INICIAR SESIÓNKlappentext: Jeder an der Blackthorne Academy kannte meinen Namen schon, bevor ich überhaupt durch die Tür kam. Nicht, weil ich etwas Besonderes wäre. Sondern weil man anscheinend berühmt wird, wenn man jemandes Leben ruiniert. Zumindest besagen das die Gerüchte. Jetzt sitze ich an einer Schule fest, die von Geld, Hockey und Ansehen besessen ist, wo Schüler Klatsch wie einen Wettkampf betreiben und der König des gesamten Campus Matteo Arden ist, der kaltherzige Hockeykapitän mit Wutproblemen, blauen Flecken an den Knöcheln und so viel seelischem Schaden, dass er eine eigene Warnung verdient hätte. Alle vergöttern ihn, ich nicht. Vielleicht kann er deshalb nicht aufhören, mich anzustarren. Eine nächtliche Begegnung in der Eishalle verändert alles. Plötzlich verteidigt mich der Junge, der sonst kaum spricht, im Unterricht, starrt mich an, als wäre ich ein Rätsel, das er lösen will, und taucht genau dann auf, wenn mein Leben wieder aus den Fugen gerät. Dann macht jemand ein Foto von uns zusammen. Jetzt glaubt die ganze Schule, dass Blackthornes Eiskönig von dem Skandalmädchen besessen ist. Seine Ex will mich vernichten. Die Gerüchte werden immer schlimmer. Und je mehr Zeit ich mit Matteo Arden verbringe, desto mehr merke ich, dass das Schlimmste an ihm nicht sein Ruf ist. Es ist, wie leicht er es mir macht, bei ihm zu bleiben. An der Blackthorne Academy werden Rufmord zum Spaß begangen. Und sich in den Falschen zu verlieben? Das ist das gefährlichste Spiel von allen.
Ver másMatteos SichtDie Nummer führte ins Nichts.Ich saß um zwei Uhr morgens in meinem Wohnheimzimmer, den Laptop aufgeklappt. Nachverfolgungs-Apps waren nutzlos gegen eine Wegwerfnummer. Draven saß mir gegenüber, die Füße auf meinem Schreibtisch, und sah zu, wie ich zum fünften Mal dieselbe Suche eingab.„So wirst du das nicht finden“, sagte er.„Und wie dann?“„Du fragst jemanden, der sich wirklich damit auskennt, sich hinter einer gefälschten Nummer zu verbergen.“ Er hob eine Augenbraue. „Was jemanden mit Geld bedeutet. Echtes Geld. Kein Taschengeld.“Mein Mund öffnete sich ein wenig. Das schränkte die Liste schnell ein.Seraphine hatte Geld. Die Hälfte der Mädchen auf Blackthorne auch. Aber irgendetwas an der Nachricht passte nicht zu ihrem Stil.Seraphine mochte ein Publikum. Sie wollte, dass die Leute zusahen, wenn sie jemanden zerstörte. Das hier fühlte sich privat an. Vorsichtig.Geplant von jemandem, der keinen Applaus brauchte, um sich mächtig zu fühlen.„Was ist mit Celestine?“,
Morganas SichtNyra schleppte mich drei Tage, nachdem das Foto geleakt worden war, zu der Party.„Du brauchst das“, sagte sie und zog ein Kleid von meinem Bett. „Du versteckst dich nicht in deinem Wohnheim, nur weil Seraphine ein Bild gepostet hat.“„Ich verstecke mich nicht.“„Du hast gestern zweimal Essen auf dein Zimmer bestellt.“Darauf hatte ich keine Antwort.Die Party fand in einem Haus außerhalb des Campus statt, das einem ehemaligen Eishockeyspieler gehörte. Musik ließ die Wände erbeben. Menschen drängten sich im Wohnzimmer, rotes Plastikgeschirr überall, und die ganze Szene roch nach Bier und Rasierwasser. Nach zehn Minuten verlor ich Nyra an einen Typen aus ihrem VWL-Kurs.Stattdessen fand ich die Küche. Leer. Ruhig. Ein Fenster stand auf Kipp und ließ kalte Luft durch den Lärm aus dem anderen Zimmer dringen.Matteo stand an der Theke.Er hatte mich noch nicht gesehen. Er hielt eine Wasserflasche fest, kein Bier, das Kieferngesicht angespannt, und starrte ins Leere. Drei Ju
Ich hätte gehen sollen. Mein ganzer Instinkt schrie mir zu, die Eisbahn zu verlassen und so zu tun, als hätte ich den unantastbaren Matteo Arden nie gegen die Bande krachen sehen. Aber meine Füße rührten sich nicht, und mein Mund entschied sich wie immer, alles nur noch schlimmer zu machen.„Hey“, sagte ich leise und trat näher, anstatt mich zu entfernen. „Du brichst dir noch die Hand, wenn du so weitermachst.“Er erstarrte, die Faust noch immer gegen die Wand gepresst, die Brust hob und senkte sich, als hätte er gerade einen Marathonlauf hinter sich. Als er sich zu mir umdrehte, waren seine Augen gerötet, glasig – ein Blick, der so gar nicht zu der kalten, beherrschten Seite von ihm passte, die ich den ganzen Tag über gesehen hatte.„Geh“, sagte er mit rauer Stimme.„Nein.“„Morgana.“„Das ist das erste Mal, dass du meinen Namen sagst.“ Ich verschränkte die Arme und weigerte mich, meine Stimme zittern zu lassen, obwohl mein Herz raste. „Schon ein seltsamer Anfang. Mich anzuweisen, di
Ich riss ihm das Papier so schnell aus der Hand, dass ich mich beinahe geschnitten hätte.„Vorsicht“, sagte ich und faltete es zusammen, bevor es jemand lesen konnte. „Zu viel Klatsch kann deinen IQ senken.“Er reagierte nicht. Er stand nur da und sah mir zu, wie ich das Blatt in meinen Ordner stopfte, als könnte es Feuer fangen, und sagte kein Wort.Kein Grinsen, kein Kommentar, nicht einmal ein Anflug von Verurteilung. Nur Stille, schwer und undurchdringlich, als würde er mich in einer mentalen Schublade mit der Aufschrift „Problem“ ablegen.Es ärgerte mich mehr, als wenn er tatsächlich etwas Gemeines gesagt hätte. Wenigstens Gemeines, mit dem ich hätte umgehen können. Stille fühlte sich an, als stünde man vor einer verschlossenen Tür, klopfte und bekäme keine Antwort.„Wow. Spannende Unterhaltung“, murmelte ich und ging an ihm vorbei, bevor mein Gesichtsausdruck verriet, wie aufgewühlt ich mich fühlte.Hinter mir pfiff einer seiner Teamkollegen leise. „Alter, alles klar bei dir? Du





