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FÜNF: Der Fuchs im Schatten

Penulis: Preshytreenah
last update Tanggal publikasi: 2026-07-07 03:11:54

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Ich saß aufrecht auf meinem Bett, während der Hauch von Kaelens Duft noch immer an meiner Haut haftete und die Last der Entscheidungen der vergangenen Nacht auf meiner Brust lastete. Die Höhle, der Sturm, das Gefühl, wie nah sein Körper unter dieser dünnen Decke an meinem gelegen hatte … all das spielte sich in meinen Gedanken wie ein Fiebertraum ab. Ich berührte meinen Anhänger, der noch warm war, und seufzte. Ich musste ihn warnen. Die Jäger würden bei Einbruch der Dämmerung kommen, um ihn zu holen.

Aber zuerst musste ich das Frühstück überstehen.

*

Auf dem Markt in der nahegelegenen Stadt herrschte wie immer reges Treiben. Papa hatte mich geschickt, um Vorräte zu besorgen, da die Vorräte im Lager zur Neige gingen.

Das letzte Mal hatte ich auf dem Markt eine unangenehme Erfahrung gemacht, weshalb ich mit leeren Händen zum Rudel zurückgekehrt war.

Ich schlenderte mit dem Korb in der Hand zwischen den Ständen hindurch und versuchte, mich auf die Einkaufsliste zu konzentrieren.

Da sah ich sie.

Mein Blick schärfte sich plötzlich … fast so, als würde er ohne Vorwarnung heranzoomen. Ein Mädchen in meinem Alter, mit markanten Gesichtszügen, feurig orange-rotem, schwarz gesträhntem Haar und klugen bernsteinfarbenen Augen, steckte heimlich Waren aus einem der Händlerstände in ihren Umhang. Sie bewegte sich wie ein fließender Schatten. Niemand sonst schien es zu bemerken.

Ich blinzelte heftig und rieb mir die Augen.

Was passiert hier mit mir?

Sie war fertig und verschwand geräuschlos in der Menge. Ich seufzte und setzte meinen Einkauf fort, bezahlte schnell und machte mich dann auf den Rückweg zum Gelände.

Auf halbem Weg den Waldweg hinunter erstarrte ich.

Dasselbe Mädchen trat hinter einem Baum hervor und versperrte mir den Weg. Sie warf mir einen unfreundlichen, musternden Blick zu und begann, mich langsam zu umkreisen.

„Du riechst … anders“, sagte sie mit leiser Stimme, in der jedoch ein Anflug von Misstrauen mitschwang.

Ich räusperte mich. „Wovon redest du?“

Sie blieb stehen, hielt einen sicheren Abstand ein und zeigte auf mich. „Du hast mich auf dem Markt gesehen, oder?“

Ich antwortete nicht, überrascht, dass sie mich bemerkt hatte.

„Wirst du mich melden?“, fragte sie und neigte den Kopf.

Ich seufzte und ging an ihr vorbei. „Wenn ich das gewollt hätte, hätte ich dich sofort verpetzt, als ich dich gesehen habe.“

„Es ist unhöflich, jemandem den Rücken zuzukehren, während er mit dir redet“, rief sie und verschränkte die Arme.

„Mein Fehler“, erwiderte ich sarkastisch. „Ich habe weitaus Wichtigeres zu tun.“ Ich ging weiter.

Im Nu wurde mir der Korb vom Arm gerissen. Bevor ich reagieren konnte, huschte sie bereits mit meinen Lebensmitteln durch die Bäume davon.

„Hey!“, fuhr ich sie an und rannte los. „Komm zurück! Du kleine Diebin!“

Ich jagte ihr so schnell ich konnte hinterher, aber sie war zu schnell … unnatürlich schnell. Meine Lungen brannten und meine Beine fühlten sich an wie Blei. Schließlich hockte ich mich auf den Weg, atmete schwer und sah zu, wie ihre Gestalt in der Ferne verschwand.

„Jetzt wünschte ich, ich hätte sie gemeldet“, murmelte ich bitter.

*

Ich kehrte wieder mit leeren Händen in die Siedlung zurück. Sobald ich den Hof betrat, fiel es mehreren Jägern auf.

„Lexi ist zurück … und wieder mit leeren Händen“, lachte einer von ihnen. „Was ist diesmal passiert? Wieder ein mysteriöser Dieb?“

Ich ließ den Kopf gesenkt. „Ja. Ich wurde auf dem Rückweg ausgeraubt.“

Es brach erneut Gelächter aus. „Ausgeraubt? Schon wieder? Mädchen, du bist neunzehn und schaffst nicht einmal einen einfachen Versorgungslauf?“

Ein anderer Jäger spottete: „Vielleicht ist sie für dieses Leben einfach nicht geschaffen. Ständig rennt sie nachts davon, kommt mit wilden Geschichten zurück, schwach wie ein Kätzchen …“

„Als sie letzte Nacht davongelaufen ist, hat die ganze Siedlung nach ihr gesucht, und jetzt das?“, fügte jemand anderes hinzu. „Wir sollten sie in die Küche fesseln, wenn sie schon keine Hilfe ist.“

Die Worte trafen mich wie ein Stich. Ich ballte die Fäuste, die Wangen brannten vor Demütigung und Schuldgefühlen.

„Genug.“ Papas tiefe Stimme durchdrang den Spott wie ein Messer. Alle verstummten. „Tomas, hol noch einmal die Vorräte. Lexi, rein mit dir.“

Tomas nickte mir beruhigend zu, als er an mir vorbeiging. „Bist du verletzt?“, fragte er leise.

Ich schüttelte den Kopf. „Nein. Mir geht’s gut.“

Aber die Schuldgefühle nagten an mir. Ich hatte die Nacht mit einem Werwolf verbracht, während meine Familie sich Sorgen machte. Und jetzt konnte ich nicht einmal bei der kleinsten Aufgabe helfen …

*

Später am Mittag schlich ich am Rand des Geländes entlang und hielt mich außer Sichtweite. Ich musste die genauen Pläne erfahren.

In der Nähe der Waffenkammer hörte ich, wie Gretonia mit sanfter Stimme mit Pa und den erfahrenen Jägern sprach.

„…der Überfall auf den Abtrünnigen findet bei Einbruch der Dämmerung statt. Benutzt das neue Silbernetz … das wird ihn sofort außer Gefecht setzen. Verstärktes Wolfskraut auf den Klingen. Der hier hat schon zu viel Ärger verursacht.“

Gretonia kicherte. „In letzter Zeit gibt es Gerüchte über besonderes Blut in diesen Wäldern. Mächtige Blutlinien. Wir fangen ihn lebend, wenn möglich. Könnte wertvoll sein.“

Mein Magen krampfte sich vor instinktivem Ekel zusammen. Der Gedanke, dass Kaelen gefangen, gefoltert oder getötet werden könnte, machte mich körperlich krank. Meine Hände fingen an zu zittern. Ich griff nach einem Metallwerkzeug in der Nähe, um mich abzustützen, und zerdrückte es versehentlich in meiner Handfläche, ohne es zu wollen. Ich starrte auf das verbogene Metall, mein Herz raste.

Wie konnte ich – Was ist das? Was passiert hier?

Ich nahm mir vor, Kaelen so schnell wie möglich zu finden. Aber das war fast unmöglich … Pa hatte nach der letzten Nacht zusätzliche Wachen aufgestellt, um mich genau zu überwachen. Ich hatte ihnen nicht gesagt, wo ich gewesen war, und würde es auch niemals tun.

Den Rest des Nachmittags tat ich so, als würde ich trainieren, während mein Verstand Fluchtwege ausrechnete. Wenn sie sich ausruhten, schmiedete ich Pläne.

*

Endlich brach die Nacht herein. Im Gelände wurde es still. Ich überprüfte noch einmal die Positionen der Wachen und wählte eine andere, riskantere Route. Gerade als ich mich durch die Schatten schleichen und losrennen wollte, zerriss ein markerschütternder Schrei die Luft.

Ich erstarrte. Niemand sonst schien sich zu regen. Schliefen sie alle?

Der Schrei ertönte erneut … rau und verzweifelt. Ich versteckte mich schnell und verfolgte den Schrei bis zu Gretonias privatem Wohnwagenbereich. Mit klopfendem Herzen schlich ich näher heran und spähte durch ein kleines Fenster.

Was ich sah, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.

Ein Mädchen war nackt an einen Tisch gefesselt.

Moment mal – dieselbe Diebin vom Markt?

Hatte sie sie bestohlen?

Gretonia stand mit einem spöttischen Grinsen über ihr, während seine Männer ihm halfen, eine tödlich aussehende Flüssigkeit über ihre Haut zu gießen. Sie schrie erneut, als die Flüssigkeit ihre Haut regelrecht verätzte, und ihr Körper zuckte krampfhaft.

Dann … geschah etwas Überraschendes.

Ihre Gestalt schimmerte und verzerrte sich. Fell spross hervor, Ohren wurden länger, und in einem farbenprächtigen Lichtblitz verwandelte sie sich in ein fuchsähnliches Wesen … geschmeidig, mit leuchtend rot-orangefarbenem Fell und mehreren hin und her schwankenden Schwänzen.

Eine Kitsune.

Ein Keuchen entfuhr mir, bevor ich es verhindern konnte.

Ich riss mich vom Fenster los, das Herz hämmerte mir wild in der Brust, und presste mich gegen die Wand.

Was zum Teufel??

Es gab noch andere Wesen wie diese?

Ich hatte nur in einem der Bücher davon gelesen, die Pa in seiner privaten Bibliothek aufbewahrte.

Alles, was ich über die Welt zu wissen glaubte, bröckelte.

Werwölfe…

Und jetzt auch noch ein Kitsune?

Einer, der in Schwierigkeiten steckt.

Denn Gretonia schien jeden Augenblick davon zu genießen.

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