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Kapitel zweiundfünfzig

Author: Valerie Ray
last update publish date: 2026-10-20 05:52:02

Hasel

Silas kam in jener Nacht nicht zurück.

Sie war eine Stunde lang im Bett geblieben, dann auf die Couch gewechselt, dann wieder nach oben gegangen, und gegen zehn hatte sie genug davon, duschte und schlief ein. Sie sah nicht nach, ob er zu Hause war. Sie lauschte nicht an der Haustür. Sie schlief ein, wachte um sieben Uhr auf, lag noch ein paar Minuten da und stand dann auf.

Der Morgen verlief wie immer. Sie kochte Tee. Sie schaute auf ihr Handy – drei Benachrichtigungen von einem Gruppenc
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    Hasel.Die ersten Blüten am Apfelbaum öffneten sich in der Woche, in der ich meine letzte Prüfung hinter mir hatte.Ich entdeckte sie, als ich mit zwei Tassen Tee in den Garten ging. Drei kleine weiße Blüten waren am höchsten Ast erschienen, eine vierte hing weiter unten an der Mauer. Ich stellte das Tablett auf die Bank und stellte mich unter den Baum, die Hand nach ihnen ausgestreckt.Silas kam mit einem zusammengefalteten Hemd über dem Arm durch die Gartentür.„Du hast sie gefunden“, sagte er.„Ich habe vier gefunden.“„Gestern waren es noch drei.“„Dann arbeitet der Baum ja fleißiger als du.“Er gesellte sich zu mir unter die Äste und blickte auf. Sein Haar war noch feucht vom Duschen, und seine Ärmel waren über die Unterarme hochgekrempelt. Er war seit dem frühen Morgen wach, obwohl er immer wieder beteuerte, gut geschlafen zu haben.„Du hast jeden Tag nach diesem Baum gesehen“, sagte er.„Ich habe ihn gepflanzt.“„Du hast beim Pflanzen geholfen.“„Ich habe den Spaten gehalten.“„

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    Hazel.Das silberne Blumenarmband blieb den ganzen Tag an meinem Handgelenk. Ich trug es, während ich mit Maya kochte, während ich Nachrichten von der Uni beantwortete und während ich neben Silas im Garten saß, das Rezeptbuch meiner Mutter aufgeschlagen auf meinen Knien. Das Metall fühlte sich kalt an, aber die Bedeutung war warm. Jede Bewegung drückte die silberne Blume gegen meine Haut und erinnerte mich daran, dass meine Tante sie mir jahrelang vorenthalten hatte. Sie war ein Stück meiner Mutter, eine Verbindung, die mir verwehrt geblieben war, und ich war noch nicht bereit, sie loszulassen.Am Abend hatte das Armband einen schwachen roten Abdruck an meinem Handgelenk hinterlassen. Silas bemerkte ihn, als wir im Restaurant am Fluss aßen. Er sagte zunächst nicht viel, aber sein Blick fiel immer wieder darauf.„Du solltest es eine Weile abnehmen“, sagte er leise.„Mach ich, wenn ich schlafe“, antwortete ich und zog mein Handgelenk etwas zurück.„Du kannst es jetzt abnehmen. Es hinterl

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