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Mein Alpha wählte ihren Sohn statt unseres

Mein Alpha wählte ihren Sohn statt unseres

Por:  BettmannCompleto
Idioma: Deutsch
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Mein Alpha-Gefährte verpasste den sechsten Geburtstag unseres leiblichen Sohnes, weil er den gekränkten Sohn seiner Ziehschwester trösten musste. Als ich an diesem Abend Finns Zimmer aufräumte, hörte ich aus seinem mechanischen Spielzeugwolf mit Aufnahmefunktion eine leise Kinderstimme. „Kleiner Wolf, mein Papa ist nicht bei mir. Bleibst du bei mir und wirst mit mir groß?“ Am nächsten Tag fragte eine Lehrkraft in der Rudelschule beiläufig, warum Finns Vater nicht zur Zeremonie gekommen war. Finn hielt einen Wachsmalstift in der Hand und antwortete leise: „Papa ist sehr beschäftigt. Er ist der Alpha unseres Rudels.“ „Seine Zeit gehört seiner Arbeit und Tante Selina, die immer seine Hilfe braucht. Nur mir gehört sie nie.“ Bei diesen Worten standen den Eltern ringsum Tränen in den Augen. In mir aber blieb nur noch der Zorn auf Damian. Einen Monat später erinnerte Damian sich endlich daran, Finn den versäumten Geburtstag nachzuholen. Kaum betrat er das Kinderzimmer, sah er Finn dabei, seine Zuordnungskarten zu sortieren. Die Karte mit Damians Bild legte Finn unter „Rudelmitglieder“. Das Feld „Familie“ ließ er leer. Damian wollte danach greifen, doch Finn hob den Kopf und sah ihn mit fremder Distanz an: „Alpha, bitte legen Sie die Karte nicht an die falsche Stelle.“ „Papa gehört zur Familie. Sie gehören nur zum Rudel.“ Damian wurde schlagartig kreidebleich.

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Capítulo 1

Kapitel 1

Finn lag auf dem Teppich und sortierte seine Zuordnungskarten.

Er zog die Karte mit Damians Bild heraus und legte sie unter „Rudelmitglieder“.

„Alpha.“

Damians Kiefer spannte sich an.

„Sieh mich an.“

Finn hob den Kopf ein wenig. In den Augen, die früher geleuchtet hatten, sobald er seinen Vater ansah, lag jetzt nur noch Ausweichen.

„Sag das noch einmal.“

„Alpha.“

Damian sah zu mir.

„Elara, hast du ihm gesagt, er soll mich so nennen?“

„Nein.“

„Du lügst! Ein Sechsjähriger behandelt seinen Vater doch nicht so, wenn du es ihm nicht beigebracht hast!“

„Ach, du erinnerst dich also noch daran, dass du sein Vater bist.“

Für einen Moment wurde es still im Zimmer.

Damians Blick fiel auf den Schreibtisch. In einer Holzschatulle lag ein Rudelabzeichen, das noch nie getragen worden war.

Beim Mondscheinritual erhält ein Jungwolf an seinem sechsten Geburtstag von beiden Eltern gemeinsam sein Rudelabzeichen und wird damit offiziell in die Gemeinschaft aufgenommen.

Finn hatte drei Monate lang für diesen Abend geübt.

Er konnte den Rudelkodex auswendig, hatte die vorgeschriebene Verbeugung gelernt und mich heimlich bestimmt ein Dutzend Mal gefragt:

„Wird Papa stolz auf mich sein?“

Vor Beginn der Zeremonie hatte er ununterbrochen am Eingang der Halle gewartet.

Bei jedem Schrittgeräusch stellte er sich auf die Zehenspitzen und sah zur Tür.

Der Priester unterbrach die Vorbereitungen zweimal und fragte mich, ob wir anfangen sollten.

Doch Finn umklammerte sein Abzeichen und bestand darauf, noch fünf Minuten zu warten.

Als die letzte Straßenlaterne erlosch, kam immer noch nicht Damian, sondern sein Beta Kian.

Kian überbrachte nur seine Nachricht: „Der Alpha hat kurzfristig etwas zu erledigen. Fangt ohne ihn an.“

Finn stand im Mondlicht, und die Erwartung wich langsam aus seinem Gesicht.

Die anderen Jungwölfe wurden von ihren Vätern zum Altar getragen.

Nur Finn hielt meine Hand und ging den langen Gang selbst entlang.

Zu Hause saß er die ganze Nacht mit dem ungetragenen Abzeichen im Arm.

Am nächsten Tag begann er, Damian nur noch Alpha zu nennen.

Damian nahm die Holzschatulle in die Hand.

„Das damals war ein Notfall.“

„Nico war völlig aufgelöst. Selina bekam ihn allein nicht beruhigt. Ich konnte doch nicht einfach wegsehen.“

Ich fragte: „Und bei Finn konntest du einfach wegsehen?“

„Das habe ich nicht gesagt.“

„Das musst du auch nicht.“

Jedes Mal, wenn er sich entscheiden musste, war seine Antwort eindeutig genug.

Damian ging vor Finn in die Hocke.

„Finn, komm her. Ich lege dir das Abzeichen jetzt an.“

Er öffnete die Schatulle.

Finn rückte jedoch unauffällig ein Stück nach hinten.

„Die Zeremonie ist vorbei.“

„Dann holen wir sie eben nach.“

„Aber der Mond von diesem Abend geht für mich nicht noch einmal auf.“

Damians Hand erstarrte.

Ein sechsjähriges Kind verstand weder ein Gefährtenband noch Verrat.

Aber es verstand, dass eine verspätete Umarmung nicht mehr wärmt.

Damian wollte noch etwas sagen, da klingelte sein Handy.

Kian hatte ihm eine Sprachnachricht geschickt.

„Alpha, Selina steht mit Nico vor dem alten Anwesen. Der Junge weint ununterbrochen.“

Damian stand auf.

„Ich sehe kurz nach ihnen.“

Finn senkte den Blick wieder auf seine Karten und reagierte nicht.

An der Tür blieb Damian noch einmal stehen und drehte sich um.

„Finn, ich bin gleich wieder da.“

Diesmal schwieg Finn nicht mehr:

„Sie müssen sich bei mir nicht abmelden.“

Er senkte ordentlich den Kopf.

So grüßte ein Jungwolf seinen Alpha. So verabschiedete kein Sohn seinen Vater.

Damian wurde blass.

„Sprich nicht so mit mir.“

„Wie soll ich denn sprechen?“

Finn dachte ernsthaft darüber nach.

„Dann wünsche ich Ihnen einen guten Weg, Alpha?“

Ich wandte das Gesicht ab und grub die Fingernägel tief in meine Handfläche.

Damian ging trotzdem.

In dem Moment, als das Schloss hinter ihm einrastete, schob Finn seine Karte ganz nach unten in die Schachtel.

„Mama, kommt er heute Abend noch zurück?“

„Ich weiß es nicht.“

„Darf ich dann schon schlafen?“

„Natürlich.“

Früher hätte Finn auf dem Sofa auf ihn gewartet.

Jetzt ließ er nicht einmal mehr eine Lampe für Damian brennen.

Ich deckte Finn zu und öffnete die Nachricht eines Ältesten aus dem Norden.

Darin stand nur ein Satz:

[Frostkamm wird dich und dein Kind immer aufnehmen.]

Das Gefährtenband in meiner Brust schmerzte noch.

Doch zum ersten Mal folgte ich diesem Zug nicht, um nach Damian zu suchen.

Ich löschte das Licht und traf im Dunkeln meine Entscheidung.

Er konnte weiter zu Selina laufen.

Ich würde Finn nehmen und gehen.

Und diesmal würde mich niemand mehr zum Bleiben bringen.

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