Masuk~Zaynes Sicht~Ich versuchte, einen Fuß vor den anderen zu setzen und mein Gleichgewicht ohne diese verdammten Krücken zu testen, als ich Chris' Stimme durch den Flur der Krankenhausstation hallen hörte.„Bro, hör auf. Du bist immer noch ein Vollzeit-Pflegefall.“Ich schnaubte, woraufhin er hinzufügte: „Brich dir nicht auch noch die paar Knochen, die dir geblieben sind.“Ich drehte mich um und grinste trotz des schmerzhaften Ziehens in meinem Oberschenkel.„Dir auch einen guten Morgen, Chris.“Er kam zu mir herüber und verdrehte lässig seine strahlenden Augen.„Wie fühlst du dich?“„Als müsste morgen verdammt noch mal schneller kommen“, antwortete ich und machte einen weiteren vorsichtigen Schritt. „Ich will endlich entlassen werden und hier raus.“Noch bevor er mir Hilfe anbieten konnte, winkte ich ab und humpelte zurück in mein Zimmer. Er folgte mir und murmelte etwas darüber, wie stur ich doch sei.„Du fühlst dich wohl schon wie Batman. Humpelst hier herum, als hättest du gerade Go
~Jeremys Sicht~Teyana fragte mich immer wieder, was los sei, doch ihre Stimme schien immer weiter zu verblassen, bis sie nur noch wie ein leises Hintergrundgeräusch klang, wie ein Radiosender mit schlechtem Empfang. In meinen Ohren rauschte es so laut, dass jedes andere Geräusch darin unterging. Vances Worte hallten unaufhörlich in meinem Kopf wider und schnitten durch alles andere hindurch.Eine vollständige Übereinstimmung.Zaynes DNA und die meines Vaters …Zayne und ich hatten denselben Vater.Zayne war ein Carter.Ich starrte durch die Windschutzscheibe, doch nichts nahm mehr richtig Gestalt an. Die Straßenlaternen verschwammen vor meinen Augen. Ich spürte, wie ich mich in jenen vertrauten, kalten Raum in meinem Kopf zurückzog, in dem ich alles einschloss, womit ich mich nicht auseinandersetzen konnte. Ich konnte förmlich spüren, wie sich die Tür hinter mir schloss.Ich hatte gehofft, diesen Teil von mir nie wieder aufsuchen zu müssen, aber ich konnte nichts dagegen tun. Wie sol
~Teyanas Sicht~Ich versuchte, die Fassung zu bewahren, nachdem Bianca diese Worte ausgesprochen hatte. Instinktiv richtete ich mich auf, zwang mein Gesicht jedoch dazu, ruhig zu bleiben. Jeremy zuckte nicht einmal mit der Wimper. Er lehnte sich lediglich mit jener gelassenen Selbstsicherheit in seinem Stuhl zurück, die deutlich machte, dass ihn ihre Anwesenheit überhaupt nicht störte.Leicht neigte er den Kopf in ihre Richtung.„Wie ich sehe, bist du zurück, nachdem du in Paris dein gebrochenes Herz geheilt hast.“Biancas Mundwinkel zuckten.„Natürlich bin ich zurück. Obwohl …“ Ihr Blick wanderte zu mir, bevor sie sich wieder Jeremy zuwandte. „Ich hätte nicht erwartet, hier auf Stiefgeschwister zu treffen, die öffentlich bestritten haben, miteinander auszugehen, und sich jetzt wieder gemeinsam in der Öffentlichkeit zeigen, als würden sie den Ruf ihrer Familie aufs Spiel setzen.“Ich öffnete den Mund und wollte etwas erwidern, doch Jeremy erhob sich, noch bevor ich auch nur ein Wort h
~Teyanas Sicht~Nach einer gefühlt vierzigminütigen Autofahrt, während der Jeremys ruhelose Hand die ganze Zeit zärtlich über meinen Oberschenkel gestrichen hatte, erreichten wir endlich den prachtvollen Veranstaltungsort für unser Dinner.Inzwischen trug er ein beiges Hemd, das ich für ihn ausgesucht hatte, dazu eine schwarze Hose. Wie üblich waren die obersten Knöpfe geöffnet, und die Ärmel hatte er bis zu den Unterarmen hochgekrempelt. Er sah einfach umwerfend aus.— Aber es war schließlich Jeremy. Ihm stand einfach alles.Eigentlich hatte er sich für Schwarz entscheiden wollen, aber glaubt mir, ich hätte die Augen verdreht, wenn ich ihn heute Abend schon wieder komplett in Schwarz hätte sehen müssen. Er besaß ohnehin mehr als genug schwarze Kleidung.Während der Aufzug nach oben fuhr, ruhte Jeremys Hand auf der nackten Rundung meines unteren Rückens. Seine warme Handfläche lag direkt auf der freien Hautpartie meines goldenen Kleides. Das leise Summen des fahrenden Aufzugs erfüllte
~Teyanas Sicht~Die Fahrt verlief still, aber auf eine angenehme, beruhigende Weise. Ich hatte mich schon lange nicht mehr so entspannt und friedlich gefühlt.Jeremys Hand lag locker auf meiner, während wir durch die Stadt fuhren. Sein Daumen zeichnete gedankenverloren kleine Kreise auf meine Handfläche.Meine Wange ruhte am Fenster, während ich beobachtete, wie die Gebäude an uns vorbeizogen. Schließlich bog das Auto langsam in eine Parklücke neben einer Boutique namens *Sẽra* ein. Der Laden war so prachtvoll, dass ich meinen Augen kaum traute. Riesige Glasfronten, goldene Türgriffe und Schaufensterpuppen, die wie teure Laufstegmodels gekleidet waren.Ich blinzelte.„Ähm … Jer? Sind wir … hier richtig?“Er schnallte sich ab und warf mir ein kleines, jungenhaftes Grinsen zu.„Ja.“Ich sah erst ihn und dann wieder die Boutique an.„Warum sind wir hier?“Er ging um das Auto herum, öffnete meine Tür und hielt mir die Hand hin.„Weil ich dich heute Abend zum Essen ausführe“, sagte er ganz
~Teyanas Sicht~Ashley stand vor meiner Tür, mit einem strahlenden Lächeln, flauschigen Hausschuhen und einem Gesichtsausdruck, der vor unschuldiger Neugier nur so strotzte. Sie war kleiner als ich, kurvig an den richtigen Stellen und ein wenig pummelig. Ihre durchdringenden haselnussbraunen Augen waren mein Lieblingsteil ihres Aussehens.„Guten Morgen!“, trällerte sie.„Morgen, Nachbarin“, erwiderte ich und zog das Bettlaken noch enger um meinen Körper. Meine Güte, ich hätte mir etwas anziehen sollen. Ich fühlte mich völlig entblößt.Ihr Blick glitt einmal über mich, bevor sie sagte: „Ähm … ich habe einen Schrei gehört und wollte nachsehen, ob alles in Ordnung ist. Ehrlich gesagt … habe ich ihn auch letzte Nacht gehört. Aber ich habe eine Weile überlegt, ob ich wirklich herkommen und nachsehen sollte …“Meine Seele verließ meinen Körper.„Oh. Das.“ Ich kratzte mich wie eine Idiotin am Hinterkopf und wäre am liebsten im Boden versunken. „Ich habe … gelacht. Über mein Handy.“Und Gott,