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kapitel 54

Author: Caca
last update publish date: 2026-09-12 11:57:59

**Kleine Veränderungen**

Seit jener Nacht im Garten waren einige Tage vergangen.

Im Castello-Herrenhaus war wieder die gewohnte Routine eingekehrt, die nach außen hin makellos wirkte. Das prächtige, unerschütterlich wirkende Anwesen glich einer gewaltigen Theaterbühne, auf der alles mit höchster Präzision inszeniert war. Die Bediensteten bewegten sich lautlos und verrichteten ihre Aufgaben mit bemerkenswerter Pflichtergebenheit. Die gemeinsamen Mahlzeiten der Familie fanden pünktlich statt,
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    Feines Gift am Esstisch Wenige Tage nach dem vertraulichen Treffen im Sonnenraum lastete eine noch schwerere Atmosphäre über dem Castello-Anwesen. Die Schritte der Bediensteten klangen gehetzter, und zwischen den prächtigen Gängen schien eine unausgesprochene Spannung in der Luft zu hängen. Ihren Höhepunkt erreichte die erstickende Stimmung, als die gesamte Familie zum gemeinsamen Mittagessen im großen Speisesaal versammelt wurde. Die Zukunft der Familie Castello wurde stets an diesem langen Tisch aus altem Mahagoniholz besprochen – doch heute war er nichts weniger als ein verborgenes Schlachtfeld. Aixa kam als Letzte. Sie schritt zögernd durch die doppelten geschnitzten Türen; ihr cremefarbenes Leinenkleid saß locker an ihrem abgemagerten Körper. Ihr Gesicht war bleich, und die feinen dunklen Ringe unter den Augen ließen sich auch mit leichtem Make-up nicht mehr ganz verbergen. »Entschuldige, Momy … ich bin zu spät«, sagte sie leise, fast übertönt vom Klirren des Bestecks, das g

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    Die Nacht schritt voran. Stille legte sich über das Castello-Anwesen und verschlang jedes Geräusch; einzig das leise Rascheln des Windes in den Blättern des Gartens blieb übrig. Doch für Catalina war diese Nacht alles andere als ruhig. Zwar war sie nach dem Abschied von Elio in ihr eigenes Zimmer zurückgekehrt – aber ihre Gedanken waren noch immer auf dem Korridor im ersten Obergeschoss, vor jener Tür, hinter der sie ein Geständnis vernommen hatte, das sie sich niemals hätte vorstellen können. Sie schaltete nicht einmal das Hauptlicht ein. Nur das Mondlicht drang durch das große Fenster und warf ihren Schatten auf den Holzfußboden. Langsam schritt sie zum Fenster, schob den dünnen Vorhang beiseite und blickte hinunter in den stillen, von Gartenlampen erhellten Park. Der kleine Teich in der Ecke spiegelte das gelbliche Licht, das im Wind sanft schwankte. Unwillkürlich erinnerte sie sich an jenen Abend, als Fernando Aixa und Elio dort zusammen vorgefunden hatte. Damals hatte sie nicht

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    Die Kälte der Nacht drang durch den Spalt des leicht geöffneten Fensters herein und trug den Duft des noch nicht ganz verrauschten Regens mit sich. Doch die Stille, die nach Catalinas Fortgang im Zimmer zurückblieb, war eisiger als jede Kälte draußen. Das leise Schließen der Tür hallte wie der Hammerschlag eines Richters – ein endgültiges Urteil über all sein Versagen. Elio stand noch immer reglos an derselben Stelle. Die Stille hüllte den Raum so dicht ein, dass ihm sein eigener Herzschlag wie eine qualvolle, laute Erschütterung vorkam. Seine Gedanken wirbelten durcheinander, wiederholten unablässig jedes Wort, das Catalina gesprochen hatte. »Sie ist die Frau deines Onkels.« Vier Worte. Nicht nur eine Warnung. Sie waren eine dicke Mauer, die die Wirklichkeit von seinen leeren Träumen trennte. Eine heilige Grenze, die er bewusst verschwommen gelassen hatte – nur um sich an einer schwachen, zum Scheitern verurteilten Hoffnung festzuhalten. Langsam schritt Elio zur Ecke des Zimmers

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