch starrte auf die E-Mail auf meinem Telefon, bis die Worte verwischten.Zwei Wochen.Das war die ganze Zeit, die ich hatte, bevor erwartet wurde, dass ich in eine andere Stadt ziehen würde.Henry blieb neben mir und las die E-Mail noch einmal, als ob sich die Details irgendwie ändern könnten."Sie können das nicht tun", sagte er schließlich mit angespannter Stimme vor Frustration.Ich habe mein Telefon abgesenkt."Sie können.""Nicht, ohne es mit Ihnen zu besprechen.""Sie haben es bereits getan."Sein Kiefer zog sich zusammen."Das war nicht die Vereinbarung."Ich schenkte ihm ein müdes Lächeln."Die Vereinbarung war, dass ich versetzt werden könnte.""Nicht weggeschickt."Ich sah ihn an."Henry, es ist eine andere Branche, nicht ein anderes Land.""Das macht es nicht besser."Seine Frustration ließ etwas in mir schmerzen.Ich griff nach seiner Hand."Wir wussten, dass es Konsequenzen geben würde.""Ich hätte nicht gedacht, dass die Folge sein würde, dich während der

  • Liebe im falschen Büro    ZWISCHEN LIEBE UND IHRER ZUKUNFT

    CHERISES SICHTIch konnte nichts hören, nachdem der Vorsitzende rechtliche Schritte erwähnt hatte.Die Worte hallten immer wieder in meinem Kopf wider, als ich auf den Vertrag vor mir starrte.Achtzehn Monate.Ich hatte noch achtzehn Monate Zeit für eine Vereinbarung, an die ich mich kaum erinnern konnte, sie unterzeichnet zu haben.Henrys Hand blieb unter dem Tisch um meine gewickelt und geerdete mich, während die Vorstandsmitglieder die Situation weiter diskutierten.Der Vorsitzende schloss schließlich den Ordner."Wir bitten Sie nicht, heute eine Entscheidung zu treffen", sagte er ruhig. "Aber Sie müssen verstehen, dass Ihr Rücktritt nicht einfach akzeptiert werden kann."Ich hob meine Augen zu ihm."Was soll ich dann tun?"Er tauschte einen Blick mit den anderen Vorstandsmitgliedern aus."Sie können unter bestimmten Bedingungen in Ihrer Position bleiben."Mein Magen zog sich zusammen."Welche Bedingungen?""Das Unternehmen wird die vollständige Offenlegung Ihrer Beziehung zu Herrn

  • Liebe im falschen Büro    DIE WAHL, DIE ER NICHT ERWARTET HATTE

    CHERISES SICHTIch wusste, dass etwas nicht stimmte, als ich das Haus meiner Mutter betrat.Sie umarmte mich ganz normal, fragte nach der Arbeit, lobte mein Kleid und scherzte sogar darüber, wie lange es her war, dass ich sie besucht hatte.Aber etwas an ihrem Verhalten fühlte sich gezwungen an.Ich legte meine Handtasche auf das Sofa und studierte sie sorgfältig.„Mama, du verhältst dich seltsam“, sagte ich und verengte meine Augen.Sie schenkte mir ein kleines Lächeln und ging in Richtung Küche."Ich verhalte mich nicht seltsam."Ich bin ihr gefolgt."Das bist du. Du hast mich den ganzen Weg hierher angerufen, weil du gesagt hast, dass wir reden müssen, aber du vermeidest das Gespräch, seit ich hier bin.“Sie blieb neben der Küchentheke stehen.Einige Sekunden lang sagte sie nichts.Dann drehte sie sich zu mir um.„Ist das dein Ernst mit Henry?“Die Frage hat mich überrascht.Ich verschränkte meine Arme."Ja."Ihr Gesichtsausdruck wurde enger."Wie ernst?"Ich runzelte die Stirn."W

Plus de chapitres
Découvrez et lisez de bons romans gratuitement
Accédez gratuitement à un grand nombre de bons romans sur GoodNovel. Téléchargez les livres que vous aimez et lisez où et quand vous voulez.
Lisez des livres gratuitement sur l'APP
Scanner le code pour lire sur l'application
DMCA.com Protection Status