MasukVerstoßen. Verraten. Zum Tode verurteilt. Raven Moonshadow war die Luna von Ironclaw – bis ihr Gefährte, Alpha Lucan, sie fallenließ und ihre Schwester in sein Bett holte. Schwanger und verzweifelt flieht sie in feindliches Gebiet und ätzt sich das Rudelmal mit Säure vom Hals, um zu überleben. Versteckt als Scarlett Bane im erbarmungslosen Bloodfang-Rudel, ist sie nun nichts weiter als eine machtlose Fremde. Bis zu jener Nacht, in der sie dem einen Mann das Leben rettet, der ihren Tod wollen müsste. Alpha Dimitri von Bloodfang erwacht und blickt auf eine vernarbte, rothaarige Heilerin hinab, die über ihm kniet – dieselbe Frau, die beschuldigt wird, ihn vergiftet zu haben. Ihre verbotene Berührung holt ihn vom Rande des Todes zurück, und in einem unwiderruflichen Moment beansprucht er sie als seine persönliche Heilerin. Nun sitzt Raven im Herzen des Feindeslandes fest, trägt das Kind eines anderen Alphas unter dem Herzen, während der gefährlichste Mann von Bloodfang sie mit grünen Augen beobachtet, die viel zu viel sehen. Ein falscher Schritt, und er wird all ihre Geheimnisse enthüllen.
Lihat lebih banyakDer Marktplatz fühlte sich noch immer vollkommen unwirklich an.In der einen Sekunde hatte ich noch an der Schwelle des Todes gestanden, die Hand auf meinen Bauch gepresst, Xenas blaue Augen auf mich geheftet, als könnte sie mich allein mit ihrer Willenskraft vor der Klinge bewahren. In der nächsten hatte Alpha Dimitris Stimme alles durchdrungen.Und nun hatten die Wachen mich losgelassen.Meine Arme fühlten sich ohne ihren festen Griff seltsam leicht an. Meine Knie wollten nachgeben, doch ich zwang sie, standzuhalten. Ich atmete noch, und ich stand noch. Die Menge um mich herum murmelte unruhig, unsicher, wie sie mit der Frau umgehen sollte, die eigentlich hätte sterben müssen, es aber nicht getan hatte.Dann rannte Xena los.Sie stieß an den Wachen vorbei, die sie noch Augenblicke zuvor festgehalten hatten, und drängte die Schaulustigen ohne jedes Wort der Entschuldigung beiseite. Binnen Sekunden erreichte sie mich und prallte gegen mich. Ihre Arme schlangen sich so fest um mich, da
Meine Hände berührten seine Brust, noch bevor ich den Raum ganz durchquert hatte.Die Wärme wallte tief aus meinem Inneren auf, heißer und schneidender als zuvor im Begutachtungsraum. Ich ließ alles, was ich besaß, in ihn strömen. Meine Gabe reagierte ohne das geringste Zögern, jagte die Zerstörung durch sein Blut, seine Organe, durch jeden Winkel, an dem sein Körper versagte.Es blieb keine Zeit zum Nachdenken – nur Zeit zum Handeln.Binnen Minuten trat mir kalter Schweiß auf die Stirn.Mein Rücken schmerzte vom Knien auf dem harten Stein. Meine Hände brannten tief in den Gelenken, doch ich gab nicht nach.„Bleib hier. Bleib bei mir. Atme. Atme einfach … bitte“, murmelte ich leise vor mich hin.Sein Körper wehrte sich gegen mich, doch ich kämpfte verbissener, schöpfte aus Reserven, von denen ich nicht einmal wusste, dass ich sie besaß.Der Raum verdunkelte sich, die Kerzen brannten immer weiter nieder, und mein Blickfeld verschwamm an den Rändern.In diesem Moment begriff ich es.Das
Meine Finger erstarrten am Saum des Schals.Ein Herzschlag. Zwei.Langsam hob ich den Blick zu ihm, in der stillen Hoffnung, dass das dauerhafte Entstellen meiner Haut ausreichte, um nicht wie die Gestalt vor dem Tor in meiner eigenen Blutlache zu enden. Die Wache verzog keine Miene.Mit überraschend ruhigen Händen wickelte ich den Schal ab.Kühle Luft traf auf die zerstörte Haut an meinem Hals. Der Blick der Wache glitt blitzschnell darauf hinab. Er starrte auf das von Blasen übersäte Gewebe, die unebenen Narben und das wütende Rot, das an manchen Stellen noch nässte. Seine Kiefermuskeln spannten sich an, und seine Brauen zogen sich zusammen. Ich konnte das Mitleid in seinen Augen lesen.Er schwieg.Xena trat an meine Seite, ihre Schulter streifte die meine. Ihre Hände zitterten kurz, bevor sie sie zu Fäusten ballte. Tränen stiegen in ihren blauen Augen auf, doch sie blinzelte sie verbissen zurück. Ihre Stimme klang rau und brüchig.„Meine Schwester … sie wurde auf dem Weg hierher üb
„Über das Baby reden wir später. Jetzt müssen wir erst einmal weg“, entgegnete Xena mit knapper, harter Stimme.Ich nickte. Meine Kehle schmerzte zu sehr, um zu antworten.„Bloodfang“, sagte Xena in der Sekunde, in der wir die Tür hinter uns schlossen. „Wir brechen noch heute Nacht auf. Lucan hat gesehen, wie wir zusammen abgehauen sind. Seine Männer werden in weniger als einer Stunde hier sein.“Mir klappte die Kinnlade herunter. Das feindliche Rudel. Das einzige Territorium, das Lucan nicht stürmen konnte, ohne einen Krieg anzuzetteln.„Sie nehmen Reisende auf, die ihnen die Treue schwören. Wir gehen hin, behaupten, unser altes Rudel sei zerfallen, und fangen von vorn an.“Ihr Blick glitt hinab zu meinem Bauch. Ihre Hand zuckte in meine Richtung, hielt dann aber inne.„Dann fangen wir an“, sagte ich.Ihr Badezimmer fühlte sich winzig an. Die Fliesen unter meinen Füßen waren eiskalt. Xena holte eine Schere aus der Schublade, während ich mich auf den geschlossenen Toilettendeckel setz











