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KAPITEL DREI

Author: Lukas
last update publish date: 2026-06-11 04:18:12

Seans Sicht

Edith stand am Eingang des Flurs, die Papiere in ihrer Hand fielen ihr aus der Hand, ihre Augen weit aufgerissen vor Schock und Ungläubigkeit.

Die Papiere lagen verstreut auf dem Boden.

Ich stand wie gelähmt da, den Mund voller Speichel wie eine Hyäne.

Die Stille im Flur wurde nur vom Geräusch unseres schweren, unregelmäßigen Atems unterbrochen. Die drückende Hitze, die den Raum noch vor Sekunden erfüllt hatte, war verflogen und hatte einer kalten, stechenden Angst Platz gemacht.

Plötzlich begannen wir, uns zurechtzurücken. Adams zog sich schnell die Hose hoch und schloss den Reißverschluss, ohne Zeit zu verlieren.

Ich stand hinter ihm, richtete mein Hemd und meine Hose und wischte mir den Geschmack seiner Haut vom Mund.

Edith war immer noch fassungslos, sie brachte kein Wort heraus. Sie stand einfach nur da, ihre Augen voller wirrer Gefühle.

„Edith“, rief ich mit zitternder Stimme und trat näher. Ich schwöre, ich wusste nicht einmal, was ich ihr sagen sollte, aber ich betete nur, dass sie mich verstehen würde.

Sie wich einen Schritt zurück, schüttelte den Kopf und versuchte immer noch, das Geschehene zu verarbeiten.

„Sean …“ Sie schluckte schwer. „Ich habe dich gesucht. Der Manager verlangt den Quartalsbericht und das Geschenk für die Tochter des Geschäftsführers. Deshalb bin ich hier.“

Adams räusperte sich. „Es tut mir so leid, Miss. Sean, tschüss.“

Er ließ Edith und mich in dieser unangenehmen und peinlichen Situation allein und verschwand im Hauptflur.

In diesem Moment war mir die Trennung, die Nachricht, mein Auto – nichts anderes mehr wichtig. Ich wollte nur noch Edith alles erklären.

Wenn Blicke töten könnten, wäre ich jetzt tot.

„Sean … Bring einfach den Bericht und das Geschenk. Der Manager wartet draußen, wir wollen es dem Brautpaar überreichen.“ Sie ging sofort.

„Edith!!“, rief ich, aber sie reagierte nicht. Oh Gott, ich bin verloren, ich bin am Ende.

Ich spülte mir schnell den Mund aus und prüfte meinen Atem. Hastig zog ich mich an und verließ den Flur zur Toilette, Edith dicht auf den Fersen.

„Wo hast du das Geschenk versteckt, Sean?“, fragte sie beiläufig, als wäre nichts geschehen.

„Es ist im Firmenbus. Können wir bitte reden, Edith?“

„Worüber denn, Sean? Warum willst du mir das erklären? Du machst hier ein Theater. Außerdem ist es dein Leben, du hast mir nichts zu erklären.“

„Wirklich?“, fragte ich.

„Ja, Sean. Bring bitte den Bericht und das Geschenk.“

Sie ging weg, aber ich war immer noch nicht zufrieden. Wenn sie es jemandem erzählt, würde ich in Panik geraten.

„Herr Sean, bitte holen Sie das Geschenk und den Bericht“, sagte unser Manager. Sofort rief ich ein paar Jungs herbei, die sich im Gebäude aufhielten.

„Könnten Sie mir bitte helfen, das reinzutragen? Danke.“

Wir überreichten das Geschenk. Meine Augen wichen nicht von Edith. Ich war ganz auf sie konzentriert, lauschte und verfolgte ihre Mundbewegungen, um zu sehen, ob sie sagen würde, was sie gesehen hatte.

Schließlich war die Feier vorbei. Die Gäste machten sich auf den Heimweg. Ich suchte überall nach Adams, konnte ihn aber nirgends finden. Ich wollte heute Abend wirklich nichts mit ihm anfangen, aber ich wollte unbedingt seine Nummer.

Mir kam mein kaputtes Auto in den Sinn und meine Stimmung sank rapide. Ich stand da und sah allen nach, wie sie gingen. Plötzlich schoss mir die Nachricht wieder durch den Kopf.

Ich kann im Bett nicht lange durchhalten? Ich kann einfach nicht mit Frauen umgehen? Sie würde immer nach mehr betteln und ich würde ihr immer näher kommen, und trotzdem hatte John die Frechheit, mir so etwas zu sagen.

Sie hat nicht mal eine einzige aufregende Stellung drauf; wir bewegen uns immer nur auf die einfachste Art und Weise. Sie ist einfach ein total uninspiriertes Mädchen.

Wenn sie nur wüsste, wie intim ich in Gedanken mit Mrs. Olivia war.

Der Gedanke an Adams kam mir wieder in den Sinn. Alles, was wir in diesem Flur gemacht hatten, hatte mich halb erregt. Ich musste mich nur zusammenreißen, weil ich draußen war.

„Wo kann ich diesen Jungen finden?“, flüsterte ich.

Ich sah mich überall um, vielleicht, nur vielleicht, konnte ich ihn sehen, wie er ging oder stand. Ich starrte ihn an, Gott weiß wie lange.

Ich beschloss, meine Mutter noch einmal anzurufen, in der Hoffnung, dass sie jetzt fertig wäre. „Hallo, Mama.“

„Hey Sean, rufst du immer noch an? Deine Mutter ist noch nicht fertig. Außerdem glaube ich nicht, dass sie heute Abend nach Hause kommt; die Vorstandssitzung ist sehr knapp.“

„Wow, das ist echt blöd. Wie soll ich denn nach Hause kommen? Oder ich bestelle mir einfach ein Taxi.“

„Nein, Sean, mach dir keine Sorgen. Ich hole dich ab, mein Schatz, okay?“

Mir wurde schwindelig, als sie das sagte. „Frau Olivia holt mich ab? Oh mein Gott.“

„In Ordnung, Ma’am“, stammelte ich.

Ich wurde wieder erregt. Der Gedanke, mit ihr intim zu sein, machte mich an, aber ich war an einem öffentlichen Ort. Ich musste mich beherrschen, obwohl es Mitternacht war.

Ich wartete gefühlt ewig auf Mrs. Olivia.

„Hat sie mich etwa vergessen? Oder so … Ma’am, wo bleiben Sie denn?“

Ich beschloss, allein nach Hause zu laufen oder ein Taxi zu rufen. Ich war schon an der Straße, als ich meinen Namen hörte.

„Sean!“, rief sie. „Gott sei Dank ist sie da!“ Ich rannte zu ihrem pinkfarbenen Lamborghini.

„Tut mir leid, dass ich dich warten ließ, mein Lieber. Ich stand im Stau.“

Ich begrüßte sie etwas nervös. Nach ihrer Antwort herrschte Stille. Mein Herz raste. Ich konnte es nicht fassen, dass ich mit der Frau im Auto saß, nach der ich mich seit meinem siebzehnten Lebensjahr gesehnt hatte. Mein Herz raste so heftig, dass ich wieder erregt wurde.

„Wie war die Hochzeit, Sean?“, durchbrach sie die Stille.

„Schön, alles gut gelaufen“, sagte ich und riss mich zusammen, um deutlich zu sprechen. „Woher wusstest du, dass ich auf einer Hochzeit war?“

„Ach komm schon, Junge, deine Mutter hat mir erzählt, dass die Tochter deines Chefs heute heiratet.“

„Ach so. Ja, die Hochzeit war der Hammer“, prahlte ich.

„Ich weiß, Sam Smith ist ein sehr extravaganter Mann. Er wird uns aber noch beweisen, dass er ganz oben mitspielt.“

„Die Hochzeit ist schon Stadtgespräch, sie ist im Internet schon in aller Munde“, sagte ich.

„Ich weiß, ich hab’s schon gesehen.“

Sie kicherte und konzentrierte sich wieder aufs Fahren, aber mir fiel auf, dass sie nicht in Richtung meines Hauses fuhr.

„Ich dachte, du bringst mich nach Hause?“

„Deine Mutter kommt heute Abend nicht nach Hause“, antwortete sie.

„Um Himmels willen, Frau, ich bin 21. Ich kann auf mich selbst aufpassen.“

„Ach du meine Güte, schau mal, wer 21 ist. Und jetzt schimpfst du mit den Älteren, nur weil du 21 bist? Pass auf, was du sagst, junger Mann“, warnte sie. „Oder ich schneide es ab.“

„Tut mir leid, aber ich kann schon auf mich selbst aufpassen. Ich bin Manns genug“, erklärte ich.

„Sean, mein Lieber, du bleibst heute Nacht bei mir, und das ist endgültig.“

Wir schwiegen wieder. Mein Herz raste. Wie sollte ich die ganze Nacht mit ihr aushalten? Oh Gott, bewahre mich vor dieser Versuchung.

Mein Körper begann zu vibrieren, und ich fing an nachzudenken. Verschiedene Gedanken schossen mir durch den Kopf. Was, wenn es mich fast zum Verzweifeln brachte? Meine Erregung hätte beinahe meine Boxershorts zerrissen.

Endlich erreichten wir ihre Maisonettewohnung. Sie parkte in ihrer teuren Garage, in der eine ganze Wagenflotte stand.

„Komm mit“, sagte sie. Ich folgte ihr. Ihr Körper weckte in mir fast den Wunsch, sie zu berühren, denn ihre Kurven wirkten selbst in ihrem Alter noch so weich.

Verdammt, ich stellte mir vor, wie schön sie in jungen Jahren gewesen sein musste. Da kam mir ein Gedanke. Sie hatte nach ihrer Scheidung vor sieben Jahren immer noch nicht wieder geheiratet.

Wie gestaltet sie ihr Privatleben? Wer darf sie befriedigen? Meine Dame, wenn Sie sich einen jungen Mann wünschen, der Sie verwöhnt, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Nach einem etwas längeren Spaziergang erreichten wir endlich das Wohnzimmer.

„Folgen Sie mir bitte, Sean, ich bringe Sie in Ihr Zimmer.“

„Dies ist Ihr Zimmer für heute Nacht. Machen Sie es sich bequem und rufen Sie mich, wenn Sie etwas brauchen. Ich stehe Ihnen zur Verfügung, mein Junge.“

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