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Reborn: Die Rache der Alpha-Königin
Reborn: Die Rache der Alpha-Königin
Author: Azilla

Kapitel 1 – Die Hinrichtung der Alpha-Luna

Author: Azilla
last update publish date: 2026-06-08 20:47:17

Der Himmel über der Stadt war grau, als hätte selbst die Welt beschlossen, heute nicht hinzusehen.

Der große Hinrichtungsplatz im Zentrum des Untergrundreiches war überfüllt.

Alpha, Beta, Krieger.

Alle Clans waren vertreten.

Und in der Mitte stand sie.

Selene Ravenwood.

Ihre Hände waren mit dunklem Eisen gefesselt. Runen glimmten schwach um die Ketten – Magie, die selbst ihre Regeneration unterdrückte.

Sie spürte den kalten Stein unter ihren nackten Füßen.

Doch schlimmer als die Kälte war der Blick, der auf ihr lag.

Nicht der der Menge.

Sondern der auf dem Thron.

Damian Blackthorne.

Ihr Ehemann.

Ihr König.

Ihr Verrat.

Er saß erhöht, in schwarzer Rüstung, die das Licht verschluckte. Goldene Augen blickten auf sie herab – ruhig, kontrolliert, unlesbar.

Neben ihm stand eine Frau.

Blond. Perfekt geschminkt. Lächelnd.

Aurora Vale.

Selenes beste Freundin.

Sie hatte einmal gesagt, Selene sei wie eine Schwester für sie.

Jetzt hielt sie Damians Hand.

Und trug den Ring, den Selene einst für ihn ausgesucht hatte.

Selene atmete langsam aus.

Nicht aus Angst.

Sondern aus Erinnerung.

Denn sie wusste bereits, wie dieser Moment enden würde.

Nicht weil sie ihn erraten hatte.

Sondern weil sie ihn schon erlebt hatte.

---

„Selene Ravenwood“, erklang die Stimme des Richters, verstärkt durch magische Resonanz, „du wirst des Hochverrats, der Verschwörung gegen den Alpha-König und der Manipulation der Clans für schuldig befunden.“

Ein leises Murmeln ging durch die Menge.

Verrat.

Die Frau, die Damian Blackthorne erschaffen hatte.

Die Frau, die ihn zum Alpha-König gemacht hatte.

Sollte nun sein Untergang gewesen sein?

Selene lächelte kaum sichtbar.

Wie falsch diese Geschichte doch war.

---

Der Richter hob den Blick.

„Hast du letzte Worte?“

Stille.

Alle warteten auf Tränen.

Auf Flehen.

Auf Zusammenbruch.

Aber Selene sah nur ihn an.

Damian.

Und dann sprach sie ruhig:

„Interessant.“

Ein Flüstern ging durch die Menge.

Aurora verengte die Augen.

„Interessant?“, fragte der Richter irritiert.

Selene neigte leicht den Kopf.

„Dass ein Mann, den ich aus dem Nichts erhoben habe… glaubt, er könne mich löschen.“

Ein kurzer Schatten zog über Damians Gesicht.

Nur für einen Moment.

Dann war er wieder leer.

---

„Sie lügt weiterhin“, sagte Aurora sanft und legte den Kopf an Damians Schulter. „Sie versucht dich noch immer zu manipulieren.“

Selene beobachtete sie.

Genau diesen Blick.

Genau dieses Lächeln.

Genau diese Berührung.

In ihrem ersten Leben hatte es sie innerlich zerstört.

Jetzt fühlte sie nichts mehr.

Oder fast nichts.

---

Damian erhob sich langsam.

Die Menge verstummte sofort.

Seine Stimme war tief, ruhig.

„Selene.“

Nur ihr Name.

Früher hatte er so geklungen wie ein Versprechen.

Jetzt klang er wie ein Urteil.

„Ich habe dir alles gegeben“, sagte er.

Selene lachte leise.

Nicht laut.

Nur ein Atemzug voller Ironie.

„Nein“, antwortete sie. „Ich habe dir alles gegeben.“

Ein kurzer Riss ging durch die Luft.

Die Zuschauer spürten es nicht.

Aber Damian tat es.

---

Für einen Moment trafen sich ihre Blicke.

Und etwas Ungewöhnliches geschah.

Er zögerte.

Nur einen Herzschlag lang.

Als hätte etwas in ihr sich verändert.

Als wäre sie nicht mehr dieselbe Frau, die er zu kennen glaubte.

Doch dann sprach er kalt:

„Du wirst heute für deine Taten sterben.“

Aurora lächelte breiter.

Die Menge jubelte leise.

Der Richter senkte den Kopf.

Das Urteil war gefallen.

---

Selene wurde nach vorne geführt.

Schritt für Schritt.

Eisenketten klirrten bei jeder Bewegung.

Der Himmel schien dunkler zu werden.

Und während sie ging, erinnerte sie sich nicht an ihr Ende.

Sondern an den Anfang.

An den Moment, in dem sie ihn liebte.

An den Moment, in dem sie ihn rettete.

An den Moment, in dem sie sich selbst verlor.

---

Der Richtblock war kalt.

Ihr Kopf wurde nach unten gedrückt.

Das Schwert wurde gezogen.

Metall sang in der Luft.

Und plötzlich—

hörte sie Damians Stimme ein letztes Mal.

„Hättest du mich wirklich geliebt… hättest du mich nicht verraten.“

Selene schloss die Augen.

Fast hätte sie gelacht.

Fast.

„Damian“, dachte sie.

„Du hast keine Ahnung, was Liebe ist.“

---

Das Schwert fiel.

Die Welt wurde weiß.

Dann schwarz.

Dann still.

---

Und in der Stille… begann etwas zu brechen.

Nicht ihr Körper.

Sondern die Zeit selbst.

Ein Riss.

Ein Ziehen.

Ein Fallen ohne Boden.

---

Selene öffnete die Augen.

---

Sonnenlicht.

Vögel.

Der Duft von Frühling.

Kein Blut.

Keine Ketten.

Kein Tod.

Sie saß aufrecht in einem Bett aus weißem Stoff.

Ihr Herz schlug ruhig.

Zu ruhig.

Als hätte es nie aufgehört zu schlagen.

Langsam hob sie ihre Hände.

Keine Fesseln.

Nur Haut.

Lebendig.

Atmend.

---

„Was…“

Ihre Stimme war brüchig.

Dann stand sie abrupt auf.

Ein Spiegel an der Wand.

Sie trat davor.

Und erstarrte.

Jünger.

Keine Narben der Hinrichtung.

Kein Zeichen des Todes.

Sie war fünf Jahre zurück.

Genau an den Tag, an dem alles begonnen hatte.

Der Tag, an dem sie Damian Blackthorne zum ersten Mal begegnet war.

---

Ihre Finger krallten sich in den Stoff ihres Kleides.

Ihr Atem wurde flach.

Die Erinnerungen kamen nicht wie Bilder.

Sondern wie Schmerz.

Verrat.

Blut.

Auroras Lächeln.

Damians Urteil.

Das Schwert.

Ihr Tod.

---

Langsam hob sie den Kopf.

Ihre Augen waren nicht mehr dieselben.

Nicht weich.

Nicht hoffnungsvoll.

Sondern tief.

Still.

Gefährlich ruhig.

„Also…“, flüsterte sie.

„Ich bin zurück.“

Eine Pause.

Dann ein kaum hörbares Lächeln.

„Gut.“

---

Draußen vor dem Fenster hörte sie Stimmen.

Junge, höfliche Stimmen.

Feier.

Empfang.

Ein Treffen der Clans.

Und er war dort.

Damian Blackthorne.

In wenigen Minuten würde sie ihn wiedersehen.

Zum ersten Mal.

Zum zweiten Mal.

Doch diesmal war sie nicht die Frau, die ihn liebte.

Nicht die Frau, die ihn rettete.

Nicht die Frau, die für ihn starb.

Sie trat ans Fenster.

Ihr Spiegelbild sah zurück.

Und diesmal war es kein Opfer.

Sondern eine Entscheidung.

„Diesmal“, sagte sie leise,

„werde ich dich nicht zum König machen.“

Sie drehte sich zur Tür.

Und öffnete sie.

---

Cliffhanger:

Im Ballsaal hob Damian Blackthorne in diesem Moment den Kopf.

Ohne zu wissen warum.

Und sein Blick fiel direkt auf sie.

Als hätte sich die Zukunft gerade verändert.

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