LOGIN„Ich weise dich zurück, Zenaya.“ Diese vier Worte zerstörten alles. Ihr Gefährte wählte ihre eigene Schwester. Gemeinsam stahlen sie ihr Glück, töteten ihr ungeborenes Kind und warfen sie fort, als wäre sie nichts. Zum Sterben mitten im Wald zurückgelassen, wird Zenaya von dem letzten Mann gerettet, den sie je erwartet hätte – Aerion Conrt, dem rücksichtslosen Ober-Alpha… und dem Todfeind ihres Ex-Gefährten. Er will Rache. Sie will Gerechtigkeit. Keiner von beiden hatte erwartet, dass aus dem Hass das eine Ding werden würde, das sie zueinander zieht. Doch als die Vergangenheit anklopft und ein Krieg zwischen Zwillingsbrüdern beginnt, muss Zenaya wählen… Vor der Frau fliehen, die sie einmal war… Oder die Luna werden, die niemand jemals wieder zu verraten wagen wird.
View MoreKapitel 1
Ich verstärkte meinen Griff um meinen Unterbauch, als ein weiterer grausamer Krampf durch mich hindurchfuhr. Ich krümmte mich auf dem Bett zu einer Kugel zusammen, kniff die Augen fest zu, während mein Herz wild gegen meine Rippen hämmerte und jeder keuchende Atem schmerzhaft in meiner Kehle stecken blieb.
Zuerst tat ich es als eine weitere Welle der Angst ab.
Dann wurden die Schmerzen schlimmer.
Er verdrehte sich tief in meinem Unterleib und zog sich zusammen, bis ich kaum noch atmen konnte. Ein gebrochenes Wimmern entwich meinen Lippen, während sich kalter Schweiß auf meiner Stirn sammelte.
Mit der wenigen Kraft, die mir noch geblieben war, zwang ich mich aus dem Bett.
Meine Knie gaben nach, sobald meine Füße den Boden berührten. Ich stürzte auf den kalten Marmor, mein Bauch schürfte über die unerbittliche Oberfläche, während ich mich zur Schlafzimmertür zog. Jeder Zentimeter fühlte sich wie eine Meile an, meine zitternden Finger krallten sich hilflos in den polierten Boden.
„Ronan …“, flüsterte ich, meine Stimme kaum hörbar.
Panik krallte sich in meine Brust. Wo war er?
Er war nirgends zu finden.
Würden wir unser Kind wirklich so verlieren …?
Ein Schluchzen blieb in meiner Kehle stecken. Ich biss mir so fest auf die Innenseite meiner Wange, bis der metallische Geschmack von Blut meinen Mund erfüllte, doch es brachte nichts, um die Tränen aufzuhalten, die über mein Gesicht strömten. Meine Sicht verschwamm, als ein weiterer heftiger Krampf meinen Körper erfasste und einen Schrei aus meinen Lippen zwang.
Mein Blick fiel auf meine Beine, und ein scharfer Schrei entwich meiner Kehle.
„Blut!“
Meine Augen weiteten sich vor Entsetzen, während mein Herzschlag in meinen Ohren donnerte.
Bitte, nicht mein Baby … Ronan würde sich das niemals verzeihen.
Ich versuchte, meine Atmung zu beruhigen, aber der Kloß in meiner Kehle wollte einfach nicht verschwinden.
Meine zitternden Finger schlossen sich um den Türgriff und drehten ihn. Die Tür öffnete sich mit einem lauten Quietschen, und ich kroch hinaus. Eine Welle kalter Luft strömte über mich hinweg.
Ich versuchte, mich vom kalten Boden hochzustemmen. Ein stechender Schmerz durchbohrte meinen Unterleib, und meine Knie gaben nach.
Meine Beine zitterten und waren nicht in der Lage, mein Gewicht zu tragen.
Blut befleckte den Marmor unter mir, entlang des Weges, den ich gekrochen war.
„Ronan“, rief ich ein letztes Mal, aber es kam keine Antwort. Meine Sicht verschwamm. Ich hatte zu viel Blut verloren. Mit jeder verstreichenden Sekunde fühlte sich mein Körper schwerer an, und ich wusste nicht einmal, ob ich das überleben würde.
Wenn ich überleben wollte, musste ich weitergehen.
Ich schloss meine Augen fest, während heiße Tränen über meine Wangen liefen, aber ich würde nicht zulassen, dass sie mich aufhielten.
Ich hielt mich am Türgriff fest, um mich abzustützen, und stand auf. Obwohl ich kurz davor war zusammenzubrechen, gab ich nicht nach. Der Flur war totenstill. Das Einzige, was ich hören konnte, war mein rasender Herzschlag.
Lydia, meine persönliche Dienstmagd, musste schlafen. Ich konnte sie nicht aufwecken.
Aber wo zum Teufel war Ronan??
Wie ein Kind, das gerade laufen lernte, zwang ich mich zu einem zitternden Schritt nach vorn. Mein Fuß rutschte auf dem Blut aus, das über den Marmor verschmiert war.
Ein Schritt … Dann noch einer … Und noch einer …
Bis ich ein wenig von meiner Kraft zurückgewann.
Ich hatte kaum einen zweiten Schritt gemacht, als ich ein Geräusch hörte. Zuerst dachte ich, meine Ohren würden mir einen Streich spielen, aber ich ignorierte es und humpelte weiter, eine Hand auf meinen Unterleib gepresst.
Doch das Geräusch wurde immer hartnäckiger. Mit jedem Schritt, den ich machte, spürte ich, dass ich ihm näher kam, und ich blieb stehen.
Das Geräusch führte mich zu dem letzten Raum, dem ich jemals hatte begegnen wollen. Enyas.
Meine Augenbrauen zogen sich leicht zusammen. Was machte sie dort drin? Ich spitzte die Ohren und fing das Geräusch ihres Kicherns auf. Um diese Uhrzeit in der Nacht?
Mein Gesicht verhärtete sich, als ich in ihrer Tür stand.
Meine Hand schloss sich um den Türgriff, und ich stieß sie so heftig auf, dass sie gegen die Wand schlug. Was ich sah, entzog meinem Körper jede Spur von Leben.
Ronan und meine Schwester waren im selben Bett intim, er nahm sie hart, während sie ihre Beine weiter für ihn spreizte und er mit einer Kraft in sie stieß, die er mir gegenüber nie eingesetzt hatte.
„Ohh, fick mich, ja, tiefer … du bist so verdammt gut“, erfüllte ihr Stöhnen den Raum wie eine Melodie, während ihre Beine wie ein schützender Schild um ihn geschlungen waren.
„Ohh Mondgöttin, Zenaya kommt nicht einmal annähernd an dich heran.“ Er stöhnte schamlos, sein Kopf in ihrem Nacken vergraben, sie kicherte, das selbstgefällige Lächeln ließ meinen Magen sich umdrehen.
Ich stand wie angewurzelt da. Die wenige Kraft, die mir noch geblieben war, versagte, und meine Beine gaben unter mir nach. Ich brach auf dem Boden zusammen.
Mein Körper wurde starr, als hätte ich vergessen zu atmen.
Ich öffnete meine Lippen, um zu sprechen, aber ich konnte keine Worte finden. Sie bemerkten nicht, dass ich hier war …
Meine Hand fand langsam ihren Weg zu meinem Bauch und umklammerte meinen Unterleib. Ich hatte gerade unser Kind verloren … und mein Gefährte lag mit meiner Schwester im Bett.
„Ronan!“, schrie ich mit der letzten Kraft, die mir geblieben war, und sie drehten sich zu mir um, ihre Gesichtsausdrücke waren nicht zu deuten.
Was??
Sie lösten sich voneinander, und Ronan stieg aus dem Bett und griff nach dem Bademantel, der über dem Sofa lag.
Enya trug ein selbstgefälliges Lächeln, das meinen Magen sich umdrehen ließ.
Ich wusste immer, dass sie eine Schlampe war, die mich hasste, aber ich hätte nie erwartet, dass es so schlimm war.
„Willst du alle aufwecken? Warum hast du so geschrien?“ Sein Kiefer spannte sich an, und sein Blick wurde eisig.
Es fühlte sich an, als würde ich den Mann, mit dem ich sieben Jahre verbracht hatte, nicht einmal wiedererkennen.
Ich schnaubte bitter und hielt die Tränen zurück, die drohten, überzulaufen.
„Wir haben gerade unser Kind verloren, Ronan. Ich hatte gerade eine Fehlgeburt, und du schläfst mit meiner Schwester?“ Ich versuchte so sehr, stabil zu klingen, aber meine Stimme kam zitternd heraus.
Seine Augen wanderten träge zu meinen Beinen, die inzwischen mit Blut getränkt waren, und er schnaubte.
Sein Gesichtsausdruck verdunkelte sich.
„Das Ding in deinem Bauch interessiert mich nicht“, erwiderte er ohne einen Hauch von Reue.
Die Worte hallten in meinem Kopf wider. Ich öffnete den Mund, um zu antworten, aber es kam nichts heraus.
„Es ist gut, dass du hierhergekommen bist, um das selbst zu sehen, denn ich kann es nicht länger verheimlichen.“ Seine Stimme wurde härter, als er sich Enya zuwandte. Sein Gesichtsausdruck wurde sanfter, als er sie ansah.
„Zenaya, es gibt etwas, das du wissen musst.“
Zenayas POV„Was meinst du mit Militär-Rudel?“ Meine Brauen zogen sich vor Verwirrung zusammen. Etwas stimmte nicht. War dieses Rudel nicht wie jedes andere normale Rudel?Ich schloss die Augen fest und versuchte, mich zu beruhigen. Obwohl ich leise Geräusche von draußen hören konnte, war ich immer noch neugierig, was für ein Rudel ich hierhergekommen war. Alles an diesem Ort schien anders als das, was ich gewohnt war, und die wenigen Informationen, die ich bisher bekommen hatte, machten mich nur noch neugieriger.Ich erhob mich langsam vom Boden und ging zum Fenster, um einen Blick nach draußen zu werfen und zu sehen, was vor sich ging. Vielleicht würde ich dann verstehen, warum sich dieser Ort so anders anfühlte.Aber bevor ich das Fenster erreichen konnte, flog die Tür zum Zimmer plötzlich weit auf und ließ mich erneut erschrecken.Was will er jetzt?Ich drehte mich langsam um, mein Körper spannte sich an, während ich zum Türrahmen blickte, nur um zwei Frauen dort stehen und mich b
Zenaya POVIch rückte amüsiert zurück und beobachtete ihn genau. Ein kleines Lächeln zuckte an den Mundwinkeln, und ich hätte beinahe laut gelacht. Er muss gedacht haben, ich sei irgendein Witz, denn ich verstand ihn ehrlich gesagt nicht.Wer bildete er sich ein, zu sein? Was bildete er sich ein, zu sein?Mir zu sagen, ich könnte was sein? Seine persönliche Schlampe?Er muss Witze machen.Mein Amüsement verblasste langsam und wurde durch einen kalten Blick ersetzt, während ich ihn anstarrte. Sein Bruder hatte mich all die Jahre benutzt, und jetzt würde niemand mehr in der Lage sein, mich zu benutzen. Nicht er. Niemand.Ich hob die Lippen zu einem spöttischen Lächeln und hielt seinen Blick, ohne zu zucken.„Du musst Witze machen. Ich will dieses Rudel verlassen“, sagte ich, meine Stimme ruhig, aber fest.Ich erwartete, dass er ausrastet. Ich erwartete Wut, vielleicht sogar Zorn, der über sein Gesicht huscht.Stattdessen lächelte er.Es war kein warmes Lächeln. Es war kalt, beunruhigend
Kapitel 5Ronan hat einen Zwillingsbruder? Wie kommt es, dass ich nie davon wusste?Wie war das überhaupt möglich? Mein Magen sank. All die Jahre hatte er mich im Dunkeln gelassen. Nach allem, was er mir erzählt hatte, war er ein Einzelkind.Ein bitteres Schnauben entwich meinen Lippen.Dieser Hund, Ronan. Vielleicht hatte er sogar seinen eigenen Bruder verraten.Gerüchte hatten sich schon immer im Rudel verbreitet und ihn als den Teufel in Verkleidung bezeichnet, aber ich hatte ihnen nie geglaubt. Ich war eine Närrin gewesen, geblendet von der Illusion seiner Liebe.Wenn ich nur die Zeit zurückdrehen könnte … Ich würde ihm einen Dolch direkt durch die Augen treiben.Sie glauben, sie haben gewonnen?Nein. Dieses Spiel hat gerade erst begonnen.Ich werde sie dafür bezahlen lassen. Ich werde ihre Namen durch den Schmutz ziehen, bis ihnen nichts mehr bleibt.Schnapp!Das scharfe Fingerschnippen riss mich aus meinen Gedanken.Mein Blick hob sich und traf auf ein Paar auffälliger smaragdgr
Kapitel 4Ich kannte diese Stimme. Es war nicht die Stimme von jemandem mit guten Absichten. Ich war durch unzählige Rudel gereist und hatte Kräuter und Briefe ausgeliefert. Ich war schon zuvor auf Abtrünnige getroffen – hatte gegen sie gekämpft, war von ihnen verletzt worden und hatte sie sogar getötet.Das war die Stimme eines abtrünnigen Werwolfs … oder eines Menschenhändlers.Ohne mich umzudrehen, rannte ich in den Wald. Er nahm die Verfolgung auf.Ein hungriges Knurren ertönte hinter mir, begierig auf die Jagd. Meine Instinkte hatten recht.EIN ABTRÜNNIGER WERWOLF.Ich rannte tiefer in den Wald hinein und ignorierte die Blätter, die gegen meine Haut peitschten. Meine Füße stampften auf die vom Regen durchnässte Erde und ließen schlammiges Wasser an meinen Beinen hochspritzen.Der Boden war rutschig, aber es kümmerte mich nicht.„Du kannst nicht vor mir davonlaufen, Cupcake. Zäher Mensch.“ Die sarkastische Stimme des Abtrünnigen ertönte knurrend hinter mir. Meine Augen weiteten si











